Draftprofile 2020

Tyrese Haliburton

Iowa State Cyclones
Quelle: Youtube

Datenblatt

Name: Tyrese Haliburton

Geburtsdatum: 29.02.2000

Größe: 6’5”

Wingspan: 7’0”

Gewicht: 175 lbs.

Team: Iowa State Cyclones

Position: Wing/Playmaker

 

Überblick

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Stärken

Schwächen

+ Passing/Vision

+ Offensive Variabilität

+ Spot-up-Shooting

+ Positional Size

+ Off-Ball-Defense

+ Spielverständnis (Off.+Def.)

Slashing

– Aggressivität

– Physis

– Wurfmechanik

– Funktionale Athletik

Preseason-Scouting – 30.09.2019

ATHLETIK / INTANGIBLES:

+ Haliburton verfügt mit einer Körpergröße von 6‘5‘‘ und einer Armspannweite von 7‘0‘‘ selbst für NBA-Verhältnisse über Gardemaß für die Guard/Wing-Position.

*Als Highschool-Spieler flog er lange Zeit unter dem Radar. Erst zum Start seiner Senior-Saison flatterten die ersten namhaften Stipendienangebote rein (Cincinnati, Iowa State, Minnesota, Nebraska und Northern Iowa).

*Das Recruting-Portal 247Sports listete ihn als Drei-Sterne-Rekrut an Position 172 seines Jahrgangs. Unter den Aufbauspielern rangierte er auf Platz 29.

*In seiner letzten Saison an der High School legte er als nomineller Aufbauspieler pro Spiel 22,9 Punkte, 6,2 Assists, 5,1 Rebounds und 3,5 Steals auf und wurde mit dem Gatorade Player oft he Year-Award im Bundesstaat Wisconsin ausgezeichnet.

*Iowa State-Headoach Steve Prohm beorderte Haliburton nach dem ersten Saisonspiel in die Starting Five. Neben Talen Hurton-Tucker, Marial Shayok und Lindell Wigginton, die den Löwenanteil an On-Ball-Creation im Halbfeld übernahmen, agierte er die meiste Zeit als Floor Spacer auf dem Flügel. Stellte sich in den Dienst der Mannschaft und füllte seine Rolle hervorragend aus (Offensivrating: 138; Usage-Rate: 9,1%).

*In den letzten zehn Jahren legten nur zwei College-Neulinge ein Offensivrating von mindestens 135 auf (Minimum: 20 MPG): Anthony Davis und Haliburton. Auch wenn ihre jeweiligen Rollen in der Offensive kaum unterschiedlicher hätten sein können, ist die enorme Effizienz des Cyclone bemerkenswert.

*Für ein NBA-Talent war seine kleine Offensivrolle nichtsdestotrotz außergewöhnlich. In den letzten zehn Jahren kamen nur vier andere Spieler in einer Saison auf ähnliche Werte bei der durchschnittlichen Einsatzzeit, Usage-Rate sowie Offensiveffizienz und wurden am Ende ihrer College-Karriere gedraftet: Jon Diebler, Monte Morris, Dylan Windler und Pat Connaughton.

*Trainer und Teamkollegen lobten ihn gleichermaßen für seine selbstlose Spielweise in den höchsten Tönen. Nicht jeder Point Guard würde eine Rolle abseits des Balls in diesem Maße akzeptieren. Haliburton bringt demnach die wichtige „Rollenspieler-Mentalität“ mit, die für seine potenzielle NBA-Karriere nötig ist.

*Haliburton gehörte der amerikanischen Jugendnationalmannschaft an, die sich dieses Jahr bei der U19-WM in Griechenland die Goldmedaille sicherte. Mit 7,9 Punkten und 6,9 Assists pro Partie sowie einer Trefferquote von 69 Prozent führte er seine Mannschaft zum Titel und stand im All-Tournament-Team.

* Für einen Returnee ist der Wing noch sehr jung. Die Freshmen Cole Anthony und Scottie Lewis sind in etwa sein Alter. Precious Achiuwa ist sogar knapp sechs Monate älter als er.

