Alltimers, Draft, NBA

Wind of Change

Welchen Einfluss hätte ein Bieterverfahren auf das Tanking und Teambuilding in der NBA?

Wenn man sich als NBA-Fan morgens beim Frühstücken die Boxscores der Spiele der vorherigen Nacht anschaut, reibt man sich selten die Augen. Ausnahmen bestätigen die Regel: Die 81-Punkte-Gala von Kobe Bryant wirkt auf den ersten Blick wie ein Tippfehler, 14 Ballverluste von Jason Kidd sorgen ebenfalls für ein Stirnrunzeln. Wenn man allerdings sieht, dass Mark Madsen in einem Spiel mit doppelter Verlängerung sieben Dreier nimmt, bleibt einem das Müsli wahrscheinlich im Hals stecken.
Für all die Leser, die Madsens Fähigkeiten nicht einordnen können, soll hinzugefügt werden, dass er in seinen neun Jahren in der NBA mit 453 Spielen in der regulären Saison exklusive dieses einen Spiels insgesamt neun Dreierversuche auf seinem Konto hat. Wie lässt es sich, dass er in einem Spiel fast so viele Dreier nimmt, wie in seiner ganzen Karriere? Simpel: Sein Team, die Minnesota Timberwolves, wollten in der Nacht auf keinen Fall gewinnen.

timduncanAuch wenn Sportler normalerweise alles für den Sieg geben, gibt es in der NBA einen Anreiz zum Verlieren: die Lottery im Vorfeld der Draft. Mehr Niederlagen versprechen eine höhere Chance auf eines der besten jungen Talente, die jeden Sommer aus der NCAA oder anderen Profiligen in die NBA strömen. Wenn Mannschaften sich in der Sackgasse ohne erfolgsversprechende Gegenwart sehen, wird das Haus gerne bis zum Grund abgerissen, um es neu zu bauen. Es ist zwar selten, dass Coaches oder sogar Spieler dermaßen offensichtlich eine Niederlage forcieren, jedoch kommt es häufiger vor, dass das jeweilige Management eine Mannschaft zusammenstellt, die gar nicht im Stande wäre, viele Siege zu holen. Man schaue sich bspw. die Kader der Cleveland Cavaliers oder Denver Nuggets im Jahr 2002 an. Es ist das berühmt-berüchtigte Tanking.
Für viele Puristen die absolute Verunglimpfung des sportlichen Gedankens und eine Beleidigung für die zahlenden Fans, die mehrmals wöchentlich in die Arenen gehen und viel Geld für Eintrittskarten zahlen. In Kombination mit dem Lottery-Verfahren gilt es als die erfolgsversprechendeste Methode einen schlagfertigen Roster zusammenstellen, da man über die Draft die beste Chance für potentielle Franchise Player und zweite Optionen hat.

Das Tanking bleibt ein heißes Thema. Bei Fans, aber auch ganz weit oben in der Chef-Etage der NBA:

I think it’s important to clarity what we all mean by tanking. Where I grew up tanking meant the coach and the players or some subset of that group were intentionally trying to lose a game. I don’t think that’s going on anywhere in the NBA and I would take action immediately if I thought it was.

What is going on is rebuilding. And we have a system right now that incentivizes teams to rebuild. There’s a sense that you’re better off rebuilding in some cases from scratch than remaining mediocre. Now I am concerned even if it’s a legitimate strategy that there’s a perception out there by many people that it’s not. There’s an awful lot of chatter out there in the land and I continue to hear the ‘T’ word. So I think it’s my obligation to address it.

Adam Silver, NBA-Commissioner

Er mag Recht haben, dass die Mannschaft grundsätzlich – wenn man von Ausnahmen wie dem Madsen-Fall absieht – nicht absichtlich verlieren, aber viele Mannschaften versuchen nicht zu gewinnen. Wenn man die kurzfristige, sportliche Perspektive ausblendet, ist dieser Weg auch legitim. Zum einen wegen des angesprochenen Lottery-Anreizes, aber auch wegen der limitierten Möglichkeiten in der Free Agency wirklich gute Spieler zu verpflichten. Die Restricted Free Agency nach den Rookie-Verträgen oder die grundsätzlichen Bird-Rechte mitsamt der Möglichkeit, dem eigenen Spieler ein höheres Gehalt und eine höhere Laufzeit anzubieten, schränken die Möglichkeit, einen wirklich guten Spieler abzuwerben, deutlich ein. Statt sich mit dieser Bredouille auseinanderzusetzen, hoffen die Manager lieber, dass sie einen talentierten Spieler mit Rookie-Vertrag und allen Möglichkeiten, ihn lange zu halten, im Kader haben. Dies funktioniert im aktuellen Modell ausschließlich über die Draft. Das Tanking ist ein Symptom dieser Probleme, wie es bspw. Derek Bodner beschreibt:

What I do believe, however, is that if tanking is a symptom, one caused by the combination of limiting the risky nature of the NBA draft while simultaneously limiting the odds of using free agency as a means to build the first pieces of your foundation, attacking the symptom while failing to address the underlying root causes will create more problems than it will fix, no matter what fix they end up settling on. Tanking sucks, but having no hope for the future sucks more.

