Denver Nuggets, Detroit Pistons, NBA, New York Knicks, Orlando Magic, Sacramento Kings

Draft 2015 – Team Needs

Teil 2: Die Plätze 4-8

Teil 1

Pick 4: New York Knicks

Für die Knicks stellt sich die Situation auf den ersten Blick sehr ähnlich dar wie bei den Lakers: Ein hoher Pick, ein teurer, älterer Star und sonst wenig Positives. Gleichermaßen negativ ist beispielsweise, dass beide Teams ihren 2016er-Pick abgeben müssen. Trotzdem ändern einige kleinere Unterschiede die Einschätzung komplett. Erstens ist Carmelo Anthony deutlich jünger als Kobe Bryant und steht noch mindestens 3 Jahre unter Vertrag. Zweitens muss man die Erwartungen an Pick 4 bereits etwas zurückschrauben.

Der erste Faktor ändert die kurzfristige Perspektive nicht unerheblich – zumal die Knicks im Osten mit einer ausgeglichenen Bilanz zu den besseren Teams gehören statt die Playoffs verpassen würden. Das bedeutet: Es ist sinnvoll, um Anthony zu bauen. Bryant wird dagegen ohne eine überraschende Star-Verpflichtung in der Free Agency nicht mal mehr in die Playoffs kommen. Also stellt sich in New York die Frage: Was machen mit dem Pick? Das Team ist an sich flexibel genug, dass die Knicks jeden Spieler ziehen könnten. BPA wählen und das Beste hoffen ist also eine Option. Nur ist Anthony schon 31, und weder er noch der Standort New York für sonderlich viel Geduld bekannt.

Die Alternative Trade klingt daher mindestens genauso verlockend. Möglicherweise könnten die Knicks um nur einige Plätze nach unten traden, dabei einen brauchbaren Veteranen bekommen und den unbeliebten José Calderon loswerden. Auch ein kompletter Verzicht auf einen Pick scheint denkbar – für den 4. Pick wäre eventuell ein Spieler auf All Star-Niveau zu bekommen. Nur der Mittelweg sollte es nicht sein: Einen Pick aus dem Bereich 4-8 kann man kaum sinnvoll auf der Bank versauern lassen, wenn er kein völliger Bust ist. Jenseits der Top 10 sieht das schon anders aus.

Tendenz: Gibt es eine klar beste Option an 4, sollten die Knicks zugreifen. Andernfalls ist ein Trade am sinnvollsten, wenn sie den Pick komplett abgeben oder maximal etwa drei Plätze nach unten traden.

Pick 5: Orlando Magic

Die Magic haben wieder mal eine schlechte Bilanz und wieder mal wenig Chancen auf einen Franchise Player. Während letztes Jahr noch die positive Entwicklung von Victor Oladipo und Nicola Vucevic über Saison und Lospech hinwegtrösten konnten, sieht es dieses Jahr düsterer aus: Gerade die Qualität der jungen Starter hätte nicht in einer so schlechten Platzierung enden sollen. Der Wechsel auf der Bank zu Scott Skiles kann möglicherweise zu einer kleinen Verbesserung führen, wirkt aber auch nicht wie der große Wurf.

Die Kernfrage für die Magic muss also sein: Welche Spieler sind wirklich langfristige Bausteine, und wohin kann sich dieses Team wirklich entwickeln? Mit Elfrid Payton, Oladipo, Tobias Harris, Aaron Gordon und Vucevic stünde eine perspektivische Starting Five bereit. Der klassische Franchise Player findet sich aber unter diesen Spielern wohl nicht. Vucevics defensive Schwächen und das Fehlen guter Werfer stellen gewisse Probleme im Teamdesign dar. Weitere Fragezeichen wie Harris‘ Restricted Free Agency oder Gordons verletzungsbedingt wenig aussagekräftige Rookie-Saison machen die Entscheidung noch schwieriger.

