Draft, NCAA Previews 14/15

Die Rückkehrer

NCAA Previews 14/15

Nach dem sich der erste Part unserer NCAA Preview mit den Freshmen beschäftigt hat, wird nun der Fokus auf die Rückkehrer gelegt. Manche haben mit ihrer Entscheidung, ihre Collegezeit um ein weiteres Jahr zu verlängern, überrascht. Bei den meisten Returnees dürfte es allerdings schon klar gewesen sein, dass die Spielzeit 2013/2014 nicht ihre letzte sein würde. Bei den hier aufgeführten Spielern handelt es sich um zehn junge Stars, welche im Hinblick auf die kommende Draft am interessantesten sein sollten. Ergänzend dazu gibt es pro Position fünf Spieler, welche ebenfalls eine gute Chance haben könnten, in der ersten Runde gezogen zu werden. 

Die Playmaker

Viele solide Aufbauspieler haben den Weg zurück ans College gefunden. Auf dem NBA-Level scheint allerdings keiner von ihnen überragend werden zu können. Dennoch haben die beiden Spitzenleute bereits in der vergangenen Saison ihre Teams angeführt und sollten dies auch im Jahr 2014/2015 schaffen.

Marcus Paige (North Carolina Tar Heels) 

Schon in der vergangenen Saison war er der Leader der Tar Heels aus North Carolina. Und auch in dieser Saison wird Paige, gerade nach dem Abgang von James McAdoo, die Tar Heels tragen müssen. Mit nur 71 Kilogramm verteilt auf seine 6’2″ ist er dabei jedoch sehr schmächtig. Offensiv ist der Spielmacher ein variabler Scorer, der sich vor allem auf seinen schnellen ersten Schritt verlassen kann. Von hinter der 3er Linie trifft er solide 38,9%, wodurch es vielen Defendern schwer gemacht wird, ihn zu verteidigen. Auch an Point Guard-Qualitäten mangelt es ihm nicht. So weist er eine, für einen PG, überragende 12,7 TOV% bei 4,7 Assists pro Spiel auf. Zu erwähnen ist, dass sein Assistwert höher hätte sein können (6,3 in der Vorsaison), wenn er nicht als erste Scoringoption fungiert hätte. In der kommenden Saison wird Paige wieder im Spielaufbau durch Nate Britt und Freshman Joel Berry entlastet werden. Folglich wird er auch in der kommenden Saison eher Vollstrecker als Ballverteiler sein. In der Verteidigung hat er jedoch so seine Probleme. Zwar verteidigt er die Passwege sehr gut, wodurch ihm 1,7 Steals gelingen. Mangelnde Körpermasse sorgen allerdings für Probleme bei der Verteidigung kräftigerer Spieler. Auch bei der Bekämpfung von durch Bigs gesetzte Blocks tut er sich aufgrund dieses Mangels noch sehr schwer. Sollte er jedoch noch ein paar Kilogramm zulegen können, wäre er sicherlich auch im NBA-Level, dank guter lateraler Schnelligkeit, ein tauglicher Verteidiger und somit auch Aufbauspieler.

Delon Wright (Utah Utes) 

