Orlando Magic

Geniestreich statt Desaster?

Orlandos Rebuild und die veränderte Wahrnehmung des Howard-Trades

Erzielt ein Spieler in einem Spiel 30 Punkte, 19 Rebounds und 5 Assists, ist in der Regel davon auszugehen, dass kein Mitspieler ebenfalls all diese Werte erzielt. HarrisIst die Mannschaft dann auch noch nur im Rennen um den ersten Pick auf den besten Plätzen und der Gegner ein Playoff-Teilnehmer, scheint das noch unwahrscheinlicher. Trotzdem übertraf Nikola Vucevic diese Statline seines Teamkollegen Tobias Harris im Spiel vom 10. April gegen die Milwaukee Bucks noch, indem er in Punkten und Assists gleichzog und zudem 20 Rebounds und zwei Blocks erzielte; beide blieben zudem bei einer Wurfquote von über 50% aus dem Feld. Zweifellos ist der Overtime-Sieg gegen von Verletzungen beeinträchtigte Bucks nur eine Momentaufnahme und Orlando wird nicht in der Lage sein, in kürzester Zeit wieder an die Erfolge der vergangenen Jahre anzuknüpfen – trotzdem überraschen solche Werte für ein Team, das sich am Anfang eines Neuaufbaus praktisch aus dem Nichts befindet.

Der Trade des Sommers 2012

Der Zeitpunkt, an dem sich die Magic in diesen Rebuild begaben, lässt sich so klar festmachen wie sonst selten: Am 10. August des vergangenen Jahres verlor Orlando Franchise-Player Dwight Howard in einem Vier-Team-Trade an die Lakers und erhielt dafür vor allem Talente und zukünftige Draftrechte: Aus Los Angeles selbst erhielten die Magic neben zwei jetzt nicht mehr im Roster befindlichen Spielern (Josh McRoberts und Christian Eyenga) den Zweitrundenpick 2015 sowie das Erstrundenwahlrecht für 2017. Denver musste ebenfalls zwei zukünftige Picks abgeben: 2014 der spätere der den Nuggets zur Verfügung stehenden – neben dem eigenen der der Knicks – sowie einen weitergereichten Zweitrundenpick der Golden State Warriors. Zudem wechselten mit Arron Afflalo und Al Harrington zwei erfahrene NBA-Spieler von Colorado nach Florida. Von den 76ers kamen die beiden Picks der letzten Jahre, der oben angesprochene Center Nikola Vucevic (16. 2011) und Wing Moe Harkless (15. 2012) sowie ein zukünftiger, stark geschützter Pick, der frühestens 2016 nach Süden geschickt wird. Zudem musste Philadelphia den wenig attraktiven Vertrag von Jason Richardson aufnehmen, den die Magic wie Chris Duhon und Earl Clark, beide an die Lakers, neben Howard noch abgaben.

Die Auflistung der Trade-Bestandteile, die Orlando erhielt, ist zwar lang – ein sicherer Lottery-Pick oder Spieler vergleichbaren Werts findet sich jedoch nicht. Zudem könnte es bis 2019 dauern, bis die Magic alle Draftrechte nutzen dürfen. Entsprechend verheerend waren die Reaktionen auf den Trade. Orlando wurde von den meisten Kommentatoren als der große Verlierer ausgemacht. Insbesondere die Parallelen zum Wechsel Shaquille O’Neals, der 1996 ohne Gegenwert von den Magic zu den Lakers ging, führte gleichzeitig zu Klagen über die Marktmacht des Teams aus Los Angeles (und damit indirekt über die Wirkungslosigkeit des neuen Tarifvertrags). Aber auch Philadelphia, das mit Andrew Bynum den in der Lockout-Saison wohl zweitbesten Center erhielt, galt als Gewinner dieses 10. Augusts. Somit stellt sich die Frage, was Orlando zu dieser Entscheidung bewegte.

