Draftprofile 2018

Mohamed Bamba

Texas Longhorns

Datenblatt

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Name: Mohamed Bamba

Geburtsdatum: 12.05.1998

Größe: 7’0” / 2,13m

Gewicht: 225 lbs / 102kg

Spannweite: 7’9.5‘‘ / 2,42m

Position: Big

Team: Texas Longhorns

 

Überblick

Stärken/Schwächen | Scouting-Logbuch | Spielervergleich | Videos | Wichtige Spiele | Artikelempfehlungen | Statssektion | Trivia | Twitter

Stärken

Schwächen

+ Rebounding

+ Rim Protection

+ Wurf-Potenzial

– geringes Körpergewicht

– Post Moves

Scouting – Logbuch

09.12.2017

Gut einen Monat ist die neue NCAA-Saison alt, in sieben von acht Spielen stand Mohamed Bamba mit seinen Texas Longhorns auf dem Feld, gewonnen wurden bislang sechs. Nur gegen New Hampshire fehlte der Big Man aufgrund einer Gehirnerschütterung.

Das Suchen nach der offensiven Rolle

Offensiv sucht Bamba, und wohl auch dessen Coach Shaka Smart, noch nach seiner Rolle. In den Vorbereitungsspielen zeigte sich der Five-Star-Recruit noch recht häufig am Perimeter, gern auch mit der Option für den Wurf. Inzwischen ist davon aber kaum noch etwas zu sehen. Der Dreier fällt überhaupt nicht (2 von 13 3P), weshalb es ihn im Pick and Roll nun fast ausschließlich nach innen zieht. Dort ist Bamba in der Rolle des abrollenden Spielers jedoch nur als Alley-Hoop-Verwerter gefährlich. Das wissen auch die gegnerischen Coaches und lassen diesen Pass stets sehr aufmerksam verteidigen. Da die Longhorns nicht gerade mit einem Überangebot an Schützen aufwarten und neben Bamba auch immer einen zweiten Big auf dem Feld haben, erlaubt dies der gegnerischen Defense sich weit in die eigene Zone zurückziehen zu können. Somit verpuffen die meisten aller Pick-and-Roll-Spielzüge seitens der Longhorns. Hält sich der Sevenfooter dann doch mal hinter der Dreierlinie auf, so ist er gegenwärtig nicht mehr als eine Passstation. Sobald er mit dem Ball in der Hand den Korb auch nur anschaut, bekommt man als Zuschauer große Angst vor einem Turnover.

Auch seiner zweiten möglichen Waffe im Offensivarsenal hat sich Bamba vorerst entledigt: dem Spiel aus dem High-Post. Zwar wird er dort immer mal wieder von seinen Mitspielern gesucht – es existiert sogar ein Inbound-Play dafür, doch fehlen ihm jegliche Tools, um auf dieser Position effizient erfolgreich agieren zu können. Deshalb passt er auch hier den Ball oft weiter oder nimmt sehr ungewöhnliche Abschlüsse.

Will Bamba seinem Anspruch nun mittelfristig gerecht werden, immerhin nannte er Anthony Davis als sein Vorbild, dann braucht es wohl noch unzählige individuelle Workouts. Er muss in der Lage sein, den Ball für ein oder zwei Dribblings auf den Boden zu setzen und diesen dabei gut mit dem Körper abzuschirmen. Seine Ballhandlingskills als solche sind wohl weniger das Problem, immerhin führt er gelegentlich sogar als Ballhandler den Fastbreak an. Seine große Baustelle ist hingegen die Fußarbeit. Mit einem großen Schritt könnte er ohne weiteres an jedem Gegenspieler vorbeikommen, das Dribbling dürfte ihm dabei gelingen. Gänzliche Leere herrscht nun aber im Werkzeugkasten für Anschlussbewegungen: sei es das Abstoppen per Power-Move oder gar ein Spin-Move, schließlich wartet nun mindestens ein Helpverteidiger auf ihn. Bamba hat einfach nichts anzubieten, damit er die Kontrolle über Ball und Körper behält. Deshalb ist er auch nicht in der Lage, wenigstens einen vernünftigen Pass an den Mann zu bringen. Vielsagend ist hierbei die Anzahl an Assists, die Bamba bislang gespielt hat: Es sind vier Stück in sieben Spielen.

