Draftprofile 2020

Anthony Edwards

Georgia Bulldogs
Quelle: Youtube

Datenblatt

Name: Anthony Edwards

Geburtsdatum: 05.08.2001

Größe: 6’4’’

Gewicht: 210 lbs.

Spannweite: 6’8’’

Position: Wing/Playmaker

Team: Georgia Bulldogs

 

Überblick

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Stärken

Schwächen

+ Drive

+ Core-Strength

+ Agilität/Explosivität

+ Wurf-Potential

– Defensiver Einsatz

– PnR-Playmaking

– FTs

Preseason-Scouting – 19.10.2019

ATHLETIK / INTANGIBLES:

+ Verfügt über einen schon sehr ausgereiften Körper. Wirkt mit seinen 210 Pfund verteilt auf 6‘4‘‘ Größe sehr kompakt und stark in der Körpermitte. Könnte schon jetzt in die Kategorie „Bully-Guard“ gepackt werden, auch wenn sein Frame sogar noch Platz für weiteres Gewicht bietet.

+ Bewegt sich ungemein geschmeidig. Kann sich durch seine Agilität auch ohne übermäßig viel Platz seinen Weg durch Gegner bahnen.

+ Seine Beschleunigungsfähigkeiten sind bemerkenswert. Der erste Schritt ist überdurchschnittlich schnell und gibt ihm oft direkte Matchup-Vorteile. Gleichzeitig ist auch seine Stopping-Ability als extrem positiv vorzuheben. Kann Drives jederzeit unterbrechen ohne seine Balance zu verlieren.

+ Kann als sehr explosiver und sprunggewaltiger Spieler in Erscheinung treten. Spielt „above the rim“, wenn er möchte.

+ Edwards ist einer der jüngsten Freshmen des Landes. Draft-Kollege Cole Anthony ist beispielsweise 1,2 Jahre älter als er.

* Absolvierte bereits Trainingcamps mit Team USA und nahm an diversen HS-Allstar-Games teil.

* Hat den Spitznamen „Antman“. Wikipedia gibt „Superhuman strength and agility” als seine Fähigkeiten an. Ist in Bezug auf Edwards recht passend.

 – Die Armspannweite des Freshman wird inoffiziell mit 6‘8‘‘ angegeben. Das ist in Anbetracht seiner Körpergröße völlig in Ordnung. Allerdings hat Edwards damit für einen Wing-Playmaker nicht unbedingt Idealgröße, wenn er in die NBA wechselt. In Lineups sollte er wohl nur auf der Eins und Zwei eingesetzt werden. Dies raubt etwas Flexibilität.

 

OFFENSE:

+ Anthony Edwards sieht Scoring als seine Hauptaufgabe auf dem Parkett an und kann diese auf vielfältige Weise bearbeiten. Ist als Three-Level-Scorer zu bezeichnen.

+ Der Bulldog kommt mit seinem explosiven ersten Schritt und guten Handling über beide Seiten am Gegenspieler vorbei und zum Korb. Kann sich seine Drives aus der Isolation dadurch selbst kreieren, nutzt aber auch gern das PnR, um Verteidiger abzuschütteln.

+ Auf dem Weg zum Ring ist seine elitäre Agilität und Fußarbeit sehr auffällig. Schlängelt sich mit Leichtigkeit durch Traffic. Kann mit Euro- oder Hopstep-Moves einfache Layups vorbereiten.

+ Ist im Abschluss am Korb durchaus variantenreich und kann durch seine Corestrength recht viel Kontakt absorbieren. Attackiert den Ring sehr gern und kommt durch seinen Willen oft an die Linie.

+ Bringt einen sehr gut aussehenden Distanzwurf mit. Traf diesen in den bisher beobachteten Spielen schon als Pullup, Stepback oder aber Spotup. Die Wurfform ist konstant und kompakt. Sein Release ist verhältnismäßig schnell.

* Seine Quoten sind noch sehr undurchsichtig und sein Wurfgefühl deshalb noch schwer einzuordnen. Für sein AAU-Team traf Edwards 45 3P% bei 6,3 3PApG (23-51 3P) und nahm dabei auch viele schwere Shots aus dem Dribbling. Andererseits hatte er Probleme mit seinen Freiwürfen (21-36 FT, 58 FFT%).

