ALBA Berlin

ALBA Berlin – Nur einen Pass entfernt (vom Pokalsieg)

Wie Bayreuth und Bayern ALBAs Defensivkonzept überlisten wollten

ALBA Berlin ist wieder da. Diese ist eine von vielen Erkenntnissen vom easyCredit Top Four am letzten Wochenende. Sie zerlegten zunächst im Halbfinale medi Bayreuth und boten dann im Endspiel dem Favoriten aus München über lange Zeit Paroli und musste sich erst in den Schlussminuten geschlagen geben. Der Grund für die Wiederauferstehung der Hauptstädter trägt dabei einen Namen: Aito Garcia Reneses. Dem 71-Jährigen ist es gelungen schnell eine funktionierende Mannschaft aufs Parkett zu schicken, die offensiv und defensiv viel von dem umsetzt, was er gerne sehen möchte. Vor allem in der Verteidigung agieren die Berliner mit spannenden Mitteln, die auch am Pokalwochenende häufig zum Erfolg führten. Die folgende dreiteilige Analyse soll ALBAs Defensivkonstrukt erklären und aufzeigen, wie Bayreuth und München versuchten es zu knacken.

Pt. 1: Das Konzept von Berlin

Eine sehr solide Leistung in der Defensive war bislang der Grundstein für den Erfolg von ALBA Berlin. In der Basketball-Bundesliga stellen sie mit einem Defensive Rating von 100,5 die zweitbeste Verteidigung hinter dem FC Bayern Basketball. Ihre Mischung aus kräftigen aber mobilen Großen in Korbnähe und schnellen Guards am Perimeter macht es für jeden Gegner schwer zu Punkten zu kommen.

Auffällig ist dabei, wie aktiv die fünf ALBA-Verteidiger über die 24 Sekunden des gegnerischen Angriffs sind. Coach Aìto scheint großen Wert darauf zu legen, dass die Spieler sowohl mit den Füßen als auch mit den Händen Aktivität ausstrahlen, um damit de ballführenden Spieler niemals glauben zu lassen, er könne in Ruhe sein Dribbling starten. Deswegen ist es eigentlich nur logisch, dass die Berliner die zweitmeisten Steals pro Partie (9,2) verzeichnen. Nur die MHP Riesen Ludwigsburg, die einen ähnlichen Ansatz verfolgen und sogar noch mehr pressen, stehlen noch häufiger (9,3) das orange Leder aus den Händen des Gegners.

Die Albatrosse hingegen setzen eher in der Halfcourt-Defense auf viel Druck auf den Ballhandler. Sie wollen es dadurch verhindern, dass es einem gegnerischen Spieler erst gar nicht gelingt den Drive zum Korb anzusetzen und versuchen so den Ball möglichst weit weg vom Korb zu halten. Bei einem starken Ringbeschützer könnte man auf diesen Druck verzichten und dafür stärkere Help-Defense in Korbnähe spielen. Denn das System von ALBA klingt zwar sinnvoll, aber birgt sicher auch Gefahren. Denn wenn der Druck am Ball umspielt werden kann und die Rotationen nicht perfekt sind, kommt der Gegner zu offenen Würfen. 

Allerdings war dies auch am Wochenende nur selten der Fall, da die Berliner Aitos Plan schon so stark verinnerlicht haben. Eines der wichtigsten technischen Elemente ist dabei der sogenannte „stunt“. Hierbei geht es darum, dass ein Verteidiger antäuscht, dass er seinem Teamkollegen zu Hilfe kommt. Vor allem bei Post-Up-Situationen sieht man immer wieder, dass ein Spieler sich von oben zum aufpostenden Gegner bewegt und das Doppeln antäuscht. Beim „stunt“ ist vor allem auf die Fußarbeit zu achten, da es das Ziel ist, dass man zwar den ballführenden Spieler etwas verwirrt aber gleichzeitig auch ganz schnell wieder zurück bei seinem eigentlichen Gegner ist. Denn wenn man zu tief absinkt, reicht ein simpler Pass nach oben und ein offener Dreipunktwurf entsteht.

