Draftprofile 2020

Paul Reed

DePaul Blue Demons

Datenblatt

Name: Paul Reed

Geburtsdatum: 14.06.1999

Größe: 6’9” 

Gewicht: 220 lbs. 

Spannweite: 7’0”

Position: Big/Wing

Team: DePaul Blue Demons

Stärken

Schwächen

+ Defensive Playmaking

+ Rimprotection

+ Shooting-Potential

 

– Self-Creation

– Drive

 

 

ATHLETIK / INTANGIBLES:

+ Mit 6’9’’ Körpergröße und einer Wingspan, die über 7‘0‘‘ liegen sollte, verfügt Reed über genug Länge, um auf dem NBA-Flügel über jeden Zweifel erhaben zu sein und hätte in den richtigen Matchups sogar die Chance, um als Smallball-Fünfer aufzulaufen.

+ Die Mobilität des Juniors ist für einen Spieler seiner Größe beeindruckend. Er ist durch koordinierte Fußarbeit und die Tendenz zu kleinen, schnellen Schritten auch auf engem Raum sehr agil.

+ Der Blue Demon ist ein exzellenter Floorrunner und bringt gerade bei beidbeinigem Absprung viel Leaping-Ability mit. Seine Möglichkeiten so über Ringniveau zu agieren, nutzt er sowohl offensiv als auch defensiv. Gepaart mit seinem ungemein leichtfüßigen Second-Jump eröffnen ihm so seine athletischen Fähigkeiten oft Plays, die für andere Spieler nicht da wären.

* Als klassischer Late-Bloomer scheint Reed eine gute Arbeitseinstellung mitzubringen. War als High Schooler als #271 seines Jahrgangs gerankt. Entwickelte sich in den letzten drei Jahren dennoch zum Erstrunden-Talent. Scheint das Spiel zu lieben (“What made me fall in love with basketball is just the amount of fun that I had playing it.”) und bringt einen tollen Motor mit.

* Wird im Juni 21 Jahre alt und ist damit für eine Junior verhältnismäßig jung.

– Reed wiegt 220 Pfund und hat damit eine eher drahtige Statur. Für vermehrte Minuten als NBA-Big wäre er damit zu leicht. Seine breiten Schultern würden ihm durchaus mehr Masseaufbau erlauben. Die Frage wäre, ob er dadurch an Agilität verliert, die eine seiner größten Stärken ist. Ein Mittelweg mit etwas Muskelzunahme und Fokus auf Core-Training scheint ideal.

 

OFFENSE:

+ Reed hat außerordentlich gute Hände. Nach gutem Post-Positioning oder als Rollman nach einer Screening-Action fängt er nahezu jeden Pass, der in seine Richtung geworfen wird.

+ Der DePaul-Alumni verfügt über ein hervorragendes Gefühl für freie Räume, eine gute Nase für den Ball und kann sich durch seine Agilität auch ohne viel Platz schnell bewegen. Kombiniert mit seinem Motor und seinen Sprungfähigkeiten, war er so über seine gesamte College-Karriere ein starker Offensivrebounder, der einfache Punkte oder neue Possessions kreiert (11,3 OREB%).

+ Solider Verwerter im Dunkers-Spot, der als slashender Cutter einiges Potential mitbringt.

* Der Blue Demon bringt beachtenswertes Stretch-Potential mit, wenn er seine Wurfbestrebungen weiter ausbaut. Bisher war sein Volumen von jenseits der Dreierlinie noch nicht hoch genug, um als echter Spacer gelten zu können. Nimmt aber schon freie Distanzwürfe, wenn sie sich ergeben und deutete mit Movement-Threes, Faceup-Jumpern und einer guten Freiwurfquote (73,8 FT%) an, dass er zumindest durchschnittlichen Shooting-Touch hat, auch wenn seine Wurfbewegung noch sehr mechanisch und etwas verdreht aussieht.

* War in der vergangenen Saison als Offensivspieler zu sehr gefordert. Mit einem Usage-Anstieg auf 24% war er plötzlich nicht mehr so effizient (109,6) wie im Vorjahr (118,6 ORtg bei 21 USG%). Seine Stärken liegen klar in Rollenspieleraufgaben. Es sollte ihm in der NBA entgegenkommen, dass er sich mit besseren Mitspielern auf diese Facetten besinnen können wird.

* Reed ist ein williger Passer, der durchaus den freien Mitspieler findet (11 AST%), dessen Playmaking und Vision aber etwas beschränkt zu sein scheinen.

– Sein Finishing sieht in den Zahlen besser aus, als es ist. Seine 66,5 FG%@Rim spiegeln nicht unbedingt wider, dass er gern Layups danebenlegt und sich dann nur mit einem Second-Jump-Putback rettet oder aber aus dem Postup seinen Hakenwurf nicht sehr sicher anbringen kann. Es fehlt öfter einmal an Touch und Konzentration.

