Alltimers, NBA

Die Defense von Lead Guards

Wie sehr schadet die schlechte Verteidigung der Ball Handling Guards?

Mit Kyrie Irving und Isaiah Thomas sind zwei Lead Guards füreinander getradet worden, die beide nicht den Ruf genießen, auf der defensiven Seite des Feldes ihren Teams zu helfen. Zu oft werden sie dabei erwischt, entweder körperlich nichts ausrichten zu können (zumeist bei Thomas zu beobachten) oder – wie hier bei Irving – einfach nicht den Reiz zu verspüren, sich defensiv hereinzuhängen:

Bei Kyrie Irving sieht man hier hervorragend, dass er nicht im Defensivsystem agiert, sondern nur den Ball verfolgt, während Ian Clark im Flow der Offense zu einem einfachen Wurf kommt. Es sind keine Einzelszenen, sondern eher ein Ausschnitt aus vielfältigen defensiven Fehlern Irvings. Während Thomas zumindest noch Einsatz zeigt, aber aufgrund seiner Größe und Masse zu sehr benachteiligt ist, wundert man sich bei Irving immer, wieso ein Spieler, der offensiv so viele Angles findet, um die Defensive abzuschütteln, genau so hilflos in der Defensive dagegen agiert. Einige defensiven Aussetzer kann man sich aber auch einfach nicht erklären:

Dazu gibt es von James Harden bereits mehrere Mixtapes mit defensiven Aussetzern, die daran zweifeln lassen, ob er jemals auch nur interessiert daran ist, seinem Team auf der defensiven Seite des Feldes zu helfen. Aus den punktuellen Beobachtungen stellt sich logischerweise folgende Frage: Wie gut sind Irving, Thomas oder Harden überhaupt, wenn sie – überspitzt gesagt – Totalausfälle in der Defensive sind? Ein Spieler, der auf seiner Position zu den schlechtesten 20% aller Verteidiger zählt, dürfte in der NBA kein besonders gutes Standing genießen.
Wichtig ist hier – wie fast immer – der Hinweis auf die Problematik der zu erfassenden defensiven individuellen Statistiken, wie Philipp Rück bereits für Go-to-Guys.de herausgestellt hatte. Sind wir nämlich streng zu uns selbst, dürfte uns eine objektive Meinung zu Irvings, Thomas‘ und Hardens Defense sehr schwer fallen, weil wir sie nicht durch den Eye-Test verifizieren können, da wir nicht genügend Spiele von allen dreien gesehen haben – und selbst wenn wir dies täten, müssten wir sie in den Ligakontext einordnen können, wozu wir nahezu jedes Spiel gesehen haben müssten. Individuelle Defensive selbst ist weiterhin sehr schwer zu entschlüsseln. Zur Simplifizierung wird für diesen Titel die Meinung renommierter Beat Writer herangezogen, die bestätigen, dass alle drei Spieler defensive Schwachstellen sind.

Eng an diese Thematik ist die weitläufige Meinung gekoppelt, dass ein Spiel zu 50% aus Angriff und zu 50% aus Verteidigung besteht. Dies ist zunächst auch recht einfach zu bestätigen: Jedes Team verbringt ungefähr dieselbe Zeit in der Offensive wie in der Defensive und es gibt beim Basketball keine offensiven und defensiven Units, die – wie etwa beim Football – auf das Feld kommen. Beim Basketball musst du angreifen und verteidigen können, um deinem Team zu helfen. Hoch im Kurs stehen deswegen auch immer Two-Way-Player, obwohl der Begriff leider immer schwammiger wird, weil er qualitativ nicht genutzt werden sollte. Es entstehen deswegen auch immer wieder Vergleiche zwischen einem sehr guten Offensivspieler, aber schlechtem Verteidiger (James Harden) und einem guten Offensivspieler, der auch noch sehr gut verteidigt (beispielsweise Klay Thompson). Legen wir die 50%/50%-Gewichtung an, sollte Klay Thompson demzufolge ein besserer Basketballspieler als James Harden sein. Dasselbe Ergebnis würde auch bei einem Vergleich zwischen Irving oder Thomas und Thompson herauskommen.

