Sacramento Kings

Versagen auf höchster Ebene

Wie Ranadivé und Divac die Kings zugrunde richten

Wir haben bereits jetzt genügend Analysen zum Trade zwischen den New Orleans Pelicans und den Sacramento Kings gelesen. Der DeMarcus Cousins-Deal wurde bereits von allen amerikanischen Basketball-Outlets zur Genüge und detailliert untersucht und in Podcasts bearbeitet. Ein zwanzigstes Mal zu erklären, dass der Deal für die Pelicans gut und der Gegenwert für die Kings so mager war, ist nichts, was man zum jetzigen Zeitpunkt nochmals lesen wollen würde.

Deswegen richtet dieser Artikel den Fokus vor allem darauf, wie ein Front Office – am Beispiel der Kings – sich verhalten sollte, wenn es seinen Franchise Player traden will. Was haben die Kings – im unmittelbaren Vorfeld des Trades – bereits falsch gemacht?

Den Tradewert des eigenen Spielers evaluieren

Wenn Divac und Ranadivé zu dem Entschluss gekommen sind, dass sie DeMarcus Cousins traden müssen, da er sozial dem Team und der gesamten Franchise schadet, dann muss zunächst evaluiert werden, wie viel Wert Cousins noch besitzt. Noch im letzten Jahr habe ich dagegen argumentiert, dass Cousins ein Top 10 Spieler sein kann, wenn er so viele Possessions benötigt, um seine – zugegebenermaßen riesig wirkenden – Statistiken zu produzieren. Cousins hat es erst in dieser Saison geschafft, sein Spiel effizienter zu gestalten, weil er sich einen Drei-Punkte-Wurf angeeignet hat. Damit kann er als legitimer Stretch-Five agieren. Wir sind uns einig darüber, wie wertvoll solch ein Spieler ist.

Problematisch ist weiterhin, dass Cousins‘ Lösungen für den Fall eines Rückstandes im Spiel bedenklich klein sind: Er fordert immer den Ball und hat es geschafft, seine Usage in bisher jedem Jahr zu steigern. Dies ist vor allem deswegen so beachtlich, weil er – anders als Russell Westbrook – den Ball nicht bringt und demnach nicht entscheiden kann, ob er selbst abschließt, da er zunächst den Ball selbst benötigt. Cousins weist aber eine ähnliche Turnoveranzahl wie die balldominantesten Ballhandler auf.

Was sich Divac und Ranadivé fragen mussten, ist, ob man mit DeMarcus Cousins wirklich gewinnen kann. Dazu zählen auch seine gut dokumentierten Verhaltenswiesen auf und abseits des Feldes. Dennoch können wir dies aus der Ferne weit weniger gut einschätzen, sodass uns zumeist nur die Möglichkeit bleibt, Gerüchte zu bewerten oder die wenigen Ausraster Cousins‘ auf dem Spielfeld zu beobachten. Trotzdem ist der Basketball-IQ Cousins‘ kritisch zu hinterfragen – und das sehen auch alle anderen GMs und Scouts der Liga. Cousins trifft viele falsche Entscheidungen und sollte den Ball weit weniger in seinen Händen halten. Der Trend, dass sein Team auf dem Feld besser ist als der Gegner, hat sich in dieser Saison ebenfalls wieder umgekehrt. Cousins kommt in seiner Karriere auf zwei Saisons, in denen er ein positives NetRating vorweisen konnte. In dieser Saison liegt er wieder im leicht negativen Bereich. Die Frage, wie hilfreich Cousins für ein Team ist, war per sé schon nicht so einfach zu beantworten. Dazu kommen charakterliche Schwierigkeiten, die den Tradewert erheblich drücken, wenn sie so ausgeprägt scheinen, dass andere Coaches in der Liga ihn nicht trainieren wollen.

Wenn für das Front Office also ersichtlich ist, dass  Cousins – trotz aller sportlicher Produktion – schwierig zu vermitteln ist, sollte es sich vor allem überlegen, ob die Trading Deadline der richtige Zeitpunkt für einen Deal ist.

Den Zeitpunkt des Trades beachten

Nehmen wir aber zunächst an, dass die Situation mit Cousins menschlich nicht weiter tragbar war und Lösungen hermussten, wieso kommt man auf die Idee, ihn am Montag morgen zu dealen? Nicht nur, dass es vollkommen peinlich ist, einzugestehen, dass am Samstag ein besserer Deal auf dem Tisch lag, es sollte doch jedem klar ersichtlich sein, dass es bis Donnerstag noch genügend Zeit gibt, um andere Deals auszuhandeln. Der Zeitpunkt des Trades ist vollkommen falsch gewählt und entbehrt jeder Logik. Divac selbst hatte intensive Gespräche mit mindestens vier Franchises, entscheidet aber am Sonntag, Ranadivé zwei Angebote vorzulegen. Außer Inkompetenz fällt es schwer, einen anderen Begriff zu finden, der dieses Szenario umreißt. Dazu ist der Zeitpunkt einfach zu früh oder zu spät gewählt. Richtig war er zu keiner Zeit.  

Die Probleme mit DeMarcus Cousins sind sicherlich nicht neu oder so eskaliert, dass ein Panikmove kommen musste. Nicht, nachdem Cousins seine Bereitschaft signalisiert hat, einen neuen Supermax-Deal zu unterschreiben. Entweder versucht man Cousins in der vorherigen Offseason schon zu traden oder reizt absolut alles aus und wartet bis zur letzten Sekunde der Deadline. Nahezu jeder General Manager der Liga war schockiert über das Paket, das man für Cousins bekam. Es hat bereits bessere Angebote gegeben und es hätten sich bis Donnerstag bessere Angebote gefunden. Die General Manager haben sich am All Star Weekend  getroffen und wissen alle um die Dringlichkeit, in der nun angebrochenen Woche Deals machen zu müssen, um sich bestmöglich zu positionieren.

Es ist absolut unverständlich, dass man Cousins so viele Tage vor der Deadline tradet – für solch ein Paket.

Die Möglichkeiten des CBAs bedenken

Aber gab es überhaupt den Druck, Cousins zur Deadline traden zu müssen? Bill Simmons hatte in einem Artikel auf theringer.com versucht zu erklären, warum fast nur die Pelicans als Tradepartner zur Verfügung ständen und der Deal deswegen mit ihnen abgewickelt werden musste. Und diese Aussage ist absolut falsch. Es gibt einfach keinen Grund, Cousins zur Deadline abzugeben. Aber dazu sollte das Front Office der Kings ansatzweise Kenntnisse über das CBA besitzen und dieses gelesen und verstanden haben. Im Kampf um den schlechtesten Trade aller Zeiten haben die Kings gleich zwei Transaktionen im Rennen: der jetzige Deal um Cousins und der lächerliche Trade mit den Sixers um Nik Stauskas, der Philly dazu berechtigt, 2017 die Picks tauschen zu können. Dazu gab es den Pick von 2019 gratis obendrauf.

Cousins jetzt abzugeben, war – aus Sicht des CBAs und der Ausrichtung der Franchise – absolut sinnlos. Die Franchise macht nun dasselbe durch wie die Brooklyn Nets: Sie ist unglaublich schlecht und verschenkt die besten Assets (die eigenen Picks) an die Konkurrenz. Deshalb ist Simmons‘ Analyse viel zu kurz gegriffen. Es muss dem Front Office klar sein, dass ein Deal jetzt die Franchise auf Jahre lähmen wird. Das Paket, das zurückkommt, müsste den Verlust der First Rounder auffangen.

Aber es gibt auch sonst keinen Grund, den Deal schon jetzt zu vollziehen. Cousins hat noch ein ganzes Jahr einen gültigen Vertrag und die Kings können ihm auch einfach die Fünf-Jahres-Verlängerung geben, auch wenn sie ihn abgeben wollen. Die beste Zeit, um Trades einzufädeln, ist die Zeit, in der es keinen Druck von außen gibt, sei es eine Deadline oder andere Umstände. Was spricht dagegen, Cousins bis zur Offseason zu halten und ihn dann aggressiv zu shoppen, am besten um den Draft-Day herum? Man wäre sich über viele Details im Klaren (Wo picken die Kings? Wo die Pelicans? Gab es Pick-Swaps? Wer ist in den Top 3?), um gezielt Angebote zu machen. Man könnte den eigenen Pick und Cousins anbieten, um hochzutraden und direkt mit einem hoffnungsvollen Talent den Rebuild zu starten. Man kann den Draft abwarten und dann Deals machen, bei denen es nicht um einen Pick, sondern tatsächlich bereits gedraftete Spieler geht. Man kann vor dem ersten Juli einen Deal vollziehen, um sich in der Free Agency sofort neu aufstellen zu können und Ergänzungsspieler zum neuen Prospect zu bekommen.

Es gab keinen Druck aus Sicht des CBAs, um diesen Deal am Montag zu finalisieren. Es liegt an der Kurzsichtigkeit des Front Offices, dass der Deal jetzt zustande kam. Den angesprochenen Stauskas-Deal vollzog das Front Office übrigens nur, weil es nicht wusste, dass es die Stretch-Provision gibt, mit der es möglich wäre, sofort Cap Space zu generieren. Inkompetenz.