-Kein Überathlet. Es fehlt ihm an Explosivität in seinen Bewegungen. Die fehlende Antrittsschnelligkeit limitiert ihn bei der On-Ball-Defense und den eigenen Penetrations.

-Seine Sprungkraft ist bestenfalls durchschnittlich und auch einen schnellen, zweiten, Sprung besitzt er nicht.

-Haliburton ist ein Leichtgewicht, dem es an Masse fehlt. Seine 175 Pfund sind dahingehend ein Problem. Aufgrund seiner dürren Statur und fehlender Kraft hat er Probleme beim Zug zum Korb Kontakt zu absorbieren.  

 

OFFENSE:

+ Ein Großteil seiner Offensive machte im letzten Jahr der Dreier aus dem Catch-and-Shoot aus. Hier legte er 1.20 PPP auf, wodurch er sich im 82th Percentile wiederfand.

+ Haliburton ist die personifizierte Antithese eines Ballstoppers. Dribbelorgien sieht man von ihm nicht. Wenn er den Ball er den Ball auf dem Flügel bekommt, leitet er direkt eine Aktion ein und hält den Spielfluss aufrecht.

+ Im Fastbreak ist er ein williger Passgeber, der mit Vorliebe seine Trailer bedient. Hier zeigt er sein Talent für spektakuläre Anspiele wie Behind-the-back-Pässe oder Vorlagen über die eigene Schulter. Diese Zuckerpässe sind jedoch zu keinem Zeitpunkt brotlose Kunst oder Selbstzweck, sondern nehmen effektiv die letzten Verteidiger aus dem Spiel.

+ Wenn Haliburton mal die gegnerischen Closeouts attackiert, zeigt er ein tolles Gespür in den Drive-and-Kick-Situationen. Er hat seinen Kopf oben und wartet die Help-Defense ab, um dann den freien Mitspieler zu bedienen. Seine Pässe landen direkt in der Shotpocket.

* Weder nach Cuts, noch mit dem Ball in der Hand, gelang der 19-Jährige zum Korb. In einem niedrigen Volumen schloss er dort aber höchsteffizient (1.7 PPP) ab. Als Sophomore wird er mehr Verantwortung in der Offensive übernehmen und zeigen müssen, ob er ein funktionierendes Driving Game besitzt.

* Seine Wurftechnik findet man in keinem Lehrbuch. Er hat einen niedrigen Setpoint und der Abwurfmoment erfolgt knapp über der Schulter. Insgesamt ist seine Wurfbewegung zwar flüssig, aber relativ langsam. Dadurch ist Haliburton anfällig für Blocks bei gut getimten Closeouts und benötigt Platz, um seinen Wurf los zu bekommen. Trotzdem traf er 43,2 Prozent seiner Würfe von jenseits der Dreierlinie bei ansprechendem Volumen (3,4 3PA/G).

– Haliburton ist kein geborener Scorer. Das macht ihn zu einem guten Komplementärspieler, aber beschränkt sein NBA-Potenzial enorm. Ein primärer Ballhandler, der selten den Korb attackiert und wenig Würfe aus dem Dribbling nimmt, ist in der modernen NBA nicht mehr gefragt.

– In der vergangenen Saison nahm der Cyclone keinen einzigen Abschluss aus der Isolation heraus. Das war natürlich auch seiner offensiven Rolle geschuldet, sollte in der kommenden Saison aber von ihm forciert werden.

– Ein großes offensives Loch klafft bis dato im Bereich des Pullup-Shootings. Für Iowa State nahm er genau fünf Würfe aus dem Dribbling – und traf davon einen in 35 Spielen… Beim „Team USA“ zeigte er mit vereinzelten Würfen aus dem Dribbling (bspw. erfolgreicher Dreier nach einem Stepback) hingegen, dass er durchaus dazu im Stande ist diese Würfe zu nehmen und zu treffen.

 

DEFENSE:

+ Gute Antizipationen. Als Off-Ball-Verteidiger hat der 19-Jährige stets die Strongside im Blick, um rechtzeitig aushelfen zu können. Als Weakside-Defender blockte er einige Abschlüsse (BLK%: 2,5).

