Draftprofile 2020

Nico Mannion

Arizona Wildcats
Quelle:Youtube

Datenblatt

Name: Nico Mannion 

Geburtsdatum: 17.03.2001 

Größe: 6’3” 

Gewicht: 190 lbs. 

Spannweite: 6’2.5” (Hoop Summit 2019) 

Position: Ballhandler

Team: Arizona Wildcats

 

Stärken

Schwächen

+ Passing/Vision 

+ Variables Shooting 

+ Basketball IQ

 

– Statur/Kraft

– Drive, Finishing

 

 

ATHLETIK / INTANGIBLES:

+ Erfahrung auf hohem Niveau. Konnte bereits für das italienische Jugendteam an einem U16-Turnier teilnehmen und feierte 2019 sein Debüt in der A-Nationalmannschaft. Darüber hinaus war er auch sowohl beim McDonalds All-American, Hoop Summit als auch beim Jordan Brand Classic vertreten. 

* Sohn von Pace Mannion und Gaia Bianchi. Pace spielte 6 Jahre in der NBA und anschließend in Italien, Gaia war italienische Volleyball-Nationalspielerin. 

* Obwohl er den Großteil seines bisherigen Lebens in den USA verbracht hat, vertritt Nico auf internationaler Ebene sein Geburtsland Italien. Er erblickte in Siena das Licht der Welt, als sein Vater dort spielte. 

– Ist noch recht leicht mit aktuell gelisteten 190lbs. Verfügt über einen schmalen Frame und wird sehr wahrscheinlich keine riesigen Sprünge in Sachen Muskelaufbau machen. 

– Sein erster Schritt ist durchaus solide bis gut. Erscheint auf engem Raum aber trotzdem nicht schnell genug. Hat zum Beispiel Probleme an seinen Gegenspielern vorbeizukommen. 

– Verfügt nur über eine durchschnittliche Länge. Die Körpergröße von 6’3” beeindruckt keinen GM und wird durch seine höchstens neutrale Armspannweite auch nicht ausgeglichen. 

 

OFFENSE:

+ Auch wenn die dürftigen Wurfquoten am College etwas anderes vermuten lassen (52% TS%, 33% 3P%), verfügt er über ein enormes Pullup-Shooting-Potenzial. Durch seine gute Balance und Stopping-Ability besitzt er eine tolle Basis, um aus dem Dribbling in den Wurf überzugehen. Hat er etwas Platz beim Dribbling, kann er jederzeit zum Pullup hochsteigen und den Ball durch seinen schnellen Release Richtung Korb bringen. Von seinen Dreipunktewürfen waren lediglich 60% assistiert. Abschlüssen am Ring gingen zu 25% ein Assist voraus. Bei den anderen Zweipunkte-Würfen liegt der Wert an assistierten Würfen bei 12%. 

+ Nico besitzt einen hervorragenden Touch, der sich besonders in seinem Floater-Game widerspiegelt. Auch hier nutzt er seine gute Balance zu seinem Vorteil, um regelmäßig diesen Wurf anzubringen. Für meinen Geschmack fühlt er sich etwas zu wohl mit diesem Abschluss und sollte den einen oder anderen Floater gegen Layups eintauschen, wenn es die Situation zulässt.  

+ Das Spiel abseits des Balles gehört ebenfalls zu Mannions Stärken. Er liest gegnerische Defenses hervorrangend und kann sich zuverlässig Platz verschaffen, indem er Offball-Screens geschickt nutzt oder im richtigen Moment einen Richtungswechsel vollzieht. Er variiert sein Tempo in diesen Aktionen ebenfalls gern, um sich von Gegenspielern zu lösen oder um sich die nötigen Zentimeter Platz zu schaffen. Er bewegt sich viel und hat ein gutes Gefühl für Relocations nach Kickout-Pässen. 

+ Trotz Limitationen in Sachen Drive und Finishing am Ring konnte er am College sein Talent als Ballhandler im Pick’n’Roll unter Beweis stellen. Er manipuliert gern die Help-Defense mit Dribblings und Blickkontakt, um sie zum “Committen” zu bewegen, um dann seinen offenen Mitspieler zu finden. Besonders oft hat zum Beispiel sei Bigman Kollege Zeke Nnaji davon profitiert und einige offene Midrange Würfe serviert bekommen. Er kann nahezu jeden Lehrbuchpass spielen und zeigt sich hierbei zumeist präzise und kreativ. Offene Mitspieler auf dem Flügel findet er zuverlässig mit Skip-Pässen und Cutter mit gut getimten Bounce-Pässen für offene Layups. Hat sich der eigene Big zum Beispiel früh in Transition eine gute Position erarbeitet, ist Mannion sogar in der Lage aus dem Dribbling von der Mittellinie ein präzises Entry-Anspiel zu liefern. 

