Wer sitzt am längeren Hebel?

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Sebastian Hansen
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Wer sitzt am längeren Hebel?

#1

Beitrag von Sebastian Hansen » 08.11.2017, 20:00

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus einem Go-to-Guys-Artikel.  Gesamten Artikel lesen.

Immer wieder gibt es in der NBA Tradeforderungