Tournament 2016

Keys to Success

Warum Kansas, Villanova, Oklahoma und Oregon das Zeug zum Champion haben

Die erste Runde der Sweet Sixteen-Spiele ist rum und die vermeintlichen Favoriten konnten sich durchsetzen. Im Vergleich zu dem ersten Wochenende der March Madness gab es an diesem Spieltag noch keine spannenden Schlussphasen oder spektakuläre Game-Winner. Allerdings zeigten alle vier Teams, warum sie in das Elite Eight gehören und die daraus resultierenden Partien sind für jeden Basketball-Fan ein absolutes Must-Watch! Doch was sind die Schlüssel zum Sieg für jedes Team und was macht sie zu einem Contender auf die College-Meisterschaft, die so weit weg gar nicht mehr ist?

South – #2 Villanova

Was haben die Miami Hurricanes und Iowa Hawkeyes gemeinsam? Nach kenpom.com sind sie beide Top 25 Offensiv-Teams und haben gegen die Villanova Wildcats ein frühes Aus im NCAA Tournament hinnehmen müssen. 69 und 68 Punkte konnten die #3 und #7 der Süd-Region gegen das Team von Jay Wright erzielen, das in Daniel Ochefu nur einen Spieler in der Rotation hat, der größer als 6’8“ ist. Dafür haben die acht Spieler mit den meisten Minuten jedoch eine durchschnittliche Größe von 6’5“ und das ist insbesondere am College ein wichtiger Faktor. Das Team ist nicht nur sehr ausgeglichen, sondern kann in verschiedensten Aufstellungen gegen fast jedes Team offensiv und defensiv gut aussehen. Dass das anstehende Matchup gegen die #1 Kansas nicht einfach wird, ist klar, doch sowohl die Größe der Jayhawks, als auch die Vielseitigkeit der Wildcats kann zum entscheidenden Faktor werden.

Beim Sieg gegen Miami (92-69) erzielten vier Starter mindestens 14 Punkte. Forward Kris Jenkins und Aufbau Ryan Arcidiacono konnten sogar jeweils mit 21 Punkten überzeugen. Der einzige Starter im einstelligen Bereich war der überaus talentierte Freshman-Guard Jalen Brunson.

Keys to win

Ryan Arcidiacono hatte eine überragende Partie gegen Miami und spielt mit 17 Punkten im Schnitt ein tolles letztes Tournament. Wenn der Senior in dieser Spielzeit mindestens 15 Punkte erzielt hat, haben die Wildcats eine Bilanz von 11-1. Seine Fähigkeiten sind unabdingbar für den Erfolg und können in einem Elite Eight, sowie dem Final Four den Unterschied ausmachen.

Dass man im Sweet Sixteen nicht einmal eine gute Leistung von Jalen Brunson benötigt hat, sagt einiges über das Talent im Kader aus. Doch trotz alledem kann der Guard auch in den kommenden Spielen ganz wichtig werden. Mit Arcidiacono und Brunson in Topform gehört der Backcourt zu den besten überhaupt.

Seit vielen Jahren ist Villanova erfolgreich und hat stets hohe Seeds im NCAA Tournament bekommen. Es sieht aber so aus, als ob sie nun endlich den Ruf als „Underarchiever“ überwinden und den ganz großen Wurf schaffen können.

West – #2 Oklahoma

4:43 auf der Uhr in der zweiten Hälfte. Die Oklahoma Sooners führen 75:55 gegen eines der besten Teams des Jahres in Texas A&M. Es war nicht einfach, dieses Team zu unterschätzen, aber nach dieser Vorstellung wird dies nicht mehr vorkommen. Mit einer Dreipunktequote von weit über 40 Prozent und 11 verwandelten Distanzwürfen, ließ man den Aggies von Head Coach Billy Kennedy keine Chance. Das lag vor allem auch an der Guard-Kombination der Sooners. Nicht nur Buddy Hield, der womöglich beste College Spieler des Jahres, auch Jordan Woodard und Isaiah Cousins sind mehr als potente Scorer am Perimeter. Sobald zwei der drei eine gute Partie haben, was so gut wie immer der Fall ist, wird es für jeden Kontrahenten schwierig.

Keys to win

Buddy Hield ist der überragende Spieler des Teams (80 Punkte in drei Spielen), dennoch konnte die Mannschaft von Head Coach Lon Kruger durch ausgeglichenes Spiel überzeugen. Vier Spieler punkteten zweistellig und genau das könnte der Schlüssel sein. Zwar kann Hield mit einer sensationellen Partie immer für Gefahr sorgen, doch an diesem Punkt sind die übrig gebliebenen Teams einfach zu gut, um sich drei Runden lang auf einen Spieler zu verlassen.

woodard_shot_chart

Warum ist hier die Shot Chart von Jordan Woodard und nicht von Buddy Hield zu sehen? Abgesehen davon, dass jeder weiß, dass Hield absurd gute Quoten hat, wird oft vergessen, wie gut Woodard ist. Der Junior hat bereits 15 Spiele mit mindestens 15 Punkten in dieser Spielzeit vorzuweisen. 18 Punkte erzielte er in den drei Turnierspielen und konnte seinen Status als zweitwichtigster Akteur festigen. Zusammen mit Hield trifft er 6,1 Dreier pro Partie. Mehr muss man zum Potential der Sooners auch kaum sagen.

South – #1 Kansas

Es ist keine Überraschung, dass Kansas so dominant durch das Turnier marschiert und doch hätten nur die Wenigsten erwartet, dass sie so gut sind. Im Sweet Sixteen-Matchup gegen #5 Maryland gelang ein 79-63 Sieg. Gegen einen #5-Seed scheint dies nicht unrealistisch zu sein, aber man sollte es in Relation zu der gesamten Saison setzen. Maryland war ein Top 5-Team in der Preseason Top 25 und wurde zeitweise sogar als beste Mannschaft der NCAA Division I gehalten. Point Guard Melo Trimble gehört zur absoluten Elite auf seiner Position. Jake Layman, Robert Carter und Rasheed Sulaimon sind allesamt überdurchschnittliche Starter und trotzdem ist Kansas mehrere Klassen besser.

Wenn wir an diesem Punkt über die Jayhawks reden, müssen wir mit Perry Ellis anfangen. Der Senior erzielte 27 Punkte und war der überragende Spieler auf dem Parkett. Niemand konnte ihn stoppen und gerade seine reife, sehr ruhige Spielweise half ihm enorm. Mit seinem „Old-Mans-Game“, ist er eine Rarität unter den College Spielern.

Auch Wayne Selden und Landen Lucas konnten überzeugen. Gerade Lucas hat sich über die Saison zu einer wichtigen Komponente gemausert. Während die Jayhawks nur drei Distanzwürfe versenken konnten, gewannen sie das Rebound-Duell mit 41 zu 26, wobei Lucas mit seinen 11 Boards entscheidend war. Mit dieser eher klassischen Spielweise können viele Teams nur bedingt umgehen, da sie der Kombination und Erfahrung nur wenig entgegenzusetzen haben.

Keys to win

Während einige Teams mit sehr kleinen Rotationen spielen, wird Kansas nur selten ähnliche Probleme bekommen. Die Freshman Sviatoslav Mykhailiuk, Carlton Bragg Jr. Und Cheick Diallo sind alle NBA Talente und kommen nur von der Bank. Diallo – der höchst rekrutierte Spieler – hat im Sweet Sixteen sogar überhaupt keine Minuten gesehen.

Dieser Faktor wird häufig genannt, wenn es um Kansas als Titel-Contender geht. Allerdings ist das nur zweitrangig. Die Partie gegen Maryland hat mal wieder gezeigt, dass dieses Team nur eine solide Partie von jedem Starter benötigt. Wenn dies eintritt, gibt es kaum ernstzunehmende Konkurrenz. Zum Leid der Jayhawks sind wir nun an dem Punkt angelangt, wo es ausschließlich gegen diese ernstzunehmende Konkurrenz geht. Doch trotz alledem hat Kansas seine Rolle als #1-Seed des gesamten Turniers bestätigen können. Zusammen mit North Carolina – angenommen, die Tar Heels gewinnen gegen Indiana – gehen sie als Favoriten in das Elite Eight.

West – #1 Oregon

In einer exzellenten Partie konnten sich die Oregon Ducks souverän gegen Coach K, Brandon Ingram und die Duke Blue Devils durchsetzen. Nach einer dominanten Vorstellung war es insbesondere beeindruckend, wie souverän das Team von Dana Altman den Vorsprung verwalten konnte. Dillon Brooks und Elgin Cook erzielten beide 16 Punkte, die Spieler des Spiels waren jedoch Jordan Bell und Casey Benson.

Bell kam von der Bank und gab den Ducks mit seinen 13 Punkten, 7 Rebounds und 4 Blocks wichtige Unterstützung! Benson war mit seiner Ruhe und Souveränität wieder mal der Ruhefaktor im Spiel. Über die Saison gesehen, hat der Sophomore 107 Assists und nur 23 Turnover. Er macht wenig Fehler und setzt seine Mitspieler gut in Szene. Wenn das Umfeld stimmt, kann solch eine Art Point Guard von enormer Bedeutung sein.

Keys to win

Der Kader der Ducks ist sehr vielseitig und daher gegen unterschiedliche Teams effektiv. Genau das macht sie auch an dieser Stelle so gefährlich für die unterschiedlichen Matchups, die auf sie zukommen. Sie sind in der Lage schnell anzuziehen und durch gute Distanzwürfe, sowie Athletik im Fastbreak viele Punkte in kurzer Zeit zu erzielen. Gerade dies konnten sie mehrfach gegen Duke unter Beweis stellen. Jeder im Team kennt seine Rolle und füllt diese momentan sehr gut aus. Außerdem stimmt der Einsatz, was man auch am Ende der Partie noch sehr gut sehen konnte. Es ist selten, dass junge Spieler bei einer hohen Führung noch mit einer extrem hohen Intensität verteidigen.

Die Ducks sind nicht das einzige Team, welches das eigene Sweet Sixteen-Matchup hoch gewinnen konnte, doch die Art und Weise war beeindruckend. Wenn die bereits genannten Stärken weiter so umgesetzt werden, könnte schon Oklahoma bald zum nächsten Opfer werden.

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