Objektive Kriterien zur Entscheidungsfindung anlegen

Der Fisch stinkt bekanntlich vom Kopf her. Das größte Problem ist der Besitzer der Kings selbst. Vivek Ranadivé hat keinerlei Expertise auf dem Gebiet der Evaluation eines Spielers, aber trifft die Entscheidungen in der Franchise. Berühmt ist es für „For me it’s Stauskas“ (nur um diesen dann in einem der schlechtesten Deals loswerden zu wollen) und für die Forderung nach 4-on-5 Halbfeldbaskeball. Dies wird zum Problem, wenn er niemanden findet, der die sportlichen Entscheidungen für ihn trifft. Es kursieren bereits abenteuerliche Aussagen zu Buddy Hield, den Ranadivé als einziger GM auf dem Pro Day besuchte – und der statistisch eine exakte Kopie von Nik Stauskas ist.

Die Kings brauchen objektivere Kriterien zur Beurteilung von Leistungen. Divac ist absolut inkompetent auf seinem Posten als General Manager, weil er die Regularien nicht kennt. Das ist nicht zu entschuldigen. Er ist für die Stelle nicht geeignet. Dazu fehlt eine ausgereifte Analyse-Abteilung, die auch Gehör findet, um eine Franchise aufzustellen. Es fehlen Scouts mit Einfluss. Es fehlt letztlich jemand, der Ranadivé beeinflussen kann, um richtige Entscheidungen zu treffen.

Fazit

Die Sacramento Kings haben einen horrenden Trade vollzogen, der vor allem aufzeigt, wie man einen Trade von solcher Tragweite nicht vollziehen sollte. Die Kings haben ohne größeren Druck (Cousins spielt seit 6,5 Jahren dort, nicht seit 6,5 Monaten; den Leidensdruck von 25 Spielen hätte man ertragen müssen) zum falschen Zeitpunkt aufgrund subjektiver Vorlieben einen Deal vollzogen, der sie auf Jahre in die Bedeutungslosigkeit stürzen wird. Das Front Office ist schlicht und einfach unprofessionell, weil es nicht die Kompetenzen mitbringt, die die Positionen innerhalb der Franchise erfordern. Das Team wird sportlich für den Rest der Saison ein Abbild des Front Offices sein.  

Während man in Philadelphia sehen konnte, dass die sportliche Bedeutungslosigkeit gewollt war und man sich besser aufstellen konnte, sind die Kings in den letzten 10 Jahren bereits ein Lottery-Team – und haben genau einen Treffer gelandet: DeMarcus Cousins. Die Wahrscheinlichkeit, dass ihnen dies nochmals gelingt, ist bei diesem Front Office vergleichbar mit der Chance auf den ersten Pick in dieser Draft: Man kann ihn – theoretisch – bekommen, aber muss ihn dann direkt an die Sixers abgeben, sodass man sich mit einem wahrscheinlich schlechteren Spieler zufrieden geben muss.

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19 comments

  1. HaSchu

    Die beste Zeit, um Trades einzufädeln, ist die Zeit, in der es keinen Druck von außen gibt, sei es eine Deadline oder andere Umstände. Was spricht dagegen, Cousins bis zur Offseason zu halten und ihn dann aggressiv zu shoppen, am besten um den Draft-Day herum? Man wäre sich über viele Details im Klaren (Wo picken die Kings? Wo die Pelicans? Gab es Pick-Swaps? Wer ist in den Top 3?), um gezielt Angebote zu machen.

    Was das ganze noch schlimmer macht, ist ja, dass man den eigenen Pick auch noch sabotiert. Wartet man bis zur Offseason ist Buddy Hield + Pick für die Pels immer noch ein No-Brainer, aber der Pelicans-Pick ist höchstwahrscheinlich ein mittelhoher Lottery-Pick. Sollten Cousins und Davis jetzt sofort klicken und fit bleiben, besteht die Gefahr, dass man hier nur den 16. oder 15. Pick bekommt.

  2. kdurant35

    Die Gesamtsituation gut zusammengefasst. Das Auftreten der Kings unabhängig vom DMC Trade ist einfach mies.
    Gerade der Trade mit den 76ers ist wohl der sschlecheste an den ich mich erinnern kann. Neben dem Unwissen über die stretch Provision und der Tatsache das Sacramento wenige Wochen zuvor ihren Capexperten entlassen hat :-) fand ich besonders schlimm das man eigentlich gar keinen Plan mit dem ertradeten Cap hatte. Während GS zwei Jahre zuvor eine ähnliche Strategie fuhr hatten die zumindest Iggy schon in der Hinterhand. Die Kings begannen ja dann erst zu suchen und bekamen die vermeintlichen Wunschkandidaten (Matthews, Ellis etc) gar nicht.