Howards langer Abschied

HowardEin wichtiger Faktor für den Trade waren die Ereignisse in den Monaten zuvor – die Bezeichnung „Dwightmare“ für diese Zeit weist einige Berechtigung auf. Da den ständig neuen Informationen kaum zu entkommen war, sollen an dieser Stelle nur die wichtigsten wiederholt werden: Howards Vertrag beinhaltete ursprünglich eine Klausel, die dem Center einen Ausstieg zur Offseason 2012 ermöglicht hätte, ein Jahr vor eigentlichem Vertragsende. Da der Center sich über die fehlende Unterstützung beklagte und entsprechend nur geringe Chancen auf eine Meisterschaft sah, galt ein neuer Vertrag in Orlando als de facto ausgeschlossen. Um also nicht völlig leer auszugehen, mussten die Magic ihren Star vor Ende der Vertragslaufzeit abgeben. Für mögliche Tradepartner bestand allerdings ebenfalls die Gefahr, Howard im Folgejahr zu verlieren – es kursierten inoffizielle Listen, bei welchen Teams Howard zu Bleiben bereit wäre, in der Regel wurden Lakers, Mavericks und Nets genannt. Unter dem Zeitdruck der laufenden Saison erklärte Howard sich dann bereit, auf seine Klausel zu verzichten. Das führte allerdings nur zu einer Verschiebung der Problematik auf den Sommer, zumal der erhoffte weitere Playoff-Run sich durch eine Verletzung Howards auf eine ohne ihn chancenlose Runde beschränkte. Das Chaos in der Franchise kostete in diesem Zeitraum außerdem Trainer Stan van Gundy und General Manager Otis Smith das Amt, Jacque Vaughn und Rob Hennigan, die bei den Spurs bzw. Thunder bisher als Assistenten in der entsprechenden Funktion tätig waren, übernahmen. Hennigan wurde am 20. Juni eingesetzt, also direkt vor dem Draft 2012 und den für Free Agents und Trades wichtigen Wochen. Er kann somit als Schlüsselfigur des Orlando-Rebuilds gelten.

Trade-Alternativen

Für das neue Front-Office-Personal war es folglich zum Amtsantritt klar, dass ein Trade spätestens zur Deadline 2013 erfolgen musste. Wie Dennis Spillmann zum Trade geschrieben hatte, bestanden allerdings mehrere Alternativen, in dieser Hinsicht ist auch im Rückblick wenig hinzuzufügen. Die einzige Ausnahme stellen die aus dem Harden-Trade gewonnenen Erkenntnisse dar: Es ist nicht davon auszugehen, dass die Rockets bereit gewesen wären, für ein Jahr Howard wesentlich mehr Gegenwert abzugeben als für fünf günstigere Jahre Harden. Somit wären die Alternativen zum tatsächlichen Trade vermutlich ein Angebot um Brook Lopez von den Nets sowie ein dem Harden-Trade vergleichbares Paket aus Houston. Zudem hätten entweder nur die Nuggets oder die Nuggets und 76ers beide aus den 4-Team-Deal gestrichen werden können – die Magic hätten also mit Andrew Bynum, Andre Iguodala oder Brook Lopez einen Allstar erhalten. Wie schon im oben genannten Artikel dargelegt, findet sich nur eine logische Erklärung für das Ausschlagen dieser Alternativen: Orlando wollte den kompletten Rebuild und jede „Gefahr“ vermeiden, zu gut für die Tiefen der Lottery zu spielen. Das Houston-Angebot dagegen war vermutlich, wenn es etwa dem für Harden entsprach, einfach schlechter – wenige Plätze in der Lottery, bei Lamb und dem Toronto-Pick gegenüber etwa Vucevic und Harkless, gleichen nicht die deutlich größere Zahl im Vier-Team-Trade aus.

Die goldene Mitte?

