Draftprofile 2015

Bobby Portis

University of Arkansas

Datenblatt

20130403_MCDAAG_Bobby_Portis_Jr_dunk_(2)Name: Bobby Portis

Position: Big

[xrr rating=1/4]  (Rollenspieler)

College: University of Arkansas

College-Erfahrung: Sophomore

In seiner zweiten Saison am College gewann Bobby Portis den Titel des SEC-Player of the Year – und das obwohl in seiner Conference SEC das wohl beste Team des Landes, die Kentucky Wildcats, Zuhause ist. Bei dieser individuellen Auszeichnung, ließ er dementsprechend große Namen wie Willie Cauley-Stein und Karl Towns hinter sich. Es handelt sich dabei allerdings nicht um eine Cinderella-Story, in der ein unbekannter Big aus dem Nichts kam und den großen Wildcats den Award klaute. Durch seinen hohen Recruiting-Rang (ESPN hatte ihn in der Class 2013 auf Position 16), hatten den Mann aus Little Rock schon vor der Saison viele Experten auf dem Zettel. So auch wir! 

Tools&Skills

Körperlich ist Portis nicht gerade mit Gardemaßen gesegnet. Seine Länge ist mit 6´10¨ für einen Big zwar sehr solide, seine Standing Reach (9´0¨) und Spannweite (7´2¨) sind im Vergleich zu den anderen großen Jungs im Draft im unteren Bereich einzuordnen. Diese körperlichen Nachteile sind dabei auch nicht durch seine athletischen Fähigkeiten auszugleichen. Sowohl bei der Sprungkraft, aber auch bei den Sprints und Lane Agility-Drills lag er in den unteren Regionen des Draft Combines. 

Doch was auf den ersten Blick wie eine deutliche Einschränkung seines Talentes wirkt, macht Portis mit Spielintelligenz, Fußarbeit und Einsatz wieder wett. Gerade am offensiven Ende profitiert er von diesen Fähigkeiten. Hier ist Portis ein vielseitiger Angreifer, der in der von allem ein bisschen was kann. In Ringnähe schließt er mit einer Trefferqoute von starken 75,4% sehr effizient ab. In dieser Kategorie sind nur die beiden (wahrscheinlichen) Top-Picks Okafor und Towns treffsicherer als der Mann von den Arkansas Razorbacks. Beeindruckender wird diese Statistik zusätzlich durch den Fakt, dass sein Lowpost-Game noch relativ roh wirkt und es Portis vor allem an effektiven Counter-Moves gegen bessere Verteidiger mangelt. Dennoch weiß er sich, gerade bei Drives, mit seiner guten Fußarbeit durchzusetzen. In der NBA wird seine gute Quote, aufgrund seines noch zu rohen Postgames, wohl deutlich abfallen. Trotzdem bleibt der Big, gerade auch nach einer deutlichen Steigerung des Postgames in der Sophomore-Season, ein sehr vielseitiger Zeitgenosse. Seine Technik bei den Jumpern ist dabei zwar unkonventionell, aber häufig eben auch erfolgreich. Seine Freiwurfqoute von 73,7% zeigt, dass sein Wurf durchaus funktioniert.

Diese Tendenz setzt sich in seiner sehr guten 3er-Quote fort. Mit 46,7% weißt er hier den besten Wert aller Bigs auf. Das Problem dabei ist jedoch die Anzahl der genommen Würfe. Mit 1,1 3er-Versuchen auf 40 Minuten hochgerechnet, nimmt er nämlich auch weniger Würfe als jeder andere. In der Folge könnte man davon sprechen, dass Portis das Potential besitzt, mittelfristig freie Mitteldistanzwürfe mit guter Quote treffen zu können, noch aber keine konstante Gefahr auf NBA-Niveau darstellen wird. Dennoch ist er schon jetzt in der Lage das Spielfeld zu stretchen und es ist nicht auszuschließen, dass er seine Range auf den NBA-Dreier ausweiten kann. 

Auch Portis’ Leistungen in der Verteidigung werden von seinen körperliche Maßen beeinträchtigt. Die fehlende Sprungkraft machen den Bigman nicht gerade zu einem Rim-Protector. Seine Chancen in der NBA als Center zu agieren, sind dadurch relativ gering. Er ist defensiv zwar solide und arbeitet hart, trotzdem ist er nur ein durchschnittlicher Lowpost-Verteidiger. Im Pick’n’Roll deute er dabei jedoch seine Qualitäten an. Eine gute Körperhaltung sowie die gute Fußarbeit, machen es möglich, dass Portis im Pick-and-Roll durchaus auch auf den Ballhandler switchen und am Perimeter verteidigen kann. Diese Fähigkeiten sind es auch, die es dem Arkansas-Alumni (auf College-Level) erlaubten über das ganze Feld zu Pressen. Dies hat er in der Fullcourt-Press der Razorbacks bereits mehrfach unter Beweis stellen können.

Ob sich dieser Skill jedoch auch auf sein NBA-Spiel, gegen schnellere Guards, übertragen lässt, scheint fraglich.

Beim Rebounding zeigt Portis oft zwei unterschiedliche Gesichter. Am defensiven Ende lädt er seine Gegenspieler durch schlechtes Ausboxen oder schlechtes Positioning oft zu Rebounds ein. Auch seine fehlende Sprungkraft trägt dazu bei, dass er den Ball nicht immer am höchsten Punkt fangen kann, was seinen Gegnern tendenziell einen Vorteil verschafft. Ganz anders ist das Bild am offensiven Ende. Hier legt er mit 4,6 offensiven Abprallern einen der besten Werte unter den Draftees auf. Auf dem Weg zu diesem guten Wert hilft ihm seine Mentalität als harter Arbeiter, die es ihm möglich macht, eine optimale Position gegen seinen Gegenspieler zu beziehen und so die Bretter (zumindest offensiv) zu dominieren.

Neben dieser Arbeiter-Mentalität verfügt Portis über ein sehr gutes Gefühl für Spielsituationen. Er neigt nicht dazu, überhastet abzuschließen und  trifft auch sonst nur selten schlechte Entscheidungen. Seine TO% von nur 9,5% ist nicht nur ein Spitzenwert unter den Bigs, sondern unterstreicht vielmehr auch, dass er ein gutes Gefühl für den Flow seiner Team-Offense besitzt.

Statsvergleich innerhalb der Draftclass

Draft2015StatsBigs

Spielervergleich

Offensive Vielfältigkeit und die Qualität, ein durchschnittlicher Teamverteidiger zu sein, könnten aus Bobby Portis eine Art Terrence Jones machen. Realistischer wäre allerdings eher eine Entwicklung in Richtung Andray Blatche, der vor allem durch seine Vielseitigkeit, aus der zweiten Reihe für Entlastung sorgen konnte. Dabei wird er sich wohl zusätzlich am offensiven Brett einige Rebounds einsammeln. 

Draftaussichten 

Dass Bobby Portis in der Lottery landet, scheint durchaus denkbar. Gerade aufgrund seiner offensiven Vielfältigkeit sollte sich ein Team für ihn finden. Man weiß, was man mit Portis bekommt – einen Big mit Jumpshot, der in der Verteidigung großen Einsatz zeigt, auch wenn gerade die defensiven Schwächen, was die Rimprotection angeht, wohl nicht dazu beitragen werden einen Platz in der Starting 5 zu ergattern. Als solider Rollenspieler, der wichtige Entlastung von der Bank bringen kann, wird er für ein Team einen mittleren Forstrounder wert sein.

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