Geniestreich statt Desaster?

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Julian Lage
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Geniestreich statt Desaster?

#1

Beitrag von Julian Lage » 18.04.2013, 12:00

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Zum Abschluss der regulären Saison ein weiterer Artikel der Lottery-Team-Serie: Orlando wurde von den meisten Kommentatoren als der große Verlierer des Howard-Trades vom letzten Sommer ausgemacht. Trotzdem scheint das Team nur knapp ein Jahr später trotz der schlechten Platzierung auf dem richtigen Weg – Wie konnte das gelingen?
Zuletzt geändert von Dennis Spillmann am 18.04.2013, 19:55, insgesamt 1-mal geändert.
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Alexander Aust
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#2

Beitrag von Alexander Aust » 18.04.2013, 22:00

Sehr guter Artikel Julian!

Bin auf die Entwicklung der Magic sehr gespannt. Das Fundament für einen Neuanfang ist gelegt, jetzt werden hoffentich noch die richtigen Spieler gedraftet.
Was ich mich des öfteren Frage ist, ob man von Vucevic und Harris tatsächlich so viel gehalten/erwartet hat als man sich auf die jeweiligen Trades geeinigt hat. Da hat man ein Schnäppchen gemacht, wenn man bedenkt, dass Howard den Verein so und so verlassen hätte. Harkless könnte ebenfalls ein sehr guter Rollenspieler werden.

Wenn man Nelsons und Harringtons Vertrag loswerden könnte (Was zumindest bei Nelson durchaus möglich ist, da TeamOption 14/15) hätte man eine wirklich gute Gelegenheit in der Free Agency 2014 ein starkes Team aufzubauen. Wenn nicht mit Stars, dann hätte man zumindest die Möglichkeit den einen oder anderen Rollenspieler(Defensiv-Spezialisten) ins Team zu holen um sich in der Breite zu verbessern, solange die jungen und talentierten Spieler noch preiswert sind.

Ich habe mich in diesem Jahr kaum mit den College Spielern beschäftigt und weiß jetzt gerade auch nicht, ob es einen Playmaker gibt den man so hoch draften könnte, aber das wäre mMn vllt noch etwas was den Magic helfen könnte. Ich mein Nelson kann nicht die Zukunft sein und man wird sich bestimmt auch nicht mit einem Udrih zufieden geben, wenn man irgenwann mal wieder Contender werden will.

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Julian Lage
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#3

Beitrag von Julian Lage » 18.04.2013, 23:19

Danke dir :D
Es ist ja im Prinzip meine These, dass bei so vielen Zufällen nicht nur Glück im Spiel sein kann. Alles ist nicht optimal gelaufen (Nicholson überzeugt nicht wirklich, dazu noch Nelsons Vertrag), aber das Traden für vermeintlich weniger wertvolle Spieler halte ich für geplant.
Was m.E. ein weiteres Problem ist: Was die Magic erstmal nicht brauchen, sind Rollenspieler, sondern ein Star. Den gibt es diesen Draft eher nicht, vielleicht nächsten mit Wiggins, aber das war mir für den Artikel zu spekulativ.
Der einzige PG, der so hoch gehandelt wurde, war Smart, und dem gefällts wohl am College zu gut ;) Der nächste ist Trey Burke, zu dem es hier irgendwo schon mal eine Diskussion gab, v.a. auf die Größe (6-0) bezogen. Wird immerhin an 5-6 gehandelt. Da muss aber viel passieren, dass Orlando wählt, denke ich.
Eine andere, wieder recht spekulative Idee wäre ein Trade für einen PG. Bledsoe ist der erste Name, der mir da in den Sinn kommt, und die Clippers hätten denke ich Verwendung für z.B. Afflalo und Davis. Der Haken dabei ist wieder, dass die Magic eher nach einem Star suchen...
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Alexander Aust
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#4

Beitrag von Alexander Aust » 19.04.2013, 10:42

Wobei ein Trade Davis-Bledsoe ein Geschenk für die Magic wäre (trotzdessen, dass es aufgrund des Caps nicht so einfach ist), weil man einen weiteren telentierten Spieler mit Potenzial an Land ziehen könnte.
Den Star, von dem du sprichst, hätten mit Sicherheit die restlichen "Loser-Franchises" auch gerne, jedoch muss man schon auch sehr viel Glück haben um diesen wie auch immer zu bekommen (Bspl. Knicks, Thunder).
Ich denke, wenn man im Moment nicht die Aussicht auf einen Star-Spieler hat, sollte man versuchen so viel Talent wie möglich zu sammeln um - wenn es drauf ankommt bzw. sich die Möglichkeit bietet - handlungsfähig zu sein.

Was denkst du, wen die Magic ziehn müssten/sollten, wenn sie an 1 picken dürfen(Die Wahrscheinlichkeit ist ja nicht gerade klein)?
Das Problem mit Noel hast du ja bereits angesprochen. Zumal er ja eine schwere Verletzung erlitten hat, was für Big-Man ja immer sehr gefährlich ist was ihre Zukunft angeht.

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Julian Lage
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#5

Beitrag von Julian Lage » 19.04.2013, 12:06

Wenn nicht Noel, bleibt den ganzen Mockdrafts zufolge ja nur McLemore... Aber das ist alles noch ein Eck hin, in den Workouts kann sich das alles noch mal verschieben. Runtertraden, z.B. für Burke, ist sicher auch eine Möglichkeit.

