Draftprofile 2013

Shane Larkin

University of Miami

Datenblatt

nopictureName: Shane Larkin

Position: Playmaker

[xrr rating=1/4] (Rollenspieler)

College: University of Miami

College-Erfahrung: Sophomore

Noch vor einem halben Jahr hatte kaum jemand Shane Larkin auf dem Schirm. Wenn überhaupt galt er unter Scouts als potentielles Material für die zweite Runde. Dies änderte sich dann im Verlauf seiner Sophomore-Saison langsam mit dem unerwarteten Erfolg seiner Miami Hurricanes. Zum einen war er als Playmaker, Anführer auf dem Feld und Closer in der Crunchtime zu großen Teilen mitverantwortlich für den Gewinn der ACC und des ACC Tournaments, zum anderen zeigte er einen NBA-kompatiblen Skillmix aus Geschwindigkeit, Wurf und Spielübersicht, was ihn auf den Boards der Scouts immer höher klettern ließ. Im Endeffekt war es für Larkin dann nur logisch, sich zur Draft 2013 anzumelden, um die Früchte dieser Entwicklungen zu ernten, solange sie noch reif sind. Die Gefahr, diese (nach dem Abgang aller anderen wichtigen Bestandteile der Canes) während einer nicht besonders vielversprechenden Junior Saison mit einer Rumpftruppe in Miami verderben zu lassen, erschien ihm verständlicherweise wohl zu groß.

Skills

Wie bereits erwähnt, war der 20-jährige Larkin trotz der zahlreichen Seniors in der Rotation der Canes stets der Anführer auf dem Spielfeld. Es wäre also keine all zu große Überraschung, wenn er auch in einem NBA Team bald eine Führungsrolle einnehmen würde. Der Sohn der Baseballlegende Barry Larkin ist in Offense und Defense pfeilschnell und läuft so gekonnt den Fastbreak und holt zwei Steals pro Spiel, gerne auch ersteres nach letzterem. Er hatte in Miami neben dem Aufbau des Spiels zusätzlich die Rolle des Topscorers des Teams (14.4 PPG) inne, bringt aber auch eine Übersicht mit, mit der er nach dem Drive immer wieder die offenen Mitspieler findet (4.4 APG). Was ihn für gegnerische Verteidgungen jedoch zum Albtraum macht, ist die Kombination aus genanntem mit seinem Dreier, den er mit 41% bei knapp fünf Versuchen pro Spiel am College extrem gut traf, auch und vor allem am Ende von engen Spielen und recht mühelos mal einen oder zwei Meter hinter der Dreierlinie, also aus NBA-Distanz. Im Finale des ACC Tournaments gegen die Tar Heels legte er 22 Punkte und 7 Assists auf, was den legendären Coach des Gegners, Roy Williams, dazu verleitete, Larkin als den „effektivesten Spieler der Conference“ zu bezeichnen. Larkin wurde somit zu Recht zum MVP des ACC Tournaments, ACC Player of the Year und ins All-ACC First Team sowie ins Second All-Defense Team der ACC gewählt.

Warum gilt Shane Larkin trotzdem nicht als Kandidat für die Lottery und allgemein nur als drittbester Aufbau der Draftklasse (hinter Trey Burke und Michael Carter-Williams)? Wo ist der Haken? Ganz einfach: Larkin fehlen rund 10 cm Körpergröße, um als (im wahrsten Sinne des Wortes) größeres PG-Talent zu gelten. Anders als die aktuellen Jungstars auf der Eins in der NBA, ist Larkin nicht um die 1,90m, sondern gerade einmal 1,80m groß. Guards, die trotz einer Körpergröße von ca. 1,80m in den letzten 20 Jahren zu Stars wurden, sind rar – genau genommen wird es nach Allen Iverson (1996) und Chris Paul (2005) schon dünn. Nun hat Larkin beim Draft Combine abartige Zahlen aufgelegt, unter anderem einen 44-inch Vertical, was Nate Robinson und Vince Carter (und überhaupt alle anderen NBA-Spieler) alt aussehen lässt, doch trotzdem ist sein Spiel nicht das eines Highflyers. Larkin hatte bereits am College Probleme erfolgreich am Korb abzuschließen oder Freiwürfe zu ziehen, was ihn für NBA-Defenses zu leicht ausrechenbar machen könnte.

Spielervergleich

Wie bereits angesprochen, ist Larkin beim Abschluss am Brett kein Iverson und im Spielaufbau auch (noch) kein Chris Paul. Doch wie die diesjährigen Playoffs eindrucksvoll bewiesen, kann auch ein Spieler vom Kaliber eines Nate Robinsons einen unglaublichen Wert für sein Team haben – und Robinson ist nochmal ein gutes Stück kürzer als Larkin. Mit seinen aktuellen Fähigkeiten ist Larkin wohl zumindest ein Jameer Nelson oder Ty Lawson. Also ein solider, aber kein überragender Aufbauspieler mit gutem Wurf, solidem Playmaking und Defense. Ein Spieler, der zumindest jeden Benchmob der NBA anführen, in einem passenden Umfeld aber auch wichtiger Bestandteil und Starter eines erfolgreichen Teams sein kann. Lernt er es, mit seiner Athletik trotz der unterdurchschnittlichen Körpergröße auch effektiver am Ring abzuschließen, könnte er in ein paar Jahren auch den Sprung in die PG-Elite und zum besten Point Guard seiner Draftklasse schaffen, denn die Grundlagen sind durchaus gegeben.

Draftaussichten

Momentan wird Larkin klar hinter seinen PG-Kollegen Burke und Carter-Williams, teilweise auch noch hinter Schröder und somit außerhalb der Lottery gehandelt. Nachdem sich Larkin gegen ein weiteres Jahr in Miami entschied, weil es recht sicher schien, dass er in der ersten Runde über die Theke geht, wäre alles andere eine herbe Enttäuschung – und ein Steal für das betreffende Team. Da Larkin aber spätestens nach seinen Leistungen beim Combine auch auf dem Schirm der letzten Scouts angekommen sein muss, erscheint dieses Szenario unwahrscheinlich. Ein Team mit Bedarf auf der Eins, sei es als Starter eines Rebuilding Teams oder als Backup eines Playoffteams, sollte sich Mitte der ersten Runde seine Rechte sichern.

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