Rückblickend ist zudem ein weiterer Faktor des Trades bemerkenswert: Rob Hennigans Vorliebe für Picks aus der Mitte der ersten Runde. Vucevic und Harkless erhielt Orlando im Trade, Andrew Nicholson wurde selbst gedraftet, Tobias Harris in der aktuellen Saison zur Deadline aus Milwaukee ertradet – diese Spieler, der derzeitige Kern der Magic, wurden zwischen Position 15 und 19 aufgerufen. Auch bei den übrigen Picks, welche die Franchise noch erhält, werden die abgebenden Teams voraussichtlich in den Playoffs stehen. Diese Entscheidung für viele vergleichsweise späte Picks mag von den verfügbaren Angeboten zumindest mitbestimmt worden sein, aber der Werdegang von Rob Hennigan lässt einen Plan vermuten: Obwohl erst Anfang 30, steht neben der bereits erwähnten Position als Assistant-GM der Thunder auch eine Beschäftigung bei den Spurs im Lebenslauf Hennigans. Beide Teams können derzeit als Prototypen gezielter Entwicklung gelten, allerdings auf verschiedene Arten. OKC ist das Beispiel für einen Rebuild über hohe Lottery-Picks, während der Ruf der Spurs nicht unerheblich auf der Fähigkeit gründet, auch in den Tiefen des Drafts noch exzellente Spieler zu finden. Von den aktuellen Startern der Spurs wurden Tony Parker und Tiago Splitter beide an 28 gedraftet, die ertradeten Kawhi Leonard und Danny Green wurden ursprünglich an Position 15 und sogar 46 aufgerufen. Die Steigerung bildet noch Manu Ginobili, der vorletzte Pick des 1999er-Drafts.

Während das Grundprinzip, das Team komplett zu erneuern, an die Thunder erinnert, verzichtet Orlando also auf zusätzliche, früh gewählte Spieler – bei OKC war das etwa Jeff Green, 5. Pick von 2007, im Ray Allen-Trade aus Boston gekommen. Vielmehr lässt sich eine Kombination der Wege feststellen, die die vorherigen Arbeitgeber Hennigans beschritten. Wie auch am verbliebenen Spurs-Starter, Tim Duncan, ersichtlich, sind die ersten Picks natürlich trotzdem die beste Quelle für zukünftige Stars. Dabei zeigt sich allerdings ein weiterer Vorteil des Vorgehens: Trotz vieler interessanter Spieler ist das Team immer noch schlecht genug, um allenfalls den Bobcats mehr Bälle in der Lostrommel zu überlassen. Aller Voraussicht nach dürfte sich das auch im kommenden Jahr mit weiteren Talenten nicht ändern, die jungen Spieler ohne echten Star werden nicht nur eine Saison lang mehr Spiele verlieren als gewinnen. Somit wird aus den aktuellen Kader ein Grundstock aus zumindest soliden Startern entstehen, der die dann gedrafteten Säulen des Teams ergänzt – so dürfte zumindest der Plan in Orlando aussehen.

Nur Sonnenschein in Florida?

Der Lichtblick sind bisher zweifellos die in den Trades nach Orlando gekommenen jungen Spieler, der eigene Pick, Andrew Nicholson, steht ebenfalls dahinter zurück. Am meisten Aufmerksamkeit hat wohl Vucevic auf sich gezogen, vor allem durch die konstant starken Leistungen an den Brettern: Lässt man Kevin Love und Anderson Varejao, die kaum Spiele absolviert haben, außen vor, ist der Montenegriner hinter Dwight Howard die Nummer zwei in Rebounds. Offensiv stimmen zumindest die Quoten, 12 Punkte in knapp 34 Minuten sind dagegen noch ausbaufähig. Luft nach oben bleibt auch in der Defense, was bei einem 22-Jährigen in seinem zweiten NBA-Jahr allerdings nicht unbedingt überrascht. In den letzten Wochen stand zudem immer öfter Tobias Harris im Fokus, der zur Deadline für ein Paket rund um den auslaufenden JJ Redick von den Bucks ertradet wurde. In Milwaukee hatte der Zwanzigjährige die Spiele größtenteils auf der Bank verbracht und war zwischenzeitlich komplett aus der Rotation gefallen – entsprechend kann sein Auftritt gegen das ehemalige Team auch als Statement gewertet werden.