Um die Anreize für das Verlieren zu entschärfen wird in NBA-Kreisen über Alternativen zur Draft-Lottery gesprochen. Der aktuell prominenteste Vorschlag ist das sogenannte Draft Wheel, bei dem die Pick-Positionen aller 30 Teams bereits 30 Jahre im Voraus bekannt sind. Allerdings hat dieser Vorschlag auch viel Kritik geerntet. An dieser Stelle soll ein anderer Vorschlag gemacht werden.

Hidden Bidding

Die Idee wäre, dass die Draft-Rechte statt über die Draft-Lottery über ein verstecktes Bieterverfahren vergeben werden würden. Die General Manager könnten für die jeweiligen Rookies geheime Angebote abgeben, ohne dass die anderen Franchises die Höhe des Angebots kennen würden. Die Mannschaft mit dem höchsten Gesamtvertragsvolumen würde die Rechte am Rookie erhalten und müsste diesem Spieler verbindlich einen Vertrag in Höhe und Länge des in der Auktion abgegebenen Angebots vorlegen. Es wäre keine richtige Free Agency, bei der die kleinen Standorte wie Charlotte oder Milwaukee benachteiligt wären, weil sich die Rookies in dem Fall ihre Lieblingsteams aussuchen könnten. Der Anreiz möglichst viele Spiele zu verlieren, um die besten Talente zu bekommen, wäre nicht mehr gegeben. Zudem würde der reine Glücksfaktor sinken und die Fähigkeiten des jeweiligen Managements stärker in den Vordergrund rücken. Zum einen müsste man besseres Cap-Management betreiben, um gute Angebote abgeben zu können und zum anderen müsste man bei der Einschätzung der Rookies sowie der Antizipation der Entscheidungen der gegnerischen General Managers überzeugen, um sinnvolle Angebote abgeben zu können.

Draft13

Selbstverständlich wären einige Änderungen am CBA notwendig und es müssten einige Details zu diesem Bieterverfahren reglementiert werden.

1. Abschaffung der Draft-Lottery

Diese würde natürlich durch das Bieterverfahren ersetzt werden und wäre somit obsolet.

2. Abschaffung der Rookie-Scale-Verträge

Glenn Robinson gilt als Grund für die Einführung der Rookie-Scale-Verträge in der NBA. Der #1-Pick von 1994 forderte – nach einer starken Saison mit durchschnittlich 30 Punkten und zehn Rebounds in der NCAA bei Purdue – einen Vertrag in Höhe von 100 Millionen von den Milwaukee Bucks. Letzten Endes wurden es 68 Millionen für zehn Jahre – der größte Deal, den je ein Rookie unterschrieben hat. Die Folge war, dass sich David Stern als ausführendes Organ der Besitzer die Regeländerung und Einführung der Gehaltsgrenzen für Rookies weit oben auf die Liste schrieb und letztlich auch durchsetzte. Diese Art von Verträgen in dieser Form würde natürlich nicht mehr zum Bieterverfahren passen, aber wäre letztlich auch nicht mehr notwendig.

3. Einhaltung der Bestimmungen des Salary Caps

Der ganze Prozess müsste zeitlich später als die jetzige Draft stattfinden. Genauer: Nach dem July Moratorium, wenn die Höhe des Salary Caps bekannt ist und die Mannschaften genau wissen, wie viel Capspace und welche Exceptions sie zur Verfügung haben. Vergleichbar mit der nachfolgenden Free Agency dürfte man im Bieterverfahren ausschließlich die verfügbaren Mittel für Angebote nutzen und müsste sich an die Begrenzungen halten (bspw. Minimum- und Maximumverträge sowie die Vertragslängen, ggf. könnte es sinnvoll sein, für die Rookies eigene Spannen festzulegen).

Es müsste zumindest eine Regelung für die Restricted Free Agency gefunden werden. Eine Abschaffung wäre kaum durchsetzbar, allerdings wäre eine Kopplung an die Vertragslänge sinnvoll, sodass die Mannschaft das Recht, ein Vertragsangebot in der Free Agency zu matchen, nicht bereits bei einem Vertragsjahr erhält.

