Draft

Draft Powerranking 2020

Seit dem 20. August steht die Draftreihenfolge fest und auch in diesem aus vielerlei Gründen besonderen Draftjahr laden Franchises zu Workouts und Interviews ein, um den idealen Rookie für das eigene Teamgefüge zu finden. Grund für uns, die diesjährige Draftclass 2020 etwas genauer zu beleuchten. Auch in diesem Jahr bieten wir euch wieder unser Draft Powerranking, welches in seiner Intention von herkömmlichen Mockdrafts etwas abweicht. Wir fassten es einmal in dieser Form zusammen:

Wir haben uns entschieden, einen anderen Ansatz als die gängigen Seiten zur NBA Draft, wie Draftexpress oder aber NBADraft.net, zu verwenden. Diese versuchen mit ihren Mockdrafts möglichst genau vorherzusagen, welcher Spieler, wann, von welchem Team gezogen werden wird und orientieren sich mit ihren Anordnungen der Talente besonders an Teamneeds und anderen Einflüssen, die relevant für die Draftentscheidung der Teams sind. Wir wollen uns mit unserem Ranking von diesem Gedankengang lösen und mit unserer Spielerauflistung/-einordnung einen Schritt weitergehen. Uns geht es nicht darum, vorherzusehen, wie die Draft 2011 verlaufen wird. Wir wollen zum einen einen groben Überblick über die allgemeine Stärke der Draftclass geben und zum anderen abbilden, wie die Teams sich am 28. Juni, orientiert am Spielermaterial, entscheiden sollten. Hierfür haben wir die zukünftigen Rookies in vier verschiedene Kategorien eingeteilt, die deren Werdegang und individuellen Impact für die Zukunft prognostizieren sollen. Diese einzelnen Sektionen werden im Folgenden noch genauer erklärt. Um unsere Herangehensweise nochmals zu verdeutlichen, kann die Draft 2010 als Beispiel angeführt werden. Die oben genannten Seiten hatten die Draftees zuletzt folgendermaßen angeordnet: #1 Wall, #2 Turner, #3 Favors, #4 Johnson, #5 Cousins und damit die Reihenfolge der Draft weitestgehend richtig vorhergesagt. Wir hingegen hätten mit unserem Ranking aufzeigen wollen, dass es falsch ist, Turner vor beispielsweise Cousins oder Favors zu ziehen. Unsere Einteilung hätte folgendermaßen ausgesehen: Wall (Superstar), Cousins (Allstar), Favors, Johnson, Turner (Starter). Ihr größeres Talent und damit höher einzuschätzendes Leistungsniveau in der Zukunft hätten also in unserem Ranking sowohl Cousins als auch Favors vor Turner platziert.

Update der Ranking-Systematik

In diesem Jahr werden wir dieses Format anpassen, um Prospects noch genauer einordnen zu können. Besonders innerhalb der Tiers “Starter” und “Rollenspieler” können die Unterschiede zwischen Gruppenmitgliedern teilweise erheblich sein. Ist ein konstanter 30 Minuten-Spieler näher an einer All Star-Game-Einladung oder einer Spielzeit-Reduzierung bei talentierteren Mitspielern? Kann ein Rollenspieler seine Leistung nur in der Regular-Season bringen oder machen ihn seine Qualitäten auch in der Post-Season noch zu einem wertvollen Teil eines Playoff-Teams? Die Antworten auf diese Fragen ließen sich aus unser bisherigen Ranking-Systematik nur indirekt herauslesen. Mit der Schaffung zweier neuer Ebenen wollen wir ab diesem Jahr aber genau solche nuanciertere Einschätzungen ermöglichen. Deshalb schaffen wir die Tier “Starter mit All Star-Potential” und unterteilen unsere Rollenspieler noch einmal in “Top of Rotation” und “Rollenspieler”. Genauere Definitionen sind unten zu finden.

Class-Overview

Die Klasse von 2020 wird wohl allen GMs, Scouts und auch Fans noch lang im Gedächtnis bleiben. Pandemiebedingt wurde der aktuelle Draftjahrgang so ausgiebig wie kein anderer beäugt. Durch die Spielpause der NBA hatten selbst die Entscheidungsträger von Playoffteams die Möglichkeit schon sehr früh in den Evaluationsprozess der Prospects einzusteigen. Zusätzlich war durch den Wegfall des March Madness-Turniers, bzw. von angesetzten Partien in internationalen Ligen das Video-Material zu den meisten Talenten so begrenzt, dass mittlerweile wohl jede Spielminute genaustens unter die Lupe genommen werden konnte. Auf der anderen Seite gestalten sich individuelle Work-Outs unter den aktuellen Gegebenheiten extrem schwierig. Ob dieses Setup Franchises in ihrer Entscheidungsfindung hilft, weil kleinere Datenpunkte wie wenige gute Tournament-Spiele und überraschende Work-Out-Flashes nicht mehr überbewertet werden, oder eher schaden, weil mittlerweile jede verfügbare Information zu einem Spieler schon überanalysiert wurde, bleibt abzuwarten.

Insgesamt stellt sich die Klasse 2020 als in der Spitze ziemlich schwachen, damit aber sehr spannenden Jahrgang dar. Eine Draft wird immer ab dem Moment interessant, ab dem viele Spieler für einen potentiellen Pick in Frage kommen. Normalerweise liegt dieser Punkt um die Position fünf, da historisch gesehen die Durchschnittsklasse einen Superstar sowie drei All Stars in die Liga bringt, die zumeist dennoch in eine einfache Reihenfolge zu bringen sind, klar über allen anderen Optionen thronen und sich danach erst rund acht, oft gleichwertige Starter-Talente aufdrängen. Ihr Ranking kann je nach Manager-Präferenzen, Coaching-Staff, Spiel-System und Value-Fit-Abwägungen für die unterschiedlichen Franchises extrem divers aussehen. Es beginnt die “Eye-of-the-Beholder”-Draft und damit der Teil des Events, ab dem jede einzelne Wahl die Aktionen des darauffolgenden Teams stark beeinflusst.

Durch das Fehlen klarer Elite-Talente und die Resultate der Lottery scheint dieser Punkt in diesem Jahr aber schon an Position #1 erreicht. Auch Experten mit Intel können nicht mit Sicherheit sagen, welchen Spieler die Timberwolves mit ihrem Top-Pick im Visier haben (und dies zieht noch nicht einmal die auch recht wahrscheinlich scheinende Tradeoption mit ein). Zuletzt gab es solche Unsicherheiten 2013, als an #1 mit Anthony Bennett ein Freshman gezogen wurde, der als einer der größeren Busts der Ligageschichte bezeichnet werden muss, während an #15 der amtierende Liga-MVP und an #27 ein zweifacher Defensive Player of the Year gefunden wurden.

In diesem Jahr könnten sich ebenso wilde Szenarien ergeben, denn selbst eine in der Öffentlichkeit als schwach gebrandtmarkte Klasse produziert viele starke Spieler. Ihr Talent ist zum Zeitpunkt der Draft nur nicht so offensichtlich bzw. wird ggf. erst durch das draftende Franchise, eine neue Teamsituation und erfolgreiche Entwicklung freigelegt. Deshalb lohnt es sich gerade in diesen Jahrgängen besonders tiefgründig zu analysieren. Genau dies haben wie jedes Jahr wieder getan und blicken auf eine extrem spannende, weil aus unserer Sicht sehr tiefe Draftclass:

draftpowerrankings

Hier nun unser Draft Powerranking für 2020: 

Der Spieler hat das Potential, mal eine Contender-Mannschaft anzuführen. Hierunter fallen im Prinzip die 10-15 besten Spieler der NBA. Wenn diese je auf eine Franchise verteilt würden, hätte man demzufolge 15 Franchise Player. Die Draft-Projekte, die unter diese Kategorie fallen, können das Gesicht einer Franchise werden und auch Erfolge als wichtigster Spieler des Teams feiern.