HarrisSeit dem Wechsel kommt der Forward auf Einsatzzeiten von 35 Minuten, dabei erzielte er durchschnittlich etwa 17 Punkte und knapp neun Rebounds. Von der Spielweise her ist vor allem die Vielseitigkeit Harris‘ Stärke, er ist auf beiden Forward-Positionen einsetzbar und trifft gleichermaßen in Ringnähe wie auch aus der Distanz mit akzeptablen Quoten. Der vierte der Mid-Lottery-Picks ist Moe Harkless, der vor allem als Verteidiger auffiel. Offensiv fehlt dem Rookie dagegen noch gleichermaßen Volumen wie Präzision; um auf dem Flügel dauerhaft Minuten zu erhalten, sollte die Dreier-Quote über 28% liegen. In den letzten Spielen starteten Vucevic, Harris und Harkless gemeinsam und erhielten entsprechende Minuten.

Ist der direkte Weg zurück in die Playoffs also schon gefunden? Neben den vier Erstrundenpicks der letzten beiden Jahre – Vucevic, Harris, Harkless und Nicholson – befinden sich zudem mit Kyle O’Quinn, Doron Lamb, E’Twaun Moore und DeQuan Jones noch einige Spieler aus der zweiten Runde im Kader, die der weiteren Entwicklung mit Sicherheit nicht schaden werden. Daneben stehen allerdings auch mehrere Spieler unter Vertrag, die für die weitere Entwicklung eher hinderlich sind. Hedo Turkoglu, derzeit gesperrt, verdient etwa dieses Saison noch knapp 12 Millionen Dollar, weiterer Gehaltsspielraum ist in Spielern wie Al Harrington und Jameer Nelson gebunden. Letzterer unterschrieb sogar im Juli 2012, als der Abschied Howards schon absehbar gewesen sein sollte, noch einen Dreijahresvertrag über 24 Millionen Dollar. Weitere Spieler wie Quentin Richardson werden noch bezahlt, obwohl sie nicht mehr im Kader stehen. Damit ergibt sich die absurde Situation, dass das zweitschlechteste Team der Liga, bezieht man den per Amnesty Clause entlassenen Gilbert Arenas mit ein, bei den Gehältern den dritten Platz belegt – nur die Lakers und Nets überweisen ihren Spielern aktuell mehr. Auch wenn einige Verträge wie die von Nelson und Harrington neu dazu kamen, findet sich wohl kein besseres Symbol der fehlgeschlagenen Transferpolitik der Otis-Smith-Jahre. Nachdem die Magic dieses Jahr mit 66 Millionen Dollar an einzubeziehendem Gehalt klar über dem Cap lagen, wird auch im kommenden Jahr wenig Spielraum entstehen; etwa 45 Millionen Dollar sind jetzt schon garantiert.

Trades und der Draft

Neben den Talenten, die Orlando aller Wahrscheinlichkeit nach halten wird, und den Spielern, deren Verträge kein anderes Team aufnehmen möchte, bleiben in erster Linie Glen Davis und Arron Afflalo. Auch für Nelson und Harrington könnten sich möglicherweise noch Tradepartner finden, doch diese Spieler haben eine weitere Gemeinsamkeit: Alle vier verpassten eine signifikante Anzahl an Spielen durch Verletzungen. Dadurch verloren die Magic die Chance, wie bei Redick während der Saison einen Trade einzufädeln, in der kommenden Offseason wird Hennigan in diesen Fällen aber die weiteren Möglichkeiten ausloten. Einige erfahrene Spieler wird Orlando im Team behalten wollen, aber an keinem der Ü-25-Spieler muss unbedingt festgehalten werden – von herausragender Bedeutung dürften die Spieler weder im Team noch in einem Trade werden.

