NBA

Devin Vassell

Florida State Seminoles
Quelle: Youtube

Florida State Seminoles

Datenblatt

Name: Devin Vassell

Geburtsdatum: 23.08.2000

Größe: 6’7” 

Gewicht: 195 lbs. 

Spannweite: 6’10”

Position: Wing

Team: Florida State Seminoles

Stärken

Schwächen

+ Shooting

+ Offball-Slashing

+ Team-Defense

+ Motor

– Ballhandling

– Dribble Drives / Abschlüsse am Korb

– Kraft

– Fortgeschrittenes Playmaking

 

ATHLETIK / INTANGIBLES:

+ Vassell bringt mit seiner Körpergröße von 6‘7‘‘ und einer Armspannweite von knapp 6‘10‘‘ die notwendige Länge mit, um verschiedene NBA-Spielertypen effektiv verteidigen zu können.

+ Seine Overall-Athletik (Sprungkraft, Schnelligkeit, Explosivität) gehört mit zum Besten, was die diesjährige Draftklasse im Segment der Flügelspieler zu bieten hat.

+ Der Florida State-Sophomore ist gefühlt das gesamte Spiel über in Bewegung und wirkt auf dem Feld unermüdlich. Ob aggressive On-Ball-Verteidigung in der Ganzfeldpresse, engagierte Help-Defense oder das Crashen des offensiven Bretts – Vassell ist immer aktiv.

+ Sehr guter Kommunikator, der in der Verteidigung frühzeitig die Hilfe ansagt, auf Cutter hinweist und seine Mitspieler zu den richtigen Spots dirigiert.

* In seinen beiden Highschool-Jahren an der Peachtree Ridge High School überzeugte Vassell im Varsity-Team der Schule als Scorer und defensive Allzweckwaffe. In seinem Senior-Jahr legte er pro Spiel 21,6 Punkte (FG%: 53,7), 8,9 Rebounds, 2,3 Assists, 1,3 Steals und 1,2 Blocks auf. Dank seines Potenzials als effizienter „Shotmaker“, der Athletik und defensiven Skills landete er im Laufe seines letzten Schuljahrs auf dem Recruiting-Radar namhafter Colleges wie Florida State, UCLA, Miami, Texas Tech, Rhode Island und UCF. 

*Das Recruiting-Portal 247Sports listete ihn als Drei-Sterne-Rekrut an Position 200 seines Jahrgangs. Unter den Shooting Guards rangierte er auf Platz 46.

*In seiner Freshman-Saison knackte Vassell – zur Überraschung vieler FSU-Experten – frühzeitig die Rotation und sah in den ersten zehn Saisonspielen schon über zehn Minuten Einsatzzeit pro Partie. Am Ende kam der College-Neuling auf eine Season-Statline von 10,7 MPG, 4,5 PPG, 1,5 RPG, 0,6 APG und 0,5 SPG bei einer True-Shooting-Quote von 56,3 Prozent.

*Für einen Sophomore ist Vassell noch vergleichsweise jung. Die NCAA-Freshmen Cole Anthony (Mai 2000) und Precious Achiuwa (September 1999) sind beispielsweise älter als der 19-jährige Flügelspieler.

– Vassell ist bei Weitem kein Kraftpaket. Vor allem im Oberkörperbereich fehlt ihm etwas die Stabilität und Muskelkraft, um kräftigere Flügelspieler Paroli bieten zu können. Die „Strength & Conditioning“-Coaches seines zukünftigen NBA-Teams werden sich freudig die Hände reiben. 

– Seine laterale Geschwindigkeit ist ganz ordentlich, jedoch hat er bei dynamischen Richtungswechseln seines Gegenspielers noch zuweilen Probleme, die Schritte des Kontrahenten zu spiegeln.

 

OFFENSE:

+ Seine größte Waffe ist zweifelsfrei der Sprungwurf, den Vassell in Kombination mit seiner guten Länge jederzeit effektiv anbringen kann. In der vergangenen Saison machte der Jumpshot knapp 74 Prozent all seiner Abschlüsse aus, wobei Vassell auf eine effektive Feldwurfquote von 50,3 Prozent kam (1.024 PPP, 76th percentile)

+ In seinen zwei Spielzeiten bei den Seminoles nahm Vassell insgesamt 168 Dreier und traf diese mit über 41 Prozent. Seine Fußarbeit bei den Catch-and-Shoot-Dreier fällt hier besonders positiv auf, da er sich frühzeitig richtig zum Korb positioniert. Dank seiner schnellen Ballführung und dem hohen Release ist sein Wurf nur schwer zu verteidigen. Auch gegen schnelle Closeouts kann der 19-Jährige den Wurf noch anbringen.