+ Sehr aktiv, hat stets seine Arme oben und bewegt seine Beine. „Ballwatching“ gibt es bei ihm fast nie, ist stets in der optimalen Verteidigungsposition.

+ Sammelt sehr viele Deflections und wildert in den Passwegen – ohne dabei zu „gamblen“.

+ Bringt eine gute Switchability mit. Obwohl es Haliburton an Masse fehlt, kann er effektiv am Perimeter und Zonenrand verteidigen. Auch hier kommen seine Länge und tolle Fußarbeit zum Tragen.

*Kämpft sich gut um gestellte Blöcke, wobei ihm seine fehlende Kraft im Oberkörperbereich ihm hier zu schaffen macht.

*Seine projizierte (defensive) Rolle in der NBA ist bereits jetzt klar umrissen: Als langer Wing-Defender sollte er vornehmlich Off-Guards checken. Point-of-Attack-Defense wird er aufgrund seiner athletischen Limitationen eher nicht leisten.

– Hat gegen antrittsschnelle Driver seine Probleme vor dem Mann zu bleiben. Hier fehlt es ihm an Explosivität, um effektiv auf Crossover oder Hesitation-Moves des Angreifers zu reagieren.

-Fällt regelmäßig auf Körpertäuschungen herein und bietet seinen Gegnern so den Backdoor-Cut an.

Overall

Tyrese Haliburton gehört zu den interessantesten Draftprospects unter den College-Rückkehrern. In seiner ersten Spielzeit bei den Cyclones überzeugte der 19-Jährige als unfassbar effizienter Rollenspieler. In seiner unaufgeregten und abgeklärten Spielweise wirkte Haliburton zu keinem Zeitpunkt wie ein Freshman. Explosive Drives und spektakuläre Abschlüsse über Ringniveau lieferte er jedoch genauso wenig wie Würfe aus dem Dribbling – dafür überzeugte er als hochprozentiger Schütze aus dem Spot-up und umsichtiger Passgeber. Mit den Abgängen von Marial Shayok, Talen Horton-Tucker, Lindell Wigginton und Nick Weiler-Babb fehlen den Cyclones in der kommenden Saison fast 70 Prozent des letztjährigen Scoring-Outputs. Mangels Alternativen wird Haliburton daher zwangsläufig in die Rolle des offensiven Go-to-Guy schlüpfen und mehr Verantwortung schultern. Headcoach Steve Prohm ließ im Rahmen der Saisonvorbereitung bereits verlautbaren, dass er primär auf Drei-Guard-Lineups zurückgreifen wird und die Backcourt-Spieler Rasir Bolton und Prentiss Nixon neben Haliburton auflaufen. Dadurch will der ISU-Coach seinen Schützling weiterhin auch immer wieder abseits des Balls positionieren.

Für Haliburton begann in diesem Sommer bei der U19-WM eine spielerische Transformation, die in seinem zweiten Jahr in Ames ihre Fortführung findet: weniger Zeit abseits des Ball und mehr Verantwortung als primärer Ballhandler. Kann er sich gegen physische Flügelverteidiger in Eins-gegen-Eins-Situationen durchsetzen und auch in Isolation effizient scoren? Und wie sieht es mit seinen Skills als Pick-and-Roll-Ballhandler aus? Auch hier durfte Haliburton als Freshman de facto gar nicht in Erscheinung treten und kam bei seinen zwölf Pick-and-Roll-Spielzügen auf sechs magere Punkte.Dank seines Spielverständnisses und Passfähigkeiten ist in diesem Bereich aber mit Progression zu rechnen.

Man nehme eine Prise UCLA-Lonzo Ball, einen Hauch Kyle Anderson und tröpfelt etwas Shaun Livingston (post-Knie-Operationen) dazu – heraus kommt Tyrese Haliburton. Ein spielintelligenter Ballhandler im Körper eines Flügels, dem es an funktionaler Athletik und Pullup-Shooting mangelt. Das Interesse der NBA-Scouts hat Haliburton mit seinen Darbietungen als Freshman und Jung-Nationalspieler geweckt, da er in der NBA neben einem physisch-starken Guard-Slasher funktionieren könnte.

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