4. Auktionsgüter

Zur Bestimmung der Spieler, die in der Auktion verfügbar sind, könnte man sich viele Möglichkeiten ausdenken. Eine Möglichkeit wäre die Auswahl über ein Selection Committee wie beim NCAA Tournament. Alternativ könnte man auch eine Liste mit einer bestimmten Anzahl an Spielernamen von allen Franchises einfordern, die zu einer Gesamtliste aggregiert werden würde, die aber natürlich eine zweckmäßige Länge nicht überschreiten sollte.

Die Spieler, die sich für die Draft angemeldet, aber nicht versteigert werden würden, wären automatisch normale Free Agents; ebenso alle Spieler, die in der Auktion kein Angebot erhalten haben.

5. Abgabe des Angebots

Auf Basis der Spielerliste und unter der Berücksichtigung des jeweiligen Capspaces würden die General Manager ihre Angebote abgeben und einreichen. Eine Mannschaft mit zwölf Millionen Capspace könnte bspw. Joel Embiid und Andrew Wiggins ein Angebot mit einem Jahressalär von jeweils sechs Millionen einreichen oder auch zehn Millionen für Jabari Parker und zwei für Kyle Anderson. Die General Manager müssten strategisch handeln und die Angebote der anderen Franchises antizipieren. Ein Angebot in Höhe von vier Millionen für Wiggins wäre sicherlich verschwendet, da man mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit nicht den Zuschlag erhalten würde, aber vier Millionen der eigenen finanziellen Mittel im Auktionsprozess gebunden hätte – stattdessen wäre es sinnvoller, diese Summe für einen anderen Spieler zu bieten, bei dem geringere Angebote zu erwarten sind.

Unter Berücksichtigung von Punkt 3 und entsprechenden Capholds (“Empty Roster Spots”) könnte wie in der normalen Free Agency theoretisch der gesamte Capspace genutzt werden. Ohne die Rookie-Scale-Verträge steigt aber natürlich das Risiko, das sich ein General Manager auch komplett verspekulieren könnte, wenn er zu viel für einen oder mehrere noch unbewiesene Rookies bieten würde, die sich später als Bust entpuppen könnten.

6. Entscheidung bei Gleichstand

Grundsätzlich dürften die General Manager ungerade Beträge bieten, um einem Gleichstand zuvor zu kommen. Für die Fall eines Gleichstandes – ob nun durch Zufall oder weil mehrere Teams für Spieler wie Tim Duncan oder LeBron James das mögliche Maximum geboten hätten – müsste eine befriedigende Lösung gefunden werden. Die einfachste Möglichkeit wäre der Münzwurf, der in der NBA viel Historie hat. Bis 1984 wurde der erste Pick auf diese Weise bestimmt, aktuell findet der Münzwurf bei Tiebreaker in der Draft-Lottery Anwendung. Ob es aber auch die beste wäre, müsste man evaluieren. Ebenso wäre ein Lösung für die Fälle, in denen mehr als zwei Mannschaften dasselbe Angebot abgeben, notwendig. Keinesfalls sollte die Bilanz hierbei eine Rolle spielen.

Sotheby’s

Mark CubanKönnte diese Erweiterung des Menschenhandels einen positiven Einfluss auf das Produkt NBA nehmen? Mit der Abkehr von der Lottery würde die Bedeutung des Capspace wieder steigen. Auf diese Weise würde das Tanking zwar nicht komplett unterbunden, zumindest aber abgeschwächt werden. Der Rebuilding-Prozess mit der Generierung von Capspace könnte immer noch dazu führen, dass Franchises nicht jedes Jahr versuchen, das bestmögliche Team zusammenzustellen, aber es gäbe keinen Grund, bewusst möglichst schlecht aufgestellt zu sein und auch gute Spieler müsste man nicht mit kleineren Verletzungen pausieren lassen, um keine zu hohe Anzahl an Siegen zu riskieren. Die Anreize würden verschwinden, was ein Fortschritt wäre. Mit der Abschaffung der Lottery sinkt auch der reine Glücksfaktor und die Rolle der General Manager wird wesentlich bedeutender und größer. Gutes Management würde belohnt werden und ein schlechtes Management müsste etwas tun, um die Top-Talente in die eigenen Reihen zu bekommen.

Im Unterschied zum jetzigen System würde die Sportlichkeit stärker im Vordergrund stehen – eine gute Leistung würde nicht bestraft werden. Außerdem hätten die Franchises bessere Möglichkeiten zum Teambuilding und das eigene Schicksal etwas stärker in der eigenen Hand.

