Phoenix Suns

Die besten Draft-Fits für die Suns

Welche Spieler sind die besten Fits für die Phoenix Suns im Draft 2020?

Welche Spieler sind die besten Fits für die Phoenix Suns im Draft 2020?

Nach einigen Jahren als Gespött der Liga konnten die Phoenix Suns in der vergangenen Saison einen wichtigen Schritt in Richtung eines kompetenten NBA-Teams machen. Auch wenn das Niveau des heißen Saisonstarts unter anderem aufgrund einiger Verletzung nicht gehalten werden konnte, reichten 26 Siege aus 65 Spielen immerhin, um sich für das Turnier in Orlando zu qualifizieren. Dem Team aus Arizona werden zwar nur verschwindend geringe Chancen (laut Kevin Peltons Modell von ESPN 0.4%) auf die Playoffs eingestanden, aber es zeigt doch, dass sich das junge Team um Devin Booker auf dem richtigen Weg befindet. Nun stellt sich die Frage, wie die Suns im kommenden Draft, in dem sie voraussichtlich über den 10. Pick verfügen, weiteres Talent zum jungen Kern hinzufügen können.

Ein solides Fundament für die Zukunft

Der zentrale Baustein der zukünftigen Bemühungen der Suns ist natürlich Devin Booker. Der 23-Jährige wusste in dieser Saison mit über 26 Punkten pro Spiel bei einem starken True Shooting von 61.7% als primäre Option der Offense der Suns zu überzeugen. Defensiv weist Booker nach wie vor einige Fragezeichen in seinem Spiel auf, die starken offensiven Leistungen machen ihn jedoch auf jeden Fall zu einem Baustein, um den herum sich die Bildung eines Teams lohnen kann. Der zweitwichtigste junge Spieler für die Zukunft der Suns ist vermutlich DeAndre Ayton. Der erste Pick des 2018er Drafts konnte sich in seiner zweiten Saison in der Liga insbesondere defensiv merklich steigern und sollte ein solider Starting Big für viele Jahre sein. Es wäre für die Suns daher unsinnig, einen weiteren hohen Draftpick in einen reinen Big, wie beispielsweise James Wiseman, zu investieren.

Auf dem Flügel verfügen die Suns über ein Trio von interessanten Rollenspielern in Mikal Bridges, Kelly Oubre und Cam Johnson. Bridges konnte sich schon in jungen Jahren als einer der besseren Verteidiger der Liga profilieren und dürfte als solcher eine Zukunft in der NBA haben. Oubre konnte in der ersten Saison seiner zweijährigen Vertragsverlängerung unter Beweis stellen, dass er ein Starter auf dem Flügel sein kann. Eine Rolle, die in der NBA von zunehmender Bedeutung ist, von der man jedoch nie zu viele Spieler haben kann, zumal Oubres Vertrag bereits 2021 wieder ausläuft. Cam Johnson ist der elfte Pick des vergangenen Drafts und konnte mit seinem Shooting bereits im ersten Jahr positiv zum Team beitragen. Auch wenn weiterhin eher fraglich ist, ob er seine relativ hohe Draftposition jemals rechtfertigen kann, hat er mit seinem Spacing immer eine Rolle in der NBA. Auch Dario Saric wird sicherlich weiterhin Teil der NBA sein. Ob der Restricted Free Agent das jedoch in Phoenix ist, ist nach einer eher enttäuschenden ersten Saison mit dem Team fraglich.

Der junge Kern der Phoenix Suns nach Positionen

So wichtig die Fortschritte der jungen Spieler der Suns für das Team auch waren, so hat es doch vor allem auch profitiert von der Kompetenz von Veteranen wie Ricky Rubio oder Aron Baynes, die in dieser Saison neu zum Team kamen und für spürbare Stabilität gesorgt haben. Langfristig müssen die Rollen dieser Spieler jedoch durch andere Spieler, die eher in einer Timeline mit Booker liegen, ersetzt werden. Insbesondere hinter Ricky Rubio klafft derzeit eine große Lücke zu den Backup-Guards des Kaders. Da der Draft 2020 reichlich mit guten Guards bestückt ist, scheint dies der ideale Moment zu sein, um einen Spieler zu draften, der sofort das Loch hinter Rubio füllen und langfristig den Starter-Spot von diesem übernehmen kann.