    Ohne eine Änderung in der Vorgehensweise wird denen wohl keine Strategie helfen. Vor allem wenn Ranadive weiterhin selbst immer wieder pickt.

    Skeptisch bin ich bei deinem Vorschlag mit dem DMC Trade zu warten. Früher jederzeit. Aber wenn man bis zum Draft wartet ist der wichtigste Asset des Deals – der eigene Pick in einem tiefen Draft – weg oder schlechter als er wohl trotz potenziellen Picktausch wohl sein wird. Gerade mit dem fehlenden 19ner Pick würde ich keinen einzigen verschenken.
    Dazu sind Optionen wie NO dann womöglich weg oder der Trade schwerer umzusetzen. Denn die waren ja auch an Okafor und Lopez dran und können den auslaufenden Vertrag von Evans als Capfiller dann nicht mehr nutzt.
    Grundsätzlich bin ich auch nicht überzeugt das ein dann auslaufender Vertrag wertvoller ist als jetzt mit knapp 1,5 Jahren. Und wenn bis zur FA kein Deal zustande kommt wären die Kings auch unter Druck. Wie schwach wäre deren Position wenn sie dann zögern ihm die Extension zu geben.

    Das schlimmste wäre aus meiner Sicht ihm diese zu geben. Ich hab persönlich NULL vertrauen was seine Veränderung IN SACRAMENTO angeht. Und wenn die Gerüchte stimmen und Divac wirklich Monate gebraucht hat Ranadive von einem DMC Trade zu überzeugen dann würde ich nicht riskieren das ein achter Platz seine Meinung ändern könnte :-).

  3. Dennis Spillmann

    |Author

    Skeptisch bin ich bei deinem Vorschlag mit dem DMC Trade zu warten. Früher jederzeit. Aber wenn man bis zum Draft wartet ist der wichtigste Asset des Deals – der eigene Pick in einem tiefen Draft – weg oder schlechter als er wohl trotz potenziellen Picktausch wohl sein wird. Gerade mit dem fehlenden 19ner Pick würde ich keinen einzigen verschenken.
    Dazu sind Optionen wie NO dann womöglich weg oder der Trade schwerer umzusetzen. Denn die waren ja auch an Okafor und Lopez dran und können den auslaufenden Vertrag von Evans als Capfiller dann nicht mehr nutzt.
    Grundsätzlich bin ich auch nicht überzeugt das ein dann auslaufender Vertrag wertvoller ist als jetzt mit knapp 1,5 Jahren. Und wenn bis zur FA kein Deal zustande kommt wären die Kings auch unter Druck. Wie schwach wäre deren Position wenn sie dann zögern ihm die Extension zu geben.

    Als gutes FO gibst du ihm sofort die Extension. Die ist er spielerisch halbwegs wert. Danach hast du alle Fäden in der Hand. Schau dir an, wie Denver es mit Nene bspw. gelöst hat. Den Vertrag konnte man dumpen und McGee testen (Dass man ihn dann verlängert, ist sicherlich ein Fehler gewesen). Nene war in der Saison ein Totalausfall, aber Denver hat ihn ohne Pick losbekommen. Cousins wird auf dem Feld weiterhin seine Leistung bringen. Trade ihn meinetwegen erst 2018, wenn du kein ansprechendes Paket bekommst.

    Die Pelicans sind auch einfach nicht der richtige Tradepartner. Holiday hätte man einfordern können. Aber sonst fehlt den Pels selbst das Talent. Ab Juni hast du einfach wieder mehr Interessenten. Wenn nichts klappt, baust du eben weiter um Boogie, tankst absichtlich oder suspendierst Cousins, um zu verlieren. Die Kings brauchen Talent. Der Kader momentan besitzt gar kein Potential. Die können Papagiannis und Labissiere showcasen, so verzweifelt sind sie.

  4. kdurant35

    Spielerisch ja. Aber als Persönlichkeit der Kings nein. Bobby Marks hat z.B. heute gesagt das alle Verantwortlichen mit denen er gesprochen hat nach der Extension ihn für nahezu untradable hielten.

    Dazu muss man dann bis mindestens Sommer 2018 warten. Als bis zur Saison ohne Draftpick.

