Draftprofile 2013

Ben McLemore

University of Kansas

Datenblatt

nopictureName: Ben McLemore

Position: Wing

[xrr rating=3/4] (Allstar)

College: University of Kansas

College-Erfahrung: (Redshirt-) Freshman

McLemore says the only meals he sometimes had were the free ones at school. His mother, he recalled, sometimes made the difficult decision to sell food stamps in order to pay bills.

“Sometimes we would not have food so we could keep our lights on and have hot water,” he says. “She had to sacrifice for that.”

“It’s hard to play basketball when nothing is inside of you.”

When the family did not have hot water, McLemore remembers one nightly routine: Fill the bathtub with cold water. Heat up bowls of water in the microwave, then run them to the bathtub to make the tub water lukewarm for baths. The warmth never lasted, he says.

Quelle: USA Today

Kansas Jayhawks-Star Ben Mclemore wuchs in extremer Armut als das zweijüngste Kind von sechs Geschwister mit seiner alleinerziehenden Mutter in St. Louis auf. Sein großes Vorbild, sein 26jähriger Bruder Keith Scott sitzt wegen einiger Vergehen im Gefängnis. Umso erstaunlicher ist es, dass der junge Shooting Guard nun nicht selbst krumme Dinger dreht, sondern nach einem Jahr Pause wegen akademischer Schwierigkeiten, als Redshirted-Freshman mit seinem Team bis in das Sweet Sixteen vorstieß und von Bill Self als der talentierteste Spieler bezeichnet wurde, den er je trainiert hat. Welches Glück McLemore neben harter Arbeit und offensichtlichem Talent gehabt hat? Nun, rund 60% aller amerikanischen Dritt- bis Fünftklässler im Basketballteam ihrer Middle School glauben an ein Sportstipendium an einem College. Allerdings schaffen es nur rund 2% in ein Uni-Sportteam, nur die Hälfte davon bekommt dafür ein Stipendium und verschwindend geringe 0,03% dieser Kinder werden Profis. Ab diesem Sommer wird Ben McLemore zu diesen 0,03% zählen.

Skills

Der 20jährige Ben McLemore ist ein extrem athletischer Shooting Guard mit Gardemaß. Der 1,96m große Flügelspieler bringt neben Kraft, und schnellen Beinen vor allem enorme Sprungkraft mit, die ihn zu Blaupause eines jeden Fast-Break-Spielers werden lassen. Bei Schnellangriffen ist er immer der erste Spieler auf der anderen Seite des Courts und liebt es das orangene Leder zu stopfen. Im Halbfeldangriff hatten die Jayhawks diese Saison wegen seiner Fliegerqualitäten, ähnlich wie Dallas Mavericks vor einigen Jahren mit der Combo Kidd-Beaubois, einige Spielzüge im Playbook, die mit einem Alley-Oop für den Freshman enden. Was ihn aus basketballerischer Sicht von den vielen Leichtathleten im Ballerjersey unterscheidet, zeigt sich abseits der vielen Highlight-Plays. Der All-American besitzt einen blitzsaubere Sprungwurf mit schnellem Release, den er bis weit hinter der Dreierline trifft. Durch dieses Feature kann McLemore als extrem gefährlicher Inside-Outside-Spieler auftreten. Mit seinem schnellen ersten Schritt kommt er jederzeit zum Korb. Da Verteidiger wegen seines exzellenten Schusses nicht absinken können. Lassen sie ihm doch Raum, bestraft er sie per Treffer aus der Distanz. Besonders gern agiert er als Spot-Up-Shooter, nachdem er von Teamkollegen freigeblockt wurde. Aber auch als Cutter strahlt der Guard ständig Gefahr aus. McLemore weiß, wann er welche Fähigkeit einzusetzen hat und agiert nie überhastet. Dies lässt ihm zu einem extrem effektiven Punktesammler werden (15,9 PpG bei 49%FG und 42%3P). Zudem ist er ein passabler und sehr selbstloser Passer, der jederzeit gewillt ist seinen Wurf für einen besseren Schuss abzugeben. Auch in der Verteidigung kann der Jayhawk überzeugen. Seine gute laterale Geschwindigkeit und seine herausragende Athletik geben ihm die Tools vor nahezu jedem Gegenspieler zu bleiben und bei Close-Outs teilweise enorme Strecken zurückzulegen. Super solides Rebounding (5,2 RpG) rundet sein schon sehr komplettes Skill-Set ab. In er High-School lief er teilweise als undersized Power Forward auf und eignete sich so gute Technik und Instinkte neben seiner sowieso helfenden Sprungkraft an.

