Draft, OUP-Rated

Overrated, Underrated, Properly Rated #1

Die Top Ten des College Basketballs

Mit der neuen Saison wird es auch ein neues Format bei Go-to-Guys.de geben. Durch die sich immer weiter verstärkende Draft-Berichterstattung auf unserer Seite wird sich diese Kolumne ganz auf die NCAA und ihre Teams beschränken und einen kleinen Überblick über die Elite des College Basketballs geben.

Vor allem im College-Sport sind Power Rankings oder Polls sehr beliebt und da werden wir von nun an konstant bewerten, ob die Einschätzungen in der Basketballwelt angemessen sind. Egal, ob underrated, overrated oder properly rated, jeder kann sich an dieser Stelle wiederfinden. 

In Zukunft werden wir uns von der Aufmachung einer Top Ten trennen und nur noch eine Einschätzung an Stellen anstreben, wo es sinnvoll ist. Diese Ausgabe soll aber als Ausgangslage gelten, da bis zu diesem Zeitpunkt keine (oder kaum) Grundlage gegeben ist, um Programme bewerten zu können. Die Beschreibung im Folgenden bezieht sich eher auf das Ranking in dieser Ausgabe:

Einige Statistiken haben einen erhöhten Stellenwert bei der Auswahl und Platzierung der Teams. Dazu gehören die offensive und defensive Effizienz. Diese stellen auf einer vergleichbaren Ebene dar, wie erfolgreich die Teams am offensiven und defensiven Ende aufgestellt sind. Außerdem wird noch die Rebound Rate miteinbezogen, da Rebounding natürlich ein sehr wichtiger Erfolgsfaktor im Basketball ist.

In Kombination damit spielt folgendes Szenario eine entscheidende Rolle: Grundsätzlich wird jedes Team miteinander verglichen und das Team, welches unserer Meinung nach mehr Siege in einer Best-of-Seven Serie auf neutralem Boden erzielen würde, erhält den Vorzug. Dies sollte ein guter Weg sein, um zu ermitteln, wer wirklich die zehn besten Programme in den USA sind.

Wir starten mit einem Preseason Ranking, welches selbstverständlich von Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr und Infos über die neu zusammengesetzten Teams geprägt ist. Die Statistiken haben an dieser Stelle natürlich noch keinen einheitlichen Mehrwert, da sie auf den letzten Zeitpunkt der vergangenen Saison bezogen sind.

Honorable Mentions: Villanova Wildcats (Last out), Wichita State, Iowa State, Gonzaga, Connecticut (Sleeper)

10. Virginia Cavliers

Statistiken 2013/14: Off. Efficiency: 1,059 / Def. Effieciency: 0,891 / Total Rebound Rate: 54,7 %

Das erste von vier ACC-Team leitet die Top Ten ein. Virginia kommt wohl am ehesten über das Kollektiv. Das Team von Head Coach Tony Bennett konnte zur Überraschung vieler Fans und Experten den ACC-Titel (Regular Season und Tournament) gewinnen und sich in der Spitze festsetzen. Trotz ihres defensivorientierten Basketballs waren die Spiele der Cavaliers gut anzusehen. Dies lag vor allem an dem Einsatz und Kampf, der ihren Erfolg geprägt hat. Nun hat man das Glück, Leistungsträger wie Malcolm Brogdon, London Perrantes und Mike Tobey mit noch mehr Erfahrung im Kader zu haben. Im Gegensatz zu den ganz großen Programmen, wie Kentucky, Duke und Kansas können die Cavaliers zumeist vier Jahre lang auf ihre Spieler zurückgreifen und werden somit die nächsten Jahre oben mitspielen. Vielleicht werden sie sogar, wie im letzten Jahr, unterschätzt. Doch es wird schwer werden gegen Duke, UNC & Co. Ein Platz in der Top Ten ist allerdings mehr als gerechtfertigt.