Der kleine Bruder von Dorell Wright ist echt vielseitig. Nach zwei Jahren am Junior College können sich seine Werte aus der ersten Saison in der NCAA Division I sehen lassen (15,5 PPG 6,8 RPG 5,3APG bei 2,5 SPG und 1,3 BPG) und erinnern stark an Kyle Anderson, der in der vergangen Saison von den Spurs gedraftet wurde. Seinem starken Drive zum Korb, der ihm zusätzlich fast 6 Freiwurfversuche pro Spiel einbringt,, die er zu 79% Prozent trifft, steht allerdings ein wackliger Wurf (22% Dreierquote) von außen gegenüber. Er ist dabei allerdings auch kein Überathlet, sondern profitiert viel von seiner Größe und einer Vielzahl an unkonventionellen Moves, die ihn schwer ausrechenbar machen. Doch hier liegt neben dem schwachen Wurf sein größtes Problem: Wird er sich mit diesen Moves auch bei den Profis durchsetzten können? Oder ist der 6’5” Comboguard gegen körperlich stärkere Spieler verloren? Ein tiefer Tournament-Run dürfte seinem Draft Stock zumindest nicht schaden. Zugegebenermaßen handelt es sich im Fall Delon Wright einen Gamble. Ein Gamble, der aber aufgrund seiner grandiosen Werte, sehr verlockend sein könnte. Denn nicht nur bei den klassischen Stats, sondern auch bei den Advanced Stats weiß er zu überzeugen: Sein Win Shares (7,3) und die Effective FG% (58%) sind jeweils Pac 12-Spitzenwerte.

Next 5: Terry Rozier (Louisville), Isaiah Taylor (Texas), Rodney Purvis (UConn), Andrew Harrison (Kentucky), Juwan Staten (West Virginia)

Die Wings

Alle Top-Leute auf dem Flügel haben jeweils große Fußstapfen zu füllen. Sei es als Nachfolger von Aaron Gordon, Nik Stauskas oder Top-Pick Andrew Wiggins. Jeder dieser drei Jungs wird in der kommenden Spielzeit mehr Verantwortung übernehmen müssen. Das Potential ist bei allen gegeben und es wird spannend zu sehen sein, was sie daraus machen.

Rondea Hollis-Jefferson (Arizona Wildcats)

Im letzten Jahr führte Rondea Hollis-Jefferson zusammen mit NBA Draftee Aaron Gordon eines der besten Defensivteams des Landes an. Seine Kombination aus Länge und Spannweite machen ihn zu einem guten Shotblocker. Durch seine Intelligenz am defensiven Ende, weiß er richtig zu rotieren und ist dabei sogar in der Lage Guards zu verteidigen. Kurz gesagt: Er bring sehr gut Fundamentals mit und so sollte dem Sophomore auch in diesem Jahr eine wichtige Rolle im Team der Wildcats zuteilwerden. Offensiv ist er zwar von außen kein Faktor (nur 10 3PA in 13/14), weiß aber durch seine Slasher-Qualitäten und eine gute Athletik zu überzeugen. Der Fakt, dass er auch mit Kontakt abschließen kann, sollte ihm dabei, auch im Bezug auf seine fast 70 Prozent von der Linie, zusätzlichen Auftrieb geben. Dennoch sei noch einmal betont: Die erste Option im Angriff wird Hollis-Jefferson nicht sein! Defensiv sollte er jedoch eindeutig die Nummer Eins in einem echten Spitzenteam sein. Was jedoch gegen ihn sprechen könnte, ist seine Arbeitseinstellung, welche von vielen Scouts infrage gestellt wird. Was für das College-Level reichen wird, könnte ihm im Hinblick auf eine Profi-Karriere allerdings viele Probleme bereiten. So resultieren seine Stärken vor allem aus den körperlichen oder athletischen Vorteilen. Wird er gegen stärkere Gegenspieler auf ähnlichem Niveau verteidigen können? Kann er sich mit seine soliden Größe und der guten Spannweite von 7’1″ auch gegen gestandene Profis durchsetzen? Kann er seine athletischen Fähigkeiten weiter ausspielen? Und sein schlechtes Ballhandling und der fehlende Wurf machen ihn nur in Ringnähe zu einer richtigen Gefahr. Wenn er jedoch den Ball auf dem Flügel bekommt, sollte es für viele Verteidiger ein leichtes sein ihn vom Korberfolg abzuhalten. 

