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Search for Ibaka

Wie kann Oklahoma in die Serie wieder zurückkommen?

Die Memphis Grizzlies gewannen gestern das dritte Spiel und gingen erstmals in der Serie gegen Oklahoma City in Führung. Grund zur Sorge macht vor allem der Big Man der Thunder: Serge Ibaka. Stating the obvious: Der Wurf fällt nicht. Doch wie kann Oklahoma City reagieren, um Ibaka wieder ins Spiel zu bringen?

Voraussetzungen

sergeibakaIn der Regular Season hatte Serge Ibaka endlich das Ziel erreicht, was sich der Coaching Staff von Oklahoma City erhofft hatte: Ibaka traf 47% aus der Mitteldistanz, dem eigentlich schlechtesten Wurf im Basketball. Durch das relativ drive-lastige Spiel der Thunder (Durant und Westbrook schließen zusammen elf Würfe direkt am Ring ab und sind zudem beide in den Top 10, was herausgearbeitete Freiwürfe angeht) war es für Ibaka unabdingbar, dass er einen Mitteldistanzwurf entwickelte, um Platz für Durant und Westbrook zu schaffen. Ein Erfolgsgeheimnis der Regular Season war es, dass man sich auf Ibaka aus der Mitteldistanz verlassen konnte.

Seit der Verletzung Westbrooks scheint aber Ibakas Wurf ebenfalls nur hinter der Bank der Thunder zu sitzen. Was kann Oklahoma City nun anders machen, um Ibaka wieder als Scoringoption zu etablieren? Denn ohne Ibakas Punkte werden die Thunder diese Serie nicht gewinnen können.

Maßnahmen

Ibaka näher am Korb platzieren

Serge Ibaka hat im dritten Spiel deutlich gezögert, als er völlig frei den Jumper nehmen sollte. Einen Wurf, den er sonst gut traf. Aber seit Serienbeginn hat Ibaka es nicht geschafft, diesen Jumper zu etablieren. Auffällig ist jedoch die Shotchart des dritten Spiels:

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Neben der Tatsache, dass Ibaka nicht einen Mitteldistanzwurf traf, sieht man, dass er nah am Ring doch höherprozentig abschließen konnte und hier sogar recht effizient war. 62,5% liegt knapp unter Ligaschnitt direkt unterm Korb. Ibaka hat auch in Spiel 2 zwei seiner drei Würfe aus der Nahdistanz getroffen. In Spiel 1 traf er seinen einzigen Wurf direkt am Ring nicht. Insgesamt hat Ibaka in der Serie also 7 von 12 Versuchen am Ring getroffen. Hier sollte man sehen, dass man den Wahl-Spanier also angespielt bekommt. Dies ist unter anderem auch möglich, weil mit Russell Westbrook eine Drive-Option wegfällt. Reggie Jackson hat bisher gerade einmal neun Würfe am Ring genommen – in der gesamten Serie.

Shooter neben Ibaka aufs Feld bringen

Damit Ibaka aber genug Operationsraum am Ring hat, benötigt er Mitspieler, die den Dreier treffen. Gerade in dieser Serie sind diese aber nicht leicht zu finden. Verlass ist hier eigentlich nur auf Kevin Martin … und Derek Fisher. Generell ist der Veteran mit Championshiperfahrung der X-Factor für die Thunder. Er verschafft den anderen Guards Verschnaufpausen und liefert ordentlich ab. Dazu sollte man Kevin Durant sicherlich nicht freistehen lassen, auch wenn dieser in der Serie bisher in Sachen Dreipunktewurf unter seinen Erwartungen zurückbleibt. Reggie Jackson und Thabo Sefolosha haben bisher nur einen Dreier in der ganzen Serie getroffen. Beide haben aber in der Serie gegen Houston akzeptable 35% getroffen, auf die man aufbauen sollte. Shooter wären um Ibaka also da.

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Agieren und nicht Reagieren

Die Thunder reagieren in der Serie zu sehr. Als bestes Westteam sollte man (auch – oder gerade – wenn der zweitbeste Spieler fehlt) sein Spiel durchziehen. Das hieße in diesem Fall, dass man die potenteste Lineup aufs Feld schickt und sich erst dann am Gegner orientiert, wenn man merkt, dass man keine Chance hat, die Serie zu gewinnen, wenn man keine Adjustments vornimmt. Scott Brooks setzt hier jedoch darauf, Big spielen zu lassen, weil man Randolph oder Gasol in der Defensive irgendwie verteidigen muss. Marc Gasol dominiert sich trotzdem seinen Weg durch die Serie, scort über 20 Punkte bei sehr guten Feldwurfquoten. Die designierten Verteidiger Kendrick Perkins und Nick Collison schaffen es nicht, Gasol einzuschränken. Zach Randolph hingegen kommt nicht in diese Serie und kann bei unter 14 Punkten gehalten werden. Dies liegt auch an Ibakas defensivem Einfluss.
Dennoch muss man sich die Frage stellen, wieso Oklahoma nicht schaut, wie man eine effiziente Offense aufziehen kann. In Spiel drei wurde man bei 88 Punkten auf 100 Possessions gehalten, insgesamt hat man in keinem Spiel eine offensive Effizienz erreicht, die besser als der Ligaschnitt wäre. In der Defensive hingegen sieht es gar nicht so schlecht aus. Bis auf den Ausreißer in Spiel 2 konnte man Memphis limitieren.