Die dritte Offensivwaffe könnte der Low-Post darstellen, ein Bereich des Spielfeldes, der von NBA-Centern in diesen Tagen doch recht selten bespielt wird, aber dank Joel Embiid oder Draft-Kollege DeAndre Ayton eine kleine Renaissance erleben könnte. Ob Mohamed Bamba diesem zweiten Frühling zu mehr Sonnenschein verhelfen kann, darf hingegen stark bezweifelt werden. Zu unvorteilhaft ist seine physische Beschaffenheit: Sein Körperschwerpunkt ist zu hoch, seine Muskulatur in Hüften und Beinen zu wenig ausgeprägt und sein Körpergewicht insgesamt zu gering. Dennoch ist der Low-Post genau die Position, der sich Bamba in den letzten Spielen öfter angenommen hat. Die Ergebnisse sind eher als traurig zu bewerten.

Hier sieht man eindrucksvoll, wie unterentwickelt Bambas Positioning noch ist. Er kann weder die Position halten, noch versteht er es, den Gegenspieler mit der einen Hand zu fixieren, während die andere dem Passgeber zeigt, wohin er den Ball spielen soll:

Folgend wird sogar ein System für Bamba gelaufen, der den Ball auch an der gewünschten Position erhält. Doch die Bewegung wirkt sehr unterentwickelt: Anstatt das Power-Dribbling parallel zum Dropstep in Richtung Baseline zu setzen, orientiert er sich unnötigerweise erst in die Mitte, um dann beim Spin-Move den Ball zu verlieren.

Auch das kommende Video steht stellvertretend für Bambas jugendliches Unvermögen: Erst versucht er im Low-Post mit dem Gesicht zum Korb zu agieren, präsentiert dem Gegenspieler dabei jedoch den Ball, der ihn sich sofort klaut. Anschließend begeht er noch das dumme Foul im Rücken des Angreifers.

Das vierte Beispiel illustriert deutlich, dass Bamba selbst in unmittelbarer Korbnähe noch keinerlei Ausstiege besitzt. Er folgt lediglich seinen Instinkten und ist froh, dass er den Ball überhaupt loswird.

So langsam und schmerzhaft sich die Entwicklung Bambas am offensiven Ende des Feldes auch vollziehen wird, folgender Ausschnitt möge jedem Zweifelnden doch zu etwas mehr Optimismus und Geduld anspornen:

Elitärer Ringschutz garantiert

So streitbar sein Potential in der Offensive auch ist; der Grund, warum der Texas Longhorn am 21. Juni 2018 wohl als einer der ersten fünf Spieler in der Draft gezogen wird, ist seine Leistung in der Defensive. Eines ist bereits jetzt gewiss: Bamba bietet elitären Ringschutz.

Doch es sind nicht zwingend seine spektakulären Blocks, von denen Bamba gegenwärtig vier Stück pro Spiel auflegt, sondern viel mehr jene Defensiv-Sequenzen, in denen der gegnerische Ballhandler gar nicht erst zum Korb zieht (oder passt), weil eben diese lange und agile Abrissbirne in der Zone lauert.

Folgerichtig versuchen gegnerische Teams häufig, ihn nach außen zu locken, doch besitzt Bamba die Schnelligkeit und die Technik, mit kleineren Spielern Schritt zu halten sowie die langen Arme, um sie doch noch zu blocken.

Natürlich unterlaufen dem Freshman auch am defensiven Ende noch einige Fehler. So ist er nach wie vor recht foulanfällig. Immerhin versteht er es aber, seinen immer noch zu schwachen Körper besser einzusetzen. Man merkt deutlich, dass er bemüht ist, Seitwärtsbewegungen mit Gegnerkontakt zu vermeiden und seine Arme ausschließlich gerade nach oben zu halten. Im folgenden Video gelingt ihm letzteres noch nicht ganz:

Bis zur Draft wird man wahrscheinlich sehen können, ob bei Mohamed Bamba in der Offensive ein Prozess erkennbar ist oder die Entwicklung eher stagniert, ob wir einen Anthony Davis oder einen Nerlens Noel erwarten dürfen. In beiden Fällen dürfte ihm die Top Fünf der Draft 2018 jedoch sicher sein, zu groß ist sein Potential in der Defense. 

