College Studs, Draft

College Studs #4

Es ist soweit! Wir sind mittendrin in der Championship Week. Es sind noch sage und schreibe drei Tage bis zum Selection Sunday. Die beste Zeit des Jahres steht uns kurz bevor! Als Abschluss der regulären Saison und zur Einstimmung auf das, was bald kommt, gibt es heute die vorletzte Ausgabe der Saison von College Studs.

Zu diesem Zeitpunkt geht es ums Gewinnen. Die persönlichen Statistiken treten in den Hintergrund und es kommt darauf an, wer sein Team zum Sieg führen kann. Diese Vorgabe wird sich auch durch das Ranking ziehen. Auch wenn es nicht unbedingt heißt, dass die hier höher platzierten die Favoriten für das Final Four sind, haben sie den größten Einfluss auf den Erfolg ihres Teams.

1. Doug McDermott, Creighton Bluejays (24-6), Forward, (+2)

Statline: 26,5 PPG/ 7,2 RPG/ 1,6 APG/ 0,2 SPG/ 0,1 BPG/ 52,2 FG%/ 44,7 3P%/ 86,7 FT%/ 1,8 PF/ 1,9 TO/ 33,3 Min

Sicherlich hat Creighton nicht das beste Team der Nation und auch nicht die besten Chancen auf einen sehr tiefen Run im NCAA Tournament, doch es gab nur einen Spieler, der hier an erster Stelle stehen kann.

Wir können sehr froh sein, dass wir Zeuge eines solch unglaublichen Spielers sein können. Bei der Senior Night gegen Providence krönte der 22-Jährige seine Karriere im letzten Heimspiel mit einem Career-High von 45 Punkten, erreichte die magische Marke von 3000 Punkten und zog in der All-time Scoring List an der Legende Oscar Robertson vorbei. Viel besser kann eine Geschichte nicht geschrieben werden.

In seiner Karriere traf McDermott in keiner Spielzeit weniger als 52 Prozent aus dem Feld und 40 Prozent von Downtown. In dieser Saison hatte der Forward 26 Spiele (von 30) mit 20 Punkten oder mehr. In zehn davon knackte er die 30 Punkte-Marke.

Die Bluejays sind selbstverständlich ein sehr solides Team, ohne McDermott hätten sie aber wahrscheinlich nicht einmal einen Platz in der oberen Tabellenhälfte der Big East erreicht. Es war eine überragende Saison des Seniors und somit hat er sich diesen Platz mehr als verdient.

2. Jabari Parker, Duke Blue Devils (24-7), Forward, (+5)

Statline: 19,2 PPG/ 9,0 RPG/ 1,3 APG/ 1,0 SPG/ 1,4 BPG/ 48,7 FG%/  37,1 3P%/ 73,8 FT%/ 2,3 PF/ 2,3 TO/ 30,3 Min

Nach einem zwischenzeitlichen Tief konnte sich der Freshman wieder fangen und mit seinen Stärken glänzen. Im finalen regulären Saisonspiel gegen den Rivalen aus North Carolina konnte er den heimischen Fans in Durham wahrscheinlich ein letztes Mal seine Qualitäten präsentieren, was auch er auf beeindruckende Art und Weise tat. Am Ende der Partie standen 30 Punkte und 11 Rebounds auf seinem Konto. Praktisch über die gesamte Partie konnte er zeigen, was für ein enormes Potential in ihm steckt.

Die Saison hätte für ihn wahrscheinlich nicht viel besser laufen können. Die Blue Devils werden mit einer guten Ausgangsposition ins NCAA Tournament gehen, er führt sein Team bei den Punkten, Rebounds und Blocks pro Spiel an. Auch den Titel als ACC Freshman of the Year konnte sich der Forward sichern, während er im Rennen um den Spieler des Jahres knapp an N. C. State’s T. J. Warren scheiterte.

3. Nik Stauskas, Michigan Wolverines (23-7), Guard, (Neu)

Statline: 17,4 PPG/ 3,3 RPG/ 3,4 APG/ 0,6 SPG/ 0,3 BPG/ 48,9 FG%/  45,8 3P%/ 81,1 FT%/ 1,3 PF/ 1,8 TO/ 35,2 Min

Normalerweise verbessert sich ein Team nicht, wenn es den NCAA Player of the Year an die NBA verliert. Doch trotz des Abgangs von Point Guard Trey Burke konnten die Wolverines die Big Ten Meisterschaft holen, was im Jahr zuvor nicht gelang.

Als diesjähriger Big Ten Player of the Year hatte Nik Stauskas einen großen Anteil an dem Erfolg. Der Big Ten Schedule konnte mit fünf Siegen in Folge beendet werden, während Stauskas mit 21,2 Punkten und insgesamt 71 getroffenen Dreiern mehr als überzeugen konnte. Dabei hat der Kanadier ein enormes Gefühl für das Spiel und kann die Offensive auf unterschiedlichste Art und Weise dominieren.