Team

Das Gegenteil gilt offensichtlich für den Draft – hier wird sich in den kommenden Jahren entscheiden, wohin der Weg der Magic führt. Zwei hohe Picks, die im Großen und Ganzen den Erwartungen entsprechen, dürften mindestens nötig sein, um sich wieder in den Playoffs zu etablieren. In diesem Sommer wird der erste davon gezogen werden, aller Wahrscheinlichkeit nach an einer der ersten drei Positionen. Prinzipiell also eine hervorragende Situation, die allerdings von mehreren Faktoren beeinträchtigt wird: Zum einen gilt der diesjährige Draft allgemein als vergleichsweise schwach, der sichere Superstar, den etwa im vergangenen Jahr viele in Anthony Davis sahen, findet sich nicht. Das andere Problem ist gewissermaßen hausgemacht: Durch die überraschend vielversprechenden Spieler im derzeitigen Kader müssen die Magic abwägen zwischen dem Talent eines Draftees und der Gefahr, die davon für die vorhandenen Spieler ausgeht. Das beste Beispiel ist etwa der derzeit verletzte Nerlens Noel, der im aktuellen Draft als einer der Spieler mit dem meisten Potential gilt – ein entsprechender High Risk – High Reward-Pick ist für Teams am Anfang des Rebuilds an sich die vielversprechendste Option. In diesem Fall könnte jedoch das Problem entstehen, dass Noel wohl genauso wie Vucevic in erster Linie als Center einzusetzen ist. Wählt Hennigan ihn trotzdem, besteht die Gefahr, dass sich die Spieler in ihrer Entwicklung gegenseitig im Weg stehen. Gleiches könnte auch für Flügel und Forwards gelten, denn es ist noch nicht klar, welche Positionen für Harris und Harkless die besten sind. Da in Marcus Smart der bisher höchstgehandelte PG des diesjährigen Drafts überraschend den Verbleib am College beschlossen hat, ist die Entscheidung zusätzlich erschwert und eine Prognose entsprechend schwer möglich. Der Spagat zwischen dem wünschenswerten ‚best player available‘ und dem Draften nach Bedarf ist in jedem Fall in den kommenden Jahren eine Kernaufgabe für die Magic.

Fazit

Orlando steht in der ersten Saison eines Rebuilds, der schon vielversprechender aussieht als das, was andere Teams nach mehreren Jahren zustande gebracht haben. Das ist genau das Gegenteil, was nach dem Howard- Trade angenommen wurde. Angesichts der vielen Treffer in den bisherigen Transaktionen kann Glück schwerlich als entscheidender Faktor gewertet werden – Hennigan hat einen in sich logischen Wiederaufbauplan mit guter Auswahl der ertradeten Spieler kombiniert. Wenn die Magic ihren Weg über den Draft fortsetzen können und dabei geduldig bleiben, besteht die Chance, dass innerhalb der nächsten fünf Jahre die mit Howard erzielten Erfolge übertroffen werden können. Pessimisten mögen allerdings einwenden, dass weitere fünf Jahre später der nächste Franchise-Center Florida gegen Kalifornien eintauschen könnte…

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8 comments

  1. Alexander Aust

    Sehr guter Artikel Julian!

    Bin auf die Entwicklung der Magic sehr gespannt. Das Fundament für einen Neuanfang ist gelegt, jetzt werden hoffentich noch die richtigen Spieler gedraftet.
    Was ich mich des öfteren Frage ist, ob man von Vucevic und Harris tatsächlich so viel gehalten/erwartet hat als man sich auf die jeweiligen Trades geeinigt hat. Da hat man ein Schnäppchen gemacht, wenn man bedenkt, dass Howard den Verein so und so verlassen hätte. Harkless könnte ebenfalls ein sehr guter Rollenspieler werden.

    Wenn man Nelsons und Harringtons Vertrag loswerden könnte (Was zumindest bei Nelson durchaus möglich ist, da TeamOption 14/15) hätte man eine wirklich gute Gelegenheit in der Free Agency 2014 ein starkes Team aufzubauen. Wenn nicht mit Stars, dann hätte man zumindest die Möglichkeit den einen oder anderen Rollenspieler(Defensiv-Spezialisten) ins Team zu holen um sich in der Breite zu verbessern, solange die jungen und talentierten Spieler noch preiswert sind.