Das folgende Standbild zeigt sehr gut, wie eine gute Position beim „stunt“ auszusehen hat. Hier kann Akeem Vargas sich aus seinem hinteren Bein abdrücken, um schnell wieder nach oben zu sprinten und den Wurf zu erschweren. Hinzu kommt, dass die Wurfuhr weit runterläuft und Assem Marei am Ball nun eine Entscheidung treffen muss. Durch das angetäuschte Doppeln von Vargas wird der Entscheidungsprozess erschwert, weil der Bayreuther Center unsicher ist, welcher der bessere Wurf sein könnte.

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Am Ende passt Marei den Ball raus auf Robin Amaize. Vargas ist allerdings rechtzeitig da und bekommt seine Hand hoch, sodass der Wurf am Ende sein Ziel verfehlt. 

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Dieses Element wirkt auf den ersten Blick nicht sonderlich beachtenswert, doch mit welcher Konsequenz ALBA solche “stunts” ausführt ist auffällig. Denn bei eigentlich jedem Zug zum Korb eines Gegners zeigen mehrere ballferne Spieler eine hohe Aktivität, um zumindesten anzutäuschen dass der Weg versperrt ist beziehungsweise bestimmte Passoptionen nicht frei sind. In einem Spiel, wo die Akteure innerhalb von ein paar Millisekunden Entscheidungen treffen und den Court überblicken müssen, haben solche Aktionen somit einen großen Einfluss. Denn selbst wenn eine Anspielstation möglicherweise frei wäre, reicht es meist schon, dass man den Gegner glauben lässt, sie wäre gedeckt. 

Wenn ein Beriner sich dann allerdings dafür entscheidet ernsthaft zu doppeln, forciert dies natürlich Rotationen in der Defensive, da sonst nach einem Pass ein freier Wurf für den Gegner entstehen würde. Hier doppelt ALBA im Post gegen Marei, sodass es nun die Aufgabe von Peyton Siva ist herüber zu sprinten und den einfachen Pass an die Dreierlinie wegzunehmen. Auf der ballfernen Seite müssen sich die Verteidiger dann dementsprechend zwischen den mehreren Offensivspielern postieren, um möglichst viel Feld abzudecken. 

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So nutzen die Berliner dieses Element nicht nur beim Post-Up, sondern auch dann, wenn der Gegner zum Pick&Roll in der Mitte ansetzt. Immer dann kommt der nächstgelegene Albatros herüber, um kurz den Weg durch die Mitte zu versperren und dann meist sofort zu seinem Mitspieler zurück zu sprinten. Dadurch muss der ballführenden Spieler seinen Drive vorerst abbrechen und sich schnell neue Optionen suchen, die aber meist von der Berliner Defense gut gedeckt sind. Im Prinzip hilft ALBA somit einen Pass entfernt aus, was normalerweise nie gute Folgen im Basketball hat. Da die Hilfe aber so aggressiv und der Zeitpunkt sehr gut ist, braucht es da schon einen kreativen Gegner, um sich daraus einen Vorteil zu verschaffen und damit einfache Würfe zu erspielen.

Um das Ganze zu verdeutlichen, sollen diese beiden verlangsamten Clips aus dem Spiel gegen ratiopharm Ulm helfen. Hier versuchen die Ulmer ein Blocken und Abrollen über die Mitte zu laufen, doch der Berliner einen Pass entfernt hilft in beiden Fällen gut aus. Zuerst macht Tim Schneider den Schritt zur Mitte und forciert Per Günther dazu den Ball zu passen. Jetzt lohnt sich auch ein Blick auf Peyton Siva in der Ecke, der nun zwischen die beiden freien Ulmer springt und mit seiner aktiven Fuß- und Armarbeit die Spieler an einem Wurf hindern will. Dies gelingt, denn Luke Harangody merkt, dass er plötzlich nicht mehr so frei ist und der Ball wird zurückgepasst. In einer noch aggressiveren Form macht dies Luke Sikma im zweiten Clip, wo er den Ulmer Ballhandler doppelt, bis alle Berliner wieder ihre Männer gefunden haben. Zudem ist es wieder Siva in der Ecke, der mehrere Anspielstationen zeitgleich versperrt.

