Draftprofile 2020

Onyeka Okongwu

USC Trojans
Quelle: Youtube

Datenblatt

Name: Onyeka Okongwu

Geburtsdatum: 11.12.2000

Größe: 6’9” (6’10” laut eigenen Aussagen, Interview Mike Schmitz)

Gewicht: 240 lbs.

Spannweite: 7”2”/7’3”

Position: Big

Team: USC

 

Stärken

Schwächen

+ Koordination

+ Reaktionsschnelligkeit

+ Motor

+ Defensives Profil

 

– Wurf

– Offensive Varibilität

– Post-Defense

– NBA-Größe/Länge

KÖRPERLICHE VORRAUSSETUNGEN:

+ Laut eigenen Aussagen im Interview mit Mike Schmitz beträgt seine Wingspan  7’3”. Das deckt sich in etwa mit den geschätzten Angaben von 7’2”, die man bislang zu ihm findet.

+ Zeigt auch auf engem Raum eine gute Fußarbeit. Wirkt durch kleine Schritte und  gute Hüftflexibilität sehr agil.

+ Explosiver Two-Foot-Leaper. Braucht nicht viel Momentum, um sich in die Höhe zu katapultieren. Verfügt über einen guten zweiten und dritten Sprung.

+ Hat kräftige Beine und eine austrainierte Körpermitte. Kann dadurch auch größere Spieler aus der Zone fernhalten. Ist auch in der Luft meistens “on-balance” wenn er zum Beispiel mit Kontakt abschließt.

+ Seine Reaktionsfähigkeit befindet sich auf einem hohen Niveau und zeigt sich vor allem in der Defense, wenn er immer wieder Driving-Lanes schließt, Passwinkel verändert und schnell zum Ring rotiert sowie einfache gegnerische Punkte verhindert.

– Bringt mit 6’9”/6’10” leider kein Gardemaß für einen NBA-Bigman mit. Verfügt aber zumindest über eine positive Wingspan.

 

OFFENSE:

+ Einer seiner attraktivsten Skills in der Offense ist sicherlich sein vertikales Spacing. Er ist immer bereit für Lob-Pässe und verfügt über einen guten Touch in Korbnähe, um flexibel per Layup oder Dunk abzuschließen.

+Er stellt solide Screens und rollt hart und schnell zum Ring ab, wo er dann spektakulär abschließen kann. Seine Passing-Reads in diesen Situationen sind solide, aber ausbaufähig. Er findet noch nicht konstant in jeder Situation den freien Mitspieler. Die Flashes hingegen sind sehr spannend und sollten mit der Zeit eher die Regel als die Ausnahme darstellen. 

+ Im Post agiert er gleichermaßen über beide Schultern und mit beiden Händen. Er nutzt gerne Dropsteps und einfache Konter-Moves um im Post abzuschließen. Auch hier sieht man immer wieder gute Passing-Reads.

~ Seine Shootingrange ist leider beschränkt. Er schließt fast ausschließlich in Kornähe ab. Seine Indikatoren sind allerdings recht solide. Die Wurfmechanik ist ausbaufähig, zeigt sich aber über die letzten Jahre durchaus verbessert. Solide Freiwurfquoten über die Karriere und der gute Touch lassen einem etwas Spielraum für Spekulationen, was sein mittelfristiges Shooting-Potenzial angeht. An der Highschool hat er zumindest offene Catch’n’Shoot-Würfe genommen.

~ Was sein Passing und Playmaking angeht, gab es zu Chino-Hills Zeiten einige Flash-Plays. Bei USC agiert er eher in einer Dive-Guy Rolle in der Offense und hat wahrscheinlich gar nicht die Freiheit sein volles Potenzial in diesem Bereich zur Schau zu stellen. Sein High-Low Game mit  den Bigmen-Partnern Rakosevic und Mobley ist eine konstante der bisherigen Saison und deutet ebenfalls auf Passing-Potenzial hin. Man darf gespannt sein, ob er in einem etwas offeneren System vielleicht in diesem Bereich deutlich mehr mitbringt als gedacht.

– Verfügt über kein gutes Faceup-Game. Ihm fehlt es für diesen Bereich etwas an Ballhandling und Shooting-Range. Die Änsätze sind jedoch weiterhin interessant. Er deutet immer wieder sein Potenzial beim Zug zum Korb an. Seine gute Fußarbeit, schnelle Spin-Moves und sein enormer Drop/Hop-Step verschaffen ihm immer wieder Raum für Abschlüsse in Ringnähe. 

 

DEFENSE:

+ Switch-Defense erweist sich bislang als einer seiner spannendsten NBA-Skills. Laut eigenen Aussagen traut er sich zu, in der NBA alle fünf Positionen zu verteidigen. Realistisch betrachtet rechne ich eher mit den Positionen 3-5. Er glänzt in diesem Bereich mit einer guten Fußarbeit, einer flexiblen Hüfte und genügend Agilität, Kraft sowie Reaktionsschnelligkeit, um es den meisten Spielern auf diesen Positionen möglichst schwer zu machen.