9. Texas Longhorns

Off. Eff.: 1,044 / Def. Eff.: 0,995 / Reb. Rate: 54,8 %

In dem Artikel von Tobias Berger gehören die Longhorns nicht umsonst zu den besten Frontcourt-Teams der gesamten NCAA. Jonathan Holmes, Cameron Ridley und Myles Turner bilden ein herausragendes Duo, dass die Big 12 dominieren wird. Dazu kommt noch eine sehr interessante Guard-Riege, die sich vor niemandem verstecken muss. Head Coach Rick Barnes hat nun die Aufgabe, seine Guards in den Griff zu kriegen, damit sie ihren großen Leuten auch die Chance geben, zu dominieren. Wenn das gelingt, ist hier auch noch mehr drin, als ein neunter Platz. Isiah Taylor wird dabei große Verantwortung haben. Von ihm wird erwartet, zu kreieren und für Überraschungsmomente zu sorgen. Sein Dreier fiel bis jetzt nicht gut (26,3 %). Das ist ein Aspekt, an dem er arbeiten sollte, denn mit den Big Men kann Texas Spacing mehr als gut gebrauchen.

8. Louisville Cardinals

Off. Eff.: 1,154 / Def. Eff.: 0,871 / Reb. Rate: 52,2 %

Rick Pitino und seine Cardinals erwartet ein spannendes Jahr. Der Wechsel in die wohl beste Conference des College Basketball steht bevor. Von nun an darf man sich jedes Jahr mit Duke, UNC, Syracuse, Virginia & Co. messen. Auch wenn Duke und North Carolina sehr gute Kader haben, müssen sich die Cardinals vor niemanden verstecken. Hauptgrund dafür ist Montrezl Harrell. Etwas überraschend entschied sich der Forward für eine Rückkehr in die NCAA und wird das Team nun anführen. Seine kämpferische Art in Kombination mit der Athletik und Physis verspricht eine gefährliche Mischung. Dazu besetzen in Terry Rozier und Chris Jones zwei sehr interessante Guards den Backcourt. Rozier hat bisher noch nicht allzu viele Minuten gesehen, hat aber vielversprechend Ansätze gezeigt. Die Freshman-Class gehört zwar nicht zu den besten, bringt aber einen guten Backup-Guard in Quentin Snyder und mehrere sehr lange Frontcourt-Spieler mit sich. Genau das Material, das Pitino braucht, um seine hervorragende Defense laufen zu lassen. Wie immer wird es äußerst unangenehm sein, gegen Lousville zu spielen. Mal schauen, wie das den Teams aus der ACC so gefällt.

7. Florida Gators

Off. Eff.: 1,087 / Def. Eff.: 0,898 / Reb. Rate: 53,7 %

Die Florida Gators haben in unseren Previews sogar zweimal die Ehre bekommen zu den besten Teams in einer Kategorie zu gehören. Für Coach Billy Donovan und viele Experten ist momentan noch nicht klar, wie diese Saison laufen wird. Patric Young und Scottie Wilbekin waren perfekt für das System von Donovan und fehlen dem Team nun. Im Backcourt sollte der Verlust kaum zu sehen sein. Sophomore Kasey Hill ist enorm talentiert und hat laut seinem Coach auch mental den nächsten Schritt gemacht. Neben ihm läuft in Michael Frazier II der vielleicht beste Shooter der SEC (eventuell auch NCAA) auf. 118 Dreier konnte der Off-Guard im letzten Jahr verbuchen, eine mehr als ordentliche Hausmarke. Das große Fragezeichen läuft aber in der Zone rum und heißt Chris Walker. Auch wenn weitere solide Frontcourt-Spieler im Kader stehen und in Jon Horford ein guter Transfer getätigt wurde, steht und fällt alles mit Walker. Nach einem schwierigen ersten Jahr mit vielen Problemen und wenig Minuten, hat Donovan versichert, dass wir ihn jetzt mehr sehen werden. Es hängt an dem Sophomore, wie weit es für die Gators in diesem Jahr geht. Sowohl in der SEC, als auch im März.

