Draft

NCAA Tournament Preview 2013 – Teil 2

Prospects, Games to watch, Sleepers, Siegeseigenschaften

Wie gewohnt wollen wir euch im März mit Informationen zum NCAA Tournament versorgen. Unsere Redakteure Julian Barsch und Tobias Berger haben sich im Hinblick auf die March Madness wichtigen Fragen gewidmet und wollen euch mit deren Beantwortung ein möglichst gutes Rüstzeug für den Saisonhöhepunkt des Collegebasketballjahres geben. Es starten 68 Teams in vier Regionen. Aber nur eines wird am 8. April die Netze abschneiden dürfen. In diesem Sinne: Let the madness begin!

NBA Prospects

Otto Porter Jr.

Es ist unglaublich, was für eine Entwicklung Otto Porter hinter sich hat. Dieses Jahr stieg er zum Go-to-Guy und besten Spieler der Hoyas auf. Seine Statline liest sich sensationell gut: 16.3 Punkte, 7.4 Rebounds, 2.7 Assists und 1.9 Steals bei Quoten von 48.9 Prozent aus dem Feld und 42.7 von jenseits der Dreierlinie. Nachdem er in seinem Freshmanjahr Probleme mit dem Distanzwurf hatte, erzielte er diese Saison in sechs Spielen drei oder mehr dieser Würfe. Die 25 Siege hätte niemand so erwartet und ich wäre Ende 2012 noch sehr überrascht gewesen, wenn ich die Hoyas als Final Four Kandidat präsentiert bekommen hätte. Doch gerade Spiele wie das erste Aufeinandertreffen deses Jahr mit Syracuse, wo er 33 Punkte erzielte, beweisen, dass er sein Team tragen kann.

Victor Oladipo

Der Preseason Player of the Year war seine Teamkollege Cody Zeller und einige Monate später kann man gut sagen, dass Victor Oladipo ihm die Show gestohlen hat. Mit seiner hervorragenden Defense, der Intensität und der Athletik mauserte sich der 20-Jährige zum besten Akteur für Tom Crean. Als Guard 59.9 Prozent aus dem Feld zu erzielen ist absolut überragend. Wenn du dann noch mehr als 44 Prozent von Downtown wirfst, am Korb scoren und an beiden Enden des Feldes das Spiel entscheiden kannst, bist du bei Oladipo angekommen. Dieser Spieler wird im März der Unterschied sein!

Cody Zeller

Dies soll aber keinesfalls die Leistung Zellers schmälern. 16.9 Punkte und 8.2 Rebounds sind fantastische Zahlen. Die Beweglichkeit unter dem Korb und in Transition machen ihn speziell im System von Tom Crean unersetzbar. Hinter seinem Teamkollegen Oladipo hat er die zweitbeste Feldwurfquote der Big Ten. Er hat die Größe um mit jedem Kontrahenten mitzuhalten, doch nur die wenigsten sind dabei so flexibel wie er. Der Hype zur Beginn der Saison war definitiv zu groß, als das Zeller genau das hätte beweisen können. Die Vielfalt in der Division I bringt zu viele Toptalente hervor, was es enorm schwierig macht, zu sagen, wer der beste Akteur ist. Enttäuscht hat Zeller aber auf keinen Fall! (jb)

Ben McLemore

Die Kansas Jayhawks haben mit ihren vier Senior Startern ein super Grundgerüst. Doch der Grund warum sie eine reelle Chance auf den Titel haben, ist Freshman Ben McLemore. Der 1,95m große Shooting Guard gilt als talentiertester Spieler den Coach Bill Self bisher trainieren durfte und als der beste Jayhawks Guard seit Paul Pierce. McLemore wuchs in extrem ärmlichen Verhältnissen auf und ist wohl auch deswegen mit Toughness und einem großen Kämpferherz gesegnet. Nachdem er die letzte Saison aussetze, präsentiert er sich in dieser Spielzeit als vielseitiger Scorer mit gutem Gefühl für das Spiel. Je nach Situation nutzt zudem auch recht passable Verteidiger McLemore seine herausragende Athletik zum Korb zu gehen oder netzt mit seinem blitzsauberen Wurf den Dreier. Seine Quoten (50%FG, 43%3P, 86%FT) und sein überdurchschnittliches Rebounding machen ihn aktuell zu einer Top 5 Prospect für die Draft.