Caris LeVert (Michigan Wolverines) 

Nach den Abgängen von Glen Robinson III und Nik Stauskas in Richtung NBA ist der erst 20-jährige Caris LeVert nun der Mann auf dem Flügel der Michigan Wolverines. Seine Zahlen, die er in seinem zweiten Jahr in Ann Abor auf starke 12,9 PPG 4,3 RPG und 2,9 APG steigern konnte, sollten in dieser Saison also noch einmal besser werden. Körperlich ist er dabei, aufgrund seiner 6’7” und den langen Armen, sehr interessant für die Scouts der NBA. Seine laterale Schnelligkeit gepaart mit den körperlichen Anlagen machen ihn dabei potenziell zu einem sehr unangenehmen Verteidiger. Um dieses Potenzial allerdings komplett nutzen zu können, fehlen dem schmächtigen Wing allerdings noch einige Kilogramm an Muskelmasse. Er lässt sich von stärkeren Spielern noch zu sehr herumschubsen und tendiert immer wieder dazu, zu viel auf Steals zu spekulieren. Auch bei der Pick’n’Roll-Verteidigung wirkt er noch oft verloren und kann sich nicht energisch genug durchsetzten. Offensiv weiß er vor allem durch seine Vielseitigkeit zu überzeugen. Seine 40% von hinter der Dreipunktlinie machen ihn zu einem guten Spot-up shooter, der nicht unbedingt den Ball benötigt um effektiv zu sein. Dank seines schnellen ersten Schritts ist er aber auch in der Lage für sich selbst zu kreieren und findet, dank seiner guten Übersicht und Größe, oft den besser postierten Mitspieler. Er ist also sowohl mit als auch ohne Ball sehr effektiv. Doch auch hier setzt ihm die fehlende Muskelmasse, gerade beim Abschluss in Ringnähe oftmals zu. Generell muss Caris LeVert also noch stärker werden, um auch bei den Profis mithalten zu können. Aber auch sonst hat der junge Guard noch Verbesserungsbedarf: Er macht einfach noch nicht genug aus seinen vorhandenen Anlagen. Neben seiner Fußarbeit muss er lernen die richtigen Entscheidungen beim Verteidigen zu treffen (vor allem in der Screenverteidigung). Dann stünde einer guten NBA-Karriere allerdings nicht im Wege. Als klare Option 1A bei Michigan erhält LeVert die Chance genau das alles zu zeigen.

Wayne Selden (Kansas Jayhawks) 

Als durchwachsen kann man die letztjährige Saison des Wayne Selden bezeichnen. So gab es viele gute Matches, wie etwa seine 24 Punkte (5-10 3er) Performance gegen Oklahoma, aber eben auch schwache Vorstellungen. Hier bleiben vor allem seine zwei Punkte bei vier Fouls im Tournament-Aus gegen Stanford in Erinnerung, für den Mann in Diensten des Regular Season-Big 12-Champions. Nach den Abgängen von Embiid und vor allem Andrew Wiggins, wird er in der kommenden Saison zusammen mit Perry Ellis, das Team anführen und muss dementsprechend konstanter abliefern. Vor allem offensiv ist er, aufgrund seine gute Range und seiner Shooterqualitäten dazu in der Lage das Team zu tragen. Seine Explosivität ließ im letzten Jahr jedoch noch zu wünschen übrig. Dies lag wohl daran, dass er lang Zeit der vergangenen Spielzeit mit Knieproblemen zu kämpfen hatte, die ihn in den Bereichen Antritt und Schnelligkeit sehr einschränkten. Gerade dieser Punkt führte in der Vergangenheit dazu, dass er sich in der Half-Court Offense schwer tat. Sein kräftiger Körperbau, sollte ihm dabei auch helfen gut mit Kontakt abzuschließen. Dabei ist er allerdings auch nicht egoistisch, sondern auch in der Lage gute Pässe zu spielen, mit denen er etwa Postspieler füttern oder schlichtweg einfache Punkte kreieren kann. Defensiv ist er dabei, auch durch seinen Körperbau, immerhin solide. Sein guter Body und die langen Arme zusammen mit seinen Hustler-Qualitäten sollten dafür sorgen, dass er dem Team defensiv, trotz sehr ausbaufähiger Fußarbeit, wohl nur wenig schaden wird. Vor allem aufgrund seiner Offensive, wenn er seine Verletzungssorgen abgelegt hat, sollte man Wayne Selden im Auge behalten. Ein riesiger Sprung scheint, gerade auch im Anbetracht seine sehr ehrgeizigen Einstellung, bei ihm möglich. 