    Ich habe mich in diesem Jahr kaum mit den College Spielern beschäftigt und weiß jetzt gerade auch nicht, ob es einen Playmaker gibt den man so hoch draften könnte, aber das wäre mMn vllt noch etwas was den Magic helfen könnte. Ich mein Nelson kann nicht die Zukunft sein und man wird sich bestimmt auch nicht mit einem Udrih zufieden geben, wenn man irgenwann mal wieder Contender werden will.

  2. Julian Lage

    |Author

    Danke dir :D
    Es ist ja im Prinzip meine These, dass bei so vielen Zufällen nicht nur Glück im Spiel sein kann. Alles ist nicht optimal gelaufen (Nicholson überzeugt nicht wirklich, dazu noch Nelsons Vertrag), aber das Traden für vermeintlich weniger wertvolle Spieler halte ich für geplant.
    Was m.E. ein weiteres Problem ist: Was die Magic erstmal nicht brauchen, sind Rollenspieler, sondern ein Star. Den gibt es diesen Draft eher nicht, vielleicht nächsten mit Wiggins, aber das war mir für den Artikel zu spekulativ.
    Der einzige PG, der so hoch gehandelt wurde, war Smart, und dem gefällts wohl am College zu gut ;) Der nächste ist Trey Burke, zu dem es hier irgendwo schon mal eine Diskussion gab, v.a. auf die Größe (6-0) bezogen. Wird immerhin an 5-6 gehandelt. Da muss aber viel passieren, dass Orlando wählt, denke ich.
    Eine andere, wieder recht spekulative Idee wäre ein Trade für einen PG. Bledsoe ist der erste Name, der mir da in den Sinn kommt, und die Clippers hätten denke ich Verwendung für z.B. Afflalo und Davis. Der Haken dabei ist wieder, dass die Magic eher nach einem Star suchen…

  3. Alexander Aust

    Wobei ein Trade Davis-Bledsoe ein Geschenk für die Magic wäre (trotzdessen, dass es aufgrund des Caps nicht so einfach ist), weil man einen weiteren telentierten Spieler mit Potenzial an Land ziehen könnte.
    Den Star, von dem du sprichst, hätten mit Sicherheit die restlichen “Loser-Franchises” auch gerne, jedoch muss man schon auch sehr viel Glück haben um diesen wie auch immer zu bekommen (Bspl. Knicks, Thunder).
    Ich denke, wenn man im Moment nicht die Aussicht auf einen Star-Spieler hat, sollte man versuchen so viel Talent wie möglich zu sammeln um – wenn es drauf ankommt bzw. sich die Möglichkeit bietet – handlungsfähig zu sein.

    Was denkst du, wen die Magic ziehn müssten/sollten, wenn sie an 1 picken dürfen(Die Wahrscheinlichkeit ist ja nicht gerade klein)?
    Das Problem mit Noel hast du ja bereits angesprochen. Zumal er ja eine schwere Verletzung erlitten hat, was für Big-Man ja immer sehr gefährlich ist was ihre Zukunft angeht.

  4. Julian Lage

    |Author

    Wenn nicht Noel, bleibt den ganzen Mockdrafts zufolge ja nur McLemore… Aber das ist alles noch ein Eck hin, in den Workouts kann sich das alles noch mal verschieben. Runtertraden, z.B. für Burke, ist sicher auch eine Möglichkeit.

    Die Grundüberlegung, möglichst viel Talent anzusammeln, ist sicher richtig, aber Free Agents für ein Lottery-Team heißt in der Regel nur eines: Überbezahlt. Da halte ich es für sinnvoller, zumindest in dieser Saison mit dem vorhandenen Capspace/der Howard-TPE schlechte Verträge aufzunehmen und weiter Picks anzusammeln. GSW könnte so ein Kandidat sein, die wären ziemlich sicher gerne Jefferson und Biedrins los…

    Davis allein bringt sicher nicht Bledsoe, das ist klar ;) Meine Idee wäre sowas gewesen: http://espn.go.com/nba/tradeMachine?tradeId=braehu2 – Afflalo ersetzt Butler, dazu Davis als 3. Big.