Diskussion

An den Details kann man sicherlich noch feilen (Gestaltung der Übergangsphase aufgrund der bereits getauschten Draft-Rechte; Trading von ersteigerten Rookies), aber wäre dieses Modell eurer Ansicht nach eine sinnvolle Möglichkeit? Wo seht ihr potentielle Schwierigkeiten?

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8 comments

  1. Avatar

    SLB

    Folgendes sehe ich kritisch: Team bietet 6M für Wiggins und 6M für Embiid. Team B bietet 10M für Wiggins und Team C 10M für Embiid. Team A steht mit leeren Händen da. Dann vielleicht eher in Form einer simplen Auktion. Es wird eine Reihenfolge ausgelost, welches Team zuerst einen Spieler wählen darf. Dieser wirddann unter allen Teams – im Rahmen des Salary Cap – “versteigert”. Wäre sicher auch für die Zuschauer ein spannendes Event.

  2. Hassan Mohamed

    |Author

    Deinen kritischen Punkt könnte man allerdings auch als Vorteil sehen, Matthias. Es würde ja weiterhin zur Idee und Wunsch der Draft (mehr Parität in der NBA) passen, wenn Wiggins und Embiid bei zwei Mannschaften landen und nicht nur bei einer Franchise, die die Talente mglw. unter Marktwert ergattern wollten.

    Bei einer offenen Auktion sehe ich mehrere Probleme:

    Welchen Einfluss auf die Auktion hätte es, wenn die absoluten Top-Talente wegen einer undankbaren Auslosung erst ganz am Ende zur Versteigerung stehen? Hätte die offene Auktion höhere Verträge für die Rookies zur Folge (bspw. wenn gegnerische GMs einfach versuchen, die Preise hochzutreiben)? Ist das strategische Element der GMs (Antizipation, cleveres Bidding) weiterhin dasselbe wie beim versteckten Bidding?

    Bei der offenen Auktion sehe wesentlich mehr Probleme.

  3. Dennis Spillmann

    Ich bin weiterhin dafür, dass es so etwas wie Picks gibt. Im Bieterverfahren wären das dann “erfolgreiche Gebote”. So könnte man weiterhin Gebote traden.
    Der Regelfall wäre ein erfolgreiches Gebot pro Runde, durch Trades kann man sich mehrere Spieler sichern.

    Die im Artikel vorgeschlagene Liste finde ich gut, um die Reihenfolge zu bestimmen. Wichtig wäre hier noch, dass jedes Team zustimmen muss, auf jeden Spieler das Minimum zu bieten, sonst bleiben Spieler am Ende von Runde 1 ungepickt.

  4. Hassan Mohamed

    |Author

    1. Über das Bieterverfahren erlangt man das Recht, einen Rookie zu einem bestimmten Betrag zu verpflichten. Eigentlich besteht da bereits kein Unterschied zur aktuellen Form der Draft. Ein Trading von Rechten wäre somit grundsätzlich weiterhin möglich. Oder meinst du soetwas wie “Future Draft Picks”? Dies wäre allerdings in meinen Augen nicht mit diesem System vereinbar.

    2. Du wärst wie Matthias auch für eine Versteigerungsform, bei der die Spieler nacheinander versteigert werden würden? Welche Vorteile seht ihr bei dieser Form?

  5. Dennis Spillmann

    1. Über das Bieterverfahren erlangt man das Recht, einen Rookie zu einem bestimmten Betrag zu verpflichten. Eigentlich besteht da bereits kein Unterschied zur aktuellen Form der Draft. Ein Trading von Rechten wäre somit grundsätzlich weiterhin möglich. Oder meinst du soetwas wie “Future Draft Picks”? Dies wäre allerdings in meinen Augen nicht mit diesem System vereinbar.

    Ich möchte verhindern, dass es kein Limit auf “erfolgreiche Gebote pro Runde” gibt. In diesem Jahr hätte Philly mit 11 Minimum-Spielern + 2 Rookies gespielt, um in dieser Draft am besten gleich 4-5 Lottery-Rookies aufnehmen zu können. Das extreme Tanking würde sich in extremes Salary-Cap-Dumping verwandeln, wenn es kein Limit gäbe. Das wäre auch sinnlos.
    Wie bei der Draft auch, hätte jedes Team zunächst nur eine Möglichkeit pro Draftrunde, einen Rookie zu bekommen. Wenn sie mehr wollen, können sie sich das Gebotsrecht eines anderen Teams ertraden. Damit kann man nämlich die bestehenden Picks einfach in “mehr Gebotsmöglichkeiten” umwandeln und hätte zumindest das geklärt.