Während ein Teil der NBA-Community der Aussage beipflichten würde, schaut der andere Teil eher skeptisch auf die Behauptung.

Nicho Gorny hat in seiner überlangen Analyse von Irvings Spiel bspw. auch nur zu einem sehr kleinen Teil auf die Defense des neuen Lead Guards der Boston Celtics abgehoben, obwohl Irving hier doch eigentlich die größte Angriffsfläche böte. Sein Ballwatching und seine generell nahezu inkompatible Verteidigungseinstellung hätten doch die größten Kritikpunkte in der Analyse sein müssen.


Offensichtlich ist dem aber nicht so. Es reicht bei bestimmten Spielern augenscheinlich auch aus, dass sie offensiv so elitär agieren, dass ihre Defensive nicht ins Gewicht fällt. Doch warum ist dies so? Verteidigung – gerade im Teamverbund – ist ebenso wichtig, um ein Spiel zu gewinnen. Wieso kann James Harden es sich erlauben, defensiv einfach auf der Stelle zu stehen, aber trotzdem in der Wahl zum MVP so viele Stimmen zu bekommen? Eine einfache Antwort wäre: Er besitzt eine beinahe einzigartige Kombination von Skills.

Eine längere Antwort muss zunächst die These hinterfragen, ob Angriff und Verteidigung wirklich für jeden Spieler(-typen) gleich gewichtet werden sollte. Dies ist faktisch nicht der Fall, auch wenn natürlich alle Spieler zeitgleich auf dem Feld stehen. Der Grund dafür ist die Rollenzuweisung der einzelnen Spieler. Natürlich wäre es hervorragend, wenn alle Spieler alle Facetten des Spiels beherrschen würden und in einer perfekten Welt könnten auch alle Spieler auf dem Feld hervorragend verteidigen. Die Realität kommt uns meistens jedoch dazwischen. Basketball besteht zum großen Teil aus Anpassungen auf Gegebenheiten, die nicht ideal sind. So wäre es sich natürlich zu wünschen, dass Harden oder Irving mit mehr Intensität zu Werke gingen – oder Thomas doch noch einen Wachstumsschub bekäme.

Aber auch so sind alle drei mit Sicherheit Top 25 Spieler der gesamten Liga und generell vor Klay Thompson einzuordnen. Dies liegt zuvorderst daran, dass sie Skills beherrschen, die auf ihrem Niveau so einzigartig sind, dass sie andere Schwächen nicht nur ausgleichen, sondern sie nur im Vakuum schlechter dastehen lassen, nicht aber in der Praxis auf dem Feld. Beginnen wir aber zuerst mit den Stärken:

In der NBA gibt es vielleicht zwei, maximal drei Hände voll von Spielern, die mit dem Ball sowohl so behände umgehen können, dass sie ihn besonders gut dribblen und abschirmen können, als auch bei diesem Dribbling in der Bewegung eine Übersicht haben, um eine gute Entscheidung zu treffen. Noch weniger haben die Fähigkeit, das Spielfeld trotz Bewegung so zu überblicken, dass sie scheinbar wissen, wo jeder Mit- und Gegenspieler steht und auf dieser Grundlage sehr oft die beste Entscheidung zu treffen.

James Harden gehört wahrscheinlich sogar zum zweitgenannten, elitären Kreis; Isaiah Thomas‘ Fabelsaison im letzten Jahr lässt eigentlich auch keinen anderen Schluss zu, auch wenn eine Bestätigung dieser Leistung noch viel versprechender wäre; bei Kyrie Irving ist vor allem das Talent, 1-on-1-Situationen per Dribbling zu lösen, einzigartig. Viele Beobachter sehen bei Kyrie sogar das beste Handling der NBA, auch wenn man Ball Handling im Sinne von Dribbling und Ball Handling im Sinne von Decision Making trennen sollte. Ein besonders guter Decision Maker ist Irving nicht.

