Draftprofile 2020

Desmond Bane

TCU Horned Frogs

Datenblatt

Name: Desmond Bane

Geburtsdatum: 25.06.1998

Größe: 6’6” 

Gewicht: 215 lbs. 

Spannweite: 6’4”

Position: Wing

Team: TCU Horned Frogs

Stärken

Schwächen

+ Shooting

+ Playmaking-Potential

+ Frame

+ Basketball IQ

– Self-Creation

– Drive

– Defensive Limitationen

 

 

ATHLETIK / INTANGIBLES:

+ Ist ein muskulöser Guard, der seinen Frame mit breiten Schultern schon fast maximal ausgefüllt hat. Er wiegt bei einer Körpergröße von 6‘5‘‘ beachtliche 215 Pfund und bringt den hervorstechendsten Bizeps der gesamten NCAA mit. Bane profitiert in vielen Facetten des Spiels von seiner sich dadurch ergebenden Core-Strength und Robustheit.

* Kommt als Vier-Jahres-Spieler in die Draft, ist dafür aber noch recht jung. Sophomore Obi Toppin wurde schon fast vier Monate vor ihm 22. Precious Achiuwa ist als Freshman nur knapp ein Jahr jünger als Bane.

* Der Senior verlässt TCU als All-Time-Wins-(84) und All-Time-3PM-Leader (249) seines Colleges und tat sich auch abseits davon als Musterspieler hervor. Ist eine kommunizierende, aber bescheidene Führungspersönlichkeit, die von seinen Urgroß-Eltern großgezogen wurde. Scheint schon seit Jahren konstant an seinem Körper sowie Spiel gearbeitet zu haben.

* Verfügt über genug Schnelligkeit und Agilität, um in der NBA bestehen zu können. Aber Top-Speed, laterale Geschwindigkeit und Explosivität sind nicht die Bereiche, in denen er große Vorteile gegenüber NBA-Spielern generieren können wird. Wird eher über Ausdauer, Kraft und Aktivität kommen.

– Seine Länge ist problematisch. Wäre gemessen an der Stirnhöhe 6‘6‘‘ in Schuhen in der Lage beide Flügelpositionen zu bekleiden. Die negative Wingspan von nur 6‘4‘‘ und die damit einhergehende Standing Reach von 8‘4‘‘ geben ihm aber gerade einmal wohlwollend eine durchschnittliche Shooting Guard-Größe. Er ordnet sich damit irgendwo zwischen Ty Jerome, Tyler Herro und Sviatoslav Mykhailiuk ein.

 

OFFENSE:

+ Hat über seine vier College-Jahre bewiesen, dass er als elitärer Shooter gelten muss und damit automatisch einer der besten Werfer dieses Draftjahrgangs sein wird. Sowohl Volumen, Präzision und erweiterte Touchfaktoren (Career: 249/575 3P, 43,3 3P%, 80,4 FT%) geben starke, statistische Indikatoren. Der Eye-Test bestätigt dieses Bild. Seine Wurfbewegung ist ungemein konstant und wirkt mühelos. Der Release ist nicht sonderlich hoch, dafür aber schnell genug, um auch mit wenig Platz einen Wurf loszuwerden.

+ Hervorstechend ist die Vielseitigkeit seines Sprungwurfs. In stationären Spotup-Situationen gehörte Bane zu den sichersten Schützen der gesamten NCAA. Durch Balancegefühl und starke Fußarbeit bringt er seinen Wurf aber auch als Movement-Shooter nach Handoffs, Pindowns, Curls oder anderen Offball-Actions an. Als Upperclassman war er zusätzlich zunehmend als primäre Scoring-Option gefragt und konnte auch schwere Pullup-Würfe zeigen.

+ Banes Passing, Vision und sein Basketball-IQ sind überdurchschnittlich. Besonders aus dem Pick’n’Roll heraus kann der Guard auch weiterführende Reads sehen und umsetzen. Er ist einer dieser Spieler, der den freien Schützen auch auf der Weakside findet oder seine Teamkollegen mit Geduld, Timing, Genauigkeit und Voraussicht erst offenpasst.

+ In Korbnähe durch seinen überdurchschnittlichen Touch mit beiden Händen ein effektiver Finisher. Sein Körper erlaubt es ihm, viel Kontakt einfach zu absorbieren. In kleinerer Rolle mit mehr assistierten Zonenabschlüssen schloss er als Sophomore und Junior (70,2 und 68,7 FG@Rim) extrem hochprozentig ab. Aber auch als Senior lieferte er mit 64,5 FG%@Rim eine respektable Quote.

* Sein Handling ist allerdings nicht weit genug entwickelt, um das volle Potential seiner guten Übersicht ausschöpfen zu können. Bane ist ein solider Dribbler und kommt an die Stellen des Courts, zu denen er muss. Ihm fehlt es aber an Dynamik und verlässlichen Advanced-Moves, um Gegenspieler in Isolation/Drive-Situationen konstant allein schlagen zu können.