    2. Du wärst wie Matthias auch für eine Versteigerungsform, bei der die Spieler nacheinander versteigert werden würden? Welche Vorteile seht ihr bei dieser Form?

    Zwei Gründe sprechen recht klar dafür:
    1. Teams können sich zunächst auf einen Spieler fokussieren. Gelingt es jedoch nicht, diesen zu bekommen, ist ihr Geld nicht “verbrannt”, sondern kann reinvestiert werden.
    2. Würde die NBPA deinem Vorschlag niemals zustimmen. Es geht nicht um Schnäppchenjagd bei den Rookies, sondern darum, dass jeder Spieler – laut NBPA – möglichst viel Gehalt bekommt. Das wäre bei einem verdeckten Bieten pro Spieler der Fall.

  6. Poohdini

    Wenn die Draft im aktuellen System durch irgendein anderes System, bspw. durch Hassans, ersetzt wird, wird es immer noch gute (bessere) und schlechte (schlechtere) Teams geben. Es wird immer noch Teams geben, die 20 % ihrer Spiele nur gewinnen. Es gibt nicht genügend gute Spieler in der Liga, dass jedes Team gut ist.

    Wenn mein Team dann statt 15 Spiele in der Saison 25 gewinnt, ist mir der Unterschied immer noch herzlich egal.

    Was ich damit sagen will: Selbst ohne Tanking MUSS es Teams geben, die die RS auf Platz 28, 29, 30 beenden. Das amerikanische Sport-System ist aber in seinen Grundfesten darauf aufgebaut, dass die miesen Teams die jungen Talente bekommen. Ich glaube, Tanking ist ein gemachtes Problem, das überdramatisiert wird. Ich weiß noch nicht einmal, warum. Vllt. liegt es am Kurs, den Philly so krass fährt. Aber wegen eines Teams einen so gravierenden Schnitt machen?

    Wenn ich ganz ehrlich bin, ist dieses Draft-System ein Hauptgrund, warum ich mittlerweile extrem angenervt bin vom europäischen Ligen-System. Im US-Sport wird wenigstens versucht, Parität wieder herzustellen.

  7. Dennis Spillmann

    Poohdini, ich bin grundsätzlich auch deiner Meinung. Denn das hier:

    Was ich damit sagen will: Selbst ohne Tanking MUSS es Teams geben, die die RS auf Platz 28, 29, 30 beenden.

    übersehen viele Fans in der Diskussion. Es gibt immer ein bestes und immer ein schlechtestes Team. Generell finde ich auch Tanking bzw. Teambuilding, um zu entwickeln, vollkommen konsequent und richtig. Wenn ein Team erkennt, dass es mit der jetzigen Kaderstruktur nichts gewinnen wird, würde es in Europa einfach alle Spieler entlassen und neu aufbauen. Das geht durch das NBA-System nicht. Hier wird eben verloren und der Cap bereinigt.

    Warum ich dieses “neue” System dennoch für interessant und gut halte: Es werden clevere Businessentscheidungen belohnt. Das spricht gerade für die Parität (jedes Team hat dieselben Chancen zu gewinnen; wichtig sind die Front Offices). Wenn die Sixers sehen, dass man mit Iguodala nichts gewinnt und sie Platz schaffen, um dem nächsten #1-Draftlist-Pick einen hohen Vertrag anbieten zu können, dann ist das cleverer als einfach Spiele zu verlieren. Denn die Möglichkeit, gleichzeitig ein mittelmäßiges Team zu haben und durch gutes Capmanagement ein gutes Talent dazu zu ziehen, wäre möglich. Momentan muss man dafür zwingend verlieren – und dafür Iguodala abgeben.
    Ich denke aber, dass dein Paritätspunkt so seine Daseinsberechtigung hat. Ein schlechtes Team, das den Cap voll hat, bleibt schlecht. Das wäre vergleichbar mit den Knicks in diesem und letztem Jahrzehnt, die alle Picks getradet hatten. Man müsste hier wahrscheinlich nochmals drüber nachdenken.

  8. Sebastian Hansen

    Ich fände es blöd, dass die billigen Rookie-Verträge weg wären. Durch die für alle verbindlich festgelegten Verträge haben die Small-Market-Teams Planungssicherheit und sparen so eine menge Geld. Warum versucht Presti denn, seine Bank vor allem mit jungen Spielern zu füllen? Weil das Preis-Leistungs-Verhältnis so gut ist. Ein anderes System würde tendenziell die Big-Markets bevorzugen, weil die mehr Geld bieten können, weil sie insgesamt für ihr Team mehr Geld ausgeben können.


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