Next 5: Norman Powell (UCLA), Sam Dekker (Wisconsin), Branden Dawson (Michigan State), Alex Poythrees (Kentucky), Jabari Bird (California). 

Die Bigs

Ein breites Spektrum gibt es bei den Bigmen. Vom Slasher mit großem Defensiv-Potential (Harrell) bis zum Stretch-Four (Kaminsky) ist hier alles Vorhanden. Wer allerdings nach einem Spieler mit voll ausgereiften Post-Moves sucht ist (vorerst) an der falschen Adresse.

Willie Cauley-Stein (Kentucky Wildcats)

220px-Willie-Cauley-Stein-6Cauley-Stein dürfte mit seiner Entscheidung, am College zu bleiben, viele überrascht haben. Er wird eine der Hauptstützen in einem enorm jungen, aber auch sehr talentierten Wildcats-Team sein. Vor allem am defensiven Ende ist er dabei ein Gamechanger. Aufgrund seiner Größe ,Spannweite und seines guten Timings, ist er dabei nicht nur ein überdurchschnittlicher Offensivrebounder und ein unangenehmer Verteidiger (2,9 Blocks in nur 23 Minuten Spielzeit). Probleme hat er allerdings beim Defensivrebound. So überlässt er dem Gegner oft die bessere Position unter dem Korb, weil er nicht aggressiv genug ausboxt. Offensiv verfügt er nur über wenige brauchbare Postmoves und wirkt oft überhastet bzw. trifft schlichtweg die falschen Entscheidungen. Aus der Distanz und von der Freiwurflinie (immerhin eine Steigerung von 37% auf 48% in der Vorsaison) bereitet er Gegnern nur wenig Kopfzerbrechen. Dafür ist er allerdings im Fastbreak und Pick’n’Roll eine sichere Option. Auch wenn er aufgrund der geplanten 10-Mann-Rotation von Coach Cal nicht die überragenden Werte auflegen sollte – ein interessanter Draft-Kandidat sollte Willie Cauley-Stein jedenfalls sein, der schon im vergangenen Jahr als potentieller Lottery-Pick galt!

Bobby Portis (Arkansas Razorbacks) 

In der letzten Saison verpassten die Arkansas Razorbacks das NCAA Tournament knapp. Bobby Portis, damals noch Freshman, wusste dennoch mit knapp 12 Punkten und 7 Rebounds pro Partie zu überzeugen. Im nächsten Jahr sollte das Tournament, mit einem ein Jahr erfahreneren Portis für das Team aus der SEC Pflicht sein. Der Forward besitzt einen NBA-fertigen Körper und eine Range bis tief in den 2-Punkt-Bereich. Allerdings fiel sein Wurf im Vorjahr noch zu inkonstant. Darunter leidet sein Back-to-the-Basket Spiel noch ein wenig. Hier könnte er weitere Moves vertragen, mit seinem ohnehin schon guten Touch in Ringnähe wäre er dann eine wirklich gefährliche Waffe in der Offensive. Wie man hört, ist er im Vergleich zum Vorjahr körperlich noch stärker geworden, was vor allem seiner Präsenz in der Zone sowie seinem Rebounding, das dank guter Technik beim Ausboxen noch besser als nur 4,2 defensive Rebounds sein könnte, helfen sollte. Entsprechend ist auch seine Fähigkeiten als Shotblocker gegeben (1,6BPG). Jedoch ist er trotz vorhandener physischer Anlagen, aufgrund fehlender Athletik, kein Ringprotector. Grund dafür sind seine nur limitierte Sprungkraft sowie sein langsam wirkender erster Schritt, durch den er mögliche Blocks von der Helpside verpasst. Auch seine laterale Schnelligkeit bereitet ihm Probleme im Verteidigen von schnellen Power Forwards. Bei Portis handelt es sich also um einen offensiv recht variablen Spieler, der aber auch die defensiven Aufgaben nicht außer Acht lässt. Wenn er im Sommer noch ein paar Moves für sein Postgame entwickelt hat, könnt er die Überraschung in der Draft 2015 werden.