Marcus Smart

Schon im letzten Jahr sollte Oklahoma State angeführt einem Freshman (LeBryan Nash) ein oder zwei Spiele im März gewinnen. Das gelang nicht, weshalb der Job von Trainer Travis Ford auf der Kippe stand. Dieser wurde nun vom diesjährigen Top-Recruit Marcus Smart gesichert. Als Freshman gelang dem Point Guard etwas Erstaunliches. Er installierte in einem wirklich enttäuschenden Team eine Gewinnermentalität und trug die Cowboys fast im Alleingang in das NCAA Tournament. Höhepunkt war ein Sieg im Allen Fieldhouse, als er für das Ende einer 33 Spiele andauernden Heimsiegesserie beim Collegepowerhouse Kansas sorgte.  Mit seinen 19 Jahren besitzt der 1,93 große Allrounder unglaubliche Führungsqualitäten und kann auf dem Feld fast alles. Wie kein anderer füllt er den Statistikbogen aus (15,4 PpG, 5,7 RpG, 4,2 ApG, 2,9 SpG). Einzig sein Wurf hat noch kein NBA – Niveau. (40%FG, 29%3P) Dennoch überholte er während der regulären Saison seine Konkurrenten Trey Burke und Michael Carter-Williams und wird zumeist als bester Point Guard der Draftclass 2013 angesehen. (tb)

Games to watch

#5 Oklahoma State vs #12 Oregon Ducks

Dieses Spiel ist ein besonderes. Auf den ersten Blick sehen die meisten 5-12 Matchups nicht so super spannend aus. Aufgrund der Inkompetenz des Selection Komitees haben wir hier jedoch ein deutlich besseres Spiel. Es ist ein absoluter Witz, den Pac-12 Champion Oregon an Nummer 12 zu seeden. Dementsprechend haben die Cowboys eine viel schwerere Aufgabe als zum Beispiel ein VCU gegen Akron. Beide Teams sind auf einem ähnlichen Niveau, wobei im Endeffekt Freshman und Big 12 Player of the Year Marcus Smart den Unterschied machen könnte. 

#1 Kansas Jayhawks vs #8 North Carolina Tar Heels

Im Süden wartet potentiell in der dritten Runde ein sehr spannendes Matchup auf uns. Roy Williams  gegen sein altes Team der Jayhawks würde sehr viel Prestige mitbringen. Natürlich darf Villanova als möglicher Stolperstein nicht ignoriert werden, doch die Tar Heels haben im zweiten Saisonabschnitt durch die Umstellung zu einem kleineren Line-up deutlich verbessert gespielt. Ein Duell mit Kansas würde für UNC die Chance zur Revanche für die Niederlage im Final Four 2008 bedeuten. 

#6 UCLA Bruins vs #11 Minnesota Gophers

Dieses Matchup verspricht eines der besseren Duelle in der zweiten Runde zu werden. Beide Teams haben eine solide Chance auf den Sieg, wobei Minnesota dabei etwas das Momentum abgeht. Die Gophers konnten in den letzten 16 Spielen nur fünf Mal das Spielfeld als Sieger verlassen. Allerdings wird ihre Reboundstärke eine Hürde für die Bruins darstellen. Diese hingegen  sind als Zweiter des Pac-12 Tournaments relativ gut drauf und werden versuchen die All-TIme Bilanz von 5-1 gegen Minnesota zu verbessern. Es wird interessant sein zu sehen wie Shabazz Muhammad & Co. mit dem Druck der March Madness zurecht kommen. (jb)

Auch ich denke, dass die Partie UCLA-Minnesota eine der spannendsten der Runde der 64 werden kann. Die Gophers haben mit ihren Siegen gegen Memphis, Wisconsin und Indiana  gezeigt, dass sie alles haben was es braucht, um gute Teams zu schlagen, aber waren zuletzt nicht in Form. UCLA hat viel Talent und machte uns deswegen auch vor Saisonbeginn endlich einmal wieder auf die Bruins aufmerksam, verlor aber Keyplayer Jordan Adams (15,3 PpG, 3,8 RpG) kurz vor dem Turnier.