    Hab gestern schon geschrieben: als Kings GM würde ich ihn eher verschenken als diesen Vertrag zu geben. Ich weiß, dass ist hart. Ich glaube jedoch das die Kings mit Cousins bestenfalls ein hinteres PO Team sein werden. Und ohne Tapetenwechsel glaube ich nicht an eine Änderung seines Verhaltens.

  5. Avatar

    STAT

    Das finde ich auch. Es klingt pervers, aber lieber jetzt ohne Cousins auf “Nets” machen, als mit Cousins. Alles was die Kings tun ist nicht zu entschuldigen, aber lieber den Neuanfang mit Hield als mit Cousins.

    Ich glaube die Kings bekommen es so oder so nicht mehr auf die Reihe. Mit Cousins würde ich die Chance bei 0% sehen und ohne ihn sehe ich sie vielleicht bei 1%.

    Das ist übel. Aber Cousins war, ist und wird in Sacramento niemals die Lösung sein. Mit über 200 Mio im Gepack muss es dann 2018 erst einmal eine Franchise geben die unfassbar verzweifelt sein muss diesen Hitzkopf aufzunehmen.

    Cousins Verhalten wäre doch in Sacramento nicht besser geworden. Tendenziell hätte es noch mehr Geschichten gegeben und dann hätte u.U. niemand mehr einen Hield geboten und die Kings wären weitere 5 Jahre auf Cousins sitzen geblieben. Wohin das mit diesem Owner und Cousins führt hat man in den letzten Jahren gesehen. Ich will den Deal auf keinen Fall schön reden, aber 200 Mio für Cousins sind in dieser Situation meinem Empfinden nach totaler Wahnsinn.

  6. Simon

    Das sehe ich auch so. Ein grausamer Neuanfang auf Nets-Niveau ist für die Kings immer noch besser als gar kein Neuanfang. Und der geringe Tradewert von Cousins mit 1,5 jahren à 18 Millionen Dollar plus dem Recht, ihn im Anschluss für 150/5 zu halten, zeigt ja auch, wie schwer tradebar er mit 210/5 gewesen wäre. Ich denke auch, dass die DPE der schlimmste Fehler überhaupt gewesen wäre.

    Die Kings haben sich in eine katastrophale Lage gebracht und auch aus diesem Trade keinen hoffnungsvollen Neubeginn machen können, aber Cousins musste einfach weg aus Sacramento. Jetzt gibt es zumindest ein bisschen Hoffnung, dass man endlich richtig aufräumt und vom Boden der Liga neu aufbaut.

    Man hat Hield, Richardson, Cauley-Stein, Labissiere und Papagiannis, dazu mit etwas Glück die Picks #5 und #15 in diesem Jahr und einen Top3-Pick 2018. Das ist nicht gut, aber schon deutlich mehr, als die Nets haben. Aber natürlich kann man selbst dieses kümmerliche Fundament durch schlechtes Management noch weiter zerstören, hoffentlich passiert das nicht. Man hat im Sommer möglicherweise auch ca. 60 Millionen Capspace. Hoffentlich lernt man von Brooklyn und holt damit nicht 3 Afflalos, sondern versucht es bei jungen RFAs und schaut sich dazu noch in der D-League und in Europa um…

  7. kdurant35

    Persönlich halte ich es schon für wichtig das der Druck ein Team um DMC aufbauen zu müssen weg ist.
    Das so etwas häufig zu fragwürdigen Entscheidungen führt hat die Vergangenheit bei NO um AD, NY und Melo etc bereits gezeigt.

    Mein Vertrauen in das FO und vor allem den Besitzer ist gering. Aber die Chance um DMC was aufzubauen sah ich ebenfalls minimal. Denn man hätte nur noch diesen Sommer gehabt um den geringen 18 Mio Vertrag zu nutzen. Danach würde er rund 36 bekommen. Wie soll eine Franchise die das bisher nicht schaffte um einen doppelt so teuren DMC aufbauen?

  8. Dennis Spillmann

    |Author

    Ich verstehe jeden, der Cousins nicht bezahlen will, will aber anmerken, dass wir hier über “non-basketball-activities” urteilen, die wir einfach nicht kennen.

    Cousins ist vielleicht ein Idiot, in einer Idioten-Franchise, die sich gegenseitig kannibalisieren. Er ist ein Unprofessioneller unter Unprofessionellen. Aber wir kennen keine Geschichten, wir kennen Cousins nicht.

    Solange Ranadivé und Divac irgendetwas in Sacramento zu sagen haben, hat man keinen Erfolg. Man kann dann nicht einfach den einzig spielerisch relevanten Spieler “verschenken”, wenn man nicht draften, traden oder signen kann. Dann ist Cousins vielleicht auch einfach der Spieler, den die Kings verdient haben.