Die Grundüberlegung, möglichst viel Talent anzusammeln, ist sicher richtig, aber Free Agents für ein Lottery-Team heißt in der Regel nur eines: Überbezahlt. Da halte ich es für sinnvoller, zumindest in dieser Saison mit dem vorhandenen Capspace/der Howard-TPE schlechte Verträge aufzunehmen und weiter Picks anzusammeln. GSW könnte so ein Kandidat sein, die wären ziemlich sicher gerne Jefferson und Biedrins los...

Davis allein bringt sicher nicht Bledsoe, das ist klar ;) Meine Idee wäre sowas gewesen: http://espn.go.com/nba/tradeMachine?tradeId=braehu2 - Afflalo ersetzt Butler, dazu Davis als 3. Big.
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#6

Beitrag von Alexander Aust » 19.04.2013, 13:16

Die Magic haben noch eine TPE aus dem Howard-Deal? War mir gar nicht bewusst. Die Idee Gehälter aufzunehmen um weitere Picks zu sammeln ist auch aus meiner Sicht eine Vernünftige, jedoch bezweifel ich ob sich das lohnt für 20Mio$ einen oder zwei Picks aus Golden-State zu erwerben, da der Ertrag wohl nicht wirklich hoch sein wird. Dann würde ich eher versuchen einen Bargs aus Toronto zu holen, weil da der Pick attraktiver ist und man zudem einen Spieler bekommt der den Magic durchaus weiter helfen kann. Jefferson und Biedrins kann man ja getrost in die Tonne kloppen (Wenn man aber weiterhin auf einen Nr.1 Pick aus ist, wäre das aber vllt doch gar nicht so verkehrt^^)

Den Deal mit den Clippers würde ich aus Magic Sicht nicht durchziehen, da man mit Bledsoe zwar einen talentierten Spieler bekommt, jedoch den jungen Flügeln aber gleich zwei Veteranen vor die Nase setzt. Du hast ja oben bereits beschrieben das ein solchen Szenario durchaus die Entwicklung der jungen Spieler behindern kann.

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#7

Beitrag von Julian Lage » 19.04.2013, 13:57

Sie sind ja nicht unter den Cap gegangen und mussten die TPE aufgeben, also hält sie ein Jahr. In alle Deals, bei denen die Magic Gehalt für Picks aufnehmen, könnten die nur teilweise garantierten Verträge von Harrington und Turkoglu einbezogen werden. Turkoglu für Jefferson+X (=Belohnung) würde z.B. die Warriors unter die Tax bringen... Ist jetzt nur ein völlig zufälliges Beispiel, was ich vom Prinzip her für sinnvoller halte als Free Agents nachzujagen.

Hill würde sicher nicht in Orlando spielen (hat ja sowieso schon seinen Rücktritt angedeutet), und auch für Butler könnte ich mir einen Buyout/weiteren Trade vorstellen. Die sind in dem Szenario vor allem Füller. Mehr Zeit als Afflalo würden sie nicht bekommen, allein schon, weil nicht der Schaufenster-Effekt benötigt wird.
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#8

Beitrag von Hassan Mohamed » 22.04.2013, 21:06

Bei schlechten Mannschaft sagt Jeff van Gundy regelmäßig sinngemäß: "Irgendwer muss ja die Rebounds holen und Punkte machen."

Ich habe mich diese Saison kaum mit den Magic auseinandergesetzt noch viele Spiele gesehen (nur Spiele gegen die Lakers), daher die Frage, inwieweit die Äußerung zu den Talenten des Teams - Vucevic, Harris und Co. - passt.
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#9

Beitrag von Julian Lage » 22.04.2013, 22:23

Da ist sicher was dran, man darf die Zahlen nicht überbewerten. Das ist ja im Prinzip der Hintergrund, warum ich noch mindestens zwei Draftpicks veranschlagt habe, ohne zusätzliche Spieler geht es sicher nicht. Ich denke, für Harris und Vucevic kann man aber zumindest mit einem mehr als soliden Starter-Status rechnen.

In den Zusammenhang setzen lassen sich die Leistungen denke ich am besten durch einen Vergleich mit den Bobcats: Deren Bigs sind mehr oder weniger historisch schlecht, z.B. Biyombo hätte also beste Möglichkeiten, die Lücke zu füllen. 4.8 und 7.3 Rebounds in immerhin 27 Minuten sehen aber gar nicht danach aus. Oder anders: Keiner bei den Cats schafft mehr als 10 PPG und 45% FG-Quote. Das sieht rein von den Zahlen einfach um Welten besser aus bei Orlando, v.a. bei Vucevic und Harris.

Der direkte Eindruck und die Bilanz sagen natürlich, dass die Magic richtig mies waren. Da darf man aber nicht vergessen, das kaum ein Spieler das ganze Jahr dabei war. Vermutlich hatte es das Team auch nicht so eilig, die Spieler wieder zurückzubringen nach Verletzungen... Ständig mit einem Rumpfteam zu spielen, das zur Hälfte aus 2.-Roundern besteht, ist ein ziemlich überzeugendes Konzept für die Lottery.
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