Dennoch will ich auch eigene Spiele anbringen:

#7 Creighton Bluejays vs #10 Cincinnati Bearcats

Die Story dieser Begegnung sind die gegensätzlichen Spielstile. Creighton ist ein Midmajor College und besitzt eines der flüssigsten Offensivsysteme der Nation. Sie bereiten sich zu gern gegenseitig Körbe vor (5. Platz in Assists) und treffen als Team deswegen über 50% aus dem Feld (Ligaspitze!). Zudem haben sie mit Forward Doug McDermott (23,1 PpG, 7,5 RpG, 49%3er) einen wahren Superstar. Die Bearcats, um Junior Guard Sean Kilpatrick (16,9 PpG, 5,2 RpG) definieren sich vor allem über ihre Härte in der Verteidigung und behaupteten sich in einer der stärksten Conferences des Landes. Spannendes Matchup!

#4 Michigan Wolverines vs #13 South Dakota State Jackrabbits

Grundsätzlich sollten die Wolverines dieses Spiel recht deutlich gewinnen. Dennoch sollten alle Fans von spektakulärem Guardplay hier einschalten. Big Ten Player oft he Year Trey Burke und sein Backcourtparter Tim Hardaway Jr. gehören zu den besten (offensiven) Guardcombos des Landes und sollten beide den Weg in die NBA finden. Geheimtipp von mir ist aber Jackrabbits Senior Nate Wolters! Leider fehlem ihm die Mitpieler um einen Run wie Jimmer Fredette mit BYU oder Stephen Curry mit Davidson hinzulegen. Aber mit seiner Spielweise ähnelt der furiose Scoringguard den beiden genannten NBA Spielern schon stark. Wolters legt derzeit 22,7 PpG, 5,6 RpG und 5,8 ApG. Meisterstück dieser Saison war ein 53 Punkte-Spiel gegen die Mastodons aus der eigenen Summit League inklusive 9-14 3ern. (tb)

Sleeper Teams

Davidson Wildcats

Die Wildcats treffen als klarer Außenseiter zu Beginn auf Marquette und Buzz Williams. Für die offensivstarken Gewinner der Southern Conference ist dies sicherlich alles andere als ein leichte Aufhabe, dennoch ist hier ein Upset durchaus möglich. Die Tatsache, dass kein anderes Team so sicher von der Freiwurflinie abschließt wie die Wildcats (80.1 %), wird ihnen auf keinen Fall schaden. In den letzten Jahren sind sie immer wieder als unangenehmer Gegner in Erscheinung getreten, was auch hier wieder gut der Fall sein kann. Da man im darauffolgenden Spiel auf Butler treffen könnte, sehe ich hier sogar die Chance auf ein Weiterkommen ins Sweet Sixteen. 

Iowa State Cyclones

Die Cyclones sind in diesem Jahr ein Team, gegen das niemand spielen möchte. Im Endeffekt zeigt die Bilanz von 22-11 nicht gerade die besondere Klasse, jedoch sollten die Offensivzahlen genauere Einblicke geben: Mit 79.6 Punkten pro Spiel haben sie die viertbeste Offense der NCAA. Die Feldwurfquote war immerhin im oberen Drittel, was zeigt, dass sie dabei recht effektiv agiert haben. Sie funktionieren als Team, finden den freien Mann (14. Platz bei den Assists) und auch das Reboundverhalten ist überdurchschnittlich. All das zeigt, warum ich Iowa State eine Chance gebe, nicht nur Notre Dame in der zweiten Runde zu besiegen. Danach wartet zwar Ohio State, die Firepower der Cyclones kann im Endeffekt jedes Team in Schwierigkeiten bringen. Sie werfen enorm viel aus der Distanz und an einem guten Tag werden sie nur äußerst schwer zu stoppen sein. (jb)

North Carolina State Wolfpack

Wie das UConn-Team aus dem letzten Jahr starte diese hochtalentierte Truppe mit hohen Erwartung in die Saison. Viele Experten sahen sie die ACC vor Teams wie Duke, UNC und auch Miami (FL) gewinnen. Auch wir hatten das NC State in unserer Preview unter den besten acht Teams. Leider enttäuschten sie auf ganzer Linie. Nun gehen sie als #8 Seed in das Turnier und könnten hier gut und gerne wie die Huskies im letzten Jahr in ihrem ersten Match verlieren. Allerdings ist die nominelle Qualität dieser Truppe nicht bestreitbar. Mit Siegen gegen Duke und UNC deutete die Mannschaft an, was sie eigentlich zu leisten im Stande ist, wenn sie sich an den Sweet Sixteen Run aus dem letzten Jahr erinnert.

