Draftprofile 2013

Jeff Withey

University of Kansas

Datenblatt

Name: Jeff Withey

Position: Big

[xrr rating=1/4] (Rollenspieler)

College: University of Kansas

College-Erfahrung: Senior

Jayhawks-Coach Bill Self gilt als einer der besten seiner Zunft. Neun Big 12-Regular Season-Titel in Folge (ja, seit 2005 gewann kein anderes Team diese Liga), zwei Final Fours und ein Titel im Finale gegen John Caliparis Memphis Tigers um Superstar Derrick Rose erarbeitete sich Self zusammen mit der traditionsreichsten Basketballuniversität, an der schon 1896 Dr. James Naismith selbst, sechs Jahre nachdem er die Regeln für die Sportart mit dem orangenen Leder erfunden und aufgeschrieben hatte, die ersten Jayhawks über das Parkett scheuchte. Self hat mit all seinen Titeln und Auszeichnungen schon vieles für den Collegebasketball geleistet. Aber auch NBA Teams sollten dem Erfolgstrainer dankbar sein. Eine seiner herausstehenden Qualitäten ist es nämlich seine Schützlinge auf das Spiel in der Profiliga vorzubereiten. Seit seinem Amtsantritt wurden 20 Spieler der Kansas University gedraftet. Dabei gelingt es ihm immer wieder in der High School wenig rekrutierte Athleten in NBA Prospects zu verwandeln. Im letzten Jahr verhalf er Thomas Robinson und Tyshawn Taylor nach jeweils drei bzw. vier Jahren Ausbildung zu Profiverträgen. In diesem Sommer wird mit Jeff Withey ein weiterer Spieler zu dieser Riege hinzustoßen, dem man eine Entwickung zum Kandidaten für die erste Draftrunde auch eher nicht zugetraut hätte.

Skills

Den Kalifornier Jeffree David Withey kannten sogar die Jayhawks-Hardcore-Fans als Underclassman nur als Sparringpartner für die talentierteren Bigman und als Mann für die Garbagetime. Nur 5 Minuten Spielzeit sah der junge Center als Freshman und Sophomore durchschnittlich pro Partie. Es dauerte bis zu seiner Junior-Spielzeit und dem Abgang der Morris-Twins ehe Withey an Seite des letztjährigen Lottery-Picks Thomas Robinson seine Breakout-Season feiern konnte. Nach 48 Monaten Wartezeit nutzte der Bigman, der sich bei den Draft-Measurements als echter Sevenfooter herausstellen könnte, die sich ihm neu bietenden Minuten auf dem Parkett und wurde als Defensivanker unverzichtbarer Teil eines Teams, das 2012 erst im Titelspiel gegen Kentucky gestoppt werden konnte.

Der extrem lange College-Senior ist einer dieser Spieler, die die Analysten der amerikanischen Sportsender oft „rim protector“ nennen. Er war für die letzten beiden Jahre das Rückgrat einer der besten Defensivreihen der NCAA, lieferte sich zweimal gegen Kentucky Wildcats-Spieler (Anthony Davis und Nerlens Noel) packende Rennen um die Shotblocker-Krone und holte diese 2012/13 im zweiten Anlauf (3,9 BpG). Der mobile Center hat dabei einfach das Spiel verstanden und steht in der Verteidigung einfach dort, wo er stehen muss. Dabei kommt der aktuelle Verteidiger des Jahres zumeist ohne Foul aus (2,6 FpG), da er durch Wurf- und Körpertäuschungen nicht aus der Ruhe zu bringen ist und geduldig auf seine Chance zum Blocken wartet. Lediglich nach unglücklichen Switches kann er von schnelleren, kleineren Gegenspielern aus der Balance gebracht werden. Auch beim Defensivrebound ist er kaum zu überwinden. Knapp 20% aller Abpraller vom eigenen Korb sammelt der Hüne ein und beweist hier überdurchschnittliche Fähigkeiten. Offensiv hat Withey gelernt nur das zu tun, was er auch wirklich kann (58%FG). Direkt unter dem Korb empfiehlt er sich oft als verlässliche Anspielstation. Knapp 79% seiner Non-Post-Up-Situationen, also besonders Anspiele aus dem Pick’n’Roll oder Lobs, schließt er mit schlafwandlerischer Sicherheit ab. Ihn an die Linie zu schicken, hilft bei seiner Freiwurfquote von 72% auch eher wenig.

Allerdings hat der All-American in allen anderen Angriffssituationen teilweise große Probleme. Steht er mit dem Rücken zum Korb, hat er keine verlässlichen Bewegungen, um sich Platz für einen Schuss zu erarbeiten. Durch die quasi Nicht-Existenz seiner linken Hand hat er hier sogar noch eine weitere Limitation im Abschluss. Über ein Face-Up-Game verfügt er auch nicht, da der sein Spiel öffnende Mitteldistanzwurf auch noch komplett fehlt. Zudem ist Withey nur ein unterdurchschnittlicher Passer. In der NBA wird ihm zusätzlich seine fehlende Masse zusetzen, da er aktuell nur 105kg auf die Waage bringt. Diese nicht-vorhandenen Pfunde fehlen ihm sowohl als Durchschlagskraft im Angriff als auch bei der Verteidigung von echten Brocken im Low-Post. Auch seine Toughness hinterfragen viele Scouts. In seinen eher spärlichen Zahlen beim Offensivrebounding haben sie für sich klare Indizien gefunden, dass Withey die Tendenz hat in einem Spiel für eine gewisse Zeit mental „auszuchecken“. Hinter der Frage, welche dieser Fehler ein mit 23 Lenzen verhältnismäßig schon sehr alter Rookie korrigieren kann, stehen noch einige Fragezeichen.

Spielervergleich

Auch wenn in der neuen NBA vornehmlich der Small Ball Einzug hält, haben gerade defensivstarke Bigman und insbesondere Shotblocker noch immer einen hohen Wert. Grantland’s Zach Lowe wählte nicht umsonst diese durchgängige Schreibweise für LARRY SANDERS!. Grundsätzlich sollte gelten: Was Greg Stiemsma (3,5 PpG, 3,1 RpG als College Senior) einen Job sichert, sollte auch Jeff Withey ein paar Gehaltschecks einbringen. Viele GMs werden ihn zu recht mit dem ebenfalls ehemaligen Jayhawk und Draft Bust Cole Aldrich vergleichen. Aber Withey sollte sich mit seinen Stärken in der Defensive und Rebounding besser als der Kings-Center einfinden und zumindest zu einem verlässlichen Back-Up-Fünfer vom Kaliber Robin Lopez werden. Eine Entwicklung zu einem Omer Asik oder gar Tyson Chandler ist ihm wegen seines Alters und seines fehlenden Feuers eher nicht mehr zuzutrauen.

Draftaussichten

Jeff Withey werden gerade die Playoffteams gern fallen sehen und in einer Region ab Pick #20 zuschlagen, da er ihnen sofort solide 10 Minuten auf Groß geben könnte. Es bleibt abzuwarten, wer sich in der Mitte der Erste Runde ein Herz fast und sich ihn ins Team holt. Lottery-Teams wird das fehlende Potential abschrecken.

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