  5. Alexander Aust

    Die Magic haben noch eine TPE aus dem Howard-Deal? War mir gar nicht bewusst. Die Idee Gehälter aufzunehmen um weitere Picks zu sammeln ist auch aus meiner Sicht eine Vernünftige, jedoch bezweifel ich ob sich das lohnt für 20Mio$ einen oder zwei Picks aus Golden-State zu erwerben, da der Ertrag wohl nicht wirklich hoch sein wird. Dann würde ich eher versuchen einen Bargs aus Toronto zu holen, weil da der Pick attraktiver ist und man zudem einen Spieler bekommt der den Magic durchaus weiter helfen kann. Jefferson und Biedrins kann man ja getrost in die Tonne kloppen (Wenn man aber weiterhin auf einen Nr.1 Pick aus ist, wäre das aber vllt doch gar nicht so verkehrt^^)

    Den Deal mit den Clippers würde ich aus Magic Sicht nicht durchziehen, da man mit Bledsoe zwar einen talentierten Spieler bekommt, jedoch den jungen Flügeln aber gleich zwei Veteranen vor die Nase setzt. Du hast ja oben bereits beschrieben das ein solchen Szenario durchaus die Entwicklung der jungen Spieler behindern kann.

  6. Julian Lage

    |Author

    Sie sind ja nicht unter den Cap gegangen und mussten die TPE aufgeben, also hält sie ein Jahr. In alle Deals, bei denen die Magic Gehalt für Picks aufnehmen, könnten die nur teilweise garantierten Verträge von Harrington und Turkoglu einbezogen werden. Turkoglu für Jefferson+X (=Belohnung) würde z.B. die Warriors unter die Tax bringen… Ist jetzt nur ein völlig zufälliges Beispiel, was ich vom Prinzip her für sinnvoller halte als Free Agents nachzujagen.

    Hill würde sicher nicht in Orlando spielen (hat ja sowieso schon seinen Rücktritt angedeutet), und auch für Butler könnte ich mir einen Buyout/weiteren Trade vorstellen. Die sind in dem Szenario vor allem Füller. Mehr Zeit als Afflalo würden sie nicht bekommen, allein schon, weil nicht der Schaufenster-Effekt benötigt wird.

  7. Hassan Mohamed

    Bei schlechten Mannschaft sagt Jeff van Gundy regelmäßig sinngemäß: “Irgendwer muss ja die Rebounds holen und Punkte machen.”

    Ich habe mich diese Saison kaum mit den Magic auseinandergesetzt noch viele Spiele gesehen (nur Spiele gegen die Lakers), daher die Frage, inwieweit die Äußerung zu den Talenten des Teams – Vucevic, Harris und Co. – passt.

  8. Julian Lage

    |Author

    Da ist sicher was dran, man darf die Zahlen nicht überbewerten. Das ist ja im Prinzip der Hintergrund, warum ich noch mindestens zwei Draftpicks veranschlagt habe, ohne zusätzliche Spieler geht es sicher nicht. Ich denke, für Harris und Vucevic kann man aber zumindest mit einem mehr als soliden Starter-Status rechnen.

    In den Zusammenhang setzen lassen sich die Leistungen denke ich am besten durch einen Vergleich mit den Bobcats: Deren Bigs sind mehr oder weniger historisch schlecht, z.B. Biyombo hätte also beste Möglichkeiten, die Lücke zu füllen. 4.8 und 7.3 Rebounds in immerhin 27 Minuten sehen aber gar nicht danach aus. Oder anders: Keiner bei den Cats schafft mehr als 10 PPG und 45% FG-Quote. Das sieht rein von den Zahlen einfach um Welten besser aus bei Orlando, v.a. bei Vucevic und Harris.

    Der direkte Eindruck und die Bilanz sagen natürlich, dass die Magic richtig mies waren. Da darf man aber nicht vergessen, das kaum ein Spieler das ganze Jahr dabei war. Vermutlich hatte es das Team auch nicht so eilig, die Spieler wieder zurückzubringen nach Verletzungen… Ständig mit einem Rumpfteam zu spielen, das zur Hälfte aus 2.-Roundern besteht, ist ein ziemlich überzeugendes Konzept für die Lottery.


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