Ole Miss Rebels

Dieses Team ist eine Wundertüte, aber scheint sich genau zum richtigen Zeitpunkt heißgespielt zu haben. Galten die Rebels bis zuletzt als „Bubble-Team“ und nicht als sichere Tournament-Teilnehmer, ließen sich die Mannnen von Coach Kennedy davon nicht verunsichern, sondern spielten sich in ihrem Conference Turnier in einen Rausch. Im Finale besiegten sie die sonst übermächtigen Florida Gators und lösten so direkt ihr Ticket für den „Big Dance“. Jetzt im März sind die Rebels genau dieses Streaky Shooting-Team, das an einem guten Tag einen Favoriten zu Fall bringen kann. Angeführt wird Ole Miss zudem von der wohl polarisierendsten Persönlichkeit im College Basketball, Marshall Henderson (20,1 PpG, 3,9 3PM). Dieser Junior Guard fürchtet keinen noch so schweren Wurf und liebt es gegnerische Fans zur Weißglut zu bringen. (tb)

Wichtigsten Teameigenschaften im März

Husky Day at the Capitol 2011Es vielleicht nicht unbedingt eine Teameigenschaft, aber was ich zuallererst sehr wichtig finde, ist Momentum. Es hat sich immer wieder gezeigt, zum Beispiel bei Connecticut vorletztes Jahr, was Momentum ausrichten kann. Wenn man es einem Team zutraut, das Momentum auszunutzen und konstant genug zu spielen, stehen die Chancen nicht schlecht, dass der März positiv verlaufen wird. 

Daneben sehe ich Erfahrung und Toughness als eminent wichtige Eigenschaften an. Natürlich kann man bei Erfahrung sofort sagen, dass es dann ja nicht sein kann, dass Miami nicht im Final Four zu finden ist. Doch die Hurricanes sind, zumindest was Erfahrung im März angeht, eines der unerfahrensten Teams im Bracket. Die Dynamik und der Druck im NCAA Tournament ist nunmal ein anderer und Erfahrung hilft da enorm. 

In diesem Jahr stehen vor allem Michigan State und Georgetown in meinen Augen für ein “toughes” Team. Beide können sich auf ihre Defense verlassen und benötigen keine hochklassige Offense, um Spiele für sich zu entscheiden. Dabei sind die Teams von Tom Izzo natürlich der Inbegriff für Toughness. Dem Erfolg Izzo’s nach, kann man aber auch relativ gut nachvollziehen, warum dieser Aspekt so wichtig im März ist. (jb)

Wenn es für mich im März darum geht nach Teams zu suchen, die einen langen Tournamentritt vor sich haben, da schaue ich vor allem auf Defensive und Guardplay. Auch wenn es langweilig klingt, das das alte Mantra „Offense wins games. Defense wins championships.“ Gilt natürlich auch für den Collegesport. Klar wird es jedes Jahr die Northern Iowa States oder Lehighs geben, die in Spielen heißlaufen und so Favoriten stürzen. Um allerdings mehrere Spiele im März zu gewinnen hat sich gezeigt, dass man zunächst einen Gegner am Scoren hindern können muss. Nur so kann man sich bei dem Turniermodus „do or die“  auch selbst mal eine Nacht erlauben, in der die eigenen Würfe nicht fallen. Kentucky und Kansas 2012, Butler 2011 und 2010, Duke 2010 waren alles starke und vor allem disziplinierte Defensivteams!

Zudem braucht jedes Team, das weit kommen will, überdurchschnittliche Guards, die wenig Turnover verursachen und wichtige Schüsse treffen können. Wie in der NBA ist es in engen Situationen schwierig den Ball zu Bigs zu bringen, was Topguards etwas wertvoller macht. So scheiterten beispielsweise die beiden NBA Sevenfooter Robin und Brook Lopez mit ihrem Stanfordteam 2008 auch schon nach zwei Spielen, obwohl sie für jedes College ein Missmatch unter den Körben darstellten. Ein Ähnliches Schicksal könnte in diesem Jahr UNLV blühen. Deren Frontcourt zählt zu den besten im Tournament. Allerdings werden sie durch ihre eher mittelmäßigen Backcourtspielergebremst werden. Umgedreht kann ein Starguard schon ein Final Four bedeuten. Kemba Walker, Gordon Hayward und Derrick Rose lassen grüßen.

Analog dazu machte ich meine Picks oben. Champion werden die Cardinals. Siva/Smith und die Pitino Defense geben den Ausschlag! (tb)

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