Alltimers, NBA

Wer sitzt am längeren Hebel?

Wie viel Einfluss haben Spieler auf Trades?

I want out!? Während es bei einem Arbeitsverhältnis außerhalb des Sports gang und gebe ist, dass man – innerhalb der Fristen – kündigen kann, haben es NBA-Spieler nicht so einfach, ihr Team zu verlassen. Einen laufenden Vertrag einseitig beenden kann nur das Team und das ist eigentlich auch logisch: nicht umsonst werden die Spieler für ihre Dienste fürstlich entlohnt, übrigens auch noch nach einer Kündigung durch die Franchise. Das Team sitzt eindeutig am längeren Hebel – oder? Eigentlich wäre der Artikel an dieser Stelle zu Ende, gäbe es nicht immer wieder Spieler, die die Stadt unbedingt verlassen wollen und sich damit am Ende auch durchsetzen. In diesem Sommer wechselten so zum Beispiel Kyrie Irving, Dwayne Wade oder Paul George ihren Arbeitgeber. Nun machte Eric Bledsoe mit einer Tradeforderung via Twitter von sich reden. Wer hat nun in einem solchen Poker die besseren Karten: Spieler oder Franchise?


Zunächst einmal muss man feststellen, dass sich eigentlich nur (Ex-)Stars oder sehr gute Starter erlauben können, irgendwelche Ansprüche zu stellen. Spieler, die bei einem Trade keinen nennenswerten Gegenwert bringen oder für das Team verzichtbar sind, haben quasi fast nie den Stand, einen Trade fordern oder einen Buyout anstreben zu können. Mehr Möglichkeiten hat ein (gut verdienender) Spieler auch kaum. Kein Team würde einen Spieler mit Tradewert oder größerem Vertrag einfach so entlassen.

Dass Stars mehr oder weniger subtil einen Trade fordern, kommt öfters vor. Zuletzt wie angesprochen durch Eric Bledsoe von den Phoenix Suns, der die eher offensivere Variante wählte:

Die Gründe für solche Forderungen sind vielfältig. Oft haben Spieler einfach keine Lust mehr, bei einem mittelmäßigen oder schlechten Team zu bleiben und wollen sofort gewinnen. Manchmal sagt ihnen auch die Stadt einfach nicht zu oder sie wollen unbedingt in eine andere: so waren die Fälle von Carmelo Anthonys Wechsel nach New York 2011 und Paul Georges Transfer nach Oklahoma City in diesem Sommer gelagert.

Man muss bei Wechselwünschen immer auch die Umstände betrachten und dabei grundsätzlich zwei Fälle unterscheiden. Zum einen kann es sein, dass der Spieler nur noch eine kurze Vertragslaufzeit hat, zum anderen, dass sein Vertrag noch länger läuft. Denn das Druckmittel, zum Saisonende das Team einfach verlassen zu können, gibt dem Spieler einen starken Trumpf in die Hand.

Paul George – per Trade in die “falsche” Stadt

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Diese Situation lag zum Beispiel beim Wechsel von Paul George vor. Nach sieben Jahren in Indiana, in denen zwar zwei Conference-Finals erreicht wurden, zuletzt aber zweimal in der ersten Runde Schluss war, machte George noch vor der NBA-Draftnacht 2017 klar, dass er die Pacers 2018 verlassen würde. Im nächsten Sommer besitzt George eine Spieleroption, sein Wunschziel ist oder zumindest war ausweislich verschiedener Medienberichte Los Angeles. Die Pacers standen somit vor einer schwierigen Situation. George hatte zwar nicht direkt einen Trade gefordert, sein Abgang stand jedoch so gut wie fest. Es ist klar, dass Indiana es sich nicht leisten konnte, ihren Star ohne Gegenleistung zu verlieren. Genauso war es jedoch auch für alle anderen Teams außer den beiden aus Los Angeles riskant, für George zu traden. Denn dieser hatte ja klar gesagt, in jedem Fall nach Hollywood wechseln zu wollen. Dennoch gab es natürlich Teams, die sich George zum kleinen Preis sichern wollten. Die Los Angeles Lakers gehörten nicht dazu, sie waren nicht bereit, jetzt schon für George zu traden. Auch Deals mit den Celtics und Cavaliers scheiterten. Schlussendlich wechselte George für Domantas Sabonis und Victor Oladipo nach Oklahoma City. In Anbetracht seiner Leistungsfähigkeit ein ziemlich niedriger Preis.