Allgemein muss man festhalten, dass der US-amerikanische Aufbauspieler der Albatrosse in dieser Rolle in der Defensive aufgeht. Durch seine Schnelligkeit kann er gut rotieren und Passwege schließen. Zudem besitzt er flinke Hände und greift deshalb gerne rein, um den Ball vom Gegner zu stehlen.

Der Screenshot unten zeigt ein Paradebeispiel aus dem Spiel gegen Bayreuth. Hier versucht sich Nate Linhart am Zug zum Korb durch die Mitte, doch die Berliner sind dabei, wie oben gezeigt, natürlich besonders aufmerksam. Siva wartet bis Linhart sich wirklich komplett für den Drive entscheidet und greift dann zu, sodass der Bayreuther den Ball verliert. Allerdings werten die Schiris diese Aktion als Foul.

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Pt.2: Der Plan von Bayreuth

Ein gut vorbereitetes Team, wie es medi Bayreuth eines ist, kennt all diese Feinheiten in ALBA Berlins Spiel natürlich. Dementsprechend hatten sich Raoul Korner und Lars Marsell auch einen klaren Plan gegen die Verteidigung der Hauptstädter zurechtgelegt. Direkt in den ersten Pick&Roll-Situationen war zu erkennen, was die Bayreuther gegen Berlins aggressive Defense gegen den Ball vorhatten und wie sie sich daraus Vorteile beziehungsweise schnell einfache Körbe erspielen wollten.

Denn wie oben erklärt, gehört es zu Berlins Defensivprinzipien, dass bei einem Pick&Roll durch die Mitte der nächste Verteidiger einen Pass entfernt aushilft. Er macht also einen kurzen Schritt zur Mitte, um zu verhindern, dass der Ballhandler nach dem Block den Zug zum Korb ansetzen kann. Dies hatte Berlin über die Saison schon häufig erfolgreich praktiziert und brachte viele Angriffe des Gegners zum Stocken, weil dann eine wichtige Option wegfiel. Eine Folge dieser Aktion ist allerdings auch, dass der Gegenspieler des Help-Defenders nun für einen ganz kurzen Moment ungedeckt ist. Ein logischer Gedanke wäre, ihn schnell anzuspielen, um einen offenen Dreipunktwurf zu bekommen. Doch dafür rotiert ALBA viel zu gut, sodass Bayreuth dadurch womöglich gar keinen Vorteil bekäme.

Deswegen sah so auch nicht der Plan der Oberfranken aus. Viel mehr schien es die klare Anweisung gegeben zu haben, dass der Gegenspieler des aushelfenden Berliners sofort zum Korb cutten soll. Dies macht viel mehr Sinn, weil er zum einen nun sofort offen für das Backdoor-Anspiel ist und dann ziemlich frei zum Korb ziehen kann. Zum anderen fällt es dem ALBA-Verteidiger nun viel schwerer zurück zu seinem Mann zu finden, da sich sein Gegenspieler im Rücken entfernt hat und nun bereits überall auf dem Feld sein könnte. Wenn ein anderer Berliner ihn übernommen hat, müsste er sich also komplett neu orientieren, was Bayreuth die Möglichkeit gäbe in dieser Zeit den freien Mann und damit einen offenen Wurf zu finden.