6. Kansas Jayhawks

Off. Eff.: 1,119 / Def. Eff.: 0,994 / Reb. Rate: 55,5%

Nicht viele Teams können zwei Lottery-Picks verlieren und trotzdem wieder in der Top Ten einsteigen. Kansas kann das ohne mit der Wimper zu zucken. Bill Self hat erneut ein Elite-Squad auf die Beine gestellt. Selbst ohne die hervorragende Recruiting-Class hat man extrem viel Talent im Kader. Erfahrenes Talent. Self kann auf eine tiefe Rotation mit vielseitigem Spielermaterial zurückgreifen. Im Backcourt stehen dort Guards wie Wayne Selden, der bald in der NBA auflaufen wird, Frank Mason und Brannen Greene. All diese Jungs sind potentielle Starter. Auf den großen Positionen laufen neben Perry Ellis noch Jamari Traylor und Landen Lucas als potente Big Men auf. Dazu kommt noch eine Freshman-Class, die es in sich hat. Kelly Oubre, Cliff Alexander & Co. werden von Beginn an abliefern. Den Sprung auf die nächste Stufe zu den Kentucky’s und Duke’s wird schwer, aber er ist nicht unmöglich. Watch out for the Jayhawks!

5. Kentucky Wildcats

Off. Eff.: 1,101 / Def. Eff.: 0,976 / Reb. Rate: 56,7 %

Die Wildcats haben das tiefste Team der Nation. Dazu kommt, dass sie nicht mehr diese unerfahrene Truppe aus dem letzten Jahr sind. Die Harrison-Twins haben sich enorm entwickelt. Alex Poythress ist schon länger dabei und auch unter den Big Man findet man weit mehr als nur Freshmen. Das Problem an der Sache ist, dass die Neulinge rund um Karl Towns Jr. und Trey Lyles supertalentiert sind und einiges an Minuten sehen sollten. John Calipari muss sich etwas ausdenken, um diese Rotation zu aller Zufriedenheit zu sortieren. Dies könnte zu Beginn etwas dauern, doch im Endeffekt muss man mit Kentucky Anfang April rechnen. Wer noch Zahlen dafür braucht: Kentucky hat im letzten Jahr landesweit den zweiten Platz bei der Rebound-Rate und den ersten bei der offensiven Rebound-Rate belegt. Das wird in diesem Jahr nicht schlechter werden.

4. Duke Blue Devils

Off. Eff.: 1,172 / Def. Eff.: 1,007 / Reb. Rate: 51,5 %

Duke bekommt den Vorzug vor den Wildcats und deren Big Men Power trotz des Verlusts ihres besten Spielers in Jabari Parker? Der Grund dafür heißt Jahlil Okafor. Der Center ist eines der größten Big Man-Talente der letzten Jahre und sollte von Beginn an dominieren. Dazu kommt sein Freshman-Kumpel Tyus Jones, der gleich die Eins bekleiden sollte. Eigentlich nicht die beste Voraussetzung, die beiden wichtigsten Positionen mit Neulingen zu besetzen. Doch Coach K ist noch immer Head Coach und Spieler wie die Guards Quinn Cook und Rasheed Sulaimon haben sich noch einmal verbessert. Dieses Blue Devils-Team hat es faustdick hinter den Ohren und sollte mit dem Verlauf der Spielzeit nur besser werden. Ein weiteres erfolgreiches Jahr steht den Fans in Durham bevor.