+ Spielt Mitspieler mit Leichtigkeit durch gut getimte Pässe seine Mitspieler frei. Er zeigt sich geduldig, wenn es darum geht, das richtige Passing-Window abzuwarten. 

+ Bekommt er den Defensiv-Rebound, geht es schnell in die Transition. Er lässt der gegnerischen Defense keine Zeit sich zu sortieren und findet verlässlich offene Mitspieler auf dem Weg nach vorn. Er agiert nicht zu überhastet in diesen Aktionen und unterbricht seinen Angriff gern, wenn er keine schnelle Scoringmöglichkeit sieht, um dann in die Halbfeld Offensive zu überleiten. Das rennende Trio aus Mannion, Green und Nnaji sorgte stets für Gefahr am gegnerischen Korb und einige Highlights. 

* Fängt Nico den Ball in der Bewegung, folgt meist eine schnelle, gezielte Aktion. Er ist kein Ballstopper und braucht nicht viel Zeit, um Spielsituationen zu lesen. Entweder gibt es einen schnellen Versuch seinen Gegenspieler zu schlagen oder er passt den Ball direkt weiter. 

* In erster Linie definiert Mannion sich selbst scheinbar als Pass-First-Guard. Er trifft schnelle Entscheidungen und bewegt den Ball innerhalb der Offense. In manchen Situationen sollte er aber etwas aggressiver zu Werke gehen. Er gibt zum Beispiel häufig Layup-Versuche für Kickout-Pässe auf. In diesem Bereich muss er sein Decisionmaking noch etwas verbessern. 

– Er ist sehr abhängig davon, mit seinem Wurf Druck auf die Defense auszuüben. An seinem Gegenspieler kommt er zu selten vorbei. Sein erster Schritt ist durchaus gut, es fehlt ihm aber die Explosivität auf kurzen Strecken stark genug zu beschleunigen. In Transition und hohen Ballscreen-Settings erscheint dies weniger ein Problem zu sein. Hier zeigt er sich auch deutlich kompetenter als Rim-Finisher (21-34, 61.8%).

– Ist er am Ring angekommen, kann er meist einfach nicht gut abschließen. Hier fehlt es ihm deutlich an Kraft in der Körpermitte. Shotblocking-Threats haben starken Einfluss auf ihn (40-74, 54% am Ring). Im Halbfeld ist diese Problematik noch deutlicher. Hier konnte er lediglich 30 Abschlüsse in 32 Spielen verzeichnen (14-30, 46.7%). Ein Above-the-Rim-Game besitzt Nico nicht. Er ist zwar durchaus fähig, in Shootaround-Situationen zu dunken, verfügt aber nicht über die nötige funktionale vertikale Athletik, um dies auch in Spielen nutzen zu können. Seine linke Hand ist zudem ebenfalls noch kein Faktor.

– Der Freshman ist oft zurückhaltend und nicht aggressiv genug bei den eigenen Abschlüssen. Das Spacing am College scheint zudem seinen Willen zum Korb zu ziehen, beeinträchtigt zu haben. Mehr Platz auf dem kommenden Level können seine Ambitionen in Richtung Ring hoffentlich wieder etwas beflügeln.  

 

DEFENSE:

+ Seine gute Kommunikation ist ein Schlüsselattribut, das Mannion zu einer überraschend guten Defense am College verhilft. Er navigiert seine Mitspieler, zeigt potenzielle Ballscreens an und spricht allgemein viel mit seinen Nebenleuten. 

+ Sein guter Basketball IQ kommt ihm auch in der Defense zu gute. Er zockt nicht zu viel auf potenzielle Steals, sondern liest Passwege gut und kann dort trotz seiner geringen Armspannweite immer wieder Zuspiele abfälschen oder sogar abfangen. 

+ Guter Rebounder für seine Position. Antizipiert potenzielle Rebounds und startet damit oft und gern Transition-Angriffe.

* Zeigt sich am College als überraschend solider Point-of-Attack-Defender. Ist meist engagiert und will ambitioniert verteidigen. Er zeigt zeitweise ein inkonstantes Stance-Verhalten, was seine Fähigkeit vor seinem Mann zu bleiben enorm einschränkt. Seine fehlende Kraft schränkt seine positiven Ansätze in diesem Bereich ebenfalls ein. Positiv ist, dass Mannion zmindest das richtige Mindset zeigt und bei verbesserter Physis hier zumindest keinen deutlichen Minusfaktor darstellen sollte.

* In Help-Defense-Situationen rotiert der Freshman recht zuverlässig, kann hier aber aufgrund des Körperbaus wenig Positives ausrichten. Durch fehlende Athletik liefert er selbst mit passender Rotation zum Ring keine Rimprotection. Er kann aber durchaus Passwege schließen oder komplett offene Abschlüsse verhindern sowie Drives unterbinden, indem er seinem Gegenspieler den Spot nimmt. 

