Draftprofile 2020

Obi Toppin

Dayton Flyers
Quelle: Youtube

Datenblatt

Name: Obadiah Richard “Obi” Toppin

Geburtsdatum: 04.03.98 

Größe: 6’9” 

Gewicht: 220 lbs. 

Spannweite: ca. 7’0”

Position: Wing/Big

Team: Dayton Flyers

 

 

Stärken

Schwächen

+ Finishing am Ring 

+ Passing/Vision 

+ Transition Offense 

+ Offensive Variablität

– Defensive Basics 

– Länge  

ATHLETIK / INTANGIBLES:

+ Vertikaler Quick-Leaper und verfügt über einen großartigen Second-Jump. 

* Hatte, aus der Highschool kommend, keine Division-I-Offerten und musste den Umweg über das Junior College nehmen. Musste das erste Jahr in Dayton aus akademischen Gründen aussetzen. Er bestreitet aktuell sein Sophomore Jahr. Ihm wird durchaus Arbeitseifer und Ergeiz nachsagt.

* Flog bis zum Maui Inventational eher unter dem Radar der Scouts.

* Bringt mit seinen 6’9” und maximal 7’0” Wingspan nur NBA-Forward-Größe mit. Ist zudem mit 220 Pfund recht leicht.  Mit dieser Kombination gilt er auch heute noch als Tweener.

-Hoher Körperschwerpunkt sowie steife Hüften. Nicht gut darin, schnell die Richtung zu wechseln.

– Zum Draftzeitpunkt wird er bereits 22 Jahre alt sein.  

 

OFFENSE:

+ Führt die NCAA bei den Dunks an und schließt diese in allen Varianten ab. Zeigt sich als hervorragende Lob-Threat. Dunkt bei jeder Gelegenheit und zeigt sich als aggressiver Scorer, der sich aber weitgehend an seine Stärken hält.

+ Trotz seiner großen Rolle (25.7 USG%) und variantenreichen Abschlüssen Toppin mit herausragender Effizienz (121.8 ORTG und 68.0 TS%).  Er agiert innerhalb einer NBA-Team-ähnlichen Offense der Dayton Flyers als zuverlässiger Go-to-Guy. Sein Spiel scheint sehr übertragbar.  

+ Sein “Bread and Butter” sollte auch in der NBA das Blocken und Abrollen sein. Er bietet hier sowohl vertikales Spacing als auch Short-Roll Passing. Aber auch abseits des Balles zeigt er sich als fähiger Blocksteller. Seine Würfe am Ring trifft er mit wahnwitzigen 82.6%. 91 seiner 161 Abschlüsse waren Dunks.  

+ Agiert hervorragend in Handoff-Situationen und kann dort sein, für College-Bigs, gutes Ballhandling anbringen.

+ Seine Passing-Reads aus dem Post sind hervorragend und variantenreich. Er reagiert sehr gut auf Doubleteams und findet zuverlässig den richtigen Mitspieler. 

+ Toppin kann mittlerweile sogar durchaus als Floorspacer bezeichnet werden. Er verwandelt in der laufenden Saison 36% seiner Dreier (24/66). Seine Abschlüsse in diesem Bereich erfolgen sowohl aus Catch’n’Shoot-Situationen, als auch gelegentlich durch Stepbacks aus dem Dribbling – was seine Variabilität zeigt und eventuell Potenzial als Shot-Creator andeutet.

+ Greift Toppin den Defensivrebound geht es in der Regel sehr schnell in Transition-Situationen. Hier zeigt sich seine Fähigkeit als Grab’n’Go-Guy. Er hat in solchen Szenen stets das gesamte Feld im Blick und spielt bei Bedarf den Outlet-Pass. In der laufenden Saison kreiert Toppin elitäre 1.36 PPP in Transition Situationen (92 Percentile) laut Synergy.  

+ Abseits von seinen ausgezeichneten Pässen aus dem Post, zeigt er sich auch als effizienter Scorer aus dem Postup. Toppin hat viele ausgefeilte und effektive Bewegungen inklusie Kontermoves in seinem Arsenal. Er hat durch seinen hohen Körperschwerpunkt Probleme sich gegen kräftigere Spieler eine gute Position zu erarbeiten, macht dies aber durch seine Schnelligkeit wieder wett. Sein Faceup-Game ist respektabel und er kann immer wieder gute Abschlüsse aus diesen Situationen kreieren.

+ Durch seine Explosivität zeigt sich Toppin außerdem als stetige Putback-Gefahr. Seine Fähigkeit schnelle zweite und dritte Sprünge zu tätigen, erweist sich beim Offensivrebound als seht nützlich.  

* Es stellt sich die Frage, wie gut Toppin auf dem nächsten Level als Rollenspieler agieren wird. Am College darf er aktuell als Offensiv-Option Nr. 1 sehr viel mehr machen, als potenziell in der NBA. Es ist schwer abzusehen, wie sich eine Rollenänderung auf sein Spiel auswirkt.

Seine Pässe sind jedoch meist eher reaktiv, was sein Potenzial als Playmaker etwas beschneidet.

– Wird sich im Ballhandling verbessern müssen um gegen NBA-Wings/Bigs regelmäßig zum Korb zu ziehen.

