Draftprofile 2020

Malachi Flynn

Datenblatt

Name: Malachi Flynn

Geburtsdatum: 10.05.1998

Größe: 6’1” 

Gewicht: 185 lbs. 

Spannweite: 6’3”

Position: Playmaker

Team: San Diego State Aztecs

 

Stärken

Schwächen

+ Shooting

+ Playmaking

+ Basketball IQ

+ Offball/Secondary-Creator-Möglichkeiten

– Drive

– Defensive Limitationen

 

 

ATHLETIK / INTANGIBLES:

+ Flynns besten physischen Attribute sind seine gute Hand-Augen-Koordination, seine starke Stopping-Ability und seine gute Körperbalance, die er in vielen Spielbereichen gewinnbringend anbringen kann.

* Sein erster Schritt und seine Core-Strength in Anbetracht seiner Ausmaße sind wohl als unterbewertet zu betrachten, dürften sich in der NBA aber auch nur um den Durchschnitt einordnen lassen.

* Verfügt über eine spannende Lernkurve. Verbrachte durch einen Uni-Wechsel insgesamt vier Jahre am College und entwickelte sich stets weiter.

* Konnte besonders in der abgelaufenen Saison viele individuelle Auszeichnungen einheimsen. Neben All American-Ehren sticht insbesondere der Titel als „Defensive Player of the Year“ seiner Conference hervor.

* Weiterführende Metriken lieben Flynn. Führte die gesamte NCAA in Win Shares an (7,4 WS). Sein BPM von 11,7 reichte für Rang 6 landesweit. 

* Seine Statistiken sind sehr ansehnlich, sollten aber mit etwas Abstand betrachtet werden, da er als älterer Spieler (wurde im Mai schon 22) „nur“ in einer Mid-Major-Conference unterwegs war und Spiele gegen Top-Konkurrenten sich damit in Grenzen hielten.

– Ist mit seinen Ausmaßen von 6‘1‘‘ Körpergröße, 6‘3‘‘ Wingspan und 185 Pfund Körpergewicht nach NBA-Maßstäben recht klar undersized.

 

OFFENSE:

+ Flynn besticht wohl in erster Linie durch seine Fähigkeiten als Halfcourt-Ballhandler in Screening-Situationen. Bekommt er einen Pick gestellt, kann der Junior nahezu jeden Read sehen und auch bedienen. Egal ob einfaches Anspiel zum zur Dreierlinie poppenden Mitspieler, Lobpass zum abrollenden Big, Dumpoff-Find nach eigenen Attackieren oder gar das Freispielen des Weakside-Corner-Schützen nach dem Splitten der Ausgangs-Action – der Aztecs-Guard verfügt über viel Vision, Geduld, Timinggefühl und vor allem auch Passerfähigkeiten, um extrem vielseitig aufgestellt zu sein. Auf Profilevel werden sich durch seine fehlende Länge und besseres Niveau der Verteidigungsreihen einige Zuspielwinkel zu seinen Ungusten verändern. Mögliche entstehende Probleme werden aber wohl dadurch aufgewogen, dass bessere Mitspieler seine potentiellen Assists auch besser verwerten können.

+ Der Wurf ist als zweite große Stärke des Guards zu nennen. Diesen nimmt Flynn besonders gern nach links ziehend als Pullup. Durch starke Stopping-Fähigkeiten und gute Körperbalance trat er dementsprechend als verlässlicher Shotcreator besonders aus der Mitteldistanz auf. Nur 8,3% seiner Mitteldistanzabschlüsse ging ein Assist voraus. Bisweilen trifft er seine Pullups aber auch aus dem High-Pick’n’Roll auch von hinter der Dreierlinie.

+ Seine Wurfbewegung ist flüssig und recht schnell, was ihm auch auf Profilevel ermöglichen sollte, trotz seiner Größe, sich Würfe auf diese Art und Weise selbst zu erarbeiten. Oft bewies er NBA-Range, indem er Abschlüsse von weit hinter der CBB-Linie nahm und zielsicher einnetzte.

+ Für erweiterte Shot-Creation-Fähigkeiten sprechen seine Shooting-Splits in Late-Clock-Situations. Er musste in der vergangenen Saison 52 Würfe mit 10 oder weniger Sekunden auf der Uhr nehmen und traf 50 FG%@Rim, 46,7 2PJFG% und 44,8 3P%.

+ Die allgemeineren statistischen Indikatoren zu seinem Schuss deuten sowohl für allgemeinen Touch, Volumen als auch Effizienz in die richtige Richtung. In 94 College-Spielen konnte er 2,2 3PM pro Spiel bei 36,3 3P% vorweisen, wobei insbesondere die 37,3 3P% aus dem vergangenen Jahr im Anbetracht dessen überzeugen, dass Flynn als erste Scoringoption viele selbst kreierte, schwere Dreipunktversuche nehmen musste. Zusätzlich verwandelte er starke 83,3% seiner Freiwürfe.

+ Flynn verfügt über ein gutes Handling. Sein Stil ist wohl eher als funktional zu beschreiben, da längere Sequenzen, in denen er mehrere Moves aneinanderreiht, um einen Verteidiger zu schlagen, sich in Grenzen halten. Vielmehr überzeugt der Playmaker durch enge, niedrige Ballführung, die besonders gute offensive Screen-Navigation erlauben. Gegenspieler werden eher durch smarte Geschwindigkeitänderung als einen Killercrossover geschlagen.