In der Theorie klingt der Plan also sinnvoll und sollte doch normalerweise auch zum Erfolg führen. Dies sah in der Praxis dann allerdings aus. Zum einen lag das daran, dass sich ALBA extrem aufmerksam präsentiert. Die Verteidiger bemerkten die Cuts der Bayreuther sehr früh und folgten ihren Gegenspielern dementsprechend. Damit kam es erst gar nicht dazu, dass sie einen Pass entfernt beim Pick&Roll aushalfen. 

Dadurch, sollte man meinen, wäre möglicherweise wieder mehr Platz für den Zug zum Korb des ballführenden Spielers. Allerdings führten die Cuts dazu, dass logischerweise noch mehr Personal unter dem Korb versammelt war. Im folgenden Beispiel schneite Amaize sehr früh durch die Zone, was zur Folge hat, dass sein Gegenspieler Tim Schneider ihm folgt. Dadurch hat ALBA die Zone nun unfreiwillig noch besser besetzt und es besteht weder für Robinson die Möglichkeit für einen Drive, noch könnte er den abrollenen Andi Seiferth anspielen. Damit beraubten sich die Bayreuther praktisch ihrem eigenen Pick&Roll. Kein Wunder also, dass Marei und Seiferth am Ende gerade mal auf 1/7 aus dem Feld kamen und Bayreuth insgesamt 26 Punkte weniger (24:50) im bemalten Bereich erzielte. 

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Auch in der nächsten Szene lief es für die Bayreuther nicht besser. Diesmal läuft das Blocken und Abrollen gar nicht über die Mitte, trotzdem zieht es Brooks in Richtung Zone. Für Berlin ist das wieder ein gefundenes Fressen, da Sikma nun den abrollenden Seiferth decken kann, ohne seinen eigentlichen Gegenspieler verlassen zu müssen. Den Bayreuthern schadet dies damit wieder selbst, was Brooks dann auch bemerkt und für den Dreipunktwurf nach oben sprintet. Trotzdem ist dies ein Wurf, den ALBA gerne abgibt. 

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Das Video dieser Szene verdeutlicht das Ganze nochmal besser. Erst sieht es so aus, als wolle Linhart über die Seite von Sikma gehen, weshalb Brooks sofort zum Cut ansetzt. Nach dem Richtungswechsel von Linhart ist sich Brooks zuerst unsicher, schneidet aber dann trotzdem Richtung Korb. Als es dort sehr voll wird, kommt er zurück an den Perimeter. Für Berlin ist das somit ziemlich einfach zu verteidigen. Ein weiterer Punkt ist zudem, dass die Bayreuther nur bis in die Zone cutteten und nicht weiter durch. Wenn Brooks bis in die Ecke durch läuft, entsteht auch wieder mehr Platz für seine Mitspieler. Ansonsten verdirbt diese Aktion aber das Spacing und das Pick&Roll der Oberfranken würde jedes Mal wieder im Sande verlaufen. Somit kann es gut sein, dass genau das das Gesprächsthema war, als Headcoach Raoul Korner Brooks nach dieser Aktion zu sich bat (Ende des Videos). 

Auch ansonsten zeigten die Bayreuther Reaktion auf die starke Berliner Defense und hatten Probleme in der Raumaufteilung, was die Sache für ALBA zusätzlich vereinfachte. Hier kommt Stefan Peno beim Drive seinem Mitspieler zur Hilfe, während nur einen Pass entfernt mehrere Bayreuther stehen. Allerdings stehen die alle auch so nah nebeneinander, dass wahrscheinlich alleine Luke Sikma auf der Weakside reichen würde, um einen offenen Wurf zu verhindern. 

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Dies zeigt, dass Bayreuth zwar über eine starke Mannschaft verfügt, die aber auch noch jung ist und über nicht so viel Erfahrung verfügt. An der ein oder anderen Stelle fehlte die schnelle Reaktion und Anpassung auf die variable Berliner Defensive, um diese vor noch mehr Probleme zu stellen. Hier hätten Spieler, die schon länger auf diesem Niveau agieren möglicherweise noch mehr Lösungen gefunden. Dies alles ist logischerweise nicht als Vorwurf zu verstehen, da Bayreuth eine exzellente Saison spielt und der Einzug ins Top4 bereits ein toller und verdienter Erfolg war. 

