Draft, NCAA Previews 14/15

Die besten Shooting- und Athletikteams

NCAA Previews 14/15

Auch wenn viele Coaches den Ausspruch „Play the right way!“ geprägt haben, gibt nach wie vor keinen korrekten Weg, wie Basketball gespielt werden muss. Siege können auf die verschiedensten Arten errungen werden. Dass die Sportart und besonders dabei auch der Collegebasketball in so vielen verschiedenen Facetten daherkommt, macht ihn erst so unglaublich interessant und spannend. Soll ein Team den Gegner durch Kontrolle der Bretter und harte Defense in die Knie zwingen oder ihn durch Spacing und athletische Offensivpower überrennen? All dies hängt von der Mentalität des Coaches und dem Spielerpersonal ab.

Wir haben uns bei den Colleges mit ernsthaften Tournament-Ambitionen umgesehen und jeweils die besten Teams für die verschiedenen Bereiche des Spiels herausgesucht, um aufzuzeigen, welche Uni in der kommenden Saison auf welche Art und Weise seine Partien dominieren wird. So kann jeder College-Neuling ein Team für die eigenen Vorlieben finden. Heute machen wir alle Punkte- und Passing-Liebhaber glücklich. Diese Ausgabe richtet sich an alle Wurfpuristen und Athletikfreaks.

Shooting

Frontrunner – Gonzaga Bulldogs

Dass Shooting und die Gonzaga Bulldogs gut zusammenpassen, dürfte wohl jeder Basketballfan mit etwas College-Hintergrundwissen bejahen. Die Universität in Spokane, WA konnte nicht nur vor längerer Zeit mit John Stockton einen der besten Distanzschützen aller Zeiten hervorbringen, sondern auch in näherer Vergangenheit einige gute Werfer mit nationaler Relevanz produzieren. Seit Marc Few 1999 das Traineramt bei den Bulldogs übernahm, durchliefen mit Dan Dickau (20PpG, 46 3P%) und Adam Morrison (05/06: 28 PpG, 43 3P%) gleich zwei Wunderscorer das Programm, die durch ihren Wurf zum All American reiften. Sogar seinen NBA-Bigmen Kelly Olynyk (33 3P%) und Austin Daye (42 3P%) konnte Few ein weiches Händchen antrainieren, damit deren Range zumindest bis zur Mitteldistanz reicht. Einzig bei Ronny Turiaf und Elias Harris reichte auch die Magie des Few’schen Coaching Staff nicht aus, um diese zu verlässlichen Werfern zu machen. Eine saubere Bilanz für ein Midmajor, durch gelehrte Shootingskills, doch so viele NBA-Spieler hervorzubringen.

2013/14 können sich die Bulldogs-Fans auch wieder auf eine Truppe freuen, die gerade wegen ihrer Gefährlichkeit aus der Distanz recht hoch einzuschätzen ist. Nach viermal Erstrundenaus im Tournament in vier Jahren, will die Mannschaft aus dem Staat Washington endlich einmal wieder ein Sweet Sixteen oder mehr erreichen. Dies ist gar nicht so unwahrscheinlich, weil das Team gerade in Sache Wurffähigkeit über absolutes Elite-Talent verfügt. Schon im vergangenen Jahr lieferte man gerade in den Shootingkategorien großartige Zahlen ab. Eine Top 10 Platzierungen in der Kategorien True Shooting (59 TS%) wegen der zehntbesten Dreierquote des Landes (39 3P%) spricht für sich. Dieser Trend wird sich fortsetzen. Mit dem Backcourt Kevin Pangos (41 3P% bei 5,7 3PA) und Gary Bell (42 3P% bei 4,4 3PA) geht die Collegeversion der Splashbrothers jeweils in ihre Senior-Saison. Zusätzlich kommt mit Ex-Kentucky Wildcat-Transfer Kyle Wiltjer (36 3p% bei 4,2 3PA) einer der besten Stretch-Bigmen der Nation zum Roster hinzu. Dieser scheint sein Jahr Pause gut genutzt zu haben. Mit den neuen Shootingcoaches hat er noch einmal an seinem schon tollen Wurf geschraubt. In dieser Trainingssession netzte er mal eben 70/ 75 Dreiern in fünf Minuten. Schlägt auch der zweite Transfer der Bulldogs, Byron Wesley (bisher 35 3P%), als Shooter voll ein, könnte man mit vier grandiosen Werfern starten, die einen Alptraum für alle gegnerischen Perimeter-Defenses darstellen sollten. Noch nicht überzeugt? Unter dem Korb werden der polnische Nationalspieler Przemek Karnowski, der dem deutschen Team im Sommer ganz schön zusetze, und ein gewisser Domantas Sabonis, Sohn litauischen Legende Arvydas Sabonis, auflaufen und für Platz für die Schützen sorgen. Es ist alles angerichtet für eine Menge Shooting-Spass in Spokane.

