Draftprofile 2020

Saddiq Bey

Villanova Wildcats
Quelle: Youtube

Datenblatt

Name: Saddiq Bey

Geburtsdatum: 09.04.1999

Größe: 6’8” 

Gewicht: 215 lbs. 

Spannweite: 7’0”

Position: Wing

Team: Villanova Wildcats

 

Stärken

Schwächen

+ Shooting

+ Playmaking-Flashes

+ Defensive Variability

 

– Self-Creation

– Drive

 

 

 

ATHLETIK / INTANGIBLES:

+ Saddiq Bey ist ein Wing mit Gardemaß. Seine Körpergröße von 6‘8‘‘ kombiniert mit einer inoffiziellen Spannweite, die an die 7‘0‘‘ reichen sollte, geben ihm die Werkzeuge, auch in der NBA in nahezu jedem Flügel-Matchup mit ausreichend Länge ausgestattet zu sein

+ Der Wildcats-Sophomore wirkt schon recht austrainiert. Aktuell wird er zwischen 215 und 220 Pfund Körpergewicht gelistet. Bey hilft seine Masse und Core-Strength besonders, um in der Verteidigung unterschiedlichste Spielertypen zu checken oder aber auf dem Weg zum Korb auch Kontakt absorbieren zu können. Im Vergleich zu vielen anderen Prospects wird er in der NBA nicht zwingend weiter an Muskelmasse zulegen müssen.

+ Der Villanova-Topscorer ist für seine Größe sehr agil und bewegt sich ungemein flüssig. Durch gute Körperspannung ist er in seinen Aktionen zumeist ausbalanciert.

* Bey ist ein guter, aber kein Ausnahme-Athlet. Sein Top-Speed sowie seine Explosivität sind nur solide. Der erste Schritt bereitete vielen College-Verteidigern Probleme, wird aber auf dem nächsten Level nicht mehr allerhöchsten Ansprüchen genügen. Zeigte zu wenige Above-the-Rim-Aktionen, um als herausragender Springer gelten zu können.

– Ist im April schon 21 Jahre alt geworden und ist damit schon ein älterer Sophomore. Zweitjahres-Kollegen wie Devin Vassell, Kira Lewis oder Tyrese Haliburton sind teilweise über ein Jahr jünger.

 

OFFENSE:

+ Der Villanova-Wing ist ein Do-it-all-Flügel mit sehr breitgefächertem Skillset, der alle klassischen Anforderungen (Pass|Dribble|Shoot) abhaken kann. Er überzeugt mit klugem Decision-Making und kennt seine eigenen Grenzen. Besonders für potentielle Rollenspieler sind dies oft unterschätzte Fähigkeiten. So schaffte es der Flügelspieler trotz einer Usage-Steigerung von 14,4 auf 22,8 an seine ungemein effiziente Freshman-Saison anzuknüpfen (121 ORtg, 60 TS%, 10,1 TOV%).

+ Bey ist ein williger Screener, Passer und Spacer, der an vielen Orten des Courts für gewinnbringende Plays sorgen kann und die Geometrie des Spiels versteht. Für Villanova trat er oft als nützlicher PnP-Partner in Erscheinung. Ballstop-Aktionen sind kaum beobachtbar. Ist sich nicht zu schade auch einfach als Spotup-Option auf den seine Hände findenden Ball zu warten.

+ Interessant sind die Playmaking-Flashes, die der Wildcats-Wing immer wieder einmal aufblitzen lässt. Als Late-Bloomer mit enormem Wachstumsschub in der High School (war in seinem Freshman-Jahr angeblich noch 5‘11‘‘) konnte er sich einige Passing und Dribbling-Fähigkeiten erhalten. So sorgt er besonders nach dem Attackieren von übereifrigen Close-Outs immer wieder für freie Weakside-Dreier. Unterbewertet gut sind seine linkshändigen Anspiele. Sporadisch kann er auch aus dem Pick’n’Roll heraus durch seine Größe tolle Pässe über die kollabierende Verteidigung spielen.

+ Den meisten Wert generierte Bey in der vergangenen Saison über sein teilweise herausragendes Shooting. Hatte in 31 Partien zehn Spiele mit vier oder mehr getroffenen Dreiern. Der Flügel nahm insgesamt 47,7% all seiner Abschlüsse von hinter der Dreierlinie und traf trotz des hohen Volumens außerordentlich gut (2,5 3PM/G, 45,1 3P%, ).