– Ob beim Dribbling, im Post oder bei der Shot-Preperation – Toppin zeigt in jedem dieser Bereiche Schwächen in seinen Basics. Speziell seine Fußarbeit wirkt immer etwas unorthodox, erfüllt bislang aber ihren Zweck.

– Seine mangelnde Kraft gepaart mit dem hohen Körperschwerpunkt könnten vorerst Probleme beim Drive und beim Finishing verursachen. Gegen NBA Konkurenz kann er wahrscheinlich seine physischen Vorteile nicht mehr so gut ausspielen.

 

DEFENSE:

+ Zeigt gelegentliche Flash-Plays bei Rotationen sowie aktive Hände. Muss am defensiven Ende aber aufmerksamer werden, um ein Faktor zu sein.

* Shotblocking-Potenzial besteht (4,5 BLK%). Durch seine Sprungkraft kann er in allen Situationen gegnerische Abschlüsse beeinflussen.

* Seine körperlichen Defizite zeigen sich negativ beim Rebounding. Seine defensive Reboundrate beträgt zwar solide 22.8%, auf dem nächsten Level wird er jedoch aufgrund seiner deutlich härter für den Rebound arbeiten müssen. Ein Leisungsabfall ist wohl zu erwarten. Seine Boxouts sind solide, aber auch hier lässt er sich zu leicht aus der Position bringen. Darüber hinaus scheint er keine deutlich positive Wingspan zu besitzen bzw. spielt verhältnismäßig klein. Offizielle Angaben zur Spannweite sind derzeit nicht zu finden. Sie ist aber aktuell auf maximal 6’10” – 7’0″ zu schätzen.

– Verliert auch defensiv im Post gegen größere Spieler zu leicht seine Position. Er ist nicht kräftig genug und verfügt nicht über die nötige Balance, um seine Defizite hier zu kompensieren. Er lässt sich ebenfalls zu schnell durch einfache Up-and-Under-bewegungen ausfaken.  

– Seine Rotationen sind sehr inkonstant und schwanken zwischen solide bis schlecht. Hat die Angewohnheit zu lang an seinem direkten Gegenspieler zu bleiben und verpasst dadurch den richtigen Moment für die Rotation und kann dadurch sein Shotblocking Potenzial nicht erfüllen. 

– Bei Close-Outs präsentiert er sich oft zu “jumpy”. Er agiert hier oftmals zu überhastet und lässt sich leicht aus dem Spiel bringen.    

– Verfügt leider nicht über die nötige Fußarbeit und Agilität, um vor kleineren Spielern zu bleiben. Dadurch ist er im Pick’n’Roll natürlich beschränkt, was Switch-Defense angeht. Auch in der Drop-Coverage zeigt sich sein mangelndes Verständnis am defensiven Ende und er findet sich noch zu oft nicht in der richtigen Position.  

 

Overall

Durch das System der Dayton Flyers lässt sich ohne viel Fantasie der NBA-Fit von Obi Toppin erkennen. Er agiert viel in Handoff-Situationen und darf oft Entscheidungen mit dem Ball in der Hand treffen. Sein absolut rundes Offensivspiel gepaart mit einer sehr starken Athletik lassen an Spieler wie Aaron Gordon oder einen weniger athletischen Blake Griffin erinnern. Sein Wurf dürfte übertragbar sein, auch wenn sein Volumen an getroffenen Dreiern noch keine finalen Schlüsse zulässt. Durch sein Passing kann er seine Stärken passend ergänzen und er sollte in der NBA zumindest als variabler Offensiv-Spezialist von der Bank seinen Platz finden. Seine defensiven Defizite verschließen ihm aber aktuell noch den Weg zu einer größeren Rolle in der NBA.

Spannend wird sein, welche Position er überhaupt bekleiden soll. Meiner Meinung nach ist er aktuell ein reiner Vierer, weil er defensiv mit NBA-Bigs absolut überfordert sein sollte. Seine Situation erinnert stark an Kyle Kuzma. Ähnlich wie dieser, zeigt sich Toppin als variabler Offensivspieler mit fragwürdiger Defense. Ein weiterer Vergleich der sich aufdrängt besteht zu Marcus/Markieff Morris (nach dem College). Der Best Case wäre, dass sich Toppin defensiv ähnlich wie die Morris-Twins entwickeln kann und offensiv ebenfalls ein ähnliches Skillset liefert. Ähnlich wie die beiden, benötigt Toppin die richtige Franchise, um sich optimal zu entwickeln. Sind seine Offensiv-Skills jedoch nicht wirklich übertragbar, besteht die Gefahr, dass Toppin spielerisch zu Beginn kaum einen Mehrwert für sein zukünftiges Team liefert. Laut Aussagen von Sam Vecenie sind Front Offices aber sehr optimistisch was die übertragbarkeit seiner Fähigkeiten angeht.

Aufgrund des Alters ist sein Ceiling etwas beschränkt und wird sich auch zusätzlich negativ auf seine Draftposition auswirken. Trotz allen Fragezeichen in der Verteidigung sehe ich Toppin als potenziellen Lottery Pick, weil er ein wirklich spannendes Offensivpaket bietet und seine defensiven Schwächen im richtigen Team durchaus kaschierbar sind. Kann er seine Defense mittelfristig auf ein akzeptables Niveau hieven, könnte er sich durchaus als Starter in der NBA etablieren.

 

Video:

Playlist

  •  
  •  
  •  
  •  
  •  

Schreibe einen Kommentar