EWE Baskets Oldenburg, Gießen 46ers

Die Variabilität der Big Men in der BBL

Über Felsen in der Brandung, Playmaking Fours und Big Men-Pick&Rolls

Die Big Men-Positionen sind schon seit langer Zeit im Wandel. Der moderne Basketball erforderte dabei insbesondere in den letzten Jahren von den größten Spielern auf dem Court, dass auch sie werfen und damit das Feld breit machen können. Doch mittlerweile geht dies sogar noch ein Stück weiter, wenn die Vierer plötzlich als zweite Playmaker auf dem Feld agieren sollen. All diese Entwicklungen lassen sich auch in der BBL wiederfinden und besonders der letzte Spieltag hat gezeigt, wie variabel aber auch unterschiedlich die Bundesliga-Bigs sind.

Felsen in der Brandung

Der erste Typus Big Man ist der vermeintlich noch ganz klassische. Dabei handelt es sich um die Center, die viel Größe und Masse aufbieten können und auch gerne im Low-Post agieren. Zu den prominentesten Beispielen in der BBL zählen Rasid Mahalbasic von den EWE Baskets Oldenburg oder John Bryant von den Giessen 46ers. Wenn man sich allerdings das Spiel der beiden ansieht, fällt auch hier schon auf, dass sie noch ganz andere Facetten auf das Parkett bringen.

Bei den beiden genannten ist das definitiv ihre gute Spielübersicht und ihr Passspiel. Beide verstehen es exzellent ihre Mitspieler in Szene zu setzen und somit in der Arbeit im Low-Post nicht einfältig zu werden. In der freien Offense der 46ers wird Bryant zudem auch gerne im High-Post angespielt, sodass er von dort aus mit seiner Länge und seinen Fähigkeiten als Verteiler genutzt werden kann.

Der interessanteste Aspekt der beiden Offensivsysteme sind aber die Spieler, die um die Center herumspielen. Dabei nutzen sowohl die Oldenburger als auch die Gießener sehr gerne vier extrem bewegliche und wurfstarke Akteure, deren Positionen praktisch austauschbar sind. Insbesondere der zweite Big Man ist häufig undersized und mit einem guten Dreipunktwurf ausgestattet, wie beispielsweise Philipp Schwethelm oder Jamar Abrams. Dies eröffnet den Teams die Möglichkeit in einer 4-out Formation zu spielen und somit über den ganzen Angriff hinweg ein sehr gutes Spacing zu wahren.

Den EWE Baskets Oldenburg gelingt dies in dieser frühen Phase der Saison schon sehr gut, sodass sie sich sehr viele offene Dreipunktwürfe erspielen können. Mit 9,9 getroffenen Dreiern pro Spiel rangieren die Donnervögel ligaweit derzeit auf Platz Drei hinter Gotha und Tübingen. Dabei spielt die Präsenz von Mahalbasic in Korbnähe eine entscheidende Rolle. Denn es finden sich nur wenige Teams in der BBL, die einen ähnlich großen und physischen Fünfer aufbieten können. Dies zwingt Mannschaften dazu den Österreicher zu doppeln, was den vier Oldenburger Schützen zusätzliche Freiräume verschafft.

ALBA Berlin konnte letzte Woche gegen Oldenburg mit Dennis Clifford zwar einen ähnlichen Spielertypen auf das Parkett schicken, sendete aber trotzdem häufiger Hilfe für den US-Amerikaner. Mit herunterlaufender Wurfuhr orientieren sich die Berliner Verteidiger hier immer weiter Richtung Zone, wodurch Frantz Massenat und Maxime De Zeeuw bereits freiwerden. Da Mahalbasic sich aber gerade in die andere Richtung dreht, kann sich ALBA diese Help-Defense erlauben, die dann allerdings eh zu spät ist, weil der Oldenburger per Hakenwurf scort.

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Diese sehr aktive Defense der Albatrosse lässt allerdings auch manchmal Mismatches entstehen. Im nächsten Beispiel bleibt Dennis Clifford zu lange beim Ballhandler, sodass Luke Sikma rotieren und Mahalbasic aufnehmen muss. Dieser wird angespielt und kann nun unter dem Korb seine Arbeit verrichten.

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Da Sikma in dieser Szene aber sehr gut verteidigt, muss sich der Center der Donnervögel nun eine Anspielstation suchen. Die Spieler abseits des Balls haben sich wieder am Perimeter verteilt und erlauben es so ihren Gegenspielern nicht auszuhelfen. Clifford, der normalerweise lieber in Korbnähe verteidigt, rückt hier zu weit ein, sodass Mahalbasic mit einem Pass de Zeeuw finden und der Belgier den offenen Dreipunktwurf verwandeln kann.

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Diese Verteilung der gefährlichen Schützen macht es für gegnerische Mannschaften so schwer die Oldenburger Offensive zu kontrollieren. Auch im Pick&Roll, welches mit Mahalbasic als Blocksteller ein zentraler Element ist, lassen sich diese Muster wiedererkennen.

In der folgenden Szene laufen Mickey McConnell und Rasid Mahalbasic dieses hohe Blocken und Abrollen. Da Clifford nicht zu den allerschnellsten Spielern gehört, bietet es sich an, dass Mahalbasic hier den Block eher antäuscht und durchsprintet („slip the screen“). 

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Dadurch kann er den ALBA-Center auf dem falschen Fuß erwischen, was in der Berliner Defense Rotationen auslöst. In diesem Fall muss Sikma bis weit unter den Korb rücken, um den Oldenburger am einfachen Korbleger zu hindern. Mahalbasic forciert aber nichts, sondern behält die Übersicht und kann auf der ballfernen Seite wieder Maxime de Zeeuw für den Dreier anspielen. Dass Akeem Vargas hier ebenfalls nicht ideal positioniert ist, spielt den EWE Baskets zusätzlich in die Karten.

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Wenn nach dem Pick&Roll nicht sofort der Pass auf Mahalbasic frei ist, hilft der Österreicher seinem Team trotzdem. In der nächsten Sequenz lässt sich erkennen wie Peyton Siva tief unter den Korb rückt, um Mahalbasic auf jeden Fall stoppen zu können.

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Dies nutzen die EWE Baskets aus, indem de Zeeuw hier mit einem Crosscourt-Pass die Seite wechselt und die beiden auf der Weakside postierten Schützen involviert. Dort bekommt erst Paulding den Ball, wird aber sofort gestellt, sodass er den Extrapass zu Massenat spielt, der nun den offenen Dreipunktwurf nehmen kann. Dies zeigt, wie schwer es gegen Oldenburg ist das komplette Halbfeld zu verteidigen.

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Während die Oldenburger in der letzten Szene noch Umwege gehen mussten, zeigt das nächste Bild, dass es auch deutlich schneller gehen kann. Die ballführenden Spieler der EWE Baskets wussten natürlich schon, dass die Berliner Hilfe senden würden. Nachdem Mahalbasic hier wieder schnell abrollt, steht Sikma schon sehr mittig, um das Anspiel auf den Big Man zu verhindern. Dies eröffnet Massenat die Möglichkeit direkt den Pass quer zu de Zeeuw zu spielen, der den nächsten Wurf von jenseits der 6,75m-Linie einnetzen kann.

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Einen ganz ähnlichen Ansatz verfolgen die Giessen 46ers in dieser Saison. Nachdem Ingo Freyer als Nachfolger von Denis Wucherer nach Hessen geholt wurde, konnte man sich zunächst auf den typischen Run&Gun-Basketball von Freyer einstellen. Doch es folgte im Laufe des Sommers noch die Verpflichtung von Center John Bryant, der ein komplettes Gegenstück zu dieser Form des Basketballs darstellt. Es war nur schwer vorstellbar, wie der langsame Bryant in der Freyer-Offense funktionieren sollte. Doch der Giessener Headcoach belehrte uns alle eines Besseren und führte das Team nach einem verkorksten 0:3-Start zu fünf Siegen aus den nächsten sieben Spielen, sodass Giessen nun mit einer Bilanz von 5:5 im gesicherten Mittelfeld der Tabelle steht.

Die Nutzung von John Bryant in der Offensive stellt dabei einen zentralen Faktor des Erfolgs dar. Freyer ist es gelungen den 2,11m-Mann in Positionen zu bringen, wo er seine Stärken ausspielen und dem Team somit am meisten helfen kann. Dies sind vor allem Situationen in denen Bryant seine Spielübersicht, sein gutes Passspiel und sein Ballgefühl nutzen kann. Dafür wird der Center häufig im High-Post oder sogar an der Dreierlinie angespielt und die restlichen vier Akteure laufen eine bestimmte Action. Bryant kann das Feld dann von oben observieren und bei etwaigen Lücken seine Mitspieler finden.

Als gutes Beispiel dient da das erste Play aus dem Spiel gegen Jena. Hier übergibt Dee Davis den Ball direkt an Bryant, der nun als Verteiler agieren kann. Davis sprintet nach unten und setzt einen Downscreen für Jamar Abrams, der um den Block herumkommt und sich schon etwas von seinem Gegenspieler absetzen konnte. Diesen Vorteil nutzt Abrams und curlt direkt zum Korb, wo er nun von Bryant bedient werden kann. Abschluss per Dunking inklusive.

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Ganz ähnlich verhält es sich wenn John Bryant den Ball im Low-Post erhält. Auch von dort aus kann der US-Amerikaner seine Mitspieler in Szene setzen, wenn sie sich gegenseitig freiblocken. In der folgende Szene lässt sich erkennen wie dies aussehen kann. Hier hat Bryant tiefe Position und schaut welche Möglichkeiten sich um ihn herum ergeben. Jahenns Manigat stellt beispielsweise einen Block für Austin Hollins, doch der Passweg ist nicht optimal. So wählt Bryant die logischste Variante und nutzt seinen Vorteil unter dem Korb für zwei einfache Punkte aus. 

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In diesem Zusammenhang nutzen die 46ers ein interessantes Konzept, um offene Würfe von Außen zu generieren. In der nächsten Sequenz hat Bryant den Ball wieder im Low-Post und versucht ihn auf die ballferne Seite zu bringen. Da Hollins sieht, dass Manigats Gegenspieler schon bis tief unter den Korb gerückt ist, wäre nun sein Mann der Spieler, der auf der Weakside einen möglichen Wurf verteidigen müsste. Deswegen macht Hollins es ganz clever und blockt seinen eigenen Gegenspieler, sodass dieser nicht mehr aushelfen kann. Er schiebt ihn praktisch Richtung Korb und öffnet so den Passweg für Bryant, der nun Manigat in der Ecke bedienen kann.

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Ansonsten kann John Bryant natürlich ähnlich wie Rasid Mahalbasic über das Pick&Roll die Aufmerksamkeit der gegnerischen Defensive auf sich ziehen. Auch wenn der Giessener Center nicht so agil wie Mahalbasic den Screen slippen kann, muss die Verteidigung auf der Helpside trotzdem jederzeit auf der Hut sein. 
Die folgende Szene zeigt, was passiert, wenn das nicht der Fall ist. Die Weakside-Verteidiger sind hier zu sehr auf ihre eigenen Gegenspieler konzentriert und lassen Bryant ungestört zum Korb ziehen. Manigat wartet den perfekten Zeitpunkt für das Zuspiel ab und Bryant kann nun ganz allein unter dem Korb für die nächsten zwei Zähler sorgen. 

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Insgesamt lässt sich also festhalten, dass Bryant, entgegen der Erwartungen, dem Gießener Spiel eine weitere wichtige Facette hinzufügt. Coach Ingo Freyer hat einen guten Weg gefunden, um den Ex-MVP zu integrieren und seine Stärken zum Vorteil zu nutzen. Die Taktik mit vier extrem schnellen, athletischen und wurfstarken Spielern um Bryant herum geht bislang sehr gut auf. Wenn Bryant in seinem Matchup physische Vorteile hat, kann er diese ausnutzen, ansonsten versteht er es aber auch seine Mitspieler in Szene zu setzen.

Seine Spielintelligenz und Übersicht wird dafür sorgen, dass Aktionen wie folgende, als er aus seinem Wurfversuch kurzerhand ein Alley-Oop-Anspiel auf Abrams werden lässt, keine Seltenheit bleiben.

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Playmaking Fours

Wie bereits anfangs angesprochen haben die neuen Anforderungen an die großen Spieler auch neue Positionen beziehungsweise eher Rollen entstehen lassen. Zum gefragtesten Spielertyp zählt dabei der sogenannte “Playmaking Four”. Dabei handelt es sich praktisch um eine Weiterentwicklung des “Stretch Fours”, der spätestens seit Dirk Nowitzki eine feste Größe in jeder Rotation ist. So besitzt der “Playmaking Four” noch mehr Skills mit dem Ball und kann eben auch als Spielgestalter auftreten, während Typen wie Nowitzki kaum dribbeln und lieber sofort den Abschluss suchen.