+ Sein Wurf sollte sich in der Form, wie er ihn für Villanova anbringen konnte, auch auf die NBA übertragen lassen. Seine Bewegung ist flüssig und konstant. Er schafft es immer ausbalanciert zu wirken. Sein Release schnell genug, um auch mit wenig Platz den Ball in Richtung Korb senden zu können. Eine stark verbesserte Freiwurfquote von 76,9% gibt seiner Fabelquote von Downtown den nötigen statistischen Rückhalt.

* Es bleibt allerdings zu bemerken, dass Bey über 90% seiner Dreier von einem Mitspieler vorgelegt bekam. Die meisten seiner Distanzwürfe nahm er aus eher stationären Situationen. Klassische Spotup-Eckendreier, Pick’n’Pop-Würfe, Transition- und Relocation-Shots zählen zu seinem Repertoire. Für die NBA wären mehr Würfe nach Curl-Actions wünschenswert. Als Pullup-Shooter trat der Sophomore am College nach PnR-Situationen nur sehr vereinzelt in Erscheinung. Dementsprechend sollte kein großer Sprung in dieser Facette seines Spiels erwartet werden.

* Sein Handling ist für einen College-Wing überdurchschnittlich, dürfte ihn aber in der NBA nicht für größere Playmaking-Aufgaben qualifizieren. Er kann sich zwar mit Spinmoves Platz verschaffen, dribbelt sich aber auf engem Raum oft fest. Kein Spieler, der sich in der Isolation einen Gegenspieler „zurechtstellen“ kann.

* Hat als Prospect mit hohem Spielverständnis sicherlich Potential als cuttender Slasher, konnte dies aber für Villanova nicht oft genug zeigen. Könnte auf dem nächsten Level in anderer Rolle aber in dieser Facette aufblühen. Der Touch am Ring ist solide (62,9 FG@Rim).

– Kommt zu wenig zum Korb. Als Gründe lassen sich sowohl teambedingte Restriktionen als auch Probleme mit dem ersten Schritt anführen. Auf der einen Seite ist es gut, dass Bey keine derartigen Aktionen erzwingt. Andererseits sind 2,9 FTA/G für eine erste oder zweite Offensiv-Option zu wenig und lassen den Wunsch nach mehr Aggressivität im Spiel aufkommen.

– Konnte kein verlässliches Inbetween-Game zeigen. Midrange-Pullups und Floater scheinen ihm völlig abzugehen.

 

DEFENSE:

+ Bey ist ein extrem vielseitiger Verteidiger, der für Villanova zahlreiche Rollen effektiv ausfüllen konnte. Agierte sowohl in Press-Situationen als auch im Halbfeld oft als Point-of-Attack-Defender. Musste aber als nominell größter Spieler vieler Lineups auch gegen gegnerische Bigs im Post dagegenhalten.

+ Ermöglichte durch seine Switchability viel Flexibilität in Bezug auf PnR-Coverages und Lineups allgemein. Ist ein größtenteils aufmerksamer Offball-Defender, der Rotationen und seine Zuweisungen frühzeitig erkennt.

* Onball kann er vor vielen unterschiedlichen Spielertypen bleiben und ist mit seinem Mix aus Länge und Agilität immer eine schwer zu überwindende Hürde. Dass sein Coach ihm in End-of-Game-Situationen als primären Man-Defender vertraut, spricht wohl Bände. Insgesamt halte ich seine individuelle Stopping-Ability aber für etwas überschätzt.

– Ist kein herausragender defensiver Playmaker. Seine Werte von 1,4 STL% und 1,1 BLK% sind für einen NBA-Spieler nicht sonderlich bemerkenswert.

 

Overall

Saddiq Bey sollte sich ziemlich sicher als wertvoller Rollenspieler in der NBA etablieren können. Durch seine ausgeprägten Shooting-Fähigkeiten als auch seine defensive Variabilität hat er die Chance auf beiden Seiten des Courts ein Plus-Spieler zu sein und könnte deshalb sogar trotz gewisser Übertragungsschwierigkeiten der einen oder anderen Fähigkeit noch immer Spielminuten rechtfertigen. Idealerweise übersetzen sich aber beide Facetten seines Games und machen ihn zu einem grundsoliden 3&D-Wing. Offensiv nutzt er die freien Räume, die neben Star-Mitspielern entstehen und defensiv ermöglicht er seinem Coach Scheme- und Lineup-Flexibilität, da er ein stets verlässlicher und vor allem flexibler Teil der verteidigenden Gruppe ist. Seine angedeuteten Playmaking-Flashes könnten ihn bei starker Entwicklung sogar einmal zu einem Spieler mit Starter-Impact werden lassen. Sein Prospect-Level ist knapp unter Spielern wie De‘Andre Hunter und Mikal Bridges anzusiedeln.

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