– Das Handling des Juniors muss noch stark verbessert werden. Hat einen Fake-Handoff-Move, mit dem er sich allein einen Drive zum Korb vorbereiten kann. Daneben fehlt es ihm aber klar an Dribbling-Fähigkeiten, um konstanter Closeouts oder schlecht positionierte Gegenspieler attackieren zu können.

 

DEFENSE:

+ Reed war im vergangenen Jahr einer der flexibelsten und einflussreichsten Verteidiger im gesamten College-Basketball. In einem Team, das gerade ab Mitte der Saison offensiv komplett auseinanderfiel (Keiner der Starter abseits von Reed kam im Conference-Play auf ein ORtg von über 98.), war es allein die Defense des Juniors, die seiner Mannschaft überhaupt erlaubte in Partien zu sein. Da On-Off-Numers fehlen: Sein Defensive Rating (88,8) war zehn Punkte niedriger als das des nächsten Teamkollegen mit signifikanter Minutenanzahl.

+ Der Blue Demon kann durch seine Mischung aus Länge und Agilität sehr flexibel eingesetzt werden und viele Rollen ausfüllen. Für DePaul durfte er oft in einer aggressiveren Fullcourt-Defense schon beim Inbound stören und dann mit Trapping für Ballgewinne sorgen.

+ Im Halfcourt agierte er vornehmlich als Rimprotecting-Big, der sowohl als Post-Defender solide Arbeit leistete, als auch mit Help-Rotationen die Fehler der Mitspieler ausbügelt.

+ Er bietet seinem Coach in der PnR-Defense eine Vielzahl von Optionen. Bevorzugt es wohl aber den Ballhandler mit Hard-Hedging unter Druck zu setzen.

+ Es ist oft beeindruckend, wieviel Raum Reed durch seine Mobilität abdecken kann. Nicht vielen Spielern ist es möglich nach dem Stopfen eines zentralen Drive-Versuchs einen kontrollierten Closeout zur Ecke zu laufen. Der Forward gehört dazu.

+ Zeigt auch auf dieser Seite des Courts gute Hände, einen netten Motor und Näschen für den Ball. Sorgt so für vorzügliches defensives Playmaking (3,3 STL%, 9,7 BLK%).

+ Bewegt sich abseits des Balles klug, erkennt notwendige Rotationen frühzeitig und scheint gut zu kommunizieren. Weist Mitspielern oft defensive Aufgaben zu.

* Hat durch seine gute Fußarbeit gegen die meisten Spieler starke Mirroring-Fähigkeiten und bringt daher eine gute Switchability mit. Nur gegen pfeilschnelle Guards hat er zeitweise Probleme.

– Kann gegen schwerere Bigs schon dagegenhalten und über Fronting oder gutes Step-In-Timing viele Post-Defense-Situationen frühzeitig für sich entscheiden. Reed wird aber wegen fehlender Masse wohl etwas an Rimprotection-Equity verlieren, da er in manchen Matchups nicht als Fünfer nutzbar sein wird.

 

Overall

Paul Reed verdient als überdurchschnittlicher Athlet einen Platz in der Liga und wird sich trotz limitierter Offensive durch seine zahlreichen defensiven Stärken Minuten erarbeiten können. Wie genau sich sein Game aber übersetzt, ist für seinen Spielertypen des Hybrid-Bigs recht schwer vorherzusagen. Im Idealfall kann er in vielen Lineups als Smallball-Center eigesetzet werden und muss in dem Zuge seinen Wurf, Handle und Playmaking gar nicht so viel weiterentwickeln, um schon positionelles Spacing zu liefern. Das höchste Ceiling hätte er aber wohl, wenn er seinen Dreier und seine Ballskills weiter ausbaut, um als großer Wing eine Mischung aus Weakside-Shotblocking und solidem Perimeter-Switching neben einem weiteren Rimprotector zu ermöglichen. Manche Draft-Nerds wollen in ihm einen nächsten Draymond Green sehen. Davon würden wir weit abrücken, da Reed von seinen Ausnahme-Basketball-IQ weit entfernt ist. Statistisch nimmt der Blue Demon aber mit seinem defensivem Playmaking Hürden, die ihn je nach Perimeter-Fähigkeiten entweder in die Richtung Nerlens Noel oder Robert Covington schieben. Ein Semi-Best Case wäre für ihn ein weiterer Schritt in Richtung Brandon Clarke, zu dem in gewissen Bereichen eine große Ähnlichkeit besteht. Selbst bei mäßiger Entwicklung sollte Reed ein größerer Jordan Bell oder besserer Chris Boucher werden. Offensiv wohl immer zum Rollenspieler verdammt, könnte er zu einem wertvollen Puzzle-Stück für jedes Team werden, welches bei voller Potential-Entfaltung durch seinen defensiven Impact Starter-Value produziert.

 

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