+ Nach Ballgewinnen und defensiven Rebounds schaltet Vassell blitzschnell um und kann den Fastbreak gleichermaßen gut als Ballhandler oder auch Rim-Runner ankurbeln. In diesen Situationen kommt seine Dynamik hervorragend zu tragen. Mit 1.41 PPP kam er bei den Transition-Abschlüssen auf einen exzellenten Wert. Bei NBA-Teams, die aggressiv verteidigen und ein schnelles Umschaltspiel forcieren, wäre Vassell perfekt aufgehoben.

* FSU-Headcoach Leonard Hamilton lässt eine Ball-Screen-zentrierte Offensive laufen, bei der die Spieler viele Freiheiten genießen und sowohl mit dem Ball in der Hand als auch offball agieren müssen. Vassell ist es deswegen gewohnt das Spiel aus beiden Perspektiven zu lesen und sich auch abseits des Balls zu bewegen. Neben seiner Rolle als Distanzschütze auf der Weakside, nutzte Vassell die entstehenden Lücken in der Defensive, um sich als Cutter anzubieten beziehungsweise das offensive Brett zu attackieren. 

* In seinem zweiten College-Jahr zeigte der Flügelspieler interessante Ansätze im Bereich der Self-Creation. Seine Sprungwürfe aus dem Dribbling – auch aus der Mitteldistanz – nahm er mit viel Selbstvertrauen und oftmals direkt über die ausgestreckten Arme des Verteidigers hinweg. Was sich zuerst nach einer problematischen Tendenz zu ineffizienten Würfen anhört, spricht in Wahrheit für seine Upside als „Shotmaker“ und dass Vassell nicht nur auf freie Würfe angewiesen ist, um effektiv zu sein.

* Vassell nahm in der vergangenen nur Saison acht Würfe nachdem er über einen Off-Ball-Screen kam – generierte daraus aber 1.4 PPP (5/8). In der NBA könnte Vassell also nicht nur als reaktionärer Spot-up-Shooter fungieren, sondern auch über Pin-Down- oder Flare-Screens zu seinen Catch-and-Shoot-Abschlüssen kommen und diese hochprozentig treffen.

* Im egalitären Offensivsystem von Coach Hamilton trat Vassell phasenweise auch als Playmaker in Erscheinung. Seine Playtype-Stats als Ballhandler in Pick-and-Roll-Situationen sehen zwar verheerend aus (114 Possessions: 0,73 PPP, 27th percentile), aber er zeigte durchaus gute Ansätze als Passgeber und fand seine abrollenden Teamkollegen oder spielte den Kickout-Pass nach der gezogenen Help-Defense. Ob diese Ansätze tatsächlich für ein gesteigertes Potenzial als Playmaker sprechen, darf zumindest kritisch angezweifelt werden.

* Generell ist Vassell ein solider Passer und umsichtiger Offensivspieler, der es versteht den Ball zu bewegen und die Defensive laufen zu lassen. Seine letztjährige Turnoverquote von 6,9 Prozent unterstreicht das effiziente – und risikoarme – Offensivspiel.

– Seine Ballhandling-Fähigkeiten sind auf einem unterdurchschnittlichen Skill-Niveau anzusiedeln. Bei seinem Dribbling mit der linken Hand ist er auf simple Bewegungen beschränkt und neigt dazu den Ball etwas zu „locker“ zu führen. In 1-gegen-1-Situationen beschränkt sich Vassell zumeist auf einfache „one-dribble“-Sprungwürfe.

– Mit dem Ball in der Hand ist der Flügelspieler kein aggressiver Downhill-Slasher. Bei seinen Dribble-Drives vertraut er primär auf seine Größe, was jedoch zu einigen desaströsen Off-Balance-Abschlüssen in der Zone führte. Er hat Probleme Körperkontakt zu absorbieren und kontinuierlich bis zum Ring zu gelangen. Nur 16,5% seiner Abschlüsse (exklusive Fastbreaks) kamen in unmittelbarer Ringnähe – und auch seine Freiwurfrate von 2,6% verdeutlicht, dass Vassell bei den Drives die letzte Entschlossenheit und das nötige Durchsetzungsvermögen vermissen lässt.