Auch deswegen sollte man versuchen, mehr small ball zu spielen. Bisher funktionierte die große Aufstellung mit Perkins und Collison nicht, auch Spiel 1 hätte man verlieren können und benötigte einen heldenhaften Kevin Durant, um zu siegen. Oklahoma sollte das Heil in der Offensive suchen, denn defensiv wäre mit Ibaka der effektivste Verteidiger weiterhin auf dem Feld. Fragezeichen würden nur hinter Kevin Durants Defensivaufgaben stehen. Das Gesicht der Thunder müsste entweder Randolph oder Marc Gasol verteidigen, was immer wieder ein Mismatch sein dürfte und Durant Kraft kostet, die er in der Offensive benötigen würde. Allerdings bedeutet es auf der offensiven Seite dasselbe für den Verteidiger Durants. Wer von den beiden großen Grizzlies soll denn bis zur Dreierlinie herausrücken? Durant sollte eigentlich dieses Matchup insgesamt gewinnen. Über eine effizientere Offense sollte Oklahoma auch defensiv weiterhin dagegenhalten können, auch wenn man sich eventuell mehr aufreibt und leicht schlechter verteidigt. Im normalfall sollte aber die Offense besser werden als die Defense schlechter.

Fazit

Oklahoma City müsste sicherlich ein Risiko eingehen, indem man zu größeren Teilen auf den Büffel Perkins verzichtet, aber hier liegt auch die vielleicht letzte Chance, um die Serie noch zu drehen. Für Serge Ibaka würde die nähere Platzierung am Ring offensiv bedeuten, dass er so etwas wie ein Selbstbewusstsein wieder aufbauen könnte, wenn er einfachere Würfe bekäme. Diese hat er in der Serie schon getroffen, man sollte hier den Ausfall Westbrooks bedenken und dementsprechend Ibaka näher am Korb etablieren. Mit mehr Sicherheit und Vertrauen würde dann gegebenenfalls  auch wieder der Wurf fallen. Dies würde die Serientür wieder weit aufstoßen.

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3 comments

  1. Sebastian Hansen

    Ibakas Selbstvertrauen ist futsch. Wenn Ibaka zwei völlig offene Dunks versaut, dann muss da was gründlich schief gehen. Man muss hoffen, dass er gleich am Anfang von Spiel 4 ein oder zwei Würfe trifft. Dann könnte es passieren, dass es danach wieder wie von selbst läuft

  2. Hassan Mohamed

    Ibakas Selbstvertrauen ist futsch. Wenn Ibaka zwei völlig offene Dunks versaut, dann muss da was gründlich schief gehen. Man muss hoffen, dass er gleich am Anfang von Spiel 4 ein oder zwei Würfe trifft. Dann könnte es passieren, dass es danach wieder wie von selbst läuft

    Neben den beiden Dunks waren noch ein, zwei ganz einfache Korbleger, die erst locker machen musste. Die komplette Verunsicherung konnte man ihm wirklich im Gesicht ablesen. Dabei gab es sogar Aktionen, wo ich dachte, dass sie ihm wieder mehr Selbstvertrauen geben könnten.

    Aber in der Defense macht er es Randolph mit seiner Länge und Sprungkraft wirklich das Leben schwer, auch wenn Randolph viel zu oft zu weit oben angespielt wird – da muss Hollins etwas ändern.

    Allerdings bedeutet es auf der offensiven Seite dasselbe für den Verteidiger Durants. Wer von den beiden großen Grizzlies soll denn bis zur Dreierlinie herausrücken? Durant sollte eigentlich dieses Matchup insgesamt gewinnen.

    Ich denke nicht, dass einer der beiden Durant verteidigen würde. Im dritten Spiel – war aber nur eine kurze Phase, wenn ich mich nicht täusche – hat Randolph dann einfach Derek Fisher verteidigt, ansonsten würde dieser in solch einem Fall wohl Thabo Sefolosha übernehmen.

    Über längere Phasen wäre es für Durant aber schon hart, gerade mit diesen beiden Bigs zu bangen. Man sieht ja, wie Nick Collison schon am Schnaufen ist, und der ist es gewohnt. Auch Durant selbst hat ja in Spiel 3 Gasol im Schlussabschnitt verteidigt und man konnte sehen, dass ihm etwas die Luft ausging (bspw. zwei verworfene Freiwürfe hintereinander; das Geschiebe geht ja auch mächtig auf die Arme).

    Aber Du könntest insoweit Recht haben, dass die Thunder vielleicht keine andere Wahl haben als es zu versuchen.

    PS: Vom Titel des Gedankens bin ich etwas enttäuscht. Nicht “Search for Serge”? (Brüller!) ;)

  3. Alexander Aust

    Ich denke nicht, dass einer der beiden Durant verteidigen würde. Im dritten Spiel – war aber nur eine kurze Phase, wenn ich mich nicht täusche – hat Randolph dann einfach Derek Fisher verteidigt, ansonsten würde dieser in solch einem Fall wohl Thabo Sefolosha übernehmen.

    Wäre das nicht völlig egal? Ziel ist doch mit der kleinen Line-Up Randolph oder Gasol aus der Zone zu ziehen. Ich denke die Thunder könnten damit ganz gut leben wenn Z-Bo Fisher oder Sefolosha übernimmt. Es muss ich auf jeden Fall was ändern, wenn die Thunder das Ding noch drehen wollen.

    Über längere Phasen wäre es für Durant aber schon hart, gerade mit diesen beiden Bigs zu bangen. Man sieht ja, wie Nick Collison schon am Schnaufen ist, und der ist es gewohnt. Auch Durant selbst hat ja in Spiel 3 Gasol im Schlussabschnitt verteidigt und man konnte sehen, dass ihm etwas die Luft ausging (bspw. zwei verworfene Freiwürfe hintereinander; das Geschiebe geht ja auch mächtig auf die Arme).

    Das stimmt allerdings auch wieder. Bin gespannt ob und inwiefern Brooks Änderungen vornimmt.


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