Draftprofile 2020

Aaron Nesmith

Vanderbilt Commodores
Quelle: Youtube

Vanderbilt Commodores

Datenblatt

Name: Aaron Nesmith

Geburtsdatum: 16.10.1999

Größe: 6’6” 

Gewicht: 215 lbs. 

Spannweite: 6’10”

Position: Wing

Team: Vanderbilt Commodores

 

Stärken

Schwächen

+ Movement-Shooting

+ Athletische Baseline

+ Motor

+ Footwork

– Finishing am Ring

– Self-Creation

– Size

ATHLETIK / INTANGIBLES:

+ Der Commodores-Guard verfügt über ein solides Athletik-Fundament. Der Sophomore ist sehr agil, kommt in Transition-Situationen auf einen beachtlichen Top-Speed und streut auch immer mal wieder beeindruckende Dunks und Blocks ein, die ihm Above-the-Rim-Fähigkeiten bescheinigen.

+ Nesmith ist für seine Fußarbeit und Balance zu loben. Wirkt in all seinen Bewegungen überdurchschnittliche koordiniert.

+ Verfügt über einen guten Motor. Spielt auf beiden Seiten des Feldes mit viel Energie, zeigt Hustle-Plays, feuert sich und seine Teammates an und ist sichtlich angefressen, wenn es für seine Mannschaft nicht läuft. Solche Tendenzen lassen oft auf eine gute Arbeitseinstellung schließen.

* Spielte für Vanderbilt unter Jerry Stackhouse und wurde in der Offense sehr NBA-nah eingesetzt.

* Seine Tools sind leider nur solide. Er wird zwar mit 215 lbs gelistet, wirkt aber in vielen Spielsituationen leichter und durch fehlende Core-Strength nicht robust genug. 6‘5‘‘ Körpergröße bei einer Wingspan von 6‘10‘‘ sind für einen NBA-Wing nur solide Maße, da ihm gegen größere Flügel immer ein paar Zentimeter fehlen werden.

– Erlitt schon früh in der Saison eine Stressfraktur im Fuß und musste deshalb nach 14 Spielen aussetzen. Die Folgen dieser Verletzung sind noch nicht absehbar.

– Durch das kleine Sample sind aber all seine Zahlen aus der aktuellen Spielzeit mit Vorsicht zu genießen. Geringe Samplesize und schwacher Schedule haben seine Statistiken zu einem gewissen Grad aufgeblasen.

 

OFFENSE:

+ In erster Linie ist Nesmith ein elitärer Shooter, der sowohl für seine Effizienz als auch für die Variabilität seines Wurfes gelobt werden muss.

+ Wie schon beschrieben, sind alle hier beschriebenen Zahlen mit Vorsicht zu betrachten, da der Sophomore nahezu das gesamte, schwierigere Conference-Play seines Colleges verpasst hat. Dennoch ist es mehr als beachtlich, dass ein Prospect über 14 Spiele 4,3 3PM/G bei 52,2 3P% auflegt und diese Leistungen von hinter der Dreierlinie mit einer Freiwurfquote von 82,5% untermauert. Diese Wurfleistungen haben ihm seine Fabel-Zahlen in unterschiedlichsten Effizienz-Kategorien bei starker Rollenvergrößerung ermöglicht (127,8 ORtg bei 26,3 USG%).

+ Der 20-Jährige trifft natürlich auch sich ergebende Spotups, generiert seinen meisten offensiven Impact aber als hervorragender Movement-Shooter. Nesmith arbeitet in vielen Commordores-Sets sehr aktiv abseits des Balles und bindet seinen Verteidiger ständig. Tolle Balance, gute Fußarbeit und ein schneller Release erlauben ihm es aus den unterschiedlichsten Situationen zu hochprozentigen Abschlüssen zu kommen. Egal ob einfache Relocation, Curls oder Screen-the-Screener-Actions, Nesmith kommt variantenreich zu seinen Shooting-Fenstern.

+ Sein erster Schritt ist recht explosiv und reichte am College allein, um an vielen Gegenspielern vorbeizuziehen. Auf dem Weg zum Korb kommt auch wieder seine gute Fußarbeit zu tragen. Kann sich oft sehr geschmeidig durch Traffic bewegen und sich Raum für Abschlüsse schaffen.

* Das Handling ist für einen Flügelspieler ausreichend. So kann er als Initiator durchaus den Ball bringen und wirkt bei seinen Drives stets sicher mit dem Spielgerät in der Hand. Allerdings fehlen ihm weiterführende Moves, die ihm mehr Selfcreation aus der Isolation erlauben würden. Länger selbst vorbereitete Attacken in Richtung Korb oder Pullups waren Mangelware.