 

DEFENSE:

+ Es gab in der abgelaufenen NCAA-Spielzeit wohl kaum einen besseren Team-Defender auf den Flügelpositionen als Vassell. Nicht nur, dass der 19-Jährige stets in der korrekten Help-Position stand, mit seiner Agilität, Länge und Schnelligkeit nahm er konstant Einfluss auf die Defensive seines Teams. Vassell antizipierte die gegnerischen Spielzüge frühzeitig und rotierte dementsprechend. 

+ Läuft im höchsten Tempo seine Closeouts und nahm so noch reihenweise Einfluss auf Plays, die andere Spieler längst aufgegeben hätten.

+ Obwohl Vassell in der Verteidigungsarbeit mit viel Energie und Dynamik zu Werke geht, wirkt er nie überdreht. Er ist bei der Verteidigung der Passwege sehr aufmerksam und sammelte hier kontinuierlich Steals und Deflections ein (STL%: 2,8), ohne dabei seinen Mann aus den Augen zu verlieren oder eine gute Verteidigungsposition aufzugeben.

+ Mit einer Blockrate von 4,1 Prozent schlägt sich die sehr gute Hilfsarbeit von Vassell auch in den Advanced Stats wieder. Er räumte die Konkurrenz sowohl von der Weakside kommend als auch im direkten 1-gegen-1-Duell ab.    

+ Auch als Point-of-Attack-Verteidiger gibt Vassell am Perimeter eine gute Figur ab und erschwerte mit seiner technisch sauberen Fußarbeit und seinen langen Arme den Zug zum Korb. Selbst wenn der Seminole mal geschlagen wurde, konnte er mit seinen Recovery-Blocks noch das Punkten verhindern.

* Auf den Positionen 1 bis 4 switchten die Seminoles jeden Ball-Screen, sodass Vassell gegen eine Vielzahl an unterschiedlichen Spielertypen ran musste. Obwohl seine defensive Flexibilität in diesem Zusammenhang eigentlich ein positiver Faktor war, deutete sich bereits auf CBB-Niveau an, dass er gegen kräftigere Angreifer Probleme bekommt. In der NBA wären Power-Guards a la Marcus Smart oder Victor Oladipo kein gutes Match-up für ihn.      

– So lange wie Vassell nicht signifikant an Muskelmasse im Oberkörperbereich hinzugewinnt, wird seine defensive Vielseitigkeit beschränkt bleiben. Kräftige Driver wie LeBron James würden Vassell einfach überpowern und auch gezielt in kurzen Post-up-Aktionen attackieren.

 

Overall

Herausragende Team-Defense, ein hocheffizienter Sprungwurf und athletisches Transition-Spiel: Bei Devin Vassell ist es leicht ins Schwärmen zu geraten. Nach 3-and-D-Flügelspielern lecken sich sämtliche NBA-Entscheider die Finger und es verwundert kaum, dass der Sophomore im Laufe der Saison vom Borderline-NBA-Spieler zum Top-Ten-Talent empor gestiegen ist. Vassell gehört zu jenen Draft-Talenten, die bereits als Rookie – in einer kleineren Off-Ball-Rolle – einen positiven Einfluss auf das Spiel ihres Teams nehmen können. Dank seiner defensiven Skills und dem Dreipunktewurf hat Vassell einen vergleichsweise hohen Floor. Er erinnert zuweilen an Mikal Bridges, der bei den Villanova Wildcats zwar eine größere Offensivrolle hatte, aber dafür in der NBA mit ähnlichen Skills und Rollenprofil punktet. Ob Vassell sich von einem 3-and-D-Spezialisten auf Starter-Niveau (vergleichbar mit Danny Green) sogar zu einer sekundären oder tertiären Angriffsoption bei einem Playoff-Team entwickeln kann, hängt zum großen Teil mit seinen Fortschritten in den Bereichen des Ballhandlings respektive Playmaking für sich und andere sowie dem Finishing am Korb ab. Im absoluten Optimalfall befinden wir uns dann in den Sphären eines Khris Middleton, dessen größte Offensivwaffe bisweilen ebenfalls der Pull-up-Wurf ist.

 

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