* Besitzt durch sein gutes Spielverständnis gute Spacing-Instinkte und mit Sicherheit mehr Cutting-Potential als er bei TCU in der abgelaufenen Saison zeigen konnte.

– Hat durch seine Probleme in Handling, Selfcreation und Top-End-Explosivität Schwierigkeiten konstant zum Korb zu kommen und spielt Zone eher „below the rim“. Nachdem er als Underclassmen wenigstens noch 13 Dunks zeigen konnte, lieferte in der abgelaufenen Spielzeit nicht einen Slam. Zusätzlich ist seine Freiwurfrate von nur .131 für NBA-Prospect in seiner College-Rolle fragwürdig.

 

DEFENSE:

+ Bane tat sich für die Horned Frogs vor allem als aufmerksamer, williger und kluger Teamverteidiger hervor. Er rotiert und kommuniziert gut.

* Liefert durch seine fehlende Länge keinen herkömmlichen Blocking-Ringschutz, kann aber dennoch über Charges oder das simple Abschneiden von Driving-Lanes als Helpverteidiger in Erscheinung treten.

* Seine Zahlen als defensiver Playmaker sprechen für seine Übersicht, gute Instinkte und ausreichende Athletik (2,5 STL%, 1,6 BLK%). An der High School legte er als Senior für sein AAU-Team 3,2 B/G auf.

* Ist für seine Position durch seinen Körper und gute Boxout-Instinkte ein überdurchschnittlicher Defensivrebounder (16,3 DREB%).

* Brachte am College eine interessante Switchability mit. Ihm war es möglich gegen die meisten Wings effektiv zu verteidigen und sah wegen seiner tollen Core-Strength auch im Post gegen viele Bigs passabel aus. Positionale Stärke ist zwar weiterhin eine unterbewertete NBA-Facette. Länge, wird aber auf dem nächsten Level noch wichtiger. Es ist deshalb fraglich, inwiefern Bane  diese Switchability auch auf das NBA-Level übertragen kann oder nicht doch ggf. zu einem gern genutzen, potentiellen Postup-Mismatch für bestimmte Spielertypen wird.

– Hatte schon am College teilweise Probleme gegen schnellere Guards und verteidigte nicht sonderlich viel als Point-of-Attack-Defender. Ihm fehlt es auch in diesem Bereich an mehr Explosivität, Short-Area-Agilität und Top-End-Speed.

 

Overall

Sich Desmond Bane als einen langjährigen, wertvollen NBA-Spieler vorzustellen, fällt sehr leicht. Er bringt mit elitärem Shooting und etwas Playmaking klare Stärken in ungemein wichtigen Facetten des Spiels mit, die für jedes Team in fast jeder Lineup nutzbar sind und gut skalieren. Zudem ist er körperlich schon bereit und muss nicht warten, bis NBA-Strength-Programme dafür sorgen, dass er seinen Frame besser ausfüllt und nicht mehr von größeren, schwereren Spielern umhergeschoben wird. Sein bullige Statur bei geringer Größe erinnert etwas an Eric Gordon, dessen Tape Bane nach eigenen Angaben neben Malcom Brogdon und Danny Green auch sehr gern studiert. Seine offensiven Schwächen in Sachen Handling und Self-Creation fallen in der NBA nicht mehr so sehr ins Gewicht, da sich wegen besserer Teamkollegen seine Rolle auf dem Court ändern wird. Vielmehr ist eher davon auszugehen, dass Bane durch weniger Verantwortung mit dem Ball in der Hand aufblühen könnte, da sein offensives Game eher Komplementärspieler schreit. Genau eine solche Rolle füllte er als Sophomore und Junior mit hervorragender Effizienz aus (zweimal 123+ ORtg), was zeigt, dass der Wing auch über das richtige Mindset verfügt. Er kennt seine Limitationen als Basketballer und agiert stets innerhalb dieser.

Defensiv wird Bane keine Bäume ausreißen, verfügt aber über genug IQ und ausreichende Tools, um auf ein (leicht unter-) durchschnittliches Niveau zu kommen. Im Gesamtpaket ergibt dies einen recht risikoarmen Plug-and-Play-Guy, der schon in seiner ersten Profi-Spielzeit Wert generieren sollte, wie bspw. es ein Landry Shamet getan hat. Wie hoch dieser Impact letztlich ist, hängt ein bisschen von seiner Weiterentwicklung in den Facetten Handling und Explosivität ab. Größere Fortschritte würden ihm mehr Creation erlauben und dadurch ermöglichen im Idealfall einen Starter-Impact auf das Spiel zu haben.

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