Runner-Up – Iowa State Cyclones

Das Basketball-Programm der Iowa State Cyclones lag Ende der 2000er ziemlich brach. Der damalige Coach Greg McDermott, Vater von Chicago Bull Doug McDermott, hatte für das Team im Mittleren Westen der USA kein richtiges Konzept und trat etwas auf der Stelle. Jede seiner Saisons in der Big 12 schloss er mit einem negativen Record ab. Was dann folgte, werden die meisten Fans der Cyclones als Wiedergeburt des der eigenen Basketball-Mannschaft bezeichnen. Man holte mit Ex-Timberwolve Fred Hoiberg einen Localhero und Legende des eigenen Colleges (16 PpG / 6 RpG / 3 ApG in 126 Spielen für die Cyclones) zurück nach Ames, IA. Innerhalb von zwei Jahren krempelte Hoiberg die gesamte Basketballabteilung um und konnte extrem schnell Erfolge feiern. Nach nur einem Jahr erreichte er das Tournament und geht nach drei Big Dance-Teilnahmen in Folge, von den Fans nur noch „The Major“ genannt, in seine fünfte Saison als Übungsleiter von Iowa State. Eventuell müssen sich die Cyclones-Anhänger gar schon langsam von ihrem „Retter“ verabschieden. NBA-Teams beobachten ihren Coach sehr genau. Gerüchten zufolge gilt Hoiberg neben dem Connecticut-Trainer Kevin Ollie als heißester NCAA-Anwärter auf eine freiwerdende NBA-Position.

Die NBA-Franchises beobachten Hoiberg und sein Team nicht unbedingt wegen seiner Fähigkeiten gute Spieler auszubilden – bisher konnte er nur Royce White in die Profiliga bringen, der bisher erst 3 Spiele absolvieren konnte – sondern wegen seines Spielsystems, welches sich auf Spacing und Shooting aufbaut und damit genau in die Entwicklungen des aktuellen NBA-Geschäftes passt. Ähnlich wie Suns-Coach und Cyclones-Alumni Jeff Hornacek, mit dem Hoiberg über die Saison sicherlich öfter einmal Gespräche zu Coaching und Taktik führt, lässt er recht freien und variablen Offensivbasketball spielen, der die Fans wegen seiner Frische und den vielen Punkten (83 PpG sind im Scoring #5 auf nationaler Ebene) begeistert. Bei einem Blick auf die Team-Shotchart wird außerdem klar, dass Analytics für das System ebenfalls eine große Rolle spielen. Der Houston Rockets-Taktik sehr nahe kommend, versucht man weitestgehend auf Mitteldistanzwürfe zu verzichten und nur Abschlüsse am Brett und soviele hochprozentige Dreier wie möglich zu nehmen. Dabei ist es besonders interessant, dass Hoiberg bei der Umsetzung nicht wirklich auf hochtalentiertes Spielermaterial angewiesen ist, sondern eher andersrum mittelmäßigtalentierte Athleten in seiner Taktik aufzublühen scheinen. Ohne 5* Recruits und ständig nur auf Transfers setzend, konnten sich die Cyclones Jahr für Jahr so steigern und zu einem wahren Paradies für Shooter entwickeln. Gleich acht Spieler durften im vergangenen Jahr durchschnittlich über zweimal pro Spiel von hinter der Dreierlinie abdrücken. Dies hatte die elftmeisten getroffenen Dreier der Nation und die meisten gespielten Assists aller Colleges zur Folge. Auch 2013/14 wird das System Hoiberg wieder für viel Shooting sorgen. Mit Naz Long (40 3P%), Monte Morris (41 3P%) und UNLV-Transfer Bryce Dejean-Jones (35 3P%) stehen im Backcourt extrem potente Schützen bereit, die die Abgänge von DeAndre Kane und Melvin Ejim schnell vergessen machen werden. Interessanterweise sind aber auch im Frontcourt gute Werfer zu finden, die die Cyclones zu einer nur schwer ausrechenbaren Offensive machen werden. Basketball-Arbeiter Dustin Hogue (34 3P%) hat in der vergangenen Saison angedeutet, dass auch er als Schütze zu gebrauchen ist und wird der Offense im neuen Jahr mit größerer Rolle eune neue Dimension werden. Der runderneuerte Bigman Georges Niang, der über den Sommer mehr als 10 Kilogramm verlor, wird als großartiger Pointforward (3,6 ApG), ebenfalls mit Shootingtouch ausgestattet (33 3P%), der neue Star dieses Teams, der am Ende gar All American-Ehren erhalten könnte.