Freie Auswahl bei den Guards

Die einzigen beiden Spieler im NBA-Draft 2020, die über vergleichbare Playmaking-Fähigkeiten wie Rubio verfügen, sind Killian Hayes und LaMelo Ball, die beide an der Draftposition der Suns voraussichtlich nicht mehr zur Verfügung stehen. Geht man davon aus, dass Booker in Zukunft noch mehr von der Ballhandling- und Playmaking-Last übernehmen kann, ist das allerdings kein größeres Problem. Hinter Hayes und Ball sammeln sich im Draft eine Reihe von hochbegabten Guards, die allesamt gut zu den Suns passen würden. Der bekannteste unter ihnen ist vermutlich Cole Anthony, der zu Beginn der Saison noch als potenzieller First Pick gehandelt wurde. Nach einer enttäuschenden Saison bei UNC ist er auf vielen Draft Boards soweit gefallen, dass die Suns ihn durchaus an 10 noch draften könnten. Seine Dreierquote von über 40% aus College und pre-College-Wettbewerben und eine Freiwurfquote von ca. 80% zeugen von gewissen Shooting-Fähigkeiten, die auf die NBA übertragbar sein sollten. Er verfügt auch über die on-ball-Fähigkeiten als Scorer, die nötig sind, um Devin Booker regelmäßig zu entlasten. Sein Playmaking ist überdurchschnittlich, sodass er auch in der Lage sein sollte, in den Lineups ohne Booker als primäre Option zu übernehmen. Defensiv ist Anthony solide bis gut, wenn auch nicht ganz die Sorte Lockdown-Defender, die sich ein Team neben Booker im Backcourt wünschen würde.

Tyrese Maxey

Genau diese Art von Lockdown-Defender könnte Tyrese Maxey auf dem nächsten Level verkörpern und so die ideale Ergänzung sein, um die defensiven Schwächen Bookers auszugleichen. Darüber hinaus bringt er einiges an Potenzial als Three-Level-Scorer mit. Sein schneller Antritt und gutes Handling ermöglichten es ihm auf dem College-Level oft zum Korb zu kommen und dort dank seiner einzigartigen Körper-Balance effektiv abzuschließen. Sein Touch beim Floater, eine Freiwurfquote von 84% und eine solide Wurftechnik zeugen von deutlich mehr Shooting-Potenzial als die 29% 3er-Quote des Guards am College in Kentucky vermuten lassen würde. Maxey mangelt es an dem elitären Playmaking, das ihn zu einer potenziellen ersten Option auf NBA-Niveau machen würde. Er ist jedoch ein solider Decision Maker, der nur selten Fehler macht und in dieser Saison unter Beweis gestellt hat, dass er in einer off-ball-Rolle neben anderen Playmakern funktionieren kann. Das macht ihn zu einem idealen Fit für jedes Team, das über einen heliozentrischen Playmaker auf dem Flügel verfügt. Sehen die Suns in Booker das Potenzial, ein solcher zentraler Mittelpunkt der Offense zu sein, wäre Maxey die ideal Ergänzung zum Star auf beiden Seiten des Feldes.

Kira Lewis Jr.

Haben die Suns an dieser Entwicklung Bookers etwas mehr Zweifel, wäre Kira Lewis noch ein geeigneter Kandidat, um langfristig die Rolle eines Starting-Guards einzunehmen. Der 19-Jährige wusste am College in Alabama vor allem mit seiner enormen Schnelligkeit zu überzeugen. Er weiß diese Schnelligkeit gekonnt einzusetzen, um im Pick&Roll für sich selbst und seine Mitspieler zu kreieren und verfügt so über mehr Creation-Potenzial als beispielsweise Maxey. Ganz besonders stark ist er dank seinem enormen Speed auch in Transition. Die Suns waren in der vergangenen Saison bereits eins der drei effizientesten Teams der Liga in Transition (1.28ppp) und mit der Unterstützung von Lewis könnte sich die Frequenz dieser Angriffe noch einmal drastisch erhöhen. Eine Dreierquote von 37% und beinahe 80% getroffene Freiwürfe lassen darauf hoffen, dass Lewis auch auf NBA-Niveau positiv zum Spacing eines Teams beitragen kann. Defensiv zeigte er sich als gute Point-of-attack-Verteidiger, wenn auch nicht auf dem Niveau von Maxey. So wäre er auch an diesem Ende des Feldes ein guter Fit für die Suns.

