Draftprofile 2020, NBA

Josh Green

Arizona Wildcats
Quelle: Youtube

Datenblatt

Name: Josh Green

Geburtsdatum: 16.11.2000

Größe: 6’6” 

Gewicht: 210 lbs. 

Spannweite: 6’10”

Position: Wing

Team: Arizona Wildcats

 

Stärken

Schwächen

+ Defense

+ Passing-Flashes

+ Positional Strength & Frame

+ Shooting-Potential

 

– Handling

– Self-Creation

– Finishing am Korb

 

 

ATHLETIK / INTANGIBLES:

+ Besonders durch seine hervorragende Wingspan von 6‘10‘‘ besitzt Josh Green mit einer Körpergröße von 6‘6‘‘ Gardemaß für die Wing-Position.

+ Der Australier startete seine Sportkarriere als Aussie-Rules-Footballer und hat ggf. dadurch einen sehr robusten Frame ohne übermäßig ausdefinierte Muskel zu besitzen. Seine untere Körperhälfte wirkt außergewöhnlich kräftig. Spielt aktuell mit einem Gewicht von 210 Pfund und bringt damit jetzt schon als Teenager gute, positionelle Strength mit. Profitiert in vielen Facetten des Games von dieser Stärke und könnte mit seinen recht breiten Schultern sogar noch mehr Masse hinzufügen.

+ Wirkt außergewöhnlich gut koordiniert und kann in der Luft fast immer seine Balance halten. Wie für so viele Fußarbeits-Outlier steht Fußball in der Vita.

+ Bewegt seine Füße sehr gut. Sein erster Schritt ist explosiv. Arbeitet auf engem Raum mit vielen kleinen Schritten, die ihm besonders angesichts seiner Masse großartige vertikale Geschwindigkeit und Agilität geben.

+ Zeigte sich als überdurchschnittlicher Leaper. Kann definitiv über Ringniveau spielen.

* Lief zweimal im Nike Hoop Summit für die Weltauswahl auf, spielte trotz australischem Hintergrund für ein traditionsreiches, amerikanischen High School Programm und sammelte AAU-Erfahrung.  Einzig Nationalmannschaftserfahrung blieb ihm wegen Verletzungen bisher verwehrt.

* Beide Elternteile haben einen Basketballhintergrund. Sein älterer Bruder spielt ebenfalls D1-Level-Basketball für UNLV.

– Ist einer der älteren Freshmen des Jahrgangs. Wird im November schon 20 Jahre alt und ist damit neun Monate älter als beispielsweise LaMelo Ball oder Patrick Williams.

 

OFFENSE:

+ Ist als starker Athlet vor allem in Transition eine kaum zu stoppende Waffe gewesen. Schlägt in diesen Situationen zumeist seinen Gegenspieler und attackiert mit Erfolg aggressiv den Korb.

+ Durch seinen schnellen ersten Schritt ist er besonders als Closeout-Attacker eine ernstzunehmende Gefahr. Findet als Straight-Line- oder Downhill-Driver gut den Weg zum Korb und sucht den Kontakt zum Gegner. Kann wegen seines robusten Frames viele Berührungen wegstecken und findet zusätzlich regelmäßig den Weg an die Freiwurflinie (.378 FTr).

+ Besitzt gute Vision und genug Passingskills um diese Übersicht in öffnende Zuspiele oder gar Assists zu verwandelt. Behält bei den eigenen Drives immer dem Kopf oben und findet gern Mitspieler im Post. Spielt verhältnismäßig oft Touch-Pass-Dimes, die für Gedanken- und Reaktionsschnelligkeit sprechen. Playmaking-Flashes bereiten viel Freude, sind aber zumeist eher reaktiv. Green ist kein Creator.

+ Mit einer guten Kombination aus Instinkten, Timing und athletischen Fähigkeiten war der Freshman ein guter Offensivrebounder für einen Flügel (4,8 ORB%).

* Zeigte ein durchwachsenes Shooting-Jahr, deutete aber sein Potential als Werfer an. Touch, Range und eine flüssige Bewegung sind vorhanden. Allerdings wirkt seine Basis oft instabil, da durch falsches Setzen seiner Füße seine Knie gern nach innen klappen. Grundsätzlich konnte er aber statistisch sehr positive Indikatoren zeigen (36,1 3P%, 5,1 3P/100 Pos, 78,0 FT%).