    Mit guten Manieren jedes Spiel zu verlieren, ist auch nicht das Ziel.

  9. Simon

    @Dennis

    Das ist irgendwie kein überzeugendes Argument dafür, sich weitere 6(!) Jahre an Cousins, Platz 8-11 und das bisherige Chaos zu binden ;)

    Und inzwischen ist es ja nicht mehr nur Spekulation und Vermutung, man kennt ja doch einige Cousins-Geschichten: mit Stauskas und anderen Mit- und Gegenspielern (z.B. Adams), mit Trainern (z.B. der Ausraster bei der Video-Session), Journalisten (gerade erst in dieser Saison), Schiedsrichtern. Die Sache mit Barnes in dem Club vor ein paar Monaten. Schade, dass George Karl kurz vor Veröffentlichung noch 20 Seiten zu den Kings aus seinem Buch genommen hat, sonst gäbe es sicher noch mehr Konkretes.

    Die Pelicans können auf Besserung im neuen Umfeld hoffen, für die Kings gab es keine Hoffnung mehr. Wie STAT schon geschrieben hat: in dieser Situation wäre es möglicherweise sogar ok gewesen, Cousins komplett ohne Gegenwert abzugeben, nur um dieses Kapitel abzuschließen und den Draftpick zu behalten.

    Das heißt aber natürlich nicht, dass der Trade toll war oder man der Organisation vetrauen kann, ab jetzt klug und professionell zu arbeiten.

  10. Avatar

    STAT

    Richtig Dennis. Niemandem steht es zu über den Menschen Cousins zu urteilen. Ich finde ehrlich gesagt nicht das dies irgendjemand von uns tut.

    Hier geht es um den Basketballspieler und genau dieser hat bekanntlich Probleme.
    Auf dem Court spuckt er Richtung Gegner, er holt zum Schlag aus, er zerstört Gegenstände, er holt ein technisches Foul nach dem Nächsten, er jammert, jammert und er hört nicht mehr auf, er hat teilweise eine unerträgliche Körpersprache und es nimmt kein Ende. Es wird eher schlimmer als besser.

    Was auf dem Court abläuft gehört schon zum Basketball dazu wie ich finde. Nicht?

    Was Cousins neben dem Court macht geht mich nichts an. Aber ein Anführer der 200 Mio + verdienen soll ist er imo nicht mal ansatzweise. Niemand sagt das Cousins ein Idiot ist. Aber er verhält sich auf dem Court teilweise idiotisch und das nicht erst seit gestern.

    Typen wie Cousins sind doch generell völlig in Ordnung. Jeder hat mal einen Aussetzer wenn die Jungs voller Adrenalin sind. Das passiert und das gehört auch dazu. Aber ich finde das Cousins eine Grenze inzwischen überschritten hat und der Franchise in Sacramento geschadet hat. Das Owner und Frontoffice kein Stück besser sind, ist klar.

  11. Martin Sobczyk

    Das Paket war natürlich nicht optimal (gelinde gesagt) und ich stimme dir in quasi allen Punkten aus deinem Artikel zu. Aber bei folgender Anmerkung bin ich etwas skeptisch, wenn wir sehen, dass Cousins Tradewert so schwach war aktuell.

    Als gutes FO gibst du ihm sofort die Extension. Die ist er spielerisch halbwegs wert. Danach hast du alle Fäden in der Hand. Schau dir an, wie Denver es mit Nene bspw. gelöst hat. Den Vertrag konnte man dumpen und McGee testen (Dass man ihn dann verlängert, ist sicherlich ein Fehler gewesen). Nene war in der Saison ein Totalausfall, aber Denver hat ihn ohne Pick losbekommen. Cousins wird auf dem Feld weiterhin seine Leistung bringen. Trade ihn meinetwegen erst 2018, wenn du kein ansprechendes Paket bekommst.

    Divac hat ja angedeutet, dass es nicht das beste Paket gewesen sei, aber wir müssen eigentlich davon ausgehen, dass andere Pakete nicht massiv besser gewesen sind und wir dann von einem guten Deal für Sacramento gesprochen hätte. Alle Gerüchte deuten auch darauf hin, dass weniger die kurze Restvertragslaufzeit von Cous das Problem für die Interessenten gewesen ist, sondern sein Charakter – egal ob es stimmt oder nicht.
    Bislang ist unserer Wissensstand vage. Du beschreibst es sehr gut

    Cousins ist vielleicht ein Idiot, in einer Idioten-Franchise, die sich gegenseitig kannibalisieren. Er ist ein Unprofessioneller unter Unprofessionellen. Aber wir kennen keine Geschichten, wir kennen Cousins nicht.