+ Seine gut ausgebildete linke Hand macht sich in vielen Facetten des Spiels positiv bemerkbar. Bei Drives ist ihm die Richtung zumeist egal und stellt Verteidiger damit vor Probleme. Die Fähigkeit Live-Dribble-Pässe auch mit der Offhand spielen zu können, eröffnet ihm oft mehr Anspieloptionen. Zudem gibt ihm die Beidhändigkeit mehr Variabilität bei Korblegern in der Zone, die er gern nutzt und sehr wichtig für ihn ist.

+ Wurde von San Diego State auch viel neben einem anderen Ballhandler eingesetzt und hat deshalb Übung als Offball-Spieler bzw. sekundärer Creator bekommen. Konnte sich als solider Cutter, Closeout-Attacker, Downhill-Driver aus Handoffs oder aber auch Movement-Schütze gewinnbringend in sein Team einbringen. Diese Flexibilität ist mit Hinblick auf seine zukünftige Rolle wichtig.

* Grundsolider Decisionmaker, der sich in seiner Zeit am College extrem weiterentwickelt hat. Wandelte sich vom überforderten Freshman (96 ORtg, 18 USG%, 18 TOV%) zum Effizienzmonster als Junior trotz gestiegener Verantwortung (124,5 ORtg, 26,8 USG%, 10,5 TOV%). Ist als Ballhandler immer unter Kontrolle und pflegt einen eher risikoarmen Spielstil.

* Gerade mit Blick auf seine Größe ist Flynn ein ungemein effizienter Finisher in der Zone. Lieferte 68,2 FG%@Rim. Allerdings kann die Übertragbarkeit auf das nächste Level hinterfragt werden.

– Zusätzlich ist anzumerken, dass der Guard Probleme hatte konstant zum Korb zu kommen. Sowohl Mindset als auch physische Limitationen lassen ihn oft Pullup- und Floater-Finishes gegenüber Abschlüssen direkt am Ring vorziehen.

– Seine Slashing-Fähigkeiten sind dementsprechend mehr oder minder nicht existent. Am College gelang ihm exakt ein Dunk in 94 Spielen.

 

DEFENSE:

+ Flynn überzeugt als sehr aufmerksamer und aktiver Teamverteidiger. Er kommuniziert gut, verliert seine Zuteilungen fast nie bzw. meistert nötige Rotationen mit Bravour.

+ Seine Antizipationsfähigkeiten durch seinen hohen defensiven IQ ermöglichen es ihm immer wieder „Events“ zu kreieren. „Step in-Steals“ und „Blind Side-Picks“ kann er häufig forcieren (3,2 STL%).

* Zeigt viel Einsatz und kann mit wohl unterbewerteter Core-Strength für seine Größe auch mal gegen größere Gegenspieler dagegenhalten bzw. nach Switches manche Situationen über kluges Fronting lösen.

* Wirkte am College solide als Point-of-Attack-Defender, durfte aber schon hier nicht jedes Matchup auch in der Crunchtime verteidigen.

– Letztlich bleibt Flynn auf dem nächsten Level trotz extrem guter Reputation einfach wegen seiner körperlichen Voraussetzungen ein One-Position-Defender und damit eine potentielle Schwachstelle in der Verteidigung gegen die Mismatch-Hunting auf höherem Level sehr wahrscheinlich wird.

 

Overall

Der am College zwar stark produzierende, aber eigentlich zu klein geratene Playmaker ist der Erfahrung nach ein Spielertyp dem General Manager nicht zu viel Wert beimessen sollten. Auf jeden Chris Paul kommen wohl wenigstens fünf Jameer Nelsons und wenigstens fünfzehn Trey Burks. Entwicklungen, wie sie ein Fred VanVleet genommen hat, sind die absolute Ausnahme, da die Anforderungen für Ballhander auf dem nächsten Level ungemein höher für Spieler zu sein scheinen, die über nur wenige körperliche Vorteile verfügen. Zeitgleich existiert dieser Archetype von Basketballer wegen demografischer Gründe vergleichsweise häufig. Dementsprechend ist es nicht ratsam sehr viel Draftkapital in einen solchen Spieler zu investieren. Der Weg zum franchiseveränderden Plusspieler ist lang, risikobehaftet und eher unwahrscheinlich. Der oft erreichte Outcome Career-Backup ist im Zweifelsfall über Secondrounder oder ungedraftete Spieler zu ersetzen.

Warum wir Flynn entgegen dieser Logik dennoch in unser Ranking haben einfließen lassen, ist aber dennoch schnell erklärt. Der San Diego State-Guard besitzt durch seine aus seinem starken Decisionmaking entstehende Effizienz einen sehr hohen Floor, der ihm wenigstens Backup-Minuten bringen sollte. Gleichzeitig verfügt der Playmaker aber auch über zwei wichtige Upside-Attribute. Zum einen bringt er genug Offball-Fähigkeiten mit, um auch neben einem weiteren größeren Creator agieren zu können. Zum anderen birgt sein guter Pullup-Wurf Self-Creation-Upside, welches im geeigneten Teamkontext und bei stetiger Weiterentwicklung enormen Wert besitzt.

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