Nik Stauskas ist ein Spielertyp, der im NCAA Tournament ohne Probleme einige Spiele im Alleingang entscheiden kann, auch wenn er nur gewisse Phasen einer Partie dominiert.

4. Russ Smith, Louisville Cardinals (26-5), Guard, (Neu)

Statline: 17,5 PPG/ 3,5 RPG/ 4,8 APG/ 2,0 SPG/ 0,1 BPG/ 46,8 FG%/  39,4 3P%/ 69,8 FT%/ 2,5 PF/ 2,7 TO/ 28,5 Min

Russ Smith ist einer dieser Spieler, die spielen, um zu gewinnen. Der kleine Guard dreht zum richtigen Zeitpunkt auf und straft alle die, die in der ersten Saisonhälfte nicht an die Cardinals geglaubt haben (Ja, ich zähle mich dazu). Noch nie traf Smith so gut aus dem Feld und auch die Dreierquote ist die beste seit seiner Freshman-Saison, in der er nur knapp sechs Minuten pro Spiel auf dem Feld stand.

Die letzten beiden Partien des AAC Schedules dominierte er auf unterschiedlichste Art und Weise. Während er gegen SMU 26 bei 6-6 von der Dreierlinie aus der Halle schoss, nahm er sich gegen UConn vornehm zurück. Nur zweimal versuchte er es in 30 Minuten, auf den Korb zu werfen, spielte aber 13 Assists und klaute dem Kontrahenten vier Mal den Ball.

Mit den Cardinals sollte erneut zu rechnen sein und das liegt insbesondere an ihrem Senior-Guard Russ Smith.

5. Shabazz Napier, Connecticut Huskies (24-7), Guard, (+3)

Statline: 17,8 PPG/ 6,0 RPG/ 5,2 APG/ 1,8 SPG/ 0,4 BPG/ 42,6 FG%/ 40,4 3P%/ 87,7 FT%/ 2,1 PF/2,7 TO/ 34,8 Min

Der zweite Guard aus der American Athletic Conference. Napier ist der vielleicht beste Guard-Rebounder neben Kyle Anderson und ist essentiell für den Erfolg der Huskies. Alleine die Tatsache, dass er sein Team bei den Punkten, Rebounds, Assists, Steals und Freiwurfquote anführt, ist einfach nicht normal.

Dazu gelingt es dem 6’1 Guard mit einer stoischen Ruhe die Fäden aus dem Backcourt zu ziehen und im richtigen Moment die Verantwortung zu übernehmen. Es ist schwierig, sich nicht in sein Spiel zu verlieben, wenn man ein Fan von Spielern wie Chris Paul ist (Nein, das soll kein möglicher NBA-Vergleich sein!).

6. Sean Kilpatrick, Cincinnati Bearcats (26-5), Guard, (Neu)

Statline: 20,9 PPG/ 4,3 RPG/ 2,5 APG/ 1,3 SPG/ 0,0 BPG/ 42,3 FG%/ 34,5 3P%/ 84,4 FT%/ 1,3 PF/2,0 TO/ 33,4 Min

Here we go again! Der dritte AAC-Guard in Folge. Die Bearcats haben eine überragende Saison hinter sich und das vor allem aufgrund ihrer überdurchschnittlichen Defensivleistung. Doch ohne Scoring wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen und da kommt Sean Kilpatrick ins Spiel. Er scort fast 30 Prozent aller Punkte und ist Top-Scorer der AAC. Seine Quoten sind sicherlich nicht die besten, die Gegner wissen allerdings auch, dass er die einzige Option in der Rotation darstellt, auf die Verlass ist.

Bei seiner Senior Night konnte er bei dem überzeugenden Sieg gegen die Memphis Tigers noch einmal 34 Punkte auflegen und seinen Status als absoluter Topspieler untermauern.

7. Andrew Wiggins, Kansas Jayhawks (23-8), Guard/Forward, (+2)

Statline: 16,8 PPG/ 5,9 RPG/ 1,6 APG/ 1,2 SPG/ 0,9 BPG/ 45,2 FG%/ 34,5 3P%/ 76,5 FT%/ 2,7 PF/ 2,2 TO/ 32,2 Min

Nachdem der so gehypte Freshman lange nicht überzeugend genug agierte, hat er nun das zweite Mal in Folge den Weg ins Ranking gefunden. Über den Verlauf des Big 12 Schedules konnte er fast alle Statistiken leicht verbessern und setzte bei der Niederlage gegen West Virginia mit 41 Punkten ein Ausrufezeichen. Das beeindruckende ist jedoch, dass er nebenbei noch acht Rebounds, vier Blocks und fünf Steals auflegte. Diese Statline kann so praktisch niemand anderes auf dem College-Level verwirklichen.

Es wird spannend sein zu sehen, ob der Big 12 Freshman of the Year zu Beginn des NCAA Tournaments auch ohne Center Joel Embiid für Erfolg sorgen kann. Doch wenn er dort ebenfalls solch eine Leistung bringt, kann die Schuld definitiv nicht auf ihn geschoben werden.

8. Kyle Anderson, UCLA Bruins (23-8), Guard, (-7)

Statline: 14,9 PPG/ 8,7 RPG/ 6,6 APG/ 1,7 SPG/ 0,7 BPG/ 48,7 FG%/ 48,0 3P%/ 74,8 FT%/ 1,6 PF/ 3,2 TO/ 33,2 Min

Seit dem letzten Ranking verschwand Kyle Anderson etwas von der Bildfläche. Zwar waren seine Statistiken noch immer sehr beeindruckend, allerdings konnte das Team am defensiven Ende nicht immer überzeugen. Obwohl zwischenzeitlich noch die Chance auf den Sieg der Pac-12 bestand, schaffte man es nicht, das Niveau zu halten und verlor zwei aufeinanderfolgende Partien gegen Stanford und Oregon.

Nichtsdestotrotz bringt Kyle Anderson ein einzigartiges Skillset mit, welches im März noch das eine oder andere Team überraschen könnte. Seine Allrounderfähigkeiten suchen seines gleichen und darum gehört er auch an diese Position. Zu Spielern wie Shabazz Napier oder Russ Smith fehlt hier aber noch ein Stück, da diese insbesondere in der entscheidenden Phase besser Verantwortung übernehmen können.

9. Marcus Smart, Oklahoma State Cowboys (20-11), Guard, (- 4)

Statline: 17,8 PPG/ 5,8 RPG/ 4,4 APG/ 2,6 SPG/ 0,6 BPG/ 44,7 FG%/ 32,2 3P%/ 72,9 FT%/ 2,6 PF/ 2,6 TO/ 30,6 Min

Oklahoma State braucht Marcus Smart! In der Phase, in der Smart drei Partien aussetzen musste, verloren die Cowboys sieben Spiele in Folge. Doch nach seiner Rückkehr konnten vier Partien in Folge, unter anderem gegen Kansas und Kansas State, gewonnen werden. Smart setzte wieder an seiner alten, guten Form an und bewies endlich wieder, warum er einer der besten Spieler überhaupt ist. Direkt nach seiner Sperre zeigte er eine enorme Begeisterung und großen Kampfgeist, was ihm zugute kommen sollte.

Auch wenn eine packende letzte Partie gegen Iowa State nach Verlängerung knapp verloren wurde, hatte Smart unglaubliche Statistiken vorzuweisen: 27 Punkte, 5 Assists, 3 Rebounds und vier Steals deuten seine Vielseitigkeit an. Trotz eines signifikanten Tiefs hat der Sophomore bewiesen, dass er in diesem Ranking stehen muss.

10. Tyler Ennis, Syracuse Orange (27-4), Guard, (-4)

Statline: 12,9 PPG/ 3,2 RPG/ 5,5 APG/ 2,7 SPG/ 0,2 BPG/ 43,1 FG%/ 40,0 3P%/ 73,2 FT%/ 1,8 PF/ 1,3 TO/ 33,6 Min

Es beinhaltet eine gewisse Ironie. Vor ein paar Wochen galt Syracuse als sicherer #1-Seed für das NCAA Tournament. Genau zu der Zeit war Tyler Ennis auf dem Höhepunkt seiner bisherigen College Karriere angekommen. Zu dem Zeitpunkt hätten McDermott und er das Rennen um den ersten Platz in diesem Ranking unter sich ausgemacht.

Doch dann kam der Einbruch und der kanadische Freshman zeigte, dass auch er menschlich ist. Dies resultierte vor allem in einer Stagnation seiner Leistung in der Crunchtime, wofür er noch kurz davor so bekannt war.

Sicherlich hatte das Tief des Point Guards einiges mit den Niederlagen der Orange zu tun, doch während noch viele andere Faktoren mitgespielt haben, sollte die Leistung bei dem 25-0 Run nicht vergessen werden. Ennis hatte eine unglaubliche reguläre Saison, die in dieser Form niemand von ihm erwartet hatte. Dementsprechend wäre es schlicht und ergreifend falsch gewesen, ihn nicht zumindest auf dem zehnten Platz zu implementieren.

Honorable Mentions: Aaron Gordon (Arizona), T.J. Warren (N.C. State), C.J. Fair (Syracuse), Gary Harris (Michigan State), Montrezl Harrell (Louisville), Jahii Carson (Arizona State),

Das Schlusswort zu…

T.J. Warren. Der ACC Player of the Year konnte sich gegen Freshman-Sensation Jabari Parker durchsetzen und wird höchstwahrscheinlich auch in der NBA Draft gezogen werden. Also warum hat er in dieser Ausgabe keinen Platz erhalten? Es ist ganz einfach der Erfolg seines Teams. Noch befindet sich N.C. State „on the bubble“ und selbst wenn sie es noch schaffen sollten, fehlt ihm der gewisse Erfolg, den er seinem Team beschert hat. Niederlagen gegen Miami, Wake Forest und North Carolina Central sind in der Addition einfach deutlich mehr als sich die anderen Teams erlaubt haben. In einer Top 15 wäre er aber garantiert dabei.

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