Draftprofile 2017

Josh Jackson

Kansas Jayhawks
© TonyTheTiger

Datenblatt

Name: Josh Jackson

Geburtsdatum: 10.02.1997

Größe: 6’8”

Gewicht: 203 lbs

Spannweite: 6’10‘‘

Position: Wing

Team: Kansas Jayhawks

 

Überblick

Stärken/Schwächen | Scouting-Logbuch | Spielervergleich | Videos | Wichtige Spiele | Artikelempfehlungen | Statssektion | Trivia | Twitter

Stärken

Schwächen

+ Creating

+ Driving Offense

+ Potential in der Verteidigung

– fehlende Threepoint-Range

– Temperament / Kontrolle on D

Scouting – Logbuch

Hoch gehandelte Freshmen erhalten in der Regel schon zu Beginn ihrer College-Karriere große Verantwortung und damit einhergehend viel Spielzeit. Die einzige Ausnahme von dieser Regel scheinen die Zöglinge von Bill Self zu sein, dessen Freshmen-Talente in den letzten Jahren (z. B. bei Kelly Oubre, Joel Embiid oder Cheick Diallo) oftmals erst zu einem späten Saisonzeitpunkt ihre Einsatzzeit steigern konnten. Man könnte den Eindruck gewinnen, er gewährt ihnen eine gewisse Schonzeit und wirft sie nicht direkt ins kalte Wasser. Anders verlief der Saisonstart für Josh Jackson. Er wurde von Saisonbeginn an in die erste Fünf beordert. Der einzige andere One-and-Done, dem das unter Self in den letzten fünf Jahren gelang, war Andrew Wiggins. Ist Josh Jackson also, wie schon der Kanadier vor ihm, einen Top-Pick wert? 

Offense

Creation

Josh Jackson verfügt über einen schnellen ersten Schritt, der ihm hilft, gut zum Korb zu kommen. Im Fastbreak zeigt er ein gutes Spielverständnis und läuft die korrekten Wege. Das macht ihn insgesamt zu einer großen Gefahr, was die Straightline-Drives bzw. den Fastbreak angeht.

Entsprechend dieser Qualität sind auch seine Abschlüsse in Ringnähe sehr effektiv. Er trifft knappe 70% am Korb. Allerdings wird dieser Wert auch nicht negativ von Lowpost-Aktionen beeinflusst, denn er spielt nur selten mit dem Rücken zum Korb. Ebenfalls sollte er auch Countermoves entwickeln. Dies würde ihm im direkten Duellen gegen den deutlich athletischeren NBA-Verteidiger helfen zu bestehen. Ansonsten wäre es vorstellbar, dass seine guten Drives zu einfach gestoppt werden können. 

Dennoch würden ihm dann noch eine weitere, wenn auch deutlich kleinere, Waffe bleiben. Oft wird der 6’8”-Wing auch als Stretch-Four eingesetzt. Er stellt dabei häufig unter Beweis, dass er in dieser Rolle als Pick and Pop-Option eingebunden werden kann.

Er trifft dabei zumindest den freien, langen Jumper sehr gut (über 40% aus dem Zweipunkte-Bereich). NBA-Range besitzt er allerdings noch nicht. Sein Dreier fällt noch zu selten (unter 30%). Er ist jedoch zumindest auch hier in der Lage, freie Würfe zu treffen.

Doch auch hier sind letzte Zweifel nicht auszublenden. Seine unterdurchschnittliche Freiwurfquote und sein untypischer Release deuten auf eine geringe Übertragbarkeit seines Wurfes in Richtung NBA an.

Vor allem sein sehr niedriger Release, könnte auf dem nächsten Level zu einem Problem werden. Gegen NBA-Verteidiger wird er es relativ schwer haben, einen guten Wurf zu erarbeiten. Um verteidigte Würfe hochprozentig abschließen zu können, wird er seine Wurfmechanik umstellen müssen.

Zusammengefasst handelt es sich bei Josh Jackson also um einen explosiven Spieler, der offensiv vor allem durch seinen guten Drive Gefahr ausübt. Sein Wurf lässt jedoch noch einige Fragen offen.

Playmaking

Wirklich interessant sind die Playmakerfähigkeiten, über die Jackson verfügt. Die Motion Offense der Jayhawks lässt ihm viele Möglichkeiten, aggressiv zum Korb zu ziehen. Die Räume, welche durch seine athletischen Drives eröffnen, nutzt er optimal. Er trifft gute Entscheidungen und findet so immer wieder den freien Mitspieler.