* Midrange-Scoring deutete der Freshman bisher nur an. Ab und zu konnte er Floater einstreuen. Auch das Postup gegen leichtere Guards war an der HS eine Option für ihn. Aber es lagen im betrachteten Sample zu wenig Abschlüsse für ein endgültiges Urteil vor. Letztlich ist dies aber ggf. sogar positiv zu sehen, da Edwards grundsätzlich mit der FTs-@Rim-3P-Einstellung eine gute Wurfverteilung anstrebt.

* Wurde bisher kaum als Cutter und reiner Slasher eingebunden. Ebenso trat er wenig als Offball-Schütze in Erscheinung. Dies lag aber eher an seinen Teams als an ihm. Es wird spannend zu sehen, ob sein College ihn vielfältiger nutzt.

* Seine Kombination aus Vision und Passing ist nur solide. Findet schon den freien Mitspieler, wenn die Defense über ihm kollabiert. Kann zwar sogar Schützen auf der Weakside finden, seinen Kollegen freie Würfe zu erarbeiten, steht aber nicht als Priorität auf der Agenda.

– Nutzte das PnR zumeist als Möglichkeit eigene Drives vorzubereiten. Am College möchte ich erweiterte Reads und mehr Variantenreichtum in seinen Entscheidungen sehen. Das umfasst sowohl mehr Anspiele auf Roll- oder Popoptionen, als auch clevere Midrange-Abschlüsse gegen unter dem Korb formierte Verteidigungsreihen.

– Die Location seiner Würfe kann aktuell kaum kritisiert werden. Der Zeitpunkt seiner Shots ist aber nicht immer optimal, was ihm Decisionmaking-Upside gibt. Hatte in seinen HS-Teams eine Tendenz zu Early-Shotclock-Chucking.

– Ist turnoveranfällig, weil er teilweise Drives forciert und in seinen Pässen nicht sauber agiert. Zusätzlich fielen mir seine Hände beim Zug zum Korb öfter negativ auf. Ballsicherheit war auf dem Weg zum Ring nicht immer gegeben.

 

DEFENSE:

+ Bringt mit seinen körperlichen Anlagen die Möglichkeit mit, um zwei Positionen gut verteidigen zu können.

+ Präsentiert öfter einmal schnelle Hände oder räumt durch seine Athletik Gegenspieler am Brett ab. Defensives Playmaking ist damit vorhanden.

* Braucht Competition, um defensiv motiviert zu sein. Wirkte für sein reguläres HS-Team eher lustlos, war aber für den besseren AAU-Squad mit mehr Feuer dabei.

* Könnte durch seine Kraft/Masse gegen größere/schwere Gegenspieler besser aussehen als durchschnittliche Guards. Konnte dies an der HS aus Mangel an Konkurrenz aber noch nicht zeigen.

– Wirkt in seiner defensiven Technik noch nicht sonderlich gut ausgebildet. Ist wenig im Stance. Läuft Closeouts nicht clever. Verpasst Helpmöglichkeiten und Rotationen teilweise.

– Noch ist alles auf dieser Seite des Feldes sehr schwer zu bewerten. Spielte für seine Schule bisher viel in einer 3-2-Zone. Dies werden wir wohl auf keinem höherklassigen Level über längere Zeit sehen.

 

Overall

Anthony Edwards gilt kurz vor Beginn der CBB-Saison vielerorts als #1-Pick-Contender für die kommende Draft. Wir schließen uns dieser Einschätzung an. Der Bulldog bringt als Power-Guard mit Ballhandling-Möglichkeiten starke Voraussetzungen mit, um sich zu einer auch auf die NBA übertragbaren primären Scoring-Option entwickeln zu können. Bisherige Vergleiche ranken sich aktuell oft um ehemalige Schützlinge seines College-Coaches Tom Crean. Dieser bildete unter anderem Dwyane Wade und Victor Oladipo aus. Diese scheinen mit ihrer Kombination aus Athletik und Rim-Attacking ebenso wie ein Donovan Mitchell ganz gut als Blaupause für Edwards zu passen. Der Freshman selbst hat einmal James Harden als sein großes Vorbild genannt. Es bleibt aber erst einmal abzuwarten, wie er sich bei Georgia präsentiert. Kann er alle Fragen zu seinem Wurf, PnR-Ballhandling und defensivem Einsatz positiv beantworten, ist es nicht abwegig den jungen Wing als All-Star-Talent zu führen. Eine Superstar-Spielzeit würde mich aber schon überraschen.

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