* Besonders aus der Ecke wirkte der Wildcats-Wing sehr sicher. Allerdings ist seine Wurf-Flexibilität noch eingeschränkt. Nahezu all seine Versuche nahm er als stationärer Schütze aus dem Spot-up. Movement-Shooting geht ihm weitestgehend noch ab. Pull-up-Würfe nahm er kaum.

* Besitzt gutes Slasher-Potential. Brachte es auf 26 Dunks in 30 Spielen. Solider Cutter und Alley Oop-Verwerter. Bewies teilweise sogar mit Floatern oder Turnaround-Jumpern in der Zone guten Touch.

– Insgesamt aber ein eher schlechter Finisher für seine athletischen Voraussetzungen, da er es um jeden Preis versucht Abschlüsse mit der linken Hand zu vermeiden und sich dadurch in teilweise unnötig schwere Finishing-Winkel manövriert (64 FG%@Rim).

– Sein Handling ist stark verbesserungswürdig. Kann sich als Ballhandler nicht verlässlich eigene Würfe kreieren oder das Pick’n’Roll laufen. Verfügt bisher über keinen Go-to-Move beim Zug zum Korb. Zeigt deshalb nur Straight-Line-Drives.

 

DEFENSE:

+ Besitzt hervorragendes Potential als On-ball-Defender. Bewegt sich lateral durch seine schnellen Füße sehr gut und scheint natürliches Talent für „Mirroring“ zu besitzen. Ist zusätzlich gut darin, schnell Körperkontakt zum Gegner herzustellen und dadurch als physischer Verteidiger mit guter Länge sehr eklig zu spielen.

+ Ist durch seine Mischung aus Geschwindigkeit, Stärke und Länge sehr switchable. Sollte in der NBA drei Positionen verteidigen können und hätte mit mehr Masse sogar die Chance, zeitweise diverse Vierer zu checken.

+ Scheint eine gute defensive Einstellung zu besitzen und Spaß an Stops zu haben. Hat ein gutes Stance-Verhalten und zeigt viele Hustle-Plays. Kämpft sich zumeist gut durch Screens. Seine Closeouts läuft er oft sehr gut.

+ Offball zeigt er sich auch immer wieder als aufmerksamer, drivestoppender Helper mit gutem Gefühl für Rotationen.

* Für seine athletischen Fähigkeiten und sein defensives Talent sehen seine Playmakingzahlen nicht überragend aus (2,8 STL%, 1,6 BLK%). Dies könnte aber ggf. sogar systembedingt sein, da Sean Miller seine Spieler nicht viel gamblen lässt.

– Zeigte zeitweise auch typische Freshmen-Mistakes wie Ballwatching. Agierte teilweise zu aktiv und jumpy. Nahm sich dadurch selbst aus Plays bzw. gab Gegenspielern unnötig viel Angriffsfläche.

 

Overall

Josh Green ist ein sehr vielversprechendes 3&D-Talent, das tatsächlich diesem Doppellabel gerecht werden könnte. Besonders als ambitionierter und engagierter On-ball-Verteidiger könnte er schon früh viele Minuten erarbeiten und mit Point-of-Attack-Aufgaben betraut werden. Seine Mischung aus vorbildlicher Einstellung, elitärem Footspeed und guter Länge erlaubt es ihm, auch auf dem nächsten Level ein potentieller Stopper zu werden. Dabei wird er sicherlich auch von seiner überdurchschnittlichen Stärke relativ zu seiner Position profitieren – ein noch immer unterschätztes Attribut, das vielen Spielern wie PJ Tucker, Grant Williams oder Marcus Smart ermöglicht größer zu spielen. Offensiv dürfte Green auch seine Rolle finden. Als williger und kluger Ballmover sollte er sicher eine Rolle als Rotationsspieler finden, solange er seine Dreier weiter trifft. Die Zeichen dafür stehen aber gut. Starterimpact wird er wohl aber nur erreichen, wenn Handlingverbesserungen es ihm ermöglichen, sein Passing freizuschalten. In einem solchen Medium-Good-Case würde Green dann wohl auf einem Josh Richardson-Level landen.

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