Draftprofile 2020

RJ Hampton

New Zealand Breakers
Quelle: Youtube

New Zealand Breakers

Datenblatt

Name: Roderick “RJ” Hampton

Geburtsdatum: 07.02.2001

Größe: 6’6″

Gewicht: 185 lbs. 

Spannweite: 6’7”

Position: Guard

Team: New Zealand Breakers

 

Stärken

Schwächen

+ Transition Offense

+ Schnelligkeit/Erster Schritt

+ Offensive Variabilität 

– Offball Defense

– Basketball IQ

– Defensive Basics

GTG SHORT

 

ATHLETIK / INTANGIBLES:

+ Guter Burst, den er gerade in Transition-Situationen zu seinem Vorteil nutzen kann. Sein Topend-Speed ist leicht überdurchschnittlich einzuschätzen.

+ Recht explosiver One-Foot Leaper. 

* Solider Frame, bringt bislang aber lediglich 185 Pfund auf die Waage und ist somit weiterhin ein Leichtgewicht. Was seine Größe und sein Gewicht angeht, bewegt er sich in etwa auf dem Level eines Terrance Ferguson oder Lonzo Ball.

* Hampton war Mitglied der Goldmedaillen-Suqads des Team USA bei der U17 WM 2018 in Argentinien sowie bei der U16 FIBA Americas Championship. 

*Spielte in der vergangenen Saison bei den NZ Breakers in Australien und hat somit den Sprung von der Highschool in den Profisport vollzogen. In der NBL war er Teil des “Next Stars Program” zur Förderung Internationaler Prospects in der NBL in Vorbereitung auf die NBA. Mehr Details dazu hier: https://nbl.com.au/pages/nbl-next-stars

*Seine Saison bei den Breakers wurde leider durch eine Hüftverletzung im Dezember etwas verkürzt. Er konnte am 05.01.2020 nach 4-wöchiger Verletzungspause wieder aufs Parkett zurückkehren. 

*Vater Rod Hampton spielte von 1987-1991 für die Southern Methodist University in Dallas. 

 

OFFENSE:

Finishing:

+ Solider Touch und kreative Abschlüsse. Nutzt den Ring, um sich vom Verteidiger abzuschirmen. Würde davon profitieren Masse aufzubauen, um Kontakt besser wegzustecken. Zeigt gute vertikale Explosivität, auch beim einbeinigen Absprung. 

– Schließt nur mit der rechten Hand ab. Hat über die Saison so gut wie nie mit links gefinished, und keinen dieser Versuche am Ring erfolgreich abgeschlossen (3/30 Versuchen mit der linken Hand).

Shooting:

* Braucht kleinere mechanische Tweaks. Stance nicht weit genug auseinander, Balance ausbaufähig. Traf über die Saison lediglich 30% seiner Dreier (13/44). Wenn wir die Daten aus den letzten 3 Saisons nutzen (AAU, Team USA + Breakers, Highschool Daten nicht vorhanden), steht Hampton bei 43/140 3PA (31%) und 88/120 FTA(73%). Seine Shooting-Projektion sehe ich mittel- bis langfristig etwas positiver. Hampton kann bislang aber leider nicht mit besonders guten Effizienzwerten aufwarten. 

Shot Versatility:

* Catch-and-Shoot + Pullup-Potenzial. Kaum Würfe aus der Bewegung abseits des Balles.

Shot IQ:

* Zeigte bei den Breakers eine solide Wurfauswahl und hätte für meinen Geschmack in vielen Situationen durchaus auch aktiver eigene Abschlüsse suchen können. Hat teilweise gezögert ,wenn die Verteidiger zum Beispiel unter den Screen gegangen ist. 

Handle:

+ Zu seinem guten Antritt gesellt sich ebenfalls eine gute Stopping-Ability. Hampton kann jederzeit schnell abstoppen und in Balance zum Wurf hochgehen. 

– Zu seiner Abschlussschwäche mit der linken Hand passt ebenfalls, dass Hampton auch im Dribbling tendenziell seine Gegenspieler über die linke Seite (mit der rechten Hand) schlägt. 

– Besonders auf engem Raum, fallen RJ´s Schwächen im Ballhandling auf. Er kann seinen guten ersten Schritt dadurch nicht immer gewinnbringend nutzen, um Seperation zu kreieren. 

Passing:

+ RJ zeigte sich als fähiger Angreifer gegen Closeout-Situationen, in denen er regelmäßig nahe postierte Mitspieler per Dump-off-Pass finden konnte. 

– Seine Übersicht ist eingeschränkt und RJ wirkt häufig, als ob er schon sehr früh entscheidet, wohin er den Ball passen wird. Besonders deutlich wird dieses Problem bei seinen Pässen aus dem Dribbling, in denen er noch zu häufig völlig offene Mitspieler nicht findet und fragwürdige Entscheidungen trifft. Ein positiver Lichtblick sind auch hier spannende Flash-Plays mit tollen Dump-Off-Dishes oder Skip-Pässen in die Ecke auf offene Schützen.

 

 

DEFENSE:

 

Awareness/Team Defense:

– Häufig unaufmerksam, neigt zum Ballwatchen und verliert dadurch gelegentlich seinen Gegenspieler sogar komplett aus den Augen. 

– Zeigt sich inaktiv, wenn es darum geht zum Ballhandler zu stunten/jabben. Nicht besonders aktiv mit seinen Händen in Driving-Lanes.

Rim Protection:

– Aufgrund seiner fehlenden Kraft ist er kein großer Faktor. Rotiert nur unregelmäßig zum Ring, um ihn zu beschützen, zeigt aber gelegentlich ansehnliche Flash-Plays. Aufgrund seiner Physis und seiner nicht gerade imposanten Wingspan erwarte ich mir von RJ in diesem Bereich nicht viel auf dem nächsten Level.