Frank Kaminsky (Wisconsin Badgers)

Das letztjährige Final Four-Team der Wisconsin Badgers geht fast unverändert in die Spielzeit 2014/15. Leistungsträger wird auch in dieser Saison der 21-jährige Frank Kaminsky sein. Der Seven-Footer ist vor allem in der Offensive sehr variabel und verfügt über eine Range bis in den 3-Punkt-Bereich (38 3P%), wodurch er auch im Pick’n’Pop eine große Gefahr darstellt. Anders als viele Center, ist er jedoch auch in der Lage zum Korb zu ziehen, falls dies notwendig ist. Aber auch im Post-Bereich stellt er durch seinen beidhändig ansetzbaren Hookshoot sowie den guten Touch in Ringnähe eine tolle Angriffsoption dar. Probleme hat er allerdings durch seine fehlende Athletik und Schnelligkeit. Vor allem im Profibereich wird er in diesem Bereich wohl eher limitiert bleiben. Unter den fehlenden athletischen Fähigkeiten leidet auch seine Verteidigung. 1,7 Blocks sind zwar auf den ersten Blick ein solider wert, dennoch ist Kaminsky, aufgrund der angesprochenen athletischen Mängeln, kein klassischer Rimprotector. Seine ebenfalls nur durchschnittliche Spannweite ist ein weiteres Indiz, dass er keine optimalen Voraussetzungen mit sich bringt, um gegnerische Angriffe zu stoppen. Dazu ist er sich oftmals nicht bewusst, wo sich der Ball befindet. Diese Tatsache gepaart mit mangelnder Kraft beim Ausboxen (stärkere Gegenspieler setzten sich leicht gegen ihn durch) sorgen für noch ausbaufähige Leistungen im Bereich der defensiven Rebounds. Vor Senior Frank Kaminsky steht also noch ein Haufen Arbeit, bevor es zu den Profis geht. Dennoch dürfte er sich, als einer der wenigen 7-Footern mit 3-Point-Range, einen Platz in der Ersten Runde der Draft ergattern.

Montrezl Harrell (Louisville Cardinals) 

Mit seiner Rückkehr ans College hat er viele Experten überrascht. Dass er in der kommenden Saison die Zone und vor allem über Ringniveau dominieren sollte, scheint nicht unrealistisch. Es gibt nämlich keinen Spieler  in der College-Welt mit seiner tollen Mischung aus Athletik und Stärke. Auch defensiv war er zuletzt in einem guten Cardinals-Team eine Stütze (87,1 DRtg) und auch reboundtechnisch wusste er zuletzt zu überzeugen 8,4 RPG. Trotz dieser Stärken muss er, gerade auch im Bereich der Helpside-Defense, noch einiges lernen. Wenn Harrell es schafft besser zu erkennen, wann er helfen muss und er weniger auf Blocks spekuliert, könnte er hier sogar noch besser werden. Die Haare zu Berge stehen einem jedem Fan allerdings bei seinem Wurf. Miserable 46% von der Linie lassen doch sehr zu wünschen übrig. Sein Distanzwurf, der sich bereits in der letzten Saison ein wenig besser zeigte, sollte in dieser Spielzeit noch häufiger fallen. Er wird sich dennoch wohl kaum zu einem Stretch Four entwickeln. Auch an seinen Moves sollte er weiter pfeilen. Denn nur mit einer überragenden Athletik, mit denen er die meisten College-Jungs schlichtweg überpowerte (97 Dunks in 37 Spielen), wird er es bei den athletischeren Profis, gerade auch im Betracht seiner Körpergröße von nur 6’8”, schwer haben. Um offensiv mehr als ein Pick’n’Roll/Lobpass-Empfänger zu sein, sollte er sich den einen oder anderen Postmove erarbeiten. Defensiv könnte er sich, trotz mangelnder Größe, zur Führungsfigur eines Topteams entwickeln.