Gerade diese Skills, gepaart mit dem Willen, zum Korb zu ziehen, macht alle drei so wertvoll. Aber dieser intensive Spielstil birgt auch Nachteile. Sie brauchen Erholungspausen, um Possession für Possession der Fokus der Defense zu sein, die sie immer wieder vor neue Herausforderungen stellt, weil geswitcht, gehedgt, getrappt, gedoppelt oder der Gegenspieler komplett gewechselt wird. Da sie diese Pausen offensiv aber nie bekommen, weil ihr Talent so einzigartig ist, muss die Ruhepause offensichtlich in der Defensive stattfinden.

Gerade in diesem Zusammenhang könnte man überlegen, warum so wenige elitären Ball Handler ausgewiesene defensive Stärken haben. Ligaweit findet man nahezu keinen Spieler, der sowohl offensiv als auch defensiv elitär ist. Genannt werden hier zumeist Chris Paul, John Wall und Mike Conley, vereinzelt vielleicht noch Kyle Lowry. Alle anderen primären Ball Handler sind für ihre Defensive nicht so berühmt (wichtig ist hier, dass wir auf die Ball Handler, nicht die nominellen „Point Guards“ schauen. Natürlich haben Patrick Beverley oder George Hill (zurecht) einen guten Ruf, aber sie initiieren die Offense ihrer Teams auch nicht so häufig. Ihnen fehlt das offensive Talent).

Bei Chris Paul sollte man einschränkend hinzufügen, dass er viele Possessions weder selbst abschließt noch durch Penetration für Assists sorgt. Er spielt in der Regel nicht so aggressiv, was ihm von manchen Analytikern auch vorgeworfen wird. Dass dann etwas mehr Kraft für die Verteidigung übrig bleibt, sollte auch klar sein. Ebenso gilt dies für Mike Conley, der nur an den Top 50 kratzt, was die durchschnittliche Touch-Time angeht. Er wird im Spielaufbau durch das System der Grizzlies (und Marc Gasol) zuweilen entlastet. Bei Wall (gute BLK%, ordentliche Steals, athletisches Potential; aber die Wizards sind ein bottom 10 Team der Liga in der Defensive) und Lowry (theoretisch robuster Körper mit niedrigem Körperschwerpunkt) sollte näher geprüft werden, wie konstant gut beide agieren. Gerade bei Wall könnten Highlight Plays das Bild verzerren. Lowry hingegen kommt auf noch weniger Touches als Conley, weil DeMar DeRozan auch viel den Ball in den Händen hält, was Luft für die Defensive verschafft.


Ball Handler benötigen defensiv immer Unterstützung. Selbst wenn sie gute Verteidiger wären, könnten sie meist – bedingt durch ihre Körpergröße und ihre Positionierung am Perimeter – nicht so viel Einfluss auf die gesamte Defensive wie Bigs ausüben. Dies hatte auch Jerry Engelmann in unserem RPM-Podcast bestätigt. Es hat seinen Grund, warum nur offensiv begabte Center wie Al Jefferson oder Greg Monroe immer schlechter spielbar werden, während Ball Handler wie Harden, Lillard oder eben Irving teils auch unmotiviert auf dem Feld stehen dürfen, aber nicht als Schwachstellen für die Teamleistung lokalisiert werden. Sie werden natürlich angegriffen, aber es lohnt sich weiterhin, sie auf dem Feld zu lassen. Bei Jefferson, Monroe oder in größerem Ausmaße Jahlil Okafor schaden die Pivoten dem Team in der Defensive so sehr, dass man sie eigentlich nicht starten lassen kann.
Dies ist der einfachen Tatsache geschuldet, dass sich die Wichtigkeit von Defensive erhöht, je größer ein Spieler spielt (oder spielen muss). Für Center ist Defense eine absolute Schlüsselfähigkeit. Ohne Rim Protection, am besten noch gepaart mit Mobilität, um das Pick-and-Roll zu verteidigen, richtet sich der Angriff des Gegners zu sehr auf die letzte Verteidigungslinie. Dies bedeutet aber auch, dass die Defensive –gerade für kleine Lead Guards – unwichtiger wird, weil sie kompensiert werden kann. Wenn wir jedoch auf Blake Griffin oder Kevin Love (und im nächsten Jahr mit etwas mehr medialem Fokus auf Nikola Jokic) schauen, sehen wir eigentlich auch in der Offensive einzigartige Spieler, die scoren und passen können, aber nahezu immer angegriffen werden und zu einem bestimmten Zeitpunkt kaum noch spielbar sind. Dies ist einfach der Rolle geschuldet, in der sie sich befinden.  Sie verteidigen naturgemäß den Roll Man des Pick-and-Rolls und müssen deswegen mobil sein oder werden durch die immer wurflastigere NBA sogar gezwungen, weit weg vom Korb zu verteidigen. Der Zusammenbruch der Defensive ist zumeist der Fall.
Deshalb ist es auch wichtig, dass wir hier die Unterscheidung zwischen einem Lead Guard und einem Ballhandler treffen. Beide Rollen sind eigentlich synonym anzusehen, außer der Tatsache, dass wir durch den Ausdruck „Guard“ darauf verweisen, dass der ballsicherste Spieler des Teams eher klein ist. Spielt er nominell auf der Vier oder Fünf, ergeben sich andere Bewertungsmaßstäbe. Auch bei LeBron James sah man, dass dieser – gerade in den Finals, in denen er nominell auch als Center agierte – eine ganz andere, wichtigere Aufgabe in der Defensive übernehmen musste. James ist ein Ball Handler, aber in der Regel kein Lead Guard.