* Nesmith ist williger Passer, der ab und an auch interessante Reads aufblitzen lässt. Seine Hauptqualität liegt aber im Play-Finishing, weshalb von ihm wenig bis kein Playmaking auf dem kommenden Level erwartet werden sollte (6,9 AST%). Passt andererseits aber trotz großer Rolle auch gut auf den Ball auf und sollte deshalb ein Plus für sein Team darstellen (9,3 TOV%).

* Zeigte nur in sehr wenigen Situationen ein Inbetween-Game. Nahm nur 18% seiner Würfe zwischen Zone und Dreierlinie. Dies ist aus analytischen Gesichtspunkten zu begrüßen und angesichts seiner potentiellen NBA-Rolle auch nicht essenziell. Dennoch wären mehr Möglichkeiten in der Mitteldistanz gerade mit Blick auf den nächsten Punkt eine nette Zusatzfacette für sein Spiel.

– Hatte immer wieder Finishing-Probleme in Korbnähe (55,8 FG%@Rim). Die Gründe dafür scheinen vielfältig. Zum einen fehlt es ihm an Masse, um Kontakt besser wegzustecken. Verlegte Layups in Transition lassen aber auch darauf schließen, dass Nesmith an mancher Stelle mit Konzentrations- und Touch-Problemen zu kämpfen hat. Diese Schwierigkeiten nehmen ihm leider auch etwas Potential als slashender Cutter.

 

DEFENSE:

+ Nesmiths Motor läuft auch auf dieser Seite des Feldes. Er wirkt stets engagiert und lässt Hustle-Plays in Looseball-Situationen kaum aus.

+ Versteht Rotationen überdurchschnittlich gut und konnte öfter einmal als Help-Defender für geschlagene Mitspieler einspringen.

 * Unterbewerteter defensiver Playmaker, der ohne großes Gambling zu Steals kommt und teilweise spektakuläre Blocks zeigen konnte (2,3 STL%, 2,6 BLK%). Diese Plays zeigen aber wohl mehr seinen Athletikvorteil gegenüber mittelmäßiger College-Competition als überdurchschnittlichen Defensiv-Impact und sollten auf NBA-Niveau nicht mit gleicher Regelmäßigkeit erwartet werden.

* Wenn er möchte, verfügt er über gute Fußarbeit, die gute Closeouts und nettes Mirroring der Gegenspieler erlauben. Bringt dies aber nicht konstant. Ist manchmal zu übereifrig.

* Agierte für Vanderbilt nicht oft als Point-of-Attack-Defender, sondern startete Possessions zumeist auf schwächeren Perimeter-Optionen. Es ist zu hinterfragen, ob Coach Jerry Stackhouse ihn eher schonen wollte oder nicht vollends auf seine Fähigkeiten vertraute.

– Seine Tools limitieren ihn auf dieser Seite des Feldes etwas. Switches auf größere Wings oder aber pfeilschnelle Playmaker könnten Nesmith zunächst überfordern.

 

Overall

Aaron Nesmith erfüllt athletisch alle Voraussetzungen, bringt eine gute defensive Baseline mit und verfügt über eine der wertvollsten Fähigkeiten im Basketball – grandioses Movement-Shooting. Diese Kombination sollte ihm eine lange NBA-Karriere bescheren, da gerade der Distanzwurf ungemein wertvoll ist. Natürlich können wir an dieser Stelle wieder das einfache Analytics-Argument mit „3>2“ bringen. Es soll aber auch noch einmal auf die Scalability von Shooting-Skills hinweisen. Während bspw. Iso-Scoring an Wert verliert, je schwächer ein Spieler ist, da er ab einem bestimmten Punkt vom Coach einfach nicht mehr den Ball in die Hände bekommt, behält die Gefahr eines effizienten Dreipunktewurfes gerade aus der Bewegung immer seinen Wert.

Natürlich können auch reine Shooter, wie z.B. NBA-Three-Point-Champ Daequan Cook aus der Liga fallen, Nesmith bring aber genug andere Fähigkeiten mit, um Wert für sein zukünftiges Team zu generieren. Als Realistic Case setzen wir Kentavious Caldwell-Pope an, der sowohl vom Körper als auch in Sachen Collegeoutput als damaliger Sophomore-Draftee vergleichbar scheint. Gleichzeitig legen wir Nesmith ans Herz, viel Danny Green-Tape zu schauen.

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