Im ganzen Spiel konnte medi Bayreuth aber demnach kaum Kapital aus der ursprünglichen Idee schlagen. Ein seltenes Beispiel dafür, wie es hätte klappen könne, zeigt der folgenden Clip aus dem zweiten Viertel. Wieder versucht Bayreuth einen Drive durch die Mitte und Luke Sikma hilft aufmerksam aus. Allerdings verliert er dabei De’Mon Brooks im Rücken aus den Augen und der kommt zu den zwei einfachsten Zählern des Abends.

Pt. 3: Die Lösung(en) von München

Natürlich war auch dem FC Bayern Basketball bewusst, welche Aufgabe am Sonntag im Finale auf sie zukam. Trotzdem gingen sie als dank ihres tiefen Kaders und den bereits gezeigten Leistungen als Favorit in die Partie.

Auch wenn dies nicht wirklich als Lösung bezeichnet werden kann, muss vor allem festgehalten werden, dass der FCB über eine noch höhere individuelle Klasse verfügt als beispielsweise Bayreuth. Alleine deswegen konnte es ihnen somit gelingen manche Situationen besser zu lösen und ihre Würfe gegen ALBAs Defense zu finden. 

Ein gutes Beispiel dafür ist die folgende Sequenz, als Berlin den ballführenden Spieler nach dem Block sehr hoch unter Druck setzt. Hierbei besitzt Stefan Jovic die Ruhe und Klasse, um sich aus dem Doppeln herauszudrehen und Luke Sikma zu beobachten, der sich für einen Münchener entscheiden muss. Als Sikma zu tendiert, schleudert Jovic den Ball zum abrollenden Booker, der nur noch per Foul gestoppt werden kann. 

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Für solche Anspiele braucht es nun mal die Passqualitäten und die Ruhe von Jovic und es ist selbst bei einem herausragenden Spieler wie ihm nicht zu erwarten, dass diese Art von Pässen regelmäßig zum Einsatz kommt beziehungsweise dann auch so perfekt das Ziel findet. 


Abgesehen von der individuellen Stärke, gab es noch einige weitere interessante Mittel der Bayern. Zum einen wäre da das High Pick&Roll zu nennen. In dem Fall sogar ein sehr hohes Pick&Roll, was zur Folge hat, dass der Weg zum Korb zwar noch sehr weit ist, aber eben die möglichen aushelfenden Verteidiger auch. Denn der FCB postierte zwei Spieler in den jeweiligen Ecken und den zweiten Big Man in Korbnähe, sodass erstmal sehr viel Platz für den Ballführer war, um zum Korb zu ziehen. 

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Generell muss das konsequente Besetzen der beiden Ecken als wichtiger Faktor genannt werden. Zunächst wirkt es nicht sonderlich wichtig, doch im Vergleich zu den Bayreuthern hatten die Münchener ihre Schützen noch tiefer an den jeweiligen Enden des Feldes postiert. Es sind nur wenige Meter, doch trotzdem verschafft sich das Team dadurch mehr Platz auf dem Court. Gleichzeitig sind die Wege für die Verteidiger noch einige Schritte länger, was auf einen ganzen 24-sekündigen Angriff eben enorm viel ausmachen kann. 

In der nächsten Szene zieht Reggie Redding nach dem Screen von Devin Booker in Richtung Korb und hat dabei wieder zwei Optionen in den Ecken. Der Verteidiger auf der Ballseite, Luke Sikma, muss nun entscheiden ob er eingreift oder Redding ziehen lässt.

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Natürlich greift Sikma auch hier wieder rein, was Redding bei seinem Versuch etwas stört, sodass er vergibt. Trotzdem stimmte die Raumaufteilung der Bayern in dieser Szene. 