Die konservative Herangehensweise wäre, einen Forward mit Distanzwurf zu ziehen. Der Spieler könnte dann die ungeklärte Rolle von Harris und Gordon abfangen, während die Magic ansonsten einfach auf die interne Entwicklung und die Free Agency für Backups bauen. An Position Fünf ist der Draft nach Team Fit meistens zu verkraften. Wie GM Rob Hennigan mit dem Howard-Trade gezeigt hat, ist er durchaus ein Fan von gewagten Entscheidungen. Falls die Magic ihren Pick und andere Assets für einen etablierten Star traden könnten, wäre das zumindest eine denkbare Option.

Tendenz: Vermutlich ergibt sich kein sinnvoller Trade, so dass die Magic wie letztes Jahr einfach nach der Situation im Team gehen. Ein Forward oder eventuell Flügel mit Wurf ist die logische Wahl.

Pick 6: Sacramento Kings

Die Sacramento Kings stehen mal wieder vor der Frage, wie sich das Team in den nächsten Jahren entwickeln soll. DeMarcus Cousins wirkt zwar immer mehr wie ein Franchise Player, ist damit aber die einzige Konstante. Statt für Ordnung zu sorgen, hat der neue Besitzer Vivek Ranadivé das Chaos eher noch verstärkt. Sowohl im Coaching als auch im Management gab es letzte Saison Umbrüche: Der relativ erfolgreiche Mike Malone wurde im Winter entlassen, der Interims-Coach Tyrone Corbin dann schnell durch George Karl ersetzt. Pete D’Alessandro ist offiziell immer noch GM, sein Einfluss dürfte aber klar zurückgegangen sein: Zum einen hat sich Karl wohl eine gute Position zusichern lassen, zum anderen wurde Vlade Divac als ‘vice president of basketball and franchise operations’ installiert. Dazu kommt: Ranadivé ist auch persönlich involviert, wie etwa das Grantland-Video vom letzten Draft zeigt.

Gerade dieser letzte Draft lässt auch für den nächsten wenig Gutes hoffen. Obwohl mit Ben McLemore bereits ein sehr ähnlicher Spielertyp im Kader stand, zogen die Kings Nik Stauskas. Jetzt steht eine wichtige Offseason bevor, und es nicht ganz klar, was die Kings im Optimalfall mit ihrem Pick machen sollten – ganz abgesehen davon, wie schlecht vorhersehbar die eigentliche Entscheidung ist. Mit Darren Collison und seit seiner Extension auch Rudy Gay haben die Kings zwei brauch- und bezahlbare Starter für zwei weitere Positionen. Mit den beiden Shooting Guard-Lottery Picks und Cousins sind eigentlich vier Plätze besetzt. Zusätzlich bindet aber der ungeklärte fünfte Starter-Spot viel Geld: Jason Thompson und Carl Landry verdienen deutlich mehr als sie durch ihre Leistungen rechtfertigen konnten, und RFA Derrick Williams soll möglicherweise auch gehalten werden.

Hier einen Spieler zu draften wäre möglich, würde aber vermutlich kurzfristig wenig helfen. Nach 9 Jahren ohne Playoffs und dem oben beschriebenen Chaos braucht das Team zumindest einen Achtungserfolg, um zur Ruhe zu kommen. Deswegen sollten die Kings traden: Entweder direkt für einen brauchbaren Frontcourtpartner für Cousins oder einfach nur, um die schlechten Verträge loszuwerden. Im zweiten Fall würde vermutlich noch ein späterer Lottery-Pick herausspringen. Mit diesem Pick könnten die Kings dann relativ flexibel wählen – solange es kein Shooting Guard wird…

Tendenz: Die Kings könnten mit kaum einem Spieler viel anfangen, ein Trade passt deutlich besser

Pick 7: Denver Nuggets

Auch für in Denver steht diese Saison eine Richtungsentscheidung an. Alles deutet darauf hin, dass sich das Nuggets-Management mittlerweile das Scheitern des Star-losen Ansatzes eingesteht. Nach dem Carmelo Anthony-Trade hatte es zwar noch zu einigen erfolgreichen und unterhaltsamen Regular Seasons gereicht, in den Playoffs war aber nichts mehr zu holen. Seit George Karl und Masai Ujiri Denver verlassen haben, ging es dann noch weiter bergab. Die logische Folge ist jetzt: Rollenspieler abgeben, Assets sammeln und ab in den Rebuild. Wie kürzlich diskutiert wurde, sollen Center-Rookie Jusuf Nurkic und der lange verletzte Danilo Gallinari als Bausteine erhalten bleiben. Umgekehrt sind damit wohl Ty Lawson, Kenneth Faried und Wilson Chandler zum Traden freigegeben.