Bei Lead Guards gibt es gleich mehrere Möglichkeiten, einen schwachen Perimeter-Verteidiger zu verstecken. Die uneleganteste dürfte es sein, den Ball Handler einfach in ein Pick-and-Roll gehen zu lassen und zu hoffen, dass der Big und die danach folgenden Rotationen den Schaden begrenzen können. Dies passiert vor allem, wenn das Team kaum andere defensiven Optionen hat. So musste Damian Lillard oft zusammen mit Mason Plumlee in der letzten Saison das Pick-and-Roll verteidigen, weil die Blazers keine Alternativen hatten. Aminu war verletzt, Evan Turner spielte man nicht immer, wenn man auf Allen Crabbe zurückgriff, und CJ McCollum hat ähnliche Probleme wie Lillard.

Deshalb wäre es im Idealfall auch wichtig, dass ein Lead Guard verteidigen könnte. Die Portland-Situation im letzten Jahr hatte aufgezeigt, dass Komplementärspieler dringend von Nöten sind, um die Playmaker verstecken zu können. Nur gibt es eben – total gesehen – sehr viel mehr Spieler, die (nur) verteidigen können. Der Skill ist nicht so einzigartig wie elitäres Playmaking. Deshalb werden Irving, Harden und Lillard mit Maximalverträgen ausgestattet, während reine Verteidiger überhaupt Probleme haben, sich in der Liga zurechtzufinden und über ein Jahrzehnt Teil des Geschehens zu sein.

Am häufigsten wird jedoch darauf zurückgegriffen, den Ball Handler das Play gar nicht aktiv verteidigen zu lassen, sondern einen Rollenspieler auf den gegnerischen Lead Guard anzusetzen. Der Playmaker wird in der Verteidigung auf einem Flügel ohne Ball Handling oder als Roamer in der Mitte des Feldes geparkt, und muss nur noch hoffen, dass der Gegner ihn nicht attackiert, wie hier zu sehen. Zum einen verteidigt Patrick Beverley Russell Westbrook und geht in die Verteidigung des Pick-and-Roll. James Harden hingegen orientiert sich nicht mal in die Richtung von Andre Roberson und verfolgt nur den Ball in der Mitte des Feldes:

Während die Defensive also darauf ausgerichtet ist, dass vier Spieler verteidigen und einer auf den schwächsten Flügelspieler abgestellt wird, kommt den Komplementärspielern eine größere Aufgabe in der Defensive zu. Dies kann aber problematisch werden, weil passende Komplementärspieler rar gesät sind. Die NBA befindet sich momentan in einem Umbruch, in der vor allem die Vier als Position komplett neu besetzt wird. Selbst wenn ein nomineller, klassischer Power Forward dort startet, suchen immer mehr Teams nach Möglichkeiten, Flügel auf die Vier zu schieben. Daraus folgt, dass der Markt leergekauft ist.
Dabei geht es zuvorderst nicht nur um Verteidiger – diese findet man auch fürs Minimum. Spieler wie Ekpe Udoh, die durch Mobilität und Athletik auffallen, werden in Europa zu großartigen Verteidigern, aber finden in der NBA gerade so eben einen Kaderplatz. Sie sind deshalb nicht so viel wert, weil sie nur auf einer Seite des Feldes funktionieren und zumeist den Dreier nicht beherrschen. Wir sahen in den Playoffs, dass Andre Roberson und Tony Allen –ausgewiesene, elitäre Verteidiger – fast unspielbar wurden, weil sie offensiv eine so große Schwachstelle darstellten. Sie sind die idealen Gegenspieler für die Lead Guards, die sich in der Verteidigung ausruhen müssen, um offensiv ihr Team zu schultern.

Ist ein Team auf den kleineren Positionen jedoch potent besetzt, wird es immer schwieriger, den Ball Handler zu verbergen. Hier versuchten die Boston Celtics, das kleinste Übel für Isaiah Thomas zu finden. Sie entschieden sich, Thomas auf Otto Porter zu stashen, da mit Wall und Beal eine noch gefährlichere Offensive ausging. Das Resultat spricht trotzdem nicht für Thomas:

Sollte das Team keine adäquaten Three-and-D-Spieler im Kader vorweisen können, schadet die Defense des Lead Guards natürlich dem Team. Doch dies ist nur zu Teilen dem Ball Handler anzurechnen. Hier muss eher das Front Office einen besseren Job machen und Ergänzungsspieler finden, um die Schwächen des balldominanten Spielers auszugleichen. Kein Spieler in der NBA ist perfekt, jeder muss ergänzt werden. Der Ball Handler gleicht offensiv so viele fehlende Skills der anderen Spieler aus, dass diese ihm defensiv helfen müssen. Kaum einer der anderen Spieler könnte auch nur ansatzweise so effizient on-ball agieren, also gleichzeitig die Attribute Dribbling, Courtvision, Passing, Shooting und Timing beherrschen, die nötig sind, um eine erfolgreiche Offense zu laufen. Die dauerhafte Aufgabe, diese Skills bestmöglich einzusetzen, erfordert viel Kraft und Konzentration. Es fehlt diese in der Defensive.


Bei Lead Guards muss die Gewichtung des Beitrags zur Offense und Defense neu bewertet werden. Auch wenn sie theoretisch die Hälfte der Zeit in der Offense und die anderen in der Defense verbringen, sehen ihre Rollen nicht dieselbe Intensität vor.

Defensiv ist die Strategie des Wechselns der Gegenspieler nicht neu, sondern wird seit Jahrzehnten genutzt, aber sie muss unter der Annahme beleuchtet werden, was sie zur Gleichwertigkeit von Defense und Offense beitragen kann. Wenn es möglich ist, einen Spieler defensiv so zu verstecken, dass er trotz offensichtlicher Schwächen keine Schwachstelle in der Defensive sein muss, muss zwangsläufig das Verhältnis zwischen Offensive und Defensive überdacht werden.

Lead Guards tragen in der Offensive zu großen Teilen das gesamte Team, weil dieses von den Entscheidungen abhängig ist und darauf vertrauen muss, dass der Playmaker die richtige Entscheidung trifft. Hier sollte nochmals angemerkt werden, dass es dabei irrelevant ist, ob der Lead Guard hierbei bspw. immer entscheidet, dass er selbst scort – wenn es die richtige Entscheidung war. Ein primärer Ball Handler entscheidet immer, welche Option am erfolgreichsten fürs Team ist. Das kann im Fall von Russell Westbrook ind er letzten Saison auch großteils der eigene Wurf sein.

Der Einfluss, den ein kleiner Spieler auf das Spiel ausüben kann, ist – als Ballhandler – in der Offensive immer größer als defensiv. Deshalb sind offensive One-Way-Player wie James Harden, Kyrie Irving oder Isaiah Thomas auch wertvollere, weil einzigartigere, Spieler als Two-Way-Player wie Klay Thompson oder One-Way-Player wie Andre Roberson. Die Offense bei Lead Guards ist bedeutend wichtiger als die Defensive – auch wenn ein wenig mehr Einsatz natürlich von jedem Spieler wünschenswert wäre.