    Nehmen wir an Cous hätte von den Kings seine Superextension bekommen und damit einen Vertrag bis 2023. Wäre es dann tatsächlich leichter gewesen ihn 2018 zu traden? Das aufnehmende Team hätte Cousins long term am Bein und offensichtlich hat Cousins einen megaschlechten (menschlichen) Ruf unter den GMs. Das Risiko wäre also noch höher als beim Trade heute. Falls Cousins jetzt in New Orleans nicht funktioniert, hat man wenig verloren.
    Wenn New Orleans aber fiktiv 2018 für ihn tradet und es sich dann erweist, dass nicht die Kings das große Problem gewesen sind, sondern tatsächlich Cousins ein Teamcancer ist, dann steht man in New Orleans sehr beschissen da, denn wer würde Cousins denn mit dem Vertrag noch mal ausprobieren? Bzw viel oder überhaupt für ihn zahlen?

    Der Trade für Cousins und noch viel mehr der Stauskas-Trade hat offenbart, dass in Sacramento Amateure am Werk sind. Aber er hat auch gezeigt, dass Cousins – ob berechtigt oder nicht werden wir bald erfahren – wirklich fast schon als Negativwert gesehen wird.
    Nichtsdestotrotz hätte ich ihn zu gerne in Orlando gesehen. :mrgreen:

  12. kdurant35

    Grundsätzlich geb ich dir vollkommen recht, Dennis. Und ich hab aich gehört das der Locker Room der Kings in dieser Saison für deren Verhältnisse sich gebessert haben soll. Soviel Fairness muss sein :-).

    Aber in diesem Fall sind es mmn doch mehr als Gerüchte. Ich glaub es war Kevin Arnovitz der im Hintergrund zu seinem Kings – Artikel mit DMC über viele Eskapaden gesprochen hat. Und Arnovitz war sehr angetan davon das Cousins alles offen zugeben hat. Trotz der Reue bekam er es nicht in den Griff.
    Ich bin echt sehr gespannt ob das mit dem anderen Umfeld und dem Co-Star neben sich das hinbekommt. Ich hoffe sehr, denn mit nur der Häfte seiner Frustrationsen könnte er ein so ggroßartiger Spieler sein (also noch viel besser als eh schon :-) )

  13. Dennis Spillmann

    |Author

    Ich wollte mit meinem letzten Einwurf vor allem sagen, dass ich zu wenig weiß, um Cousins einschätzen zu können. Er mag Aussetzer haben, aber Z-Bo hat 2009 auch mal Lou Amundson einfach nach einem Reboundduell einen Zahn ausgeschlagen. Die Suns-Fans mögen sich erinnern. Da wurde auch eine Grenze überschritten. Randolph ist im Jahr danach All Star geworden (zum ersten Mal) und hat im Schnitt fast Max verdient (16,5 Mio in den nächsten Jahren). Und Cousins ist ein weit besserer Basketballspieler als Z-Bo.

    Ich will Cousins gar nicht verteidigen. Ich will nur sagen, dass sich beide Pole gegenseitig negativ beeinflussen. Trotzdem muss man zwischen dem emotionalen Locker Room und den rationalen Entscheidungen auf Führungsebene trennen.

    Wir sind uns alle einig, dass der Deal jetzt verkehrt war. Vielleicht fände sich auch kein besserer Deal bis Donnerstag. Als Konsequenz kannst du dann als FO aber nicht sagen, dass wir Nik Stauskas 2.0 und Pick 16 als Gegenwert akzeptieren. Dann muss weiter gelitten und gewartet werden. Ganz ehrlich: Ob man dann Cousins 2018 ohne Gegenwert verliert oder DIESEN Trade macht, ist auch schon egal.

    Was ich problematisch finde, ist – wie bei den Nets – die absolute Handlungsohnmacht, in die man sich nun manövriert hat. Cousins war der jüngste Rotationsspieler mit 26 im Kader. Alle anderen 9 Spieler mit den meisten Minuten waren 27 (Koufos) oder um 30 herum. Das war ein Win Now-Team ohne jegliche Talentinfusion.
    Von den von Simon aufgezählten Spielern ist tatsächlich Hield das beste Projekt – mit 23. Der Rest ist so unerfahren und – bei den Kings! – ohne Chance auf reguläre Rotationsminuten, dass man sich fragen muss, woher nun das Talent kommen soll. Dazu keinen Pick 2019. Da plant ein besseres FO drumherum.

