Draftprofile 2018

Mikal Bridges

Villanova Wildcats

Datenblatt

Name: Mikal Bridges

Geburtsdatum: 30.08.1996

Größe: 6’7” / 2,01m

Gewicht: 191 lbs / 87kg

Spannweite: 7’0.5‘‘ / 2,15m

Position: Wing

Team: Villanova Wildcats

 

Überblick

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Stärken

Schwächen

+ Distanzwurf

+ Off-the-Ball-Movement

+ defensive Variabilität

– eignen Abschluss kreieren

– Abschluss mit der linken Hand

Scouting – Logbuch

13.02.2018

Mit Mikal Bridges wird die kommende Draft um einen sehr interessanten und mit großer Sicherheit auch begehrten Flügelspieler bereichert, der gegenwärtig bereits seine dritte College-Saison bei den Villanova Wildcats absolviert. Bereits im Zuge der Draft 2017 war er auf dem Radar einiger Franchises, die ein gewisses Three-and-D-Potential ihm sahen. Zwar agierte er mit einer recht niedrigen Usage-Rate (16,2%) und hinterließ somit einige Fragen seine Offense betreffend, doch hatte er angeblich eine Draft-Zusage der San Antonio Spurs am Ende der ersten Runde vorliegen. Trotzdem entschied sich der 6-7 Fuß große und 201 Pfund schwere Bridges für die Junior-Saison bei den Wildcats.

Offense

Seinem Draft-Wert kam die Entscheidung für ein weiteres Jahr am College in jedem Fall zu Gute, denn die Usage-Rate ist auf 22,4% gestiegen – und das, obwohl sich seine offensive Rolle kaum verändert hat. Dieser Anstieg gelingt Bridges, der mit 21 Jahren noch immer recht jung ist, vor allem deshalb, weil er seinem Distanzwurf wesentlich mehr Vertrauen schenkt als in der Vergangenheit. Mit 42% bei 5,6 Wurfversuchen aus dem Dreierbereich legt der Wing dabei sehr überzeugende Zahlen auf. Keine Frage, der Dreipunktewurf ist seine stärkste Waffe. Mechanische Schwächen lassen sich kaum ausmachen: Wenn, dann ist es vielleicht der Release, der etwas schneller sein könnte, doch führt Bridges dafür den Ball sehr weit über dem Kopf. Der Ellbogen seines Wurfarms zeigt etwas nach außen, dafür sind die Ballführung und die Bewegung des Handgelenks lehrbuchreif. Letztlich sprechen die Quoten für sich.

Wie im zweiten Video zu sehen, bestraft Bridges das Wegrotieren des Gegenspielers sofort mit dem Wurf. Aus dem Catch and Shoot zeigt er sich über jeden Zweifel erhaben. Einen geringfügigen Verbesserungsbedarf könnte man in der Fußarbeit ausmachen, wenn die Nummer 25 der Wildcats um Blöcke für einen möglichen Wurf geschickt wird. Doch diesen Makel gleicht Bridges durch seine herausragende Balance nach dem Absprung wieder aus. Deshalb lässt Villanova-Coach Jay Wright auch gern kleine Plays für ihn laufen, wie hier beispielsweise das unscheinbar wirkende, doch aber sehr effiziente Pick and Pop zwischen Bridges und Donte DiVincenzo:

Auch wenn er den Ball für ein oder zwei Dribblings auf den Boden setzt, sieht der Wurf exzellent aus. Damit kann er ein zu hartes Closeout bestrafen, was ihn von vielen anderen inselbegabten Werfern unterscheidet.

Off-the-Ball ist Bridges ein absoluter Albtraum für die gegnerische Defense. Neben seinen exzellenten Wurffähigkeiten ist er auch ständig in Bewegung, beschäftigt die Helpside und hat sogar ein gutes Gespür dafür, wann er backdoor oder in sich bietende Lücken cutten kann. Weil der Wildcats-Junior mit einer gehörigen Portion Sprungkraft gesegnet ist, schließt er bei sich bietenden Anspielen in Brettnähe sehr sicher ab (63,9 FG%@Rim).

Ein weiterer Skill, den sich Bridges angeeignet hat, ist das Post-Up. Bei seiner Größe von 6’7” macht dies auch Sinn, Coaches verteidigen gegnerische eindimensionale Shooter gern mit ihren kleinsten, defensiv schwächeren Spielern. Bridges wird das bestrafen können, nicht zwingend mit dem Abschluss, doch aber mit dem entscheidenden Pass, sobald die Hilfe herbeigeeilt ist.

Die größte Baustelle im Offensivspiel des Mikal Bridges ist das Kreieren, für sich und auch für andere. Seine Ballhandlingskills sind als durchschnittlich zu bewerten. Gänzlich unwohl fühlt er sich aber, wenn er mit der linken Hand abschließen muss. Dies vermeidet er, wenn es irgendwie möglich ist.

Gelingt ihm hingegen der Drive über rechts, dann wird es gefährlich für die Defense.

In einer starren Eins-gegen-Eins-Situation sucht Bridges äußerst selten den Abschluss. Bei Villanova gibt es bessere Playmaker als ihn.