Notable – Georgia State Panthers / Florida Gators

Gibt es eigentlichlich etwas Aufregenderes als einen guten Shooter heißlaufen zu sehen? (Ja, ob es diese „Hot Hand“ wirklich gibt, muss diskutiert werden. Haben wir an dieser Stelle auch getan!) Es sind diese Momente in denen man den Kumpel schreibt, da man nicht glauben kann, was man da gerade sieht. Was in der NBA die Bryants, McGradys oder Nowitzkis in Sachen „Heißes Händchen“ sind, waren im vergangenen Jahr Spieler wie Doug McDermott (13 Spiele mit 4+ 3PM), Marshall Henderson (19,2 PpG bei 12,6 3PA und Travis Bader (brach mit seinen 504 3PM den Rekord von JJ Redick) oder historisch gesehen Jungs wie Stephen Curry, Jimmer Fredette oder Adam Morrison. Auch in der kommenden Saison wird es Shooter geben, die plötzlich zu Must-Watch-TV werden, wenn sie einen guten Tag haben.

RJ Hunter kennen derzeit nur wenige Fans des Sports. Kein Wunder, der Flügel läuft für das Midmajor Georgia State aus der eher unbekannten Sun Belt Conference auf, das seit 2001 auf den dritten Tournament-Einzug der Uni-geschichte wartet. Das könnte sich aber schnell ändern, wenn mehr Leute mitbekommen, dass die Sophomore-Zahlen des Juniors Hunters (18,3 PpG, 40 3P% bei 7,7 3PA) denen vom College-Sophomore Klay Thompson (19,6 PpG, 36 3P% bei 6,7 3PA) sehr ähnlich sehen. Wenn er gut drauf ist, dann ist er mit seinem blitzsauberen Wurf nicht zu stoppen. So traf er sowohl als Freshman (10) als auch als Sophomore (12) im letzten Jahr eine zweistellige Zahl an Dreiern in einem Spiel. Solche Performances dürfen im nächsten Jahr dann vermehrt erwartet werden, wenn er als erfahrenerer Upperclassmen zurückkehrt, um seinen Titel als Conference Player of the Year zu verteidigen.

Florida Gator Michael Frazier geht in seine dritte Saison für das College in Gainsville. Der Junior war Teil des vor dem Tournament als #1 der Collegewelt gerankten Mannschaft von Billy Donovan, die als #1 Seed in das Final Four einzog. Neben den vielen Seniors, die mit ihrer Erfahrung das Team trugen, war es vor allem Frazier, der mit seinen Dreiern für Erfolg sorgte. Wie ein Uhrwerk nagelte der Flügel Distanzwurf nach Distanzwurf. 13 Mal schaffte er es 2013/14 vier oder mehr Dreier in einer Partie zu netzen und führte im vergangenen Jahr alle rückkehrenden Spieler mit 118 verwandelten Bomben von Downtown an. Höhepunkt war eine Partie im März gegen South Carolina, in der er 11 Dreier verwandeln konnte. Durch die Abgänge aller anderen Starter von 13/14 (Casey Prather, Patric Young, Will Yeguette, Scottie Wilbekin) wird Fraziers Rolle besonders offensiv wachsen. Gators-Fans können sich auf noch mehr Threepointer freuen.

Athletik

Frontrunner – Kentucky Wildcats

Schon allein aus der Gewohnheit heraus, wäre es wohl grob fahrlässig an dieser Stelle nicht das Team von John Calipari an erster Stelle zu nennen. Coach Cal-Teams konnten schon immer auf großartige Athletik zurückgreifen. Was bei der University of Massachusetts mit einem jungen Marcus Camby begann, wurde nach den enttäuschenden NBA-Jahren bei den Nets in Memphis mit den Athletik-Freaks Chris Douglas-Roberts, Rodney Carney, Derrick Rose oder Tyreke Evans fortgesetzt. Ein Aufzählen all seiner Kentucky Wildcats-Prospect in Gänze schenken wir uns an dieser Stelle und verweisen nur kurz auf Anthony Davis, Eric Bledsoe und John Wall. Auch in dieser Saison werden die Wildcats, was das reine athletische Talent angeht, wieder an der absoluten Spitze des Collegebasketballs zu finden sein. Wie kann es auch anders laufen, wenn man acht recht sichere NBA-Spieler in einem 12-Mann-Kader versammelt hat und man deswegen gar ein eigenes Draftmini-Camp ausrichten kann?! Die Wildcats bringen wieder einmal eine tolle Recruitingclass nach Lexington geholt. Kollege Julian Barsch stellt die neuen Kentucky-Freshmen hier vor. Besonders interessant wird das Roster des letztjährigen Vize-Champ aber werden, weil viele Spieler aus dem vergangenen Jahr zurückgekehrt sind. Für Calipari-Teams inzwischen schon sehr ungewöhnlich, stehen in der potentiellen Rotation fünf Sophomores und zwei Juniors für Führungsaufgaben bereit. Philipp Servatius stellt in seiner Preview einige der Rückkehrer vor.

Spannend ist, dass selbst nach dem vergangenen Jahr Coach Cal noch immer vorgeworfen wird, dass sein eigentliches Coaching gar nicht so gut sei. Ich möchte dem klar entgegentreten und behaupten, dass er klar einer der besseren Übungsleiter auf NCAA-Ebene ist. Diese Aussage bezieht sich nicht nur auf den magischen Run im März, der ohne ein, zwei Aaron Harrison Dreier auch ganz anders hätte ausgehen können, sondern soll sich eher auf die Statistiken seines Teams über die gesamte Saison 2013/14 beziehen. Auch wenn man mit der wichtigsten Zahlenkategorie, den Wins, nicht zufrieden sein sollte, kann man trotzdem argumentieren, dass Trainer Calipari das Beste aus seiner sehr jungen Truppe (im Tournament startete man fünf Freshmen) mit elitärer Athletik rausgeholt hat. Die Wildcats spielten über weite Strecken einen sehr gut zum Kader passenden “Bully-Ball”. Mit Topplatzierungen in den Kategorien OREB% (42% für #2 auf nationaler Ebene), Blk% (14,7 für #16), FTr (0,52 für #9) und TRB% (56,6% für #2) hat man alle Facetten des Spiel dominiert, die ein Team dominieren sollte, wenn es auf jeder Position den schnelleren, stärkeren, längeren, explosiveren und damit körperlich überlegenen Spieler aufbietet. In der kommenden Saison kann von einer Mannschaft mit neun! All-Americans (nur ein NBA-Team kann diese Zahl matchen) ein ähnliches Bild erwartet werden. Coach Calipari bereits mit einer Ankündigung für größere Schlagzeilen. Er ließ verlauten, dass sein Team mit zwei festen Fünf-Mann-Platoons auflaufen wird, die wie beim Eishockey für ständige Blockwechsel sorgen würden. Auch wenn noch nicht klar ist, ob diese Taktik letztlich auch wirklich umgesetzt wird, sollte sicher sein, dass Kentucky als Preseason #1 ihre Konkurrenz zumindest körperlich wieder nach Belieben beherrschen wird – zu stark ist das athletische Talent der Spieler und zu NBA-tauglich das Umfeld und die Trainingsmöglichkeiten des Wildcats. In Sachen Staff und Facilities muss hat man locker den Level eines kleineren NBA-Teams erreicht. Kostprobe in Videoform dazu gefällig?