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6 comments

  1. Avatar

    bartek

    Dankeschön. :tup: Gut geschriebener Artikel. Eigentlich habe ich noch auf ein Beispiel mit den Cavs gewartet (Thomas, Rose, Calderon) :mrgreen:

  2. Coach K

    Sehr guter Artikel, der genau beschreibt wie es in echt ist!
    Ich habe nur an einem winzigen Punkt was auszusetzen. Der tangiert aber den Inhalt überhaupt nicht. Deswegen spreche ich Ihn nicht an.

    Sorry für die kritischen Worte in letzter Zeit. :mrgreen:

  3. Dennis Spillmann

    |Author

    Dankeschön. :tup: Gut geschriebener Artikel. Eigentlich habe ich noch auf ein Beispiel mit den Cavs gewartet (Thomas, Rose, Calderon) :mrgreen:

    Die Cavs stehen defensiv mit Crowder + bad d swap (Irving für Rose/Calderon/Thomas) vielleicht sogar besser da.

    Sehr guter Artikel, der genau beschreibt wie es in echt ist!
    Ich habe nur an einem winzigen Punkt was auszusetzen. Der tangiert aber den Inhalt überhaupt nicht. Deswegen spreche ich Ihn nicht an.

    Sorry für die kritischen Worte in letzter Zeit. :mrgreen:

    Ich bin für Kritik immer offen. Hau raus.

  4. Avatar

    lemanu

    top artikel :tup:

    Aber auch so sind alle drei mit Sicherheit Top 25 Spieler der gesamten Liga und generell vor Klay Thompson einzuordnen. Dies liegt zuvorderst daran, dass sie Skills beherrschen, die auf ihrem Niveau so einzigartig sind, dass sie andere Schwächen nicht nur ausgleichen, sondern sie nur im Vakuum schlechter dastehen lassen, nicht aber in der Praxis auf dem Feld. Beginnen wir aber zuerst mit den Stärken

    das ist dennoch eine aussage diezumindest diskussionswürdig ist.
    ich denke dass es gerade hier im forum einige die gibt die klay bevorzugen würden…

    ich finde allerdings auch dass offensive ausnahme talent die in der defense ihre schwächen haben teilweise unfair hart kritisiert werden, gerade in kreisen die eigentlich etwas mehr fundierten bball sachverstand haben. vielleicht ist das so eine art überkompensation im vgl. zum casual fan dem defense außer blocks und steals eher schnurz ist.
    lillard ist auch ein spieler der häufig hart kritisiert wird obwohl man an seinem beispiel sehen kann wie weit ein solches offensives ausnahme talent ein team auch mit relativ wenig hilfe führen kann.

  5. Dennis Spillmann

    |Author

    Sobald Klay Thompson einen Ball dribblen kann, reden wir. Er ist offensiv so limitiert und hat deshalb – gerade als kleiner Spieler – einfach weniger Wert. Solltet ihr auch aus dem Draftbereich kommen und ihn da um die 25 picken: okay. Als zweiten Pick vielleicht. Aber alle anderen Spieler haben offensiv einfach so viel mehr Wert, da sie die erste Option eines NBA-Teams sind /sein können. Klay ist natürlich der perfekte Komplementärspieler, aber eben nicht der offensive Fixpunkt.

  6. Avatar

    bartek

    Dankeschön. :tup: Gut geschriebener Artikel. Eigentlich habe ich noch auf ein Beispiel mit den Cavs gewartet (Thomas, Rose, Calderon) :mrgreen:

    Die Cavs stehen defensiv mit Crowder + bad d swap (Irving für Rose/Calderon/Thomas) vielleicht sogar besser da.

    MIt Jae kriegt man jetzt den Wingverteidiger der Iman eigentlich sein sollte.
    Wer wird aber das Scoring von Irving auffangen(IT wird ja noch Monate aussetzen)? Kriegt Love dann endlich die Bälle im Post? Ob Rose das schaffen kann wird interessant. Dann kann man vielleicht den Wert von einem Rose (17ppg) zu einem Irving (25ppg) erkennen.


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