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Dies hat ganz einfach auch damit zu tun, dass der FCB das Blocken und Abrollen so gut wie immer auf die One-Man-Side forcierte. Also dorthin, wo nur ein Spieler im roten Jersey bereits steht. Damit ist grundsätzlich mehr Platz für den Ballhandler und man geht der Gefahr des Doppelns aus dem Weg. 

Beim folgenden Blocken und Abrollen an der Seite versucht Redding zuerst sein Glück durch die Mitte.

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Doch als ihm bewusst wird, wie viel Hilfe da wohl noch durch die ALBA-Defense kommen wird, dreht er um und wartet auf den Re-Screen auf Zirbes. Nun kann Redding an der Seitenlinie entlang an Dennis Clifford vorbeiziehen und zwei einfache Punkte markieren. Auch hier muss wieder die individuelle Qualität ins Spiel gebracht werden, da es nun mal kaum Teams in Deutschland beziehungsweise Europa gibt, die auf solch einen starken Pick&Roll-Ballhandler zurückgreifen können wie der FC Bayern Basketball. Manchmal wird so die große Klasse von einer noch größeren Klasse geschlagen. 

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Außerdem gelang es Redding den einen Verteidiger auf der Ballseite dazu  zu forcieren, dass er eingreift, wie wir es oben bereits bei Sikma gesehen haben. Auch im nächsten Beispiel geht Redding über Ein-Mann-Seite und wieder muss Sikma eine Entscheidung treffen.

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Erneut reagiert der Power Foward der Berliner aktiv auf den zum Korb ziehenden Redding und verliert somit kurz seinen eigenen Gegenspieler aus den Augen. Dieser heißt Vladimir Lucic und wartet in der Ecke nur auf diesen Moment, um sofort von der Dreierlinie abdrücken zu können. Hier zeigt sich, wie sich das Helfen einen Pass entfernt rächen kann. 

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Wenn es dann doch mal über die Two-Men-Side bei den Bayern ging, entschieden sich aber dafür ihre Positionen zu halten und auf das Doppeln der Albatrosse zu reagieren. Erfolgte die Hilfe zu aggressiv, konnten sie es sogar direkt bestrafen, wie die nächsten zwei Bilder zeigen. Marius Grigonis will sehr viel Druck auf Braydon Hobs ausüben, wird aber überspielt, sodass nun Joshiko Saibou eine 1-gegen-2-Situation hat.

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Dabei versucht er wieder mit dem “stunt” und seinen Armen zu arbeiten, allerdings verlädt ihn Djedovic mit einer Passfinte, sodass er sich Saibou schnell wieder zu Jared Cunningham begibt. Dies gibt Djedovic die nötige Zeit, um zum Wurf anzusetzen und den Dreier zu verwandeln. 

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Fazit

Es bleibt also festzuhalten, dass ALBA Berlin ihren Gegnern auch beim TopFour mit ihrer innovativen und aktiven Defensive Probleme bereitet haben. Zu sagen, dass Bayern das TopFour gewonnen hat, weil sie letztendlich die Defense der Albatrosse geknackt haben, wäre wohl übertrieben. Denn dafür war das Finale zwischen den beiden Führenden der BBL einfach viel zu eng. So haben die Münchener am Ende die Tiefe ihres Kaders noch besser ausspielen können und entsprechend ihre wichtigen Würfe getroffen. Von einem großen Unterschied zwischen den beiden Mannschaften konnte allerdings keine Rede sein. Diese Erkenntnis ist umso schöner für alle diejenigen, die sich auch auf spannende Bundesliga-Playoffs freuen. Denn auch wenn mit Bamberg, Ulm und Oldenburg die Spitzenteams der letzten Saison noch schwächeln, ist spätestens seit dem letzten Wochenende klar, dass einer der Finalfavoriten seit langer Zeit mal wieder aus der Hauptstadt kommt. Willkommen zurück, ALBA Berlin. 

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