  14. Simon

    Ich sehe das trotz allem ein bisschen anders. Hätte man Cousins 2018 gehen lassen hätte man weder Hield noch die beiden Erstrundenpicks in diesem Jahr und darüber hinaus einen deutlich schlechteren Pick 2018. Der sportliche Tiefpunkt wäre dann genau in der Saison erreicht, in der man den Pick ungeschützt nach Philly schickt.

    Stattdessen kann man jetzt (hoffentlich) die von dir angesprochenen Reste des (katastrophal zusammengestellten) Win-Now-Teams ausmisten und den wenigen Talenten ab sofort Spielzeit geben. 2018 hat man dann theoretisch sogar die Chance (auch wenn sie wie bei jedem Rebuild per Draft nicht riesig ist), den nächsten Franchise-Player zu ziehen. Dann würde der Verlust des 2019er Picks auch etwas weniger weh tun.

  15. kdurant35

    Ich seh das wie Simon. Die wichtigsten Assets sind die zwei ausstehenden eigenen Picks.

    Das Hield ist Curry geblubber idt natürlich Quatsch. Aber ihn nach einer 2/3 Saison als Stauskas 2.0 abzuschreiben doch auch zu früh. Vor allem da der Stauskas Zerstörer (Zitat Zach Lowe) weg ist :-).

    Und auch der NO Pick wird mir hier zu schlecht gemacht. Die genannte Position ist sicher am wahrscheinlichsten. Doch wir haben uns hier schon oft genug über deren medizinische Abteilung lustig gemacht. Der Pick ist eine längere AD oder Holiday Verletzung von einem zweiten Top10 Pick entfernt. Und leider ist gerade in NO nicht mal utopisch. Sicher weniger als gedacht, aber besser als die Extension

  16. Simon

    Das kommt noch dazu, eine solche Verletzung kann man nie ausschließen (mit etwas Lottery-Glück/Pech kann allerdings auch ein Top3-Pick in NO bleiben, das wäre das nächste üble Divac-Versagen ;) )

    Sehr wahrscheinlich hat man nächste Saison 6 Erstrundenpicks der Jahre 2016 und 2017 im Kader. Selbst wenn davon “nur” 2 oder 3 zu brauchbaren Startern werden, zwei zu soliden Bankspielern und 1 oder 2 komplett floppen, ist das doch gar nicht schlecht. In der Draft 2018 muss man dann natürlich einen Volltreffer landen, auch das ist ein großes Fragezeichen.

    Aber trotz aller Inkompetenz ist die Ausgangslage eher auf Suns- als auf Nets-Niveau. Naja, wenn ich so darüber nachdenke riecht das Ganze irgendwie nach Orlando 2.0 :mrgreen: Aber selbst das finde ich besser als 6 weitere Jahre Cousins in Sacramento…

  17. kdurant35

    Eine interessante Theorie von Marc Stein. Der hat in den Raum gestellt das das FO so froh war das Ranadive sich in Hield verliebt hat und deshalb dem lang gewünschten DMC zustimmte das NO für dieses Ziel der perfekte Trade war. So doof dad klingt. Würde perfekt zu dem passen was ich von Ranadive halte :-)

  18. Coach K

    So wie eben gelesen habe, waren einige Teams überrascht das der Cousins Deal jetzt über die Bühne geht. Angeblich wurden einige GM die mal ein Angebot abgegeben haben, gar nicht informiert ob das reicht bzw. Divac wollte mit diesen gar nicht verhandeln.

    So wie ich das jetzt lese, wäre wahrscheinlich mehr drin gewesen, als das was Sie jetzt bekommen haben.

    Ranadive liebt halt Hield

  19. Sebastian Seidel

    Eine interessante Theorie von Marc Stein. Der hat in den Raum gestellt das das FO so froh war das Ranadive sich in Hield verliebt hat und deshalb dem lang gewünschten DMC zustimmte das NO für dieses Ziel der perfekte Trade war. So doof dad klingt. Würde perfekt zu dem passen was ich von Ranadive halte :-)

    Hab heute Morgen auch noch einmal bei The Vertical reingehört.
    Angeblich wollte das Front Office Cousins schon länger traden, Vivek hat aber geblockt. Nach den jüngsten Ereignissen hat Ranadive wohl doch seine Freigabe erteilt und man wollte den Deal durchbringen, bevor der Owner seine Meinung wieder ändert.
    Ein weiterer Faktor soll gewesen sein, dass Dell Demps am Allstar-Wochenende mit Divac persönlich hat sprechen können.

    Inwiefern man das alles für voll nehmen kann: Keine Ahnung.
    Man ist momentan ja eh bereit alles über die Kings zu glauben.


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