Chicago Bulls, Milwaukee Bucks, Orlando Magic, Toronto Raptors, Utah Jazz

Draft Team Needs 2016: Picks 9-14

Teil 3: Die restlichen Lottery-Teams

Wie in den letzten Jahren gibt es wieder ein Gegenstück zum Draft: die Team Needs. Hier gelangt ihr zu Teil 1. Teil 2 gibt es hier zu finden.

Pick 9: Toronto Raptors

Neben den Celtics darf sich noch ein weiteres Playoff-Team über einen Top 10-Pick freuen: Die Raptors erhielten das Draftrecht der Knicks aus dem Andrea Bargnani-Trade, den Masai Ujiri als eine seiner ersten Amtshandlungen umsetzte. (Wie hier beschrieben, ist es alles andere als ein Zufall, dass die beiden New Yorker Teams den Celtics und Raptors so halfen.) Der Playoff-Run der Raptors dürfte auch die weitere Entwicklung des Teams prägen: Trotz seiner nicht gerade überzeugenden Leistungen ist ein Verbleib DeMar DeRozans deutlich wahrscheinlicher geworden, obwohl Ujiri wohl von den Langzeitperspektiven des Rosters nicht komplett überzeugt war.

Das beeinflusst auch den Pick ganz zentral: Falls die Raptors nächste Saison weitere Playoffsiege einfahren wollen, ist ein Trade naheliegend. Nur in Ausnahmefällen ist ein Draftee gegen Ende der Top 10 sofort so hilfreich wie Justise Winslow letzte Saison für die Heat.

Tendenz: Ujiri dürfte den Markt sondieren und auf einen Trade hinarbeiten. Aber wie bei den Celtics sind auch die Raptors nicht unter extremen Druck, so dass als Plan B einfach ein passender Spieler ins Auge gefasst werden kann.

Pick 10: Milwaukee Bucks

Auch wenn die Bucks in der abgelaufenen Saison etwas enttäuschten: Die Zukunft sieht weiterhin hervorragend aus, dank Giannis Antetokounmpo, Khris Middleton und Jabari Parker. Außerdem lässt sich die größte Schwäche klar ausmachen: Das Team traf die wenigsten Distanzwürfe der Liga. Das sollte sich durch Draft und Free Agency zumindest teilweise beheben lassen, obwohl diesbezüglich grundsätzliche Probleme bestehen. Zumindest ist klar: Selbst wenn Michael Carter-Williams und Greg Monroe getradet werden sollten, schadet mehr Shooting sicher nicht.

Gleichzeitig könnten die Bucks noch einen weiteren guten Verteidiger brauchen, sind aber ansonsten flexibel: Weder das Alter des Draftees noch seine Position sind besonders wichtig. Die drei wichtigsten Spieler der Bucks stehen unter normalen Umständen noch mindestens vier Jahre unter Vertrag und sind positionell flexibel (Middleton, Antetokounmpo) beziehungsweise haben die optimale Rolle noch nicht gefunden (Parker). In jedem Fall sollten sich auch für einen weiteren Wing Minuten finden, genauso wie für einen Guard. Ein Stretch Big könnte ebenfalls helfen, allerdings fehlen in der derzeitigen Kaderzusammenstellung die Minuten.

Tendenz: Distanzwurf + X – das ist wohl die einfache Formel, auf die sich die Suche der Bucks herunterbrechen lässt.

11. Pick: Orlando Magic

Für die Magic gilt, in einem harmloseren Maßstab, ähnliches wie für die Kings: Die Situation des Teams hat sich in den letzten Jahren kaum verändert und auch nicht signifikant verbessert, wenn überhaupt. Ein 11. Pick wird daran wenig Grundlegendes ändern, weil weiterhin Spieler fehlen, die zumindest überdurchschnittliches Starter-Niveau versprechen. Schon letztes Jahr hatte ich an dieser Stelle die Konsolidierung der diversen Assets für nötig gehalten, diese Offseason gilt das noch mehr. Auch wenn Tobias Harris zur Deadline vertradet wurde, stehen noch mindestens sechs potentielle Starter zur Verfügung: Elfrid Payton, Victor Oladipo, Evan Fournier, Mario Hezonja, Aaron Gordon und Nikola Vucevic. Das Beispiel Hezonja (5. Pick 2015) zeigt, dass die jüngsten Spieler unter diesen Bedingungen logischerweise nur relativ wenig auf dem Parkett stehen.

Zudem ist das Suchprofil der Magic schwer zu erfüllen: An sich wäre ein Big mit Wurf und Rimprotection wünschenswert, um die Schwächen des restlichen Kaders, insbesondere Vucevics, auszugleichen. Dieser Spielertyp ist allerdings mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit an Position 11 nicht zu finden – dann noch eher im eigenen Kader in Gordon. Folglich ist die kleine Lösung mit einem passenden Draftee nicht wirklich vielversprechend, wenn nicht andere Spieler bewegt werden.

Tendenz: Weiterhin gilt: Ein größerer Trade sollte das Hauptziel von Rob Hennigan sein – wenn nicht mit dem Pick, dann mit anderen Assets.

12. Pick: Utah Jazz

Noch ein Team, bei dem vieles dem letzten Jahr ähnelt– sogar die Picknummer ist die gleiche. Nachdem der dritte Big in Trey Lyles vermutlich gefunden wurde, fehlt den Jazz wie vor 12 Monaten der Spielmacher, was durch die schwere Verletzung von Dante Exum noch verstärkt wurde: Zu Saisonende startete der zuvor dritte Hawks-Playmaker Shelvin Mack, nachdem sich Raul Neto und Trey Burke kaum anbieten konnten.

Dabei dürfte sich die Ungeduld des Teams etwas verstärkt haben: Gordon Hayward wird in einem Jahr Free Agent und dürfte das Interesse vieler Franchises auf sich ziehen. Auch Gobert und Favors bleiben nicht langfristig so günstig. Daher spricht wiederum alles für einen Trade, falls die Jazz nicht ihren Spielmacher in der Free Agency verpflichten wollen.

Tendenz: Auch wenn die Jazz bisher viel Geduld mit ihrem Rebuild gezeigt haben: Es wäre an der Zeit, die Sache mit einem Trade zu beschleunigen.

Pick 14: Chicago Bulls

Wie im letzten Jahr darf an Position 14 ein vorheriger Playoff-Dauerteilnehmer ziehen, der nach einer verletzungsgeplagten Saison den erneuten Sprung in die Postseason verpasste. Das Problem: Anders als den Thunder fehlt den Bulls das Talent, um einfach wie bisher weiterzumachen. In Jimmy Butler steht zwar ein zentraler Baustein zur Verfügung, dahinter sieht es jedoch eher düster aus. Derrick Rose kann nicht an seine frühere Form anknüpfen, Pau Gasol ist 35 und wird sich mit seiner Player Option für die Free Agency entscheiden. Die jüngeren Forwards Nikola Mirotic und Doug McDermott sind beide schon 24 und konnten noch nicht die gewünschte Konstanz zeigen. Der letztjährige Pick Bobby Portis braucht vermutlich noch etwas Zeit.

Die naheliegende Lösung wäre scheinbar, wie bei Magic und Jazz einen sofortigen Trade in Erwägung zu ziehen. Allerdings ist die weitere Entwicklung bei den Bulls zu unklar, um sich solchermaßen festzulegen. Außer Butler, Portis und McDermott werden praktisch alle Spieler in der Offseason 2017 Free Agents. Zudem summieren sich die Verletzungsprobleme des Teams soweit, dass man sie nicht mehr mit Pech herunterspielen kann. Größere Veränderungen stehen somit an, es wäre allerdings naheliegend, diese noch ein Jahr aufzuschieben. Stattdessen würde sich ein reines Draften nach Talent anbieten, so dass ein sehr roher Spieler dann langsam entwickelt werden kann.

 

Tendenz: Die Bulls stehen vor größeren Entscheidungen, beim Draft bietet sich aber stures BPA an.

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