Defense

Neben dem Wurf sind es die Fähigkeiten am anderen Ende des Feldes, die Mikal Bridges in der kommenden Draft so begehrt machen werden. Er verfügt über ein herausragendes Verständnis in der Verteidigung, bewegt sich gut, antizipiert Situationen frühzeitig, rotiert entsprechend, kennt die Schwächen seiner Gegenspieler und ist immer bereit sich für sein Team aufzuopfern. Technisch erfüllt er nahezu jeden Wunsch, den man an einen 21-jährigen Wing-Defender haben kann. Den primären Ballhandler verteidigt er in Villanova eher selten von Beginn an, doch lässt Coach Wright seine Wildcats direkte und indirekte Picks oft switchen. Erst dann kommen die Stärken Bridges‘ zur Geltung: Während es ihm gegen kleinere Gegenspieler gelegentlich an lateraler Schnelligkeit fehlt, sie aber doch aufgrund seiner Länge in aller Regel vor sich halten kann, sieht er gegen Bigs meistens sehr gut aus.

Somit erfüllt Bridges ein wichtiges Kriterium, auf das NBA-Scouts verstärkt schauen: defensive Flexibilität. Die Positionen Zwei und Drei wird er problemlos verteidigen können, darüber hinaus dürfte es ihm aber auch gelingen für wenige Sekunden gegen Einser und Vierer zu bestehen; länger ist es in der NBA dank kürzerer Angriffszeit als am College nicht nötig.

Spielervergleich 

Mikal Bridges wird kein NBA-Superstar werden, sein Ceiling ist begrenzt. Eine similäre Entwicklung zu Kawhi Leonard darf also nicht erwartet werden, dafür fehlt es an den entsprechenden körperlichen Tools. Was aber für den 21-jährigen Flügelspieler spricht, ist seine glasklare Rollenbeschreibung: Three and D.

Bridges verfügt über das Talent diese Skills auf elitärem Niveau auszufüllen, weshalb sich der Vergleich zu Danny Green anbietet, der körperlich ganz ähnlich daherkommt. Berücksichtigt man, dass der Wildcat möglicherweise offensiv über einige Waffen mehr verfügen wird, lässt dies erahnen, welch hohen Wert er für ein jedes Team später einmal haben kann. Nicht umsonst erhalten Spieler wie Otto Porter Jr. oder Nicolas Batum, von dem Bridges ein Foto auf seinem Instagram-Account gepostet hat, in der modernen NBA hoch dotierte Verträge, auch wenn sie nur die dritte oder vierte Option in der Offensive ihres Teams sind.

 

Statssektion

Highschool:

Great Valley High School in Malvern (Pennsylvania)

 

Trivia

Instagram

@mikalbridges

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3 comments

  1. Poohdini

    Sehr interessant und aufschlussreich, danke dafür. Ich habe mich mit diesen Spielern der hinteren Top 10 Picks noch gar nicht beschäftigt und kann ihn mit dem anderen Bridges nicht mal auseinander halten.

    Was mir aber beim Lesen direkt aufgefallen ist, ist eher was negatives, obwohl er ja laut Beschreibung viele positive Aspekte mitbringt: Justin Jackson?! Ein Junior, der im dritten College-Jahr nur ein Rollenspieler-Profil ausfüllt, klingt so nach Fool´s gold. Weißt du, was ich meine. Die Spieler mit so viel College Erfahrung sollten eigentlich dominieren, auch in einer anderen Rolle.

  2. Avatar

    Nobody

    Also ich mag ihn sehr, mein Lieblingsspieler nach der Top3. Solche Spielertypen sind halt immer sehr gefragt, und es ist fast schon schade, dass er nicht 2017 schon gemeldet hat. Bei den Spurs hätt ich ihn echt gern mal gesehen. Dass er in der diesjährigen Draft in Spurs-Range fällt, kann man hingegen quasi ausschließen.

    Als Mavs-Fan würde ich an Cubans Stelle ALLES probieren, noch einen zweiten Lottery-Pick zu ertraden, Mikal neben DSJ fänd ich verdammt lässig. Ich weiß, mir fällt leider auch kein Prozedere ein, wie man das hinbekommen kann. :lol:

  3. Tobias Berger

    Was mir aber beim Lesen direkt aufgefallen ist, ist eher was negatives, obwohl er ja laut Beschreibung viele positive Aspekte mitbringt: Justin Jackson?! Ein Junior, der im dritten College-Jahr nur ein Rollenspieler-Profil ausfüllt, klingt so nach Fool´s gold. Weißt du, was ich meine. Die Spieler mit so viel College Erfahrung sollten eigentlich dominieren, auch in einer anderen Rolle.

    I see where you’re coming from.

    Teile die Bedenken für Bridges aber nicht. Zum einen ist der Sprung, den er in seiner aktuellen Spielzeit vollzogen hat, schon beachtlich. Dazu kommen die klar übersetzbaren Skills, die Jackson eher nicht hatte. Bridges können wir Wurf, Defense und Athletik eher glauben.


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