+ Hervorragende Recovery-Geschwindkeit. In Hedge-Situationen darf er allerdings noch etwas konstanter und besser in seiner Ausführung werden. Er ermöglicht leider noch zu oft Pässe des Ballhandlers direkt unter den Korb. Durch aggressiveres Hedgen Richtung Seitenauslinie könnte er den Pass-Winkel für den Ballhandler etwas konstanter erschweren. Alles in allem ist er trotzdem bereits wirklich solide in dieser Facette.

+ Durch seine aktiven Hände verhindert er oftmals im Vorfeld viele Pässe und erschwert einfache Zuspiele auf seinen Gegenspieler. Auch vertikal kann er Lob-Pässe ohne Probleme abfangen.

+ Okongwu nutzt seine Explosivität und Vertikalität um gegnerische Würfe zu erschweren. Dazu beeinflusst er oftmals das Wurfverhalten der gegnerischen Spieler nur durch seine Anwesenheit. Seine Blocks entstehen aus unterschiedlichsten Spielsituationen und machen Okongwu zu einem Defensiv-Playmaker. Trotz der hohen Anzahl an Blocks, die er generiert, foult er nicht übermäßig oft (4.6 Fouls/100). Seine BLK% liegt bei sehenswerten 11.1%, zu der sich eine gute STL% von 2.0 gesellt.

– In Help-Defense-Aktionen hilft er fmanchmal etwas zu viel. Durch seinen guten Recovery-Speed können Gegner es aktuell nicht regelmäßig bestrafen.

– Kann mit einer soliden Reboundrate aufwarten (16.7 REB%), zeigt sich aber eher als aktiver Boxout-Guy als individueller Rebounder. Das wird nicht zwangsläufig zu Problemen führen, erfordert aber ein stimmiges Teamkonzept.

– Post-Defense bleibt weiterhin eine Baustelle. Grade im Spiel gegen Washington hat Isaiah Stewart seine Schwächen besonders deutlich offengelegt. Okongwu´s Problem ist hierbei weniger seine fehlende Größe oder fehlende Kraft. Vielmehr lässt er Gegenspielern noch zu regelmäßig Platz, um sich eine gute Position zu erarbeiten. Er stellt zu spät den Kontakt mit dem gegnerischem Bigman her. Oftmals haben diese dann bereits eine gute Position etabliert und Okongwu kann dann derart nah am Ring nicht mehr viel machen.

– Im Interview mit Mike Schmitz gab Okongwu selbst zu, dass er auf dem Feld leider zu wenig kommuniziert. Grade als Defensiv-Anker wäre es wichtig, dass er sich in diesem Punkt noch steigert. Es entstehen immer wieder vermeidbare Situationen in der Defense, die alleine durch Kommunikation vermeidbar gewesen wären.

Overall

Onyeka Okongwu ist für mich das spannendste Bigman-Prospect dieses Jahrgangs. Sein Gefühl in der Defense, gepaart mit seinen herausragenden physischen Fähigkeiten und Tools lassen schnell Vergleiche mit Bam Adebayo aufkommen. Ähnlich wie Bam bringt Okongwu leider keine ideale Körpergröße für einen NBA-Big mit, kann jedoch mit Gefühl, Agilität, Schnelligkeit, Explosivität und Einsatz glänzen. Die Defizite in der Post-Defense sind verkraftbar, müssen aber definitiv noch ausgebessert werden. Gegen längere und kräftigere Spieler wird es deutlich mehr auffallen als am College. Offensiv kann Okongwu mindestens den High-Energy Dive-Guy geben und vertikales Spacing liefern. Ein Ausbau seiner Passing-Skills sollte für ihn an aller erster Stelle stehen. Mit der Zeit und etwas Arbeit im Videoraum bin ich mir auch sicher, dass er konstanter die richtigen Reads macht und seine Mitspieler in den richtigen Situationen finden kann.Welche Fortschritte kann er in Sachen Shooting zeigen? Seine Indikatoren sind gut und seine Form sieht optisch zwar nachbesserungswürdig aus. Ich halte es aber durchaus für möglich, dass er in der Lage sein wird, sich in diesem Bereich zu entwickeln.

Alles in allem sind Okongwu´s Skills für mich fast alle übertragbar und sollten teilweise sogar mit dem Stil der NBA noch kompatibler sein als am College. Seine Defizite sind weitestgehend nicht schwerwiegend und sollten entweder kaum einen Faktor darstellen oder relativ einfach auszubügeln sein. Wieviele von seinen Flash-Plays tatsächlich konstant Teil seines Spiels werden ist fraglich, lässt sein Ceeiling aber sehr spannend erscheinen. Ich gehe davon aus, dass Okongwu zumindest ein solider bis guter Starter auf seiner Position werden kann. Alleine durch sein defensives Skillset erscheint er mir als extrem wertvoll in der heutigen Liga. Um mehr als ein solider bis guter Starter zu sein, muss er defensiv einige Feinheiten verbessern und an seinem Passing und Wurf arbeiten. Eine passende Blaupause dafür ist mit Bam Adebayo ja durchaus in der Liga vorhanden.

 

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