 

Preseason

Die Draftclass des Jahres 2018 wird mit einigen interessanten Big Men aufwarten. Das vielleicht vielversprechendste Talent von ihnen: Mohamed Bamba von der University of Texas. Dies begründet sich in erster Linie in dessen physischer Erscheinung. Bamba, der seine frühe Kindheit in Harlem, New York verbrachte, jedoch Wurzeln in der Elfenbeinküste sowie Mali hat, stellt mit seiner 7’0”-Körpergröße sowie einer Armspannweite von 7’9.5” so ziemlich jeden gleichaltrigen Gegenspieler in den Schatten. Sein Gewicht von nur 225 lbs hingegen verweist bereits auf eine große Baustelle Bambas, er kann seine Größe in Korbnähe kaum ausspielen, da er nicht die Kraft hat, sich konstant durchzusetzen. Einer der spannendsten Aspekte in Bambas Entwicklung bei den Longhorns bis hin zur NBA Draft dürfte also der Aufbau von Muskelmasse sein.

Defense

Es ist offensichtlich, dass sich Mo Bamba zunächst über die Defense definieren wird. Seine enormen Ausmaße gepaart mit einer überdurchschnittlichen Sprungkraft schreien förmlich nach “Elite Defender”. Bei der Fiba Americas 2016 oder bei den Preseason-Spielen der Longhorns im Sommer 2017 flohen seine Gegenspieler deshalb zumeist nach außen; sicher auch, um Bamba möglichst weit vom eigenen Korb fernzuhalten. Im Low Post möchten sich Gleichaltrige nur ungern mit ihm messen. Um zu einem elitären Ringbeschützer zu reifen, muss Bamba noch viel Arbeit in sein Timing stecken; oft kommt er als Help Defender zu spät oder springt im falschen Moment zum Block. Positiv ist hierbei jedoch sein Wille zu vermerken; er ist bemüht, möglichst viele gegnerische Würfe zu beeinflussen. Sein Potenzial als Block Shoter ist enorm.

Auch Bambas Fähigkeiten im Rebounding sind gewaltig. Dies liegt vornehmlich an seinen körperlichen Ausmaßen, weniger an gutem Boxing Out oder exzellentem Timing. Letztere Schwächen gilt es künftig zu beseitigen.

Die Kehrseite seines großen Willens am defensiven Ende ist die Anfälligkeit für viele Foulpfiffe. Da er sich im Positionskampf immer behaupten möchte, ihm aber bei schwereren Gegenspielern oft Kraft bzw. Masse fehlen, bedient er sich zu häufig illegaler Strategien.

Offense

Gegenwärtig ist es noch völlig ungewiss, ob man Parallelen eher bei Roy Hibbert oder Anthony Davis suchen sollte. Letzterer ist jedenfalls der, mit dem Bamba selbst sein Spiel vergleichen würde. Untersucht man die Entwicklung des Texas Longhorns im Offensivspiels innerhalb des vergangenen Jahres, scheint der Name Davis gar nicht so unangebracht. So suchen ihn seine Mitspieler beispielsweise gern im Alley Oop.

Texas-Coach Shaka Smart kreiert sogar Einwurfsysteme, die auf ein Anspiel über Ringhöhe auf Bamba abzielen. Vermehrt verlagert dieser aber sein Spiel auch nach außen. Von Smart erhält er grünes Licht für Distanzwürfe aller Art. So war bereits bei den Vorbereitungsspielen der Longhorns in Australien erkennbar, dass Bamba als Pick’n’Pop Spieler eingesetzt wird und dessen Wurf zumindest ernst genommen werden muss.

Wie sich der Dreier statistisch niederschlägt, muss sich natürlich noch zeigen; bereits gut zu erkennen ist jedoch, dass der Sevenfooter über eine saubere Wurftechnik verfügt. Der Release erfolgt zwar sehr langsam, doch sollte das bei seiner Größe nur wenig störend sein, zumal sich die Armlänge hierbei nun mal nachteilig niederschlägt.

