Draft

NCAA Tournament Preview 2013 – Teil 1

Welche Teams sind Final Four Kandidaten?

Wie gewohnt wollen wir euch im März mit Informationen zum NCAA Tournament versorgen. Unsere Redakteure Julian Barsch und Tobias Berger haben sich im Hinblick auf die March Madness wichtigen Fragen gewidmet und wollen euch mit deren Beantwortung ein möglichst gutes Rüstzeug für den Saisonhöhepunkt des Collegebasketballjahres geben. Es starten 68 Teams in vier Regionen. Aber nur eines wird am 8. April die Netze abschneiden dürfen. In diesem Sinne: Let the madness begin!

Final Four Kandidaten

In einem Jahr, in dem es so viele Teams auf hohem Level gibt wie in diesem, scheint die Entscheidung für vier Final Four Kandidaten besonders schwer zu sein. Bis auf das East-Bracket sehe ich in jedem Teil mindestens vier Teams, die potentiell für Atlanta in Frage kommen. 

tomizzoIn der Midwest sehe ich dabei Tom Izzo’s Michigan State Spartans ganz weit vorne. Im März sollte man nie gegen Izzo wetten, was aber auf keinen Fall der einzige Grund ist: Die Entwicklung von Adreian Payne ist von enormer Bedeutung und zusammen mit Derrick Nix bildet er ein sehr physisches Frontcourtduo. Dazu kommt ein sehr fähiger Backcourt, der mit Keith Appling den Topscorer auf der Poingt Guard-Position mitbringt. Neben ihm läuft Freshman Gary Harris auf. Seine Quoten, vor allem aus der Distanz, sind sensationell! Während Appling teilweise Probleme mit der Konstanz hat, hat sich Harris als eine absolut verlässliche Stütze herausgestellt. Die Rolle von Appling ist aber nicht misszuverstehen. Wenn er sein A-Game bringt, hebt er das Team auf das nächste Level. Auf dem Weg ins Finale Four warten potentiell Memphis, Duke und Louisville, was enorm hart ist. Dennoch traue ich den Spartans einen Run zu. Ihre physische Spielweise ist fast gegen jedes schlechte Matchup der Schlüssel und wird ihnen auf dem Weg nach Atlanta helfen. 

Aus dem West-Bracket kommen die Gonzaga Bulldogs um Elias Harris. Harris und sein Frontcourt-Partner Kelly Olynyk führen das Team bei den Punkten an und bilden wahrscheinlich das beste Big Man-Tandem der Division I. Zusammen erzielen sie 32.4 Punkte und 14.6 Rebounds pro Partie. Im Backcourt konnte sich Gary Bell Jr. deutlich verbessern, was Kevin Pangos etwas entlastet. Die Diskussion, dass die Zags den No.1 Seed nicht verdient haben, sollte nicht einmal geführt werden. Coach Mark Few hat das beste Team in seiner Coaching-Karriere und wird das erste Mal in der Bulldogs-Historie den Einzug ins Final Four schaffen. Der Weg dahin ist alles andere als einfach, womöglich aber einfacher, als es in einem anderen Teil des Brackets gewesen wäre. Pittsburgh, Wisconsin und New Mexico habe ich als ihre Kontrahenten in meinem Bracket. Alles sehr unangenehme Gegner. Gonzaga hat allerdings die Klasse, hier zu bestehen. 

Relativ überraschend kam der diesjährige Aufstieg von Georgetown. Es hat sich in den letzten Jahren so etabliert, dass zu Beginn der Saison niemand mit den Hoyas rechnet und sie dann im Verlauf der Spielzeit zeigen, wie gut sie mit ihrem defensive Spielstil sind. Dazu kommt, dass sie mit Otto Porter Jr. den vielleicht vielseitigsten und besten Spieler in ganz Amerika haben. Doch die Hilfe, die er im finalen Teil der Saison von Markel Starks bekommen hat, lässt mich erst sicher sein, dass dieser Run wirklich möglich ist. Im Süden sind mit Kansas, Florida und Michigan gleich drei weitere Topadressen vertreten. Zwei von denen muss man maximal besiegen, um die Runde der letzten vier zu erreichen. Doch schon in Runde zwei gegen Florida Gulf Coast, ein offensiv sehr starkes Team, heißt es aufpassen. Die Hoyas werden diese Hürde aber überwinden und für die Eliteteams gewappnet sein.

Zu guter Letzt kommt die East Region und der Tipp, bei dem ich mir am sichersten bin: die Indiana Hoosiers. Kein anderes Team hat zwei der besten zehn Spieler im Team. Dazu kommt die enorme Offensivstärke und Fire Power. Es wird für jede Mannschaft eine enorm schwere Aufgabe, diese Hoosiers zu schlagen. Im Endeffekt bin ich bei dem Talent der Meinung, dass sie selber ihr größter Gegner sind. Man muss zeigen, dass man über die Länge eines solchen Turniers die Intensität hochalten kann, was zum Beispiel im Big Ten Tournament nicht geklappt hat. Der Weg nach Atlanta könnte über Kontrahenten wie NC State, UNLV und das Überraschungsteam der Miami Hurricanes führen. Keinesfalls eine leichte Region, da Indiana alles abverlangt wird, doch ich traue ihnen mehr zu, als jedem anderen Team, dass man dieses Bracket meistert. (jb)

Ich habe komplett andere Teams. Das spiegelt sehr gut den bisherigen Saisonverlauf wieder. Es gab zwar einen recht großen Pool mit guten Mannschaften. Allerdings fehlten in diesem Jahr dominierende Colleges, wie es bei beispielsweise Kentucky, für die das Verpassen des Final Four eine Enttäuschung wäre.

In der starken Midwest-Region, die mit Michigan State, Duke und auch den eher unbekannten Saint Louis Billikens sicherlich einige Kandidaten zugelassen hätte, habe ich mich für die Louisville Cardinals entschieden. Schon vor der Saison war das Team von Coach Rick Pitino für mich Titelanwärter Nummer Eins. Ihre Mischung aus gutem Coaching, erfahrenen Spielern und toller Verteidigung sucht ihres gleichen. Als eines der wenigen Team dieses Jahr hatten die Cardinals nur Ende Januar eine drei Spiele andauernde Schwächephase. Davor und danach konnte die Mannschaft mehr oder minder voll überzeugen. Besonders das Top-Trio des letztjährigens Final Four-Runs, Peyton Siva (10 PpG, 5,9 ApG, 2,2 SpG), Gorgui Dieng (10 PpG, 9,9 RpG, 2,5 BpG) und Russ Smith (18,1 PpG, 2 SpG), zeigte sich zuletzt in bestechender Form. Die Sophomores Blackshire, Behanan und Ware präsentieren sich in ihrem zweiten Jahr verbessert. Alle haben Pitinos berühmte Matchp-Zone verstanden, die viel Druck auf die gegnerischen Guards ausübt und für viele leichte Punkte durch Schnellangriffe sorgt, und verteidigen auf konstant hohem Level. Seit gut 8 Wochen (mal eine verrückte Niederlage gegen Notre Dame nach fünfacher Overtime ausgeklammert) schaffte es kein Team gegen diese Defense die 70-Punktemarke zu knacken. Nach Regular Season Title und Conference Tournament Win im letzten Jahr der Big East sind die Cardinals bereit für Atlanta.

Im Süden werden sich die Kansas Jayhawks gegen die starken Mannschaften von Georgetown und Michigan durchsetzen. Auch dieses Team hatten wir vor Saisonstart näher beleuchtet. Das Traditionsteam spielte eine recht überzeugende Saison. Wie schon in den 8 Jahren zuvor fand Erfolgstrainer Bill Self trotz einiger gravierender Abgänge (Thomas Robinson, Tyshawn Taylor) sich den Titel in der Big 12 zu sichern und im Conference Tournament Finale gegen den Rivalen Kansas State durchzusetzen. Die Jayhawks besitzen mit gleich vier Seniors in der Ersten Fünf auch eine unglaublich erfahrene Truppe. Im Backcourt verteidigen Travis Releford (11,4 PpG) und Elijah Johnson (10,1 PpG, 4,8 ApG) den Perimeter auf extrem hohen Niveau. Kommen dennoch Gegner bis in die Zone durch darf Sevenfooter Jeff Withey (3,8 BpG) warum er der vielleicht beste Defensivanker der Collegewelt ist. Offensiv wird das Team von Freshman-Guard Ben McLemore (16,4 PpG) getragen, der in der letzten Saison noch als Redshirt aussetze und akribisch an seinem Game feilte. Nach dem Jahr Pause spielt sich McLemore als einer der besten Frischlinge des Landes in die Herzen aller Mockdraft Schreiberlinge und will seine Mannschaft in das nächste Final Four nach 2012 hieven.

Den Osten wird aus meiner Sicht wohl DAS Überraschungsteam der Saison gewinnen. Die wenigsten Experten hatten die Hurricanes aus Miami auf dem Schirm. Aber die Mannschaft von Trainerfuchs Jim Larranaga, der 2006 #11 Seed George Mason ein historisches Final Four bescherte, ist es in seinem zweiten Jahr in Florida gelungen ein Topteam zusammenzustellen. Zum ersten Mal seit 2003 gewann mit seinen „Canes“ ein anderes Team als Duke oder North Carolina die ACC. Gleich neun Upperclassmen stehen für jegliche Form von Schlacht im Tournament bereit. Angeführt von Sophomore Guard Shane Larkin (14,6 PpG, 4,4 ApG) und dem schon 24jährigen Senior Bigman Kenny Kadji (13,3 PpG, 7 RpG), überzeugt das Team vor allem durch Toughness und Erfahrung. Weiteres zur Mannschaft folgt in einem Bericht von Jonathan Walker, der gerade selbst an der Universität studiert.

5525005860_8cf0f8f445_mAus der West-Region wird Ohio State in das Final Four einziehen. Hier kann es sicherlich sein, dass ich etwas zu sehr durch meine Buckeyes-Brille schaue. Das Team ist definitiv nicht so talentiert wie die Final Four Mannschaft aus dem letzten Jahr. Aber das wussten wir auch schon vor der Saison. Dennoch präsentierten sich die Jungs aus Columbus mit ähnlichen Midseason-Problemen wie Louisville Cardinals zuletzt in bestechender Form. Nach anfänglichen Schwierigkeiten errang man in der stärksten Conference des Landes (Indiana, Michigan, Michigan State, Wisconsin, Illinois, Minnesota waren unter der Saison alle zu einem Zeitpunkt gerankt.) abschließend einen starken zweiten Rang und gewann das Conference Tournament. Coach Matta hat wieder einmal eine Eliteverteidigung geformt und mit Junior Forward Deshaun Thomas (19,5 PpG, 6,2 RpG) den vielleicht besten reinen Scorer des Landes in seinen Reihen. Point Guard Aaron Craft (9,9 PpG, 4,6 ApG) hat in den letzten Saisonspielen endlich Wege gefunden konstanter selbst zu punkten und stellte so die so wichtige, entlastende Zweite Option in der Offensive. Zusammen mit einer sehr athletischen Rotation um sie herum gewann dieses Duo zuletzt acht Spiele in Folge und wirst sich einen Weg vorbei an Gonzaga (mit Elias Harris) und den starken New Mexico Lobos bahnen. (tb)

Morgen folgt der zweite Teil der Tourney-Preview.

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2 comments

  1. Hassan Mohamed

    Sehr gute Arbeit, Jungs. Freue mich auf den zweiten Teil.

    Sitze vor dem Bracket: Albany over Duke in Runde 1?

  2. Julian Barsch

    |Author

    Habe ich auch ernsthaft überlegt, aber denke nicht, dass der Fall eintreten wird. Bei mir ist Duke aber eine Runde später raus ;)


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