* Hat genau 0 Würfe während seiner Zeit am College geblockt.  Bislang gab es lediglich 4 Spieler, die diese Wasserstandsmarke unterschritten haben und gedraftet worden sind. Weitere Mitglieder im “Zero-Block-Club” sind: DJ Augustin, Pierre Jackson, Jalen Brunson und Joseph Young. Der Umstand, dass er noch zu oft auf Pump-Fakes hereinfällt, erscheint dadurch auch noch etwas seltsamer.

– Hat phasenweise Probleme um Ballscreens zu kommen und gerät dadurch oftmals ins Hintertreffen. Es kann hier durchaus anführt werden, dass Nico mit etwas Krafttraining hier in Zukunft besser agieren könnte – aktuell besteht in dieser Facette aber auch Verbesserungsbedarf. 

– Seine Off-Ball Defense ist meist zufriedenstellend. Er zeigt jedoch gelegentliche Aussetzer und verliert seinen Gegenspieler. Mit Off-Ball-Screens hat Nico weniger Probleme, als mit On-Ball -Screens. Er liest auch hier die Situationen gut und kann dadurch frühzeitig durch Traffic navigieren und bleibt dadurch bei seinem Gegenspieler. 

– Besonders in Closeout-Situationen zeigen sich zwei besonders negative Punkte. Zum einen sinkt er oftmals zu weit ab. Zum anderen verfügt er nicht über die Armspannweite, um Würfe  konstant contesten zu können. Außerdem gerät er leicht aus der Balance. Hier kann er sich zumindest verbessern, indem er nicht mehr so weit absinkt. Im NBA-Setting sollte dieser Punkt weniger präsent sein, weil die Schützen auf seiner Position in den meisten Fällen beachtet werden müssen und er gar nicht mehr so weit absinkt können wird.

 

Overall

Nico Mannion hat zum jetzigen Zeitpunkt klare Stärken und Schwächen. Während er ein guter Pullup-Shooter sein kann und über ein tolles Passing-Game sowie allgemein über einen guten Basketball-IQ verfügt, hat er klare körperliche Defizite bezüglich seiner Armspannweite, Kraft und seiner Schnelligkeit. Offensiv ist er von seinem Wurf ungemein abhängig und strahlt außerhalb seines Shootings nahezu keine direkte Gefahr für die Defense da. Schon am College zeigte sich diese Abhängigkeit und äußerte sich in durchwachsenen Quoten sowie kaum genommenen Abschlüssen am Ring. Dieses Defizit beeinträchtigt sein tolles Passing, welches er nie wirklich im vollem Umfang nutzen kann, weil er die Defense zu wenig unter Druck setzt. Um seinen Best-Case zu erreichen, muss er entweder deutlich kräftiger werden, was bei seinem Körperbau aktuell unwahrscheinlich erscheint, oder ein elitärer Pullup-Schütze und Ballhandler ala Trae Young oder Chris Paul werden. Andernfalls kann der Wildcat sein volles Potenzial auf dem Parkett nicht entfalten und kein Starter-Niveau auf seiner Position erreichen. Die Anforderungen an primäre Ballhandler sind unwahrscheinlich hoch.

Kann er sich in diesen Punkten nicht ausreichend verbessern und ist weiterhin komplett abhängig von seinem Wurf, sehe ich parallelen zu Devonte Graham – sofern Mannion sein Pullup-Shooting wirklich übertragen kann. Seine eigene Offensiv-Produktion hängt zu sehr von seinem Wurf ab und lässt ihm dadurch nicht viel Spielraum auf NBA-Starter-Niveau. 

Defensiv zeigt sich Mannion besser als erwartet. Auf dem nächsten Level sehe ich ihn vorerst aber trotzdem als negativ Faktor aufgrund der körperlichen Limitationen und der starken Konkurrenz auf seiner Position. Im besten Fall wird Nico deutlich kräftiger und kann zumindest annährend als neutraler Defensiv-Faktor betrachtet werden. Ist dies nicht der Fall, muss Nico wahrscheinlich etwas versteckt werden und mehr off-ball verteidigen – wo er mit seinem IQ deutlich besser seine Defizite kompensieren kann, mit seiner Arm-Spannweite und seinem dünnen Frame aber trotzdem nicht viel Raum für Fehler hat. 

Aufgrund dieser Umstände ist es extrem schwierig zu sehen, wo die Reise für Nico Mannion hingeht. Sein Floor (Backup) und Ceiling (Starter), liegen recht weit auseinander. Schafft er es auf NBA Niveau konstant effiziente Offense für sich und seine Mitspieler zu kreieren? Diese Frage würde ich, stand heute, mit einem Nein beantworten. Zumindest nicht ohne größere Entwicklungssprünge. Seine Defizite wiegen zu schwer, um die Rolle als Ballhandler auf Starter-Niveau wirklich gut auszufüllen.

 

Synergy-Playtypes

 

Synergy-Shotchart

 

Video:

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