Auch wenn seine Passe teilweise noch etwas ungenau sind, gibt es kaum einen Collegespieler seiner Größe, der ähnlich flüssig mit dem Ball in der Hand agieren kann. Das zeigt er vor allem auch in Fastbreak-Situationen. Hier fällt er nicht nur durch seine Geschwindigkeit oder gute Abschlüsse auf. Vielmehr zeigt er auch hier wieder ein gutes Auge.

Weiterhin ist sein Playmaking auch im Highpost eine gute Waffe. Durch seine Passfähigkeit und ein gutes Spielgefühl schafft er es immer wieder Verteidigungen auszuhebeln. Auch seine Entry-Pässe in den Post können sich durchaus sehen lassen.

Eine weitere Dimension ist sein Transition Game. Als relativ guter Rebounder (16,2 DRB% im Conference Play) ist er in der Lage direkt Coast-to-Coast zu gehen. Jackson schafft es so das Spiel sehr schnell zu machen. Auch hier bindet er seine Mitspieler erfolgreich ein.

Defense

In der Verteidigung zeichnet sich Josh Jackson nicht gerade durch den höchsten IQ aus. Gerade zu Beginn seiner Freshman-Saison gelang es ihm nicht lange auf dem Feld zu stehen. Schuld daran waren vor allem dumme Fouls. Der Freshman ist nicht immer der smarteste Defender. Aber auch eine fehlende Reife ließ sich durch Undiszipliniertheiten bescheinigen. Er entwickelt sich aber. Technische Fouls, wie dieses, wurden gerade in jüngster Vergangenheit eher die Seltenheit:

Dennoch ist nicht auszuschließen, dass im diese Form von suboptimalen Entscheidungen zum Problem werden könnten.

Ein gewisses Potential lässt sich trotz dieser Mängel ausmachen. Er zeigt großen Einsatz (wie bereits angedeutet ist dieser teilweise zu hoch) in der Verteidigung und schafft vor allem offball seinen Mann zuzustellen. Aktive Hände untermauern seine Qualität abseits des Balles zusätzlich.

Seine Länge und Spannweite helfen ihm dabei am defensive Ende und als Shotblocker von der Weakside.

Defensiv ist also Potential vorhanden. Allerdings ist dieses größtenteils noch ungenutzt – Josh Jackson muss weiter an seinen sehr guten Grundlagen feilen.

Athletik

Dieses Potential am defensiven Ende lässt sich auch auf seine athletischen Fähigkeiten zurückführen. Neben seinen guten Grundlagen ist auch seine laterale Geschwindigkeit sehr gut. 

Ebenfalls bereits aufgezeigt wurde seine Schnelligkeit, die er bei seinen Drives gezeigt hat. So kann man dem Jayhawk-Freshman durchaus einen schnellen ersten Schritt bescheinigen. Seine Topgeschwindigkeit wirkt ebenfalls auf College-Level überdurchschnittlich. Auf dem nächsten Level sollte er in diesem Bereich durchschnittlich sein. 

Dafür ist seine Sprungkraft im Vergleich mit anderen Prospekts sehr gut. Das zeigen vor allem seine Abschlüsse. Gerade in Ringnähe schließt der Flügel oft über dem Ring-Niveau ab. 

Insgesamt sollte er mit diesen athletischen Fähigkeiten mindestens ein durchschnittlicher NBA-Athlet sein. Eine genauere Einordnung wird nach den NBA-Combines folgen. 

Spielervergleich

Als Teilzeit-Playmaker mit unorthodoxem Wurf und enormen defensiven Potential könnte Josh Jackson in seiner NBA-Zukunft sich zu einer Art Shawn Marion-Klon entwickeln. Passend ist dieser Vergleich auch durch die Möglichkeit den Kansas-Freshman in einer Small-Ball-Lineup als Big auflaufen zu lassen. Das bislang angedeutete Rebounding-Potential könnte ihm diese Option tatsächlich offen halten. Doch was ist, wenn er sein defensives Potential nicht voll ausschöpfen kann? Oder wenn er ein eindimensionaler Offensivspieler bleibt? Sein Playmaking könnte ihn dann trotzdem wertvoll machen. Seine NBA-Range würde für diesen Fall dann allerdings eher in die Richtung Michael Kidd-Gilchrist mit mehr Ballhandling-Skill gehen. Seine defensiven Fähigkeiten und der Fakt, dass er offensiv zumindest mit seinem Drive zum Abschluss kommen kann, sollten Josh Jackson eine langjährige NBA-Karriere ermöglichen. 

Videos

Wichtige Spiele mit aufschlussreichem Matchup

Artikelempfehlungen

Statssektion

International: 

High School: 

McDonalds All-American:

19 PTS (9-11 FG), 3 AST, 4 REB in 17 Min

Nike Hoop Summit:

7 PTS, 4 REB in 13 Min

Awards:

USA TODAY´s All-American Team 2016

McDonalds All-American MVP 2016

Statsvergleich innerhalb der Draftclass

Trivia

Twitter

@j_josh11

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6 comments

  1. Simon

    Danke für den Artikel! Interessant, den direkten Vergleich Tatum/Jackson so kurz nacheinander zu bekommen.