Smart wird seinen Big auch häufig im High Post positionieren. Von dort darf er als eine Art Playmaker agieren, zu freien Mitspielern passen, aber eben auch selbst seinen Abschluss suchen.

Generell scheint sich Bamba sehr in seinen Wurf verliebt zu haben. Natürlich mag es seiner Karriere langfristig zu Gute kommen, wenn er sich von Carmelo Anthonys Jab-Step-Game inspirieren lässt, doch wünschte man sich anstelle dessen doch häufiger den Drang zum Korb. Es scheint nur logisch, dass bei der Größe Mismatches im Low Post entstehen müssten, doch tut sich Mamba in diesem Bereich sehr schwer. Zum einen ist seine Schlaksigkeit ein großes Hindernis im Positionskampf, weshalb sich die Flügelspieler mit einem Pass zu ihrer Nummer Vier nur selten sicher fühlen. Zum anderen ist Bambas Fußarbeit als stark ausbaufähig zu bewerten. Immerhin kann man seit der FIBA Americas 2016, bei der er mit dem Ball in der Hand fast überfordert schien, bis hin zum Spätsommer 2017 durchaus eine Entwicklung erkennen. 

Dennoch muss Bambas Offensivspiel noch als äußerst roh bezeichnet werden.

Interessant hingegen ist jene Beobachtung, dass er in der Transition den Ball über das Feld führen darf. 

Spielervergleich 

Auch wenn mit Roy Hibbert und Anthony Davis bereits zwei Namen in Sachen Spielervergleich fielen, lassen sich sicher passendere Vergleichsobjekte finden. Zwar scheint sich Bambas Spiel tatsächlich in die Richtung von Davis zu bewegen, doch kann von Zonen-Dominanz bei Bamba keinesfalls die Rede sein. Zu roh, zu langsam, zu kraftlos sind seine Bewegungen. Wenn man nach weiteren NBA-Spielern mit den Attributen “lang, schlaksig, mit Wurf” sucht, fällt schnell der Name Skal Labissiere. Dieser kommt jedoch noch etwas leichtfüßiger daher als Bamba, während der Texas Longhorn bei günstiger Entwicklung eben die Zone dominieren könnte. Somit scheint auch ein Vergleich mit Myles Turner naheliegend, der Bamba aber physisch eben um Jahre voraus ist.

Videos

Wichtige Spiele mit aufschlussreichem Matchup

Artikelempfehlungen

“Can Mo Bamba take Texas into college basketball’s elite?” (Sam Khan Jr., ESPN, 30.10.2017)

Statssektion

Highschool:

Westtown School, Westtown (Pennsylvania)

Cardigan Mountain School, Canaan (New Hampshire)

All-Star-Events:

McDonalds All-American 2017: 17 Punkte, 5 Rebounds, 4 Blocks, 2 Steals in 21 Minuten

Jordan Classics 2017: 6 Punkte, 10 Rebounds, 2 Assists, 1 Block, 1 Steal in 18 Minuten

Nike Hoop Summit: 7 Punkte, 5 Rebounds, 4 Blocks, 2 Steals in 17 Minuten

International:

FIBA U18 Americas 2016: 7 PPG, 6,6 RPG, 0,8 APG, 50 FG%, 73 FTP% (11/15)

 

Statsvergleich innerhalb der Draftclass

Trivia

Bamba hat drei Geschwister. Seine beiden Brüder spielten ebenfalls erfolgreich Basketball, doch gerieten sie mit dem Gesetz in Konflikt. Während Sidiki Johnson nach einem versuchten Raubüberfall gegenwärtig eine vierjährige Haftstrafe absitzt, stand auch sein Halbbruder Ibrahim Johnson bereits mehrfach vor Gericht.

Mit letzterem hat sich Mohamed überworfen, als er dessen Dienste als potenziellen Spielerberater ablehnte. In einem Akt der Rache beschuldigte Ibrahim ihn öffentlich, mehrere im Sinne der NCAA-Regularien verbotenen Vorteile in Anspruch genommen zu haben (“Brother of prized Texas recruit Mohamed Bamba alleges NCAA violations involving financial advisor”, Rob Dauster, NBC Sports, 29.06.2017).

Instagram

@therealmobamba_

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