PnR Defense:

– Enorme Probleme mit Ballscreens. Bleibt sehr oft im Screen hängen und kann eher selten zu seinem Gegenspieler recovern. Ihm fehlt es hier an Durchsetzungskraft, der richtigen Fußarbeit und dem technischem Verständnis in Ballscreen-Situationen.

Shot Contest/Closeouts:

* Seine Closeouts sind durchaus als solide anzusehen. Er neigt aber hier ebenfalls zu aggressiven beziehungsweise übereifrigen Closeouts.

Off Ball-Defense:

* Hampton´s Rotationsverhalten ist verbesserungswürdig. Er erkennt häufig zu spät, dass er rotieren muss. Sein Einsatz war in diesem Bereich auch eher wechselhaft. Man muss ihm jedoch zugute halten, dass er durchaus einige nette Flash-Plays gezeigt hat. 

– Auch in der Off Ball-Defense hat Hampton enorme Probleme mit der Screen-Navigation. Er wird häufig und einfach gescreenet und verliert dadurch sehr schnell seine Gegenspieler. Seine Fähigkeit ins Play zu recovern, scheint auch nicht sehr ausgeprägt zu sein.

– Stand RJ auf dem Feld, haben die Breakers auffällig oft geswitcht, um seine Unfähigkeit in der Screen-Navigation zu kaschieren. Dabei geriet er leider auch des Öfteren in die Situation größere Spieler im Post verteidigen zu müssen – leider mit mangelndem Erfolg.

– Die Tendenz gegen Passempfänger zu overplayen, lässt seine Mitspieler häufig in Unterzahl Situationen verteidigen. Er versucht hier die Passwege aggressiv zu schließen oder zu erschweren, gerät dabei aber häufig aus dem Play.

Man Defense:

* Kann durch seine Größe, Agilität und Wingspan ein wirklich guter Point-of-Attack-Defender sein. Zeigte über die Saison einige interessante Flashes, aber leider auch viele Anzeichen von schlechter Technik und generell schlechten Gewohnheiten, die seinen defensiven Output sehr eingeschränkt haben. 

Footwork:

– Seine Fußarbeit ist besonders in der Defensive wirklich verbesserungswürdig. In der Rückwärtsbewegung neigt er dazu seine Beine zu kreuzen, sobald der Gegenspieler leichte Richtungswechsel vornimmt. Er hat an und für sich recht gute Hüften, die er schnell drehen kann. Einzig seine Fußarbeit scheint ihn hier zu behindern seitliche Bewegungen schneller und effizienter auszuführen. Seine Stance-Verhalten ist ebenso wechselhaft, wie sein Einsatz im allgemeinen.

 

Overall:

Offensiv durfte Hampton meistens primär mit dem Ball in der Hand agieren, konnte mich aber nie wirklich davon überzeugen, dass dies auch in der NBA seine geeignete Rolle sein sollte. Ich sehe Hampton aufgrund seines Decisionmakings mit dem Ball in der Hand, seiner nur durchschnittlich guten Vision, seines Ballhandlings und seiner unausgereiften Fähigkeit Würfe für sich selbst zu kreieren maximal als Sekundären Playmaker und Closeout-Angreifer an der Seite eines anderen Ballhandlers. Um diese Rolle auf Starterniveau auszufüllen, muss er jedoch an seinem Wurf arbeiten und physische Fortschritt im Bereich seiner Körperkraft machen. Allgemein kann man sagen, dass seine Basketball-Skills deutlich weniger ausgebildet sind als seine physischen Eigenschaften, was ihn aktuell noch sehr zurück hält. 

Bei allen Kritikpunkten in der Defensive muss natürlich bedacht werden, dass RJ gegen äußerst solide Competition spielte. Die NBL ist gespickt mit ehemaligen NCAA Division I-Spielern und Veteranen, die ebenso auf G-League oder solidem Niveau in Europa spielen könnten oder vor kurzer Zeit noch gespielt haben. Dieser Umstand hat natürlich Hampton´s Schwächen in diesem Bereich besonders offengelegt, liefert uns aber auch einen guten Eindruck, was ihn Abend für Abend in der NBA erwartet. Mit wachsender Erfahrung und Grundlagentraining sowie Tape -Sessions lässt sich in diesem Bereich sicherlich einiges ausbessern. RJ wird gerade zu Anfang sehr wahrscheinlich ein großer defensiver Schwachpunkt auf dem Feld sein. Der einfachste Weg für RJ defensiv zumindest ein neutraler Faktor zu werden, besteht darin Masse zuzulegen und an seiner Screen-Navigation zu arbeiten, um zumindest ein solider Point-of-Attack-Defender zu werden. Dort kann er durch seine Spannweite und Agilität schnell zu einem neutralem Faktor werden. 

Rein optisch, könnte Hampton das Abbild von Dante Exum sein, bringt aber zum Draftzeitpunkt weniger Körpergewicht und eine etwas geringere Wingspan als der Australier mit. Mit seinem Skillset schlägt er in die Kerbe des Combo-Guards, der offensiv am und abseits des Balles agieren kann. Leandro Barbosa oder der oben genannte Dante Exum könnten mit ihren Fähigkeiten als Vergleich herhalten. Hampton´s potenzielles Outcome hängt stark von der Entwicklung seiner Fähigkeiten als Basketballer ab und diese bestimmt letztendlich, ob wir bei Hampton von einem potenziellen Starter- oder von einem Sparkplug von der Bank sprechen.

 

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