    Eine kurze Anmerkung: Jackson trifft (zumindest laut draftexpress/sports-ref) 37,3 Prozent seiner Dreier bei immerhin 3,3 Versuchen.

    Die Freiwurfquote ist allerdings wirklich besorgniserregend schlecht (56%).

  2. Philipp Servatius

    |Author

    Vielen Dank für den Hinweis!

    Da ich die Werte aus meinen Scouting-Notizen übernommen habe, waren sie nicht ganz Up-to-Date. Wird nachgebessert.

  3. Simon

    Ich bin echt gespannt auf den Wurf von Ball, Tatum und Jackson auf NBA-Niveau. Tatum hat ja zu Saisonbeginn noch viel weniger getroffen als Jackson, bei beiden sind die Quoten aber stark angestiegen. Ball trifft unmenschlich gut, hat aber diesen seltsamen Wurf (auch mit niedrigem Release) und eine schwache Freiwurfquote. Bei Jackson ist es ja ähnlich. Ich finde es extrem schwer einzuschätzen, wie das sich bei den dreien in den nächsten Jahren entwickeln wird. Wie siehst du das?

  4. kdurant35

    Schönes Draftprofil.

    Einziger Punkt bei dem ich widersprechen würde ist sein defensiver Bball-IQ. Dies als Einstieg in den D-Teil fand ich das doch recht hart. Ungestühm, unerfahren und teils etwas übermotiviert würde ich ja unterschreiben. Doch sein Gespür wann er seinem Mitspieler zur Hilfe kommt (tritt ja öfters als Help-Defender und Ringbeschützer unterm Korb auf) und wann er nach einem P&R auf den Ballhandler switcht sind schon recht gut. Auch die Passwege antizipiert er recht gut. Mir ist zumindest nur selten aufgefallen, dass er durch eine dortige Fehleinschätzung dem Gegenspieler freie Bahn gelassen hat. Gerade wenn man bedenkt das er vom Big Man bis Pointguard im Spielverlauf vollkommen verschiedene Spielertypen verteidigen muss, find es vollkommen normal, dass der ein oder andere kleinere Fehler dabei ist. Für sein erstes Collegejahr find ich das aber insgesamt vollkommen in Ordnung.

  5. Poohdini

    Diesselben Gedanken, die kdurant35 äußert, sind mir auch gekommen. Ich denke, wir wissen, was du meinst, Philipp, aber finde es auch etwas hart umschrieben. Dumme Fouls machen viele junge Spieler. Towns konnte bspw am College auch nicht viel mehr Minuten spielen, weil seine Foulrate in den Himmel gestiegen ist. Sowas passiert. Dies aber mit fehlendem BB-IG in der Defensive gleichzusetzen, finde ich auch recht hart. Diese Fouls muss er abstellen, klar.

    Ansonsten finde ich aber, dass Jackson eines der besten defensiven Wing Prospects der letzten Jahre ist, der nicht als one-Way-Spieler bezeichnet werden muss. Finde ihn unheimlich clever, intelligent und antizipierend. Seine physischen Tools sind ja auch da, auch wenn er sie noch nicht richtig einsetzt. Insgesamt glaube ich, dass er ein ziemlich starker off- und auch on-ball Verteidiger werden kann, der nahezu unermüdlich switchen kann. Ich mag Jackson aus der Klasse neben Fultz am meisten, auch wenn sein Fit für die Sixers eher doof ist.

    Sein Wurf ist halt ein echtes Problem, da ich seiner Dreierquote von zuletzt nicht traue. Er bringt eigentlich alles aufs Parkett außer des Wurfs. In der heutigen NBA ist das aber einfach ein riesiges Problem für Wings, die Stars oder Starter werden wollen. Ganz schwierig einzuschätzen. Er müsste zu einem Team, das Spacing bietet und ihm den Ball in die Hände geben kann.

  6. Philipp Servatius

    |Author

    Klar das war hart Formuliert. Aber es ist eben ein Punkt der angesprochen werden muss. Ansonsten eine, kleinere Anmerkung zu Towns. Es ist richtig, das er relativ wenig gespielt hat und das er teilweise mit Foulproblemen zu kämpfen hatte. Dies war allerdings auch Systembedingt: Cal ließ damals alle vier Minuten die komplette Fünf rotieren. Auch mit “intelligenterer” Verteidigung wäre als nicht viel mehr Einsatzzeit drin gewesen.


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