Trotzdem hat er noch einige kleinere Baustellen, die in der Zukunft bearbeitet wollen. Sein Handling ist für einen Zweier unterdurchschnittlich. Dies stört sein Spiel in mehreren Facetten. Bei Drives ist er nicht so stark, wie er es sein könnte, da er nur ganz selten links am Gegenspieler vorbeizuziehen versucht. Das Pick’n’Roll kann er als Ballhandler nur mäßig laufen. Dies wir aber von einem Top-NBA-Shooting Guard verlangt werden. Zum anderen hat er Probleme seinen Wurf aus dem Dribbling zu treffen und ist außerdem kein Spieler, der sich in der Isolation leicht einen eigenen Schuss kreieren kann. Zudem sollte er an seiner Kraft in der Körpermitte arbeiten, die bei Drives Balance verleiht. Zu oft scheut McLemore den direkten Kontakt unter dem Korb und nimmt schwierige Floater anstelle des Ziehens von Freiwürfen, die er eigentlich extrem hochprozentig versenkt (87%FT). Für das Nicht-Erarbeiten vieler dieser Facetten des Spiels könnte die Ursache bei seinem größten Problem liegen. McLemore hat gewissermaßen mentale Schwierigkeiten. Ihm fehlt es an Selbstvertrauen, -überzeugung, Killerinstinkt oder bis zu einem gewissen Grad auch Arroganz, die wahre Go-to-Guys auf dem Feld auszeichnet. Klar ist es schön, dass der Guard immer im Flow der Offensive bleibt und keine schlechten Würfe erzwingt. Aber oft ist es traurig, dass ein Spieler mit seinen Fähigkeiten nicht zu jeder Zeit auf dem Feld beweisen möchte, dass er der beste Mann auf dem Parkett ist. Nur ganz selten nahm er seine Mannschaft auf den Rücken und trug sie zum Sieg. Dass er die Fähigkeiten ha,t ein Team zum Erfolg zu führen, sehen alle Scouts. Den Beweis, dass er auch den Willen hat dies Nacht für Nacht zu tun, ist er bisher zu oft schuldig geblieben.

Spielervergleich

Die Position des NBA-Shooting Guards ist nicht mehr so tief besetzt, wie sie es vielleicht vor 10 Jahren war. McLemore, der mit seinem Spiel an einen jungen Ray Allen erinnert, wird sofort einen Zugewinn darstellen. Seine potentiell sehr hohe Draftposition sollte ihm einiges an Selbstwertgefühl und- vertrauen geben. Er wird in einem schlechten Team so viele Würfe erhalten, wie er will. Die Frage wird sein, ob er dieses Angebot annimmt und eine Führungsrolle bekleidet oder sich weiterhin vor der Verantwortung drückt, der Spieler zu sein, der in ihm steckt. Ruft McLemore sein komplettes Potential ab, steht einer All Star-Karriere mit vielen 20 Punkte-Saisons wenig im Weg. Schon jetzt ist er auf dem selben Fähigkeitenstand wie sein AAU-Teamkollege Bradley Beal. Er hat das Zeug dazu auf ein Level von beispielsweise Eric Gordon zu kommen. Entwickelt er sich mental nicht weiter, wird er trotzdem ein talentierter, aber nie das komplette Potential ausschöpfender Shooting Guard ala OJ Mayo werden, der nie einen wertvollen Teil eines Contenders darstellen wird.

Draftaussichten

Mit einem tollen Tournament-Run hätte McLemore, nach der Verletzung von Nerlens Noel und der College-Rückkehr von Marcus Smart, den Status  als mehr oder minder klarer #1 Pick erarbeiten können. Allerdings schied Kansas schon im Sweet Sixteen aus. So werden die meisten Teams sich lieber den Kentucky Wildcats-Center als ersten Spieler der Draft 2013 ins Boot holen wollen. McLemore wird trotzdem sicher in der Top 5 gezogen werden.

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