In der NBA hat sich vor allem Draymond Green von den Golden State Warriors zum Vorreiter dieser Bewegung entwickelt. Der Big Man des Champions füllt regelmäßig jegliche Bereiche auf dem Statistikbogen und zeigt somit seine Vielseitigkeit. Diese machen sich die Warriors zu nutze, indem sie Green auch viel den Ball in die Hand geben und ihn kreieren lassen. Ein Pick&Roll mit Green als Ballhandler und Stephen Curry als Blocksteller ist somit keine Seltenheit mehr. Noch ist diese Art von Spieler allerdings sehr rar, sodass sie auf dem Markt gefragt sind.

In der Basketball-Bundesliga finden sich auch nur ganz wenige Vierer mit einem solchen Skill-Set. Doch einer von eben dieser seltenen Sorte spielt bei ALBA Berlin: Luke Sikma. Der 28-Jährige, der im Sommer vom spanischen Meister Valencia kam, kann ganz klar als “Playmaking Four” bezeichnet werden und wird in der Berliner Offense auch als ein solcher genutzt.  

Sehr häufig wird Sikma im High-Post oder an der Dreierlinie angespielt, damit er von dort aus seine Passfähigkeiten nutzen kann. Ähnlich wie bei John Bryant, versuchen sich seine Mitspieler währenddessen freizublocken, um Sikma möglichst viele und gute Anspielstationen anzubieten. 

In diesem Spielzug wird er von Peyton Siva bedient, der dann durchstartet um einen Screen für den Schützen in der Ecke zu stellen. Sikma hat nun die Möglichkeit darauf zu warten und seine Optionen zu prüfen oder einfach selbst zu Werke zu gehen. In diesem Fall nutzt er die Tatsache, dass die Defense sehr mit der Weakside beschäftigt ist und setzt sich gegen Maxime de Zeeuw direkt im Eins-gegen-Eins für zwei leichte Zähler durch.

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Im nächsten Beispiel tritt er dann als Passgeber auf. ALBA läuft ein Play, bei dem Joshiko Saibou unter dem Korb einen Crossscreen für Bogdan Radosavljevic stellt. Dies sorgt für kurze Unordnung in der Oldenburger Defense, da geklärt werden muss, ob geswitcht wird oder nicht. Dadurch ist hier Radosavljevic für einen kurzen Moment frei und wird sofort von Sikma bedient.

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Die spannendste Art und Weise, um Luka Sikma als Passgeber einzusetzen ist aber folgende. Dabei wird der US-Amerikaner zuerst wieder auf Höhe der Dreierlinie angespielt. Dann cuttet allerdings ein kleiner Spieler, in dem Fall Saibou, um ihn herum in Richtung des Korbs. 

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Wenn Saibous Verteidiger bereits einige Schritter hinter dem Berliner ist, kann dieses Play kaum noch verteidigt werden. Sikma wartet geduldig bis Saibou an ihm vorbei ist und bedient den Guard dann mit einem punktgenauen Zuspiel. Für Rasid Mahakbasic geht das zu schnell, sodass auch er nicht mehr eingreifen und die zwei leichten Punkte für ALBA Berlin verhindern kann.

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Mit im Schnitt 10.2 Punkten, 6.9 Rebounds und 4.2 Assists zeigt sich wie unglaublich vielseitig Luke Sikma ist. Der Mann mit der Nummer 43 war bislang für ALBA wie ein zweiter (oder dritter) Spielgestalter auf dem Parkett und einer der Hauptgründe, warum es für die Hauptstädter in dieser Spielzeit so gut läuft. Deswegen ist es auch nicht verwunderlich, warum er in den MVP-Diskussionen jetzt schon so hoch gehandelt wird. 

Big Men-Pick & Rolls

Aus der Tatsache, dass nominelle Power Forwards jetzt auch selbst mit dem Ball kreieren, ergeben sich offensiv nun neue Strategien. Eine davon ist das Pick&Roll zwischen dem Vierer und dem Fünfer. Dies ist besonders interessant, weil viele Mannschaften keinen so beweglichen Vierer haben und deswegen bei solchen Plays häufig vor Probleme gestellt werden. 