3. North Carolina Tar Heels

Off. Eff.: 1,060 / Def. Eff.: 0,966 / Reb. Rate: 53,2 %

Die Tar Heels haben alles, was ein gutes Basketballteam benötigt, um Erfolg zu haben. Sie sind auf allen Positionen mehrfach gut besetzt. Sie haben einen der besten Point Guards der NCAA (Marcus Paige) und dahinter einen jungen Backup, der mit seinem sehr unterschiedlichen Spielstil für Abwechslung sorgen kann (Joel Berry). Auf dem Flügel stehen erfahrene, defensivstarke Akteure wie J.P. Tokoto bereit. Unterstützung bekommt der Junior von dem talentierten Fünf-Sterne-Rekrut Theo Pinson. Das Prunkstück sind aber vielleicht sogar die großen Positionen. Hier ist UNC unglaublich tief aufgestellt und kann ebenso wie Kentucky mit sehr viel Länge und Talent aufspielen. Starten sollten Sophomore Kennedy Meeks und Junior Brice Johnson. Beide haben vergangene Saison immer wieder aufblitzen lassen, was in ihnen steckt. Nun wird es Zeit, die Breackout-Kampagne loszutreten. Dahinter werden Desmond Hubert, Isaiah Hicks und Joel James für Entlastung sorgen. Mit Sophomore-Guard Nate Britt, der 13/14 schon einige Minuten sah, ergibt das eine äußerst erfolgsversprechende 10er-Rotation. North Carolina scheint unter den Elite-Teams etwas zu wenig Aufmerksamkeit zu bekommen. Das könnte sich rächen. Sie sind womöglich eines der einzigen Teams, das eine recht realistische Chance hat, ungeschlagen durch den Non-Conference Schedule zu kommen. Einziger (sehr großer) Stolperstein sind die Kentucky Wildcats am 13. Dezember.

2. Wisconsin Badgers

Off. Eff.: 1,135 / Def. Eff.: 0,988 / Reb. Rate: 51,2 %

Wisconsin hat sich verändert. Badger-Basketball ist nicht mehr der, der er einmal war. Das einst so defensiv-orientierte Team gehört nun zur Elite des Offense Basketballs und liegt bei der defensive Efficiency nur auf Platz 95. Doch man war so erfolgreich wie nie zuvor. Bo Ryan hat seinen Stil verändert und vielleicht muss der Spruch „Offense wins games, defense wins championships“ hier bald umgedreht werden. Frank Kaminsky hat seinen Aufenthalt in Madison noch um ein Jahr verlängert. Ebenso kommt Sam Dekker zurück. Zusammen bilden sie ein kongeniales Duo, welches für Furore sorgen wird. Sie beide hätten gute Argumente, um im Preseason All-American Team zu stehen. Bis auf Guard Ben Brust sind alle Starter zurück. Somit ist man in der Saison 14/15 noch erfahrener, als man es zuvor eh schon war. Traevon Jackson und Josh Gasser sollten die Starter im Backcourt sein und für die notwendige Treffsicherheit vom Perimeter sorgen (38,2 und 43,1 % 3P).

1. Arizona Wildcats

Off. Eff.:1,089 / Def. Eff.: 0,875 / Reb. Rate: 55,1 %

Die Abstimmung im Team von Sean Miller hat im letzten Jahr einfach gestimmt. Die Defense stand und war eine der besten im Land. Offensiv tat man das, was man konnte und überzeugte damit. Das ergab die im Durchschnitt dritthöchste Punktedifferenz der NCAA! Der Abgang von Aaron Gordon tut jetzt natürlich weh, doch Brandon Ashley kehr nach langer Verletzungspause zurück und wird im Frontcourt wichtige Minuten spielen. Außerdem sollte es das Jahr des Rondae Hollis-Jefferson werden. Und wenn das noch nicht genug ist, kommt in Stanley Johnson einer der besten Freshmen im Land nach Tucson. Er unterstützt den erfahrenen Point Guard T.J. McConnell und Gabe York im Backcourt und auf dem Flügel. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass wir noch gar nicht über Kaleb Tarczewski – einen der besten Center im College Basketball – geredet haben, dann sollte klar sein, warum sie hier stehen.

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