Chris Walker (Florida Gators)

Nachdem der Forward die letzte Saison lange zum Zusehen gezwungen war, ist er, sobald er die interne Strafe von drei Spielen abgesessen hat, endlich bereit durchzustarten. Dabei scheint er auch aufgrund der Abgänge von Will Yeguete und Patric Young als gesetzt. Vor allem durch seinen guten Frame und seine überragende Athletik, ist er dabei in Korbnähe nur schwer zu stoppen. Dank seiner Schnelligkeit ist auch in der Lage eine gute Option im Fastbreak zu sein. Seine wahre Stärke ist dabei allerdings die Verteidigung. Mit seinen schnellen Füßen ist er ein guter Pick’n’Roll-Verteidiger (Hedge and Recover) , während ihn sein guter Instinkt und die körperlichen Fähigkeiten zu einem sehr guten Ringbeschützer machen, der jeden Wurf contestet. Auch was den Rebound angeht beweist er einen guten Riecher (vor allem offensiv), boxt energisch aus und schafft es, dank seiner langen Arme, den Ball am höchsten Punkt zu fangen. Lehrgeld musste er in der Vergangenheit allerdings noch einiges zahlen. So ließ er sich in seiner Premieren-Saison noch sehr beim Rebound herumschubsen. Trotz dieser Explosivität unter dem Korb ist der Big Men noch echt roh. Es mangelt ihm an einem erwähnenswerten Face-up-Game und auch seine Spielintelligenz bzw. Decisionmaking lässt noch sehr zu wünschen übrig. Er muss seine Fundamentals dringend verbessern, verfügt aber, wenn er dies schafft, über ein riesiges Upside-Potential. Der Sophomore befindet sich in einer guten Ausgangslage um durchzustarten.

Next 5: Brice Johnson (UNC), Jordan Mickey (LSU), Dakari Johnson (Kentucky), Perry Ellis (Kansas), Shawn Long (Louisiana-Lafayette)

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0 comments

  1. smido83

    Danke auch dir Philipp für diesen guten und auswührlichen Artikel.

    Ich habe da nur eine kleine Anmerkung… Aaron Harrison fehlt mir auf dem Flügel. Für mich wird er, sofern es soetwas denn geben wird, die erste Option in Kentucky sein. Offensiv kann er, wenn die Einstellung stimmt, so ziemlich alles. Im Tournament hat er dies eindrucksvoll bewiesen. Zum Teil war er noch sehr “streaky”. Aber mit der Erfahrung dieser letzten Saison sehe ich Ihn auch in einer Kategorie mit den oben genannten Wings.

  2. Philipp Servatius

    |Author

    Freut mich, dass dir mein Artikel gefallen hat.
    Aaron Harrison ist Tatsächlich ein Junge den man auch im Auge behalten kann/sollte. Ich hab mich aber bewusst gegen ihn entschieden, Grund dafür ist ganz einfach, dass ich nicht noch einen fünften Kentucky Jungen drin haben wollte. Harrison oder Poythress war für mich eine enge Entscheidung, aufgrund von der Erfahrung habe ich mich dann für ihn und gegen Harrison entschieden. Man sollte aber auf beide ein Auge werfen.


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