Einer dieser drei Guards sollte im Normalfall an 10 für die Suns noch auf dem Board sein. Sollte dies jedoch nicht der Fall sein, könnte sich der Blick des Teams auf Leandro Bolmaro richten. Mit seinem herausragendem Ballhandling, gutem Passing und einer starken Point-of-Attack-Defense ist der junge Argentinier das Prospect das dem Archetyp Ricky Rubios am nächsten kommt. Ähnlich wie Rubio hat er jedoch gravierende Schwächen im Scoring und Shooting, die ihn zu einem Prospect mit extrem niedrigem potenziellen Floor und damit eher einem Reach an 10 machen.

Eine Vielzahl anderer Möglichkeiten

Isaac Okoro

Der große Vorteil für die Suns im kommende Draft ist, dass selbst abgesehen von der reichen Menge an Guards noch viele weitere Spieler gut zu dem Team passen würden, sodass sie eine gute Chance haben mit ihrem bpa einen guten Fit zu treffen. Ein weiterer starker Verteidiger auf dem Flügel, wie es Devin Vassell oder Isaac Okoro sind, würden so ebenfalls eine große Bereicherung darstellen. Eine Flügelrotation aus einem der beiden plus Defensivspezialist Mikal Bridges und Kelly Oubre könnte durchaus ausreichen, um Bookers defensive Schwachstellen auszugleichen. Wenn Robert Sarver unbedingt wieder mal ein Talent von der Universität aus Arizona draften möchte, würde Josh Green in ein sehr ähnliches Schema passen, auch wenn der zehnte Pick für ihn sehr ambitioniert wirkt.

Möchte das Team aus Phoenix dagegen das Loch stopfen, das der potenzielle Abgang von Dario Saric im Sommer hinterlassen könnte, stehen auch dafür einige Optionen zur Verfügung. Patrick Williams und Aleksej Pokusevski stellen beide interessante Spieler dar, die mit einem hohen Upside aufwarten können und vom Spielertyp her beide ideal zu Ayton im Frontcourt passen. Sie bringen das Shooting-Potenzial mit, um Aytons tödliche Fähigkeiten als Roll Man noch besser zur Geltung zu bringen und können ihn defensiv als Weakside-Rimprotectoren unterstützen. Ich bin persönlich kein Fan von Obi Toppin, allerdings wäre Phoenix noch einer der besseren Landing Spots für den Big der Dayton Flyers, der in allen gängigen Mock Drafts in den Top 10 gemockt wird.

Ist das der perfekte Draft für die Suns?

Im Allgemeinen wird der Draft 2020 von vielen Experten als einer der schwächsten der vergangenen Jahre betrachtet. Das liegt vor allem daran, dass es an der Spitze an Talenten mangelt, denen man die Entwicklung zur ersten Option einer Offense in der NBA zutrauen könnte. Zum großen Glück der Phoenix Suns brauchen sie keinen solchen Spieler, da sie ihren zentralen Punkt der Offense in Devin Booker bereits gefunden haben. Stattdessen benötigen sie gute Rollenspieler, die als sekundäre Option und mit defensiver Versatilität den bestehenden Kern ergänzen können. Und genau an solchen Spielern bietet der Draft 2020 eine reiche Auswahl an Optionen, insbesondere auf den Guard-Positionen, wo es Phoenix noch an kompetenten Alternativen mangelt. Es sollte daher den Suns nicht schwerfallen, im Draft einen Spieler zu finden, der gut zu ihrem jungen Kern passt.

 

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