Genauso sind Power Forwards es auch eigentlich gar nicht gewöhnt das Blocken und Abrollen als Defender des Ballhandlers zu verteidigen, da sie normalerweise der Gegenspieler des Blockstellers sind. Diese Tatsachen möchten sich die Teams mit Playmaking Fours natürlich zu nutze machen und bringen gegnerische Vierer gerne in solche Situationen. 

Dabei ist gerade auch Brose Bamberg zu nennen, die seit der Verpflichtung von Dorrell Wright über einen Spielertypen verfügen, der die Rolle als Ballführer in Pick&Rolls übernehmen kann. So beispielsweise im Topspiel gegen den FC Bayern Basketball, als die Münchener mit Danilo Barthel und Maik Zirbes zwei klassische Bigs aufboten und damit für Bamberg ein gefundenes Fressen waren. 

Hier lässt sich gut erkennen, wie Wright als Ballhandler fungiert und seinen Gegenspieler Barthel in eine ungewohnte Situation bringt. Zirbes lässt sich zurückfallen, da er um die Schnelligkeitsvorteile des Bambergers weiß. So ergibt sich für Wright ein offener Dreipunktwurf, den der US-Amerikaner dann aber verfehlt. 

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Dadurch hat Bamberg offensiv nun noch mehr Möglichkeiten und vor allem Spacing, da es sich bei den restlichen drei Spielern auf dem Court um Guards handelt, die traditionell gut werfen können. Außerdem gilt bei all den Akteuren abseits des Balls, dass der Closeout mit Bedacht gewählt werden muss, da sie sehr schnell sind und somit zu aggressive Closeouts gut attackieren können. Bei einem klassischen Stretch Four auf der Weakside würde sich dieses Problem weniger ergeben, da sie eher selten über einen schnellen ersten Schritt verfügen. Dies macht den Vierer als ballführenden Spieler und Initiator von Pick&Rolls im Angriff umso attraktiver.

Auch in der Euroleague-Partie gegen Valencia kam das Blocken und Abrollen zwischen dem Vierer und Fünfer wieder zum Einsatz. Wright befindet sich auf der Seite, bekommt den Block von Radosevic und kann dann zur Mitte ziehen.

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Da Wright Gegenspieler nicht folgen kann, hat Bamberg eine 2-gegen-1-Situation, die sie perfekt ausspielen, indem Wright Radosevic per Bodenpass findet und der Deutsch-Kroate mit dem Dunk abschließt. Man darf gespannt sein, wie Brose Bamberg diese Taktik im Verlaufe der Saison weiter nutzt.

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Doch allein ist der Meister mit diesem Spielzug in der BBL nicht. Auch Dirk Bauermanns Würzburger deuteten schon früh in der Saison an, dass das ein Mittel sein könnte. Die Franken haben mit Robin Benzing einen Spieler auf der Vier, der selbst für sich kreieren und somit auch das Pick&Roll laufen kann. Mit Kresimir Loncar, der auch an die Dreierlinie heraustreten kann, ist dies definitiv ein interessantes Mittel.

Fazit

Die Teams der Basketball-Bundesliga zeigen bereits in dieser frühen Phase der Saison viele interessante Wege, um ihre Big Men einzusetzen. Mit Rasid Mahalbasic und John Bryant befinden sich in Oldenburg beziehungsweise Gießen eigentlich eher traditionelle Bigs, doch die beiden besitzen weit mehr Fähigkeiten, um ihren Mannschaften zu helfen. Als Felsen in der Brandung behalten sie die Übersicht und setzen ihre wurfstarken Mitspieler in Szene. Ganz ähnlich kann das Luke Sikma, der mit seiner Spielweise einen ganz neuen Spielertypen in die BBL gebracht hat. Ein Triple-Double dürfte für den Berliner wohl nur noch eine Frage der Zeit sein. Somit sollten genug Gründe geliefert sein, um beim nächsten Spiel mal ein genaueres Auge auf die Spielweise der Großen zu werfen. Denn auch wenn die Liga häufig als Guard-lastig gilt, sollte die hervorragende Arbeit der Bigs nicht vernachlässigt werden. 

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