Der Spieler ist über mehrere Jahre hinweg immer in der Diskussion zum Allstar oder wird dies auch. Nicht in diese Kategorie fallen jedoch Spieler, die nur aufgrund einer sehr guten Saison kurz vor der Allstarnominierung standen oder einmalig Allstar wurden. Diese spielten demzufolge nie konstant auf Allstar-Niveau. Üblicherweise ist dies eine zweite Option eines Teams.

In dieser Kategorie finden sich Spieler wieder, bei denen wir Fähigkeiten sehen, die All Star-Nominierungen ermöglichen würden. Allerdings schätzen wir die Wahrscheinlichkeit des Erreichen dieses Outcomes von mehrfachen All Star-Berufungen als weniger als 50 Prozent ein und können diese Talente nicht in die nächsthöhere Tier schieben, wollen sie aber klar nach unten abgrenzen. Sie sind talentierter und auf dem Trademarkt wertvoller als reguläre Starter. 

Starter sind Spieler, die 30+ Minuten für ihr Team absolvieren und dabei eine signifikante Rolle für die Mannschaft übernehmen. Genauer wäre der Begriff “Starterminuten”, denn die besten Sixth Men der Liga sind ebenfalls als Starter im Sinne der Kategorisierung zu klassifizieren. Im Grunde sind dies also Spieler, die die dritte, vierte Option oder der Defensivanker eines Teams sein können.

“Top-of-Rotation”-Spieler sind Talente, die klare, aber eher kleine Rollen im Team innehaben. Dies können sogar nominelle Starter sein, die nur werfen oder verteidigen sollen. Als Spezialisten liefern sie in circa 20 Minuten pro Partie Value in einer bestimmten Facette des Spiels, die auch in den Playoffs noch Relevanz besitzt und so Parkett-Zeit sichert. Wir reden also über die potentiellen Optionen #6-#8 in einer Playoff-Rotation.

#20

Xavier Tillman, Big
Team: Michigan State | Draftalter: 21,8 Jahre
CBB-Stats: 18,1 AST%, 6,9 BLK%, 12,6 BPM

#21

James Wiseman, Big
Team: Memphis | Draftalter: 19,7 Jahre
CBB-Stats: 13,6 BLK%, 24,4 TRB%, 149,8 ORtg

#22

Tyrell Terry, Playmaker
Team: Stanford | Draftalter: 20,1 Jahre
CBB-Stats: 2,0 3PMpG, 89,1 FT%, 20,3 AST%

#23

RJ Hampton, Wing
Team: NZ Breakers (NBL) | Draftalter: 19,7 Jahre
NBL-Stats: 2,8 STL%, 17,0 DRB% , 18,0 AST%

Reguläre “Rollenspieler” sehen wir als Draftees, die sich zumeist eine herausragende basketballerische Fähigkeit oder aber einen gelungen Skill-Mix auf niedrigem Niveau über ein Jahrzehnt in der Liga halten können. Wenn auch sehr austauschbar, stellen sie doch für jedes Team wenigstens in der Regular Season eine sinnvolle Option für Spielminuten dar. In den Playoffs können solche Basketballer, die in der Rotation eher an Stelle #9-#12 stehen, matchupbedingt auch gern mal mit dem Status “DNP-CD” im Boxscore zu finden sein.

#24

Killian Tillie, Big
Team: Gonzaga | Draftalter: 22,7 Jahre
CBB-Stats: 1,5 3PMpG, 130,8 ORtg, 13,1 AST%

#25

Aaron Nesmith, Wing
Team: Vanderbilt | Draftalter: 21,1 Jahre
CBB-Stats: 4,3 3PMpG, 83,5 FT%, 9,3 OBPM

#26

Malachi Flynn, Playmaker
Team: San Diego State | Draftalter: 22,5 Jahre
CBB-Stats: 7,4 WS, 124,5 ORtg, 2,4 3PMpG

#27

Obi Toppin, Big
Team: Dayton | Draftalter: 22,7 Jahre
CBB-Stats: 20,0 PpG, 126,2 ORtg, 3,4 Dunks per Game

#28

Paul Reed, Big
Team: DePaul | Draftalter: 21,4 Jahre
CBB-Stats: 9,2 BPM, 3,3 STL%, 9,7 BLK%
 
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