Runner-Up – Florida Gators

Die Florida Gators waren 2013/14 der feuchte Traum eines jeden College-Hardliners und One-And-Done-Gegners. Eine von vier unglaublich starken, aber nie wirklich Top-Prospect gehandelte Seniors geführte Mannschaft spielte unter einem der besten College-Coaches unserer Zeit nahezu perfekten Teambasketball und arbeitete sich ohne wirkliches, ernstzunehmendes NBA-Talent in ein Final Four vor. Diese großen Vier sind nun natürlich als Studienabsolventen automatisch weg und werden eine große Lücke hinterlassen. Gators-Fans müssen trotzdem keine Angst bekommen. Auch wenn ihre Truppe nach einem Traumjahr mit einer Bilanz von 36-3 kaum erfolgreicher werden kann, könnte man dennoch recht einfach argumentieren, dass ihr Team über den Sommer um einiges spektakulärer und talentierter, weil in der Athletik facettenreicher geworden ist. An den verbleibenden Florida-Stars lässt sich schön erklären, was mit diesen Athletik-Facetten gemeint ist.

Die Mannschaft aus Gainsville scheint einen der besten Strength-Stafs des gesamten Landes zu besitzen. Was dieser „anrichten“ kann, wenn ein Spieler nur lange genug im Basketball-Programm der Uni bleibt, können die Gators-Beispiele, die nach vier Jahren Schinderei wohl auch sicher als echte Kanten bezeichnet werden müssen, Will Yeguette, Casey Prather und Patric Young sehr gut illustrieren. All diese Spieler müssen als extrem athletisch gelten. Ihre Muskelmasse und davon ausgehende Robustheit und Stärke sind auf dem Parkett sehr wertvoll. Als Spieler dieser Art kann beispielsweise der rückkehrende Forward Dorian Finney–Smith bezeichnet werden. Der Junior war durch diese Stärken schon im vergangenen Jahr der Toprebounder seiner Mannschaft – und das Sixth-Man von der Bank. In die gleiche Kategorie fällt der aus Michigan kommende Transfer Jon Horford, der sich in seinem letzten Jahr am College an der Heimat-Uni seines Bruders Al versuchen möchte. In der letzten Saison spielten bei Florida allerdings fast nur Spieler dieser Ordnung. Dies schränkte Florida taktisch etwas ein, auch wenn man in seinem System ungemein effizient agierte. Man definierte sich über extremstarke Defense (und leistete mit 57,8 OPpG einen guten Job), aber konnte offensiv zumeist nur die „Überpower“-Dimension zeigen. Dieses Konstrukt scheiterte auf hohem Level gegen UConn im Final Four, als diese den Gators genau diese Angriffssituationen wegzunehmen wussten und offensiv selbst hervorragend trafen.

Auch wenn das bei einem unerfahrenen Team nicht unbedingt erfolgreicher bedeuten muss, werden die Gators im kommenden Jahr mit neuen athletischen Einflüssen auf jeden Fall variantenreicher aufgestellt sein. Sophomore Chris Walker (Philipp Servatius stellte ihn hier vor.) und 5*-Freshman Devin Robinson werden Billy Donovan als sprunggewaltige und bewegliche Flügel-Big-Hybriden im Halbfeldangriff und Fastbreak ganz neue Möglichkeiten für Sets und Plays bieten. Zweitjahres-Spieler Kasey Hill und Drittjahres-Rutgers-Transfer Eli Carter geben den Gators zwei interessante Nachfolger für Aufbau Scottie Wilbekin. Die beiden Playmaker sind im Vergleich zum eher methodisch agierenden und auf Kontrolle bedachten Wilbekin pfeilschnell und bedeutend trickreicher. Ihre Dribblepenetrations und neue Kreativität werden Waffen darstellen, mit der Donovan in seiner runderneuerten Offense viel experimentieren wird. Nach dem Abgang von Bradley Beal werden mit Walker und Robinson endlich wieder echte NBA-Firstrounder-Talente viele Minuten sehen. Macht es „Klick“, sind die Gators auch trotz der Abgänge durch die neuen athletischen Elemente wieder ein Topteam.

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