Der Fall George ist somit der Klassische. Obwohl George keine explizite Tradeforderung stellte, sind alle Merkmale – schlechtes Team, (Super-)Star, auslaufender Vertrag, Drohung mit Abgang – vorhanden. Letztlich blieb den Pacers keine andere Wahl, als George zu traden. Ob sie einen besseren Preis hätten bekommen können? Das lässt sich ohne Einblick in die Verhandlungen retrospektivisch nicht beantworten.

Kyrie Irving – keine Lust mehr aufs alte Team 

Anders verhält es sich mit der Tradeforderung des Cavs-Spielmachers Kyrie Irving. Der erste Pick der Draft 2011 erklärte im Sommer, nicht mehr für die Cavaliers spielen zu wollen. Ein bevorzugtes Team nannte er zwar nicht. Doch Irving hat noch bis 2019 Vertrag und konnte somit eigentlich keinen großartigen Druck auf das Front Office der Cavaliers aufbauen. Dennoch wurde er zu den Boston Celtics getraded. Der Preis war im Vergleich zu Paul George deutlich höher: neben dem langzeitverletzten Point-Guard Isaiah Thomas wechselten mit Jae Crowder noch ein sehr guter Rollenspieler mit sehr gutem Vertrag und der Draftpick der Brooklyn Nets 2018, der wohl in den Top-10 der ersten Runde landen wird, nach Ohio.

Was unterscheidet nun diesen Fall vom Klassischen und warum tradeten die Cavs Irving trotzdem? Obwohl Irving kaum ein objektiv sichtbares Druckmittel hatte, kam er mit seiner Forderung durch. Man darf jedoch nicht die Auswirkungen einer solchen Tradeforderung auf das Teamgefüge außer Acht lassen. Irving, zu diesem Zeitpunkt immerhin zweite Option eines Finals-Anwärters, hatte klar gemacht, dass er kein gesteigertes Interesse mehr hatte, mit dem Team zusammenzuspielen. Im Gegenteil wollte er insbesondere nicht mehr nur die Nummer zwei hinter LeBron James sein. So etwas ist Gift für die Stimmung im Team. Andererseits hatte Irving durch seinen längeren Vertrag noch deutlich mehr Wert als George, auch wenn letzterer rein sportlich wohl etwas stärker einzuschätzen ist. Die Cavs hatten anders als die Pacers auch keine Eile mit dem Trade, konnten sich alle Angebote gut anhören und das beste auswählen. Eben weil sie von Irving nicht direkt mit einem auslaufenden Vertrag unter Druck gesetzt werden konnten, erfüllte sich der Wechselwunsch des Spielmachers. Dieser Mechanismus führte jedoch nur zum Erfolg, weil Irving ein Spieler mit entsprechendem Standing innerhalb des Teams war. Obwohl sich eine Franchise natürlich möglichst gar keine unzufriedenen Spieler leisten möchte, wäre bei einem Rollenspieler die Tradeforderung wohl ungehört verhallt.

Dwyane Wade – per Buyout aus der Stadt 

Will ein Star-Spieler eine Stadt verlassen, ist oft ein Trade die Folge. Buyouts gibt es dagegen eher, wenn der Vertrag nur noch wenige Monate läuft, das Team keinen Gegenwert für den Spieler mehr bekommen kann und mit einer Auflösung des Vertragsverhältnisses auch noch Geld spart. Im Gegensatz zu einer einfachen Entlassung durch das Team wird der Vertrag bei einem Buyout im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst. Beide Seiten profitieren davon: das Team spart Geld, der Spieler gelangt in die Vertragsfreiheit und kann sich ein neues Team seiner Wahl aussuchen. So konnte in diesem Sommer Ex-Finals-MVP Dwyane Wade bei den Cleveland Cavaliers anheuern. Nachdem Wade die Miami Heat nach langen Jahren 2016 verlassen und einen Vertrag bei Chicago unterschrieben hatte, konnte er dort die Erwartungen nicht erfüllen. Zwar stieg er im Sommer 2017 nicht aus seinem Arbeitspapier aus – was er gekonnt hätte – wohl um die ihm zustehenden gut 20 Millionen $ noch mitzunehmen. Doch nach dem Trade von Jimmy Butler und der bevorstehenden sportlichen Bedeutungslosigkeit der Bulls entschied er sich, das Team verlassen zu wollen. Ein Trade kam nicht in Frage. Niemand wollte seinen großen Vertrag bei stark nachlassenden sportlichen Leistungen aufnehmen. Somit einigten sich Bulls und Wade auf einen Buyout. 

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Zwar geschah der Buyout nicht wie sonst üblich nach der Trading-Deadline im Winter, doch auch dieser Fall ist ein klassisches Beispiel. Wie meist bei Buyouts hatten auch hier beide Vertragspartner kein gesteigertes Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit. Somit entsteht ein Buyout zwar immer auch durch eine Forderung des Spielers, doch da das Team ähnliche Interessen verfolgt, braucht keine der beiden Parteien am längeren Hebel zu sitzen. Zu einem Buyout kommt es also nur bei grundsätzlicher Einigkeit, dass der Spieler das Team verlassen sollte.

Carmelo Anthony – wenn das Team einen Spieler loswerden will 

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In einer ganz anderen Situation fand sich in diesem Sommer Knicks-Forward Carmelo Anthony wieder. Der ehemalige Superstar, inzwischen merklich gealtert, sollte nach dem Willen der Teamführung New York so schnell wie möglich verlassen. Die Stadt, in die er 2011 erst durch eine Tradeforderung gekommen war. Doch Anthony hat eine No-Trade-Clause in seinem Vertrag, die er bei seiner Verlängerung 2014 vom damaligen Knicks-Präsident Phil Jackson bekommen hatte. In dieser Situation sitzt der Spieler nun also wirklich am deutlich längeren Hebel: ohne sein Einverständnis kann er nirgendwo hin getraded werden. Anthony wollte wohl eigentlich nicht unbedingt weg aus New York, doch die Knicks wollten ihn loswerden. Nachdem verschiedene Trades mit den zuerst von Anthony genannten Houston Rockets gescheitert waren, nahm Anthony weitere Teams in die Liste der Ziele auf, für die er sein Einverständnis geben würde. So wurde er letztlich ebenso wie George zu einem eher geringen Preis nach Oklahoma City getraded.

Der Fall der No-Trade-Clause ist ein seltener und spezieller. Nur die wenigsten Spieler besitzen eine und wenn, dann sind es meist verdiente Spieler, bei denen die Franchise kein Interesse an einem Trade mehr hat. Sie ist das wirkmächtigste Instrument der Spieler – allerdings ein größtenteils destruktives, denn einen Trade erzwingen, wenn das Team einen nicht abgeben will, kann man damit nicht. Der Spieler kann sich jedoch quasi sein neues Team aussuchen, sobald das Team in abgeben will und es damit stark unter Druck setzen.

Eric Bledsoe – auch hier klappt, was der Spieler will

Und auch im jüngsten, schon angesprochenen Fall von Eric Bledsoe setzte sich der Spieler durch. Der Guard der Phoenix Suns wurde für Greg Monroe und einen kompliziert geschützten Erstrundenpick nach Milwaukee getraded. Nach übereinstimmenden Meinungen kein wirklich guter Gegenwert für die Suns, denn der Pick wird wohl eher in den 20er-Bereich fallen und Monroe ist mit seinem auslaufenden Vertrag auch nicht unbedingt brauchbar für die Suns; insofern steht schon ein Buyout im Raum. 

Letztlich ist auch hier wieder das Muster des Irving-Trades erkennbar: ein Spieler fordert öffentlich einen Trade und macht klar, dass er nicht mehr für das Team spielen will. Dadurch unter Zugzwang gesetzt wird ein Trade gesucht, denn die Suns wollen sich ebenso wenig wie die Cavs einen unzufriedenen Spieler, der nur Ärger macht, leisten und das obwohl Bledsoe kein Superstar ist. Deswegen finden die Suns auch keinen so großen Tradewert wie die Cavs im Sommer. Somit ist der große Gewinner des Ganzen insbesondere einer: Eric Bledsoe.


Es gibt also viele Möglichkeiten für Spieler, Einfluss auf einen Wechsel zu nehmen. Ob und wie erfolgreich so ein Versuch ist, hängt jedoch von sehr vielen Faktoren ab. Insbesondere Star-Spieler haben es deutlich einfacher, Trades zu erzwingen als Rollenspieler. Das liegt vor allem daran, dass sich kaum ein Team einen unzufriedenen Star leisten kann und dass der Gegenwert, den andere Teams bereit sind, für Stars zu bezahlen, auch bei Wechselwünschen immer noch relativ hoch ist. Spieler aus dem „Mittelbau“ der Liga, also gute Starter, haben es da bedeutend schwerer. Dennoch kann auch dort das Erzwingen eines Wechsels klappen, wie man am Beispiel Eric Bledsoe sieht. Es gilt: je mehr Ärger er macht, desto eher ist ein Team bereit, den Spieler abzugeben. Selbst wenn der Gegenwert gering ausfallen sollte. Allgemein lässt sich auch sagen, dass jeder Fall individuell betrachtet werden muss und sich daraus für die Spieler im Zweifel auch individuelle Möglichkeiten ergeben oder eben gerade nicht. Am Ende entscheidet aber schlussendlich das Team darüber, ob Spieler getraded werden und ein zweites, wohin die Reise dann geht. Trotz aller Einflussmöglichkeiten.

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5 comments

  1. Jonathan Walker

    Gute Übersicht, Seb :tup:

    Inhaltlich ist mir ein kleiner Fehler aufgefallen:

    Anders verhält es sich mit der Tradeforderung des Cavs-Spielmachers Kyrie Irving. Der erste Pick der Draft 2011 erklärte im Sommer, nicht mehr für die Cavaliers spielen zu wollen. Ein bevorzugtes Team nannte er zwar nicht.

    Irving hatte wohl eine Liste mir präferierten Teams angegeben: Spurs, Knicks, Heat und Wolves (Quelle)

    Eins hat der Artikel aber besonders schön deutlich gemacht:

    Dennoch kann auch dort das Erzwingen eines Wechsels klappen, wie man am Beispiel Eric Bledsoe sieht. Es gilt: je mehr Ärger er macht, desto eher ist ein Team bereit, den Spieler abzugeben. Selbst wenn der Gegenwert gering ausfallen sollte.

    Es kann eigentlich nicht angehen, dass ein Spieler einerseits für $70 Mio. über 5 Jahre bei einem Team unterschreibt, dann nach 3 Jahren aber bemerkt, dass es ihm doch nicht mehr gefällt und er öffentlich einen Trade fordert, der den Wert torpediert. Dafür wird er dann von der Liga mit einer Strafe von $10,000 belegt…

  2. Sebastian Hansen

    |Author

    Mist, ich hatte das mit Irving so in Erinnerung, dass es zwar diese Liste gab, die aber nur aus Gerüchten kam und nicht von Irving selbst. Ist mir durchgerutscht, das zu verifizieren. Sorry.

    Ich hab mich mit der Bewertung des Ganzen mal zurückgehalten und versucht, den Artikel neutral zu schreiben. Ich glaub für eine ausführliche Bewertung der Handlungen in der Liga anhand moralischer Maßstäbe bräuchte es einen extra Artikel. Aber im Grunde genommen geht das nicht, da hast du schon recht.

  3. kdurant35

    Gute Übersicht, Seb :tup:

    Inhaltlich ist mir ein kleiner Fehler aufgefallen:

    Anders verhält es sich mit der Tradeforderung des Cavs-Spielmachers Kyrie Irving. Der erste Pick der Draft 2011 erklärte im Sommer, nicht mehr für die Cavaliers spielen zu wollen. Ein bevorzugtes Team nannte er zwar nicht.

    Irving hatte wohl eine Liste mir präferierten Teams angegeben: Spurs, Knicks, Heat und Wolves (Quelle)

    Eins hat der Artikel aber besonders schön deutlich gemacht:

    Dennoch kann auch dort das Erzwingen eines Wechsels klappen, wie man am Beispiel Eric Bledsoe sieht. Es gilt: je mehr Ärger er macht, desto eher ist ein Team bereit, den Spieler abzugeben. Selbst wenn der Gegenwert gering ausfallen sollte.

    Es kann eigentlich nicht angehen, dass ein Spieler einerseits für $70 Mio. über 5 Jahre bei einem Team unterschreibt, dann nach 3 Jahren aber bemerkt, dass es ihm doch nicht mehr gefällt und er öffentlich einen Trade fordert, der den Wert torpediert. Dafür wird er dann von der Liga mit einer Strafe von $10,000 belegt…

    Beim letzten Punkt stimme ich dir ja grundsätzlich zu. Finde diese Bewertung aber etwas zu einseitig. Bei Bledsoe kam die Situation aus dem etzten Jahr hinzu. Das kann auch nicht sein. Denn schlimmstenfalls mindert solch ein Aussetzten den Marktwert des Spielers, wenn er nächstes mal FA wird. Dann gibts auch andere Situationen, in denen sich Teams nicht OK verhalten. Hibbert wurde von den Pacers z.B. förmlich genötigt seine PO nicht zu ziehen, was mächtig Ärger im Umfeld mit sich brachte. Dann gibts ja auch immer wieder Gerüchte darum, dass Teams Spieler nicht starten lassen bzw. weniger einsetzten, um den Marktwert vor der rFA zu senken (auch wenn ich schwer beurteilen kann, was da dran ist).
    Es gibt genug bsp, in denen klar wird, dass beide Seiten im eigenen Interesse handeln. Fairness hat da öfters nicht höchste Priorität.

  4. Avatar

    STAT

    Ich finde auch das sich beide Seiten nichts schenken. Die Franchise handelt in ihrem Interesse und der Spieler in seinem. Man kann zwar argumentieren das die Spieler wissen auf welches System sie sich einlassen, aber Teenager können sich z.B. trotzdem i.d.R. ihr Team nicht aussuchen.

    Wenn sie sich ihren Traum vom NBA-Basketball erfüllen möchten, müssen sie sich dem System unterwerfen. Außerdem werden sie gegen ihren Willen von A nach B getradet. Im Fall von Bledsoe wurde er als bester Spieler des Teams einfach mal nach Hause geschickt. Da würde ich auch auf meinen Vertrag schei*en. Sorry für die Wortwahl, aber ist doch so. Über Moral braucht weder Sarver/McD noch Bledsoe großartig reden.

    In Europa sind zwar Verträge auch nicht “viel wert”, aber das amerikanische System hat auch seine großen Schattenseiten. Jeder Mensch ist für seine Taten zwar selbst verantwortlich, aber wir wissen auch nicht welche Faktoren da immer mit rein spielen. Das Umfeld weiß es doch immer besser und jeder quatscht einem rein. (Familie, Freunde, Agenten, etc.) Das beeinflusst sicherlich auch das Handeln einiger Diven.

    Hinzu kommt das viele NBA-Profis einfach ein riesiges Ego haben. Die Franchises wissen das und hanbdeln trotzdem oft nicht richtig.
    Gute Owner und GM’s streicheln das Ego ihrer Zicken regelmäßig. Da prallen einfach zwei große Welten aufeinander und Bledsoe wird sich auch denken:

    “Vor drei Jahren bei Vertragsabschluss habe ich nicht damit gerechnet in einem Tanking Team zu spielen, den schlechtesten Owner der Liga zu haben und dann auch noch heimgeschickt zu werden.”

    Das soll ihn nicht entschuldigen, aber das plus der Einfluss von Rich Paul und Co. sorgen halt dann für so eine Situation.

  5. kdurant35

    Plus das System der rFA.
    Es ist ja nicht so, dass er sich seinen Vertrag selbst aussuchen konnte. Wenn er weg wollte, hätte er ein Team suchen müssen, dass ihn massiv überbezahlt. Und selbst das wäre ungewiss gewesen. Denn die alternative q.offer ist ein sehr gewagtes Spiel mit der Gesundheit.

    Das gesamte System, in dem man jahrelang quasi keine freie Teamwahl hat, ist nunmal sehr anfällig für solche Dinge.


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