Draftprofile 2013

Kelly Olynyk

Gonzaga Bulldogs

Datenblatt

Name: KellKelly Olynyky Olynyk

Position: Big

[xrr rating=1/4] (Rollenspieler)

College: Gonzaga Bulldogs

Collegeerfahrung: (Redshirt-) Junior

In Deutschland dürfte Kelly Olynyk in erster Linie als Mitspieler von Nationalspieler Elias Harris bei den Gonzaga Bulldogs bekannt sein. Der Kanadier war allerdings nicht der Sidekick Harris‘ sondern unbestrittener Star des Teams – und damit Hauptverantwortlicher gleichermaßen für die erfolgreiche reguläre Saison wie auch das enttäuschende Ausscheiden in der March Madness. Über die Saison hinweg legte er mit 17,8 Punkten und 7,3 Rebounds überzeugende Zahlen auf und führte sein Team damit zu einer 32-3-Bilanz und dem No. 1-Seed. Auch im letztendlich entscheidenden Spiel gegen Wichita State erzielte Olynyk 26 Punkte, allerdings mit der eher bescheidenen Wurfquote von 36 Prozent oder 8/22. Nachdem das gesamte Team nicht besser traf, schieden die Zags gegen die an 9 gesetzten Shockers aus. Trotzdem hat sich Olynyk mit dieser Saison in die Bücher der Scouts gespielt – etwas überraschend, nachdem er im Jahr davor mit einer Redshirt-Saison auf Spiele verzichtet hatte.

Skills

Stärken und Schwächen Olynyks lassen sich recht einfach darstellen: So gut er in der Offense ist, so viel fehlt am anderen Ende des Courts. Offensiv zeichnet er sich gleichermaßen durch Vielseitigkeit wie auch Qualität seines Spiels aus, angefangen mit einem für einen 7-0-Spieler guten Ballhandling, Beweglichkeit und einer gewissen Grundgeschwindigkeit für Schnellangriffe, einem Wurf, der zumindest bis zur College-Dreipunktlinie reicht und nicht zuletzt einem überraschend ausgeprägtem Postgame. Als Center im College fand Olynyk in der Regel den richtigen Weg, sein vielfältiges Skillset auszunutzen, wählte meisten den technischen Weg statt durch Größe und Kraft zum Korb zu kommen und zeigte auch allgemein ein gutes Spielverständnis. Auch wenn die Gegner und Voraussetzungen in der NBA zweifellos andere sind, gibt es keinen Grund, warum diese Fähigkeiten nicht auch auf dem nächsten Level zum Tragen kommen sollten.

Als Verteidiger finden sich dagegen diverse Probleme, angefangen mit einer wenig überzeugenden Athletik. Folglich sind weder Rebounding noch Shotblocking die Stärken des Bigs, letzteres macht ihn zu einem vergleichsweise wenig brauchbaren Help-Defender. Dies ist auch in Zusammenhang mit seiner eher geringe Armspannweite  von 6-10 ft oder 2,08 m, also weniger als die Körpergröße, zu setzten. In der Mann-Verteidigung weist Olynyk ebenfalls Schwächen auf, hier fehlt etwa die Geschwindigkeit beim ersten Schritt. Diesen Punkten zum Trotz ist seine Defense allerdings nicht so katastrophal, dass sie anfangs Einsätze komplett verhindern wird.

Durch das recht ungleichmäßige Skillset ergibt sich das Problem, dass Olynyk keine klare Position besetzt. Im College spielte er, obwohl nominell Forward, meist als Center und rückte auch nicht weiter nach außen, als vorvergangene Saison Robert Sacre mit den meisten Minuten auf Center rechnen konnte, sondern nahm die bereits angesprochene Redshirt-Saison und trainierte nur. Trotzdem ist noch nicht klar, für welche Position Olynyk gedraftet werden sollte – einerseits ist seine Langsamkeit auch in der größeren NBA gegen Power Forwards möglicherweise ein Problem, andererseits fehlen ihm als Center die Eigenschaften eines Defensiv-Ankers. Zudem ist noch zu klären, auf welcher Position Olynyk seine Offensivfähigkeiten besser ausnutzen kann. Optimistisch betrachtet könnte die unklare Positionierung natürlich auch eine Chance sein, schnell mehr Minuten zu sehen und sich dauerhaft als vielseitigen Spieler zu präsentieren.

Spielervergleich

Welche Probleme in der noch fraglichen Positionszuordnung lauern können, zeigt vielleicht am besten der Vergleich mit zwei Spielern mit zwar anderen Offensivfähigkeiten, aber in den Grundzügen ähnlicher Defensive: Andrea Bargnani und Brandan Wright. Während Bargnani lange in die für ihn unpassende Center-Rolle gezwängt werden sollte, hat Wright auf beiden Positionen Nachteile, was ihn bei den Mavericks trotz offensiver Effizienz an das Ende der Rotation verbannte – beides Szenarien, die Olynyk vermeiden will.

Der Olynyk vom Spielertyp her ähnlichste der aktuellen NBA-Spieler ist wohl Spencer Hawes, der als ebenfalls offensivorientierter Center in dieser Saison oft als Sixth Man spielte. Eine ähnliche Rolle könnte für Olynyk vor allem anfangs sehr passend sein. Der Optimalfall eines Centers, der sich trotz seiner defensive Limitierung zum Allstar entwickelt hat, ist derzeit in Brooklyn zu finden. Brook Lopez dürfte die Art Spieler sein, die sich das draftende Team von Olynyk erhofft.

Draftaussichten

Dass der ehemalige Bulldog in der ersten Runde gezogen wird, steht wohl außer Frage. Ob er sich aus der späten Lottery, wie derzeit zu erwarten, noch nach oben oder unten bewegt, hängt wohl in erster Linie an der angesprochenen Positionsproblematik und der Frage, wie viel Potential die Teams in Olynyk noch sehen. Nach vier Jahren am College, die ersten drei davon mit eher wenigen bis gar keinen Spielminuten, ist er einer der ältesten Kandidaten für die Lottery und trotzdem verhältnismäßig unerfahren. Sieht ein Team noch viel Luft nach oben, könnte er bis in die Top 10 steigen – einen Center mit Post-Game könnten viele Teams brauchen.

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