Daher sollte es für die Nuggets nicht bei ihrem 7. Pick bleiben. Entweder ein Trade nach oben oder für einen weiteren Pick ist sowohl wahrscheinlich als auch eine gute Idee. Ersteres beinhaltet die Chance, einen Spieler mit Startalent zu verpflichten und ist deswegen die attraktivste Aussicht. Naheliegender Tradepartner wären die Knicks, da ein gewonnener Platz mit den Kings kaum einen Unterschied macht. Allein aufgrund der höheren Zahl an möglichen abgebenden Teams ist es jedoch wahrscheinlicher, dass die Nuggets einen zusätzlichen späten Lotterypick ertraden.

Folglich ist die nächste Frage: Welche Spielertypen sollten die Nuggets draften? Wenn Nurkic und Gallinari gesetzt sind, reduziert sich die Flexibilität bereits. Nurkic ist eindeutig ein Center, Gallinari bringt dagegen ein vielseitiges Wing-Skillset mit. In Gary Harris steht zudem ein weiterer junger Flügelspieler im Team. Folglich sind, vor allem nach einem möglichen Trade von Lawson und Faried, ein Spielmacher und ein weiterer Big die naheliegenden Ziele. In der zu erwartenden Range von 4-14 sollte der qualitative Unterschied nicht so groß sein, dass man unbedingt BPA draften muss.

Tendenz: Rebuild! Die Nuggets sollten ihr Team umkrempeln und dafür möglichst viele Assets sammeln. Kein Draft Day Trade wäre eindeutig eine schlechte Nachricht.

Pick 8: Detroit Pistons

Ähnlich wie die Kings sind die Pistons auf und neben dem Platz in einer nicht gerade beneidenswerten Situation. Von einem On- zum Off-Court-Problem übertragen wurde Josh Smith, der zwar nicht mehr die Teamchemie stört, dafür aber bis ins nächste Jahrzehnt in den Büchern stehen wird. Stan van Gundy und die Detroit Pistons betreiben Teambuilding also vorerst auf einer eigenen Schwierigkeitsstufe.

DrummondImmerhin haben die Pistons in Andre Drummond bereits einen Schlüsselspieler im Team, an dessen Potential sich die restlichen Maßnahmen ausrichten sollten. Das betrifft zum einen die zeitliche Entwicklung: Erst nach der kommenden Saison steht die Restricted Free Agency für den Center an, in der die Pistons ihn mit einem langfristigen Vertrag ausstatten dürften – hier liegt auch der größte Unterschied zu den erzwungenermaßen ungeduldigeren Kings. Zum anderen hat van Gundy vermutlich bereits eine Vorstellung für die Spielweise mit Drummond: Ähnlich wie neben Dwight Howard in Orlando sollten kleinere Spieler mit Reichweite das Ziel sein. Greg Monroe fällt eindeutig nicht in dieses Profil, und auch Brandon Jennings und Reggie Jackson sind nicht für ihre Treffsicherheit aus der Distanz berühmt. Zudem steht Jennings vor seinem letzten Vertragsjahr, Jackson ist Restricted Free Agent. Die Veteranen Caron Butler und Jodie Meeks sollten keine Draftentscheidung beeinflussen. Kentavious Caldwell-Pope zeigte diese Saison interessante Ansätze, ist aber halbwegs flexibel. Somit sind die Pistons positionell nur an Drummond gebunden und dürften ansonsten ihre Prioritäten im Skillset suchen.

Tendenz: Die Pistons suchen den‚ best non-center who can shoot available’ – eine gewisse Eingrenzung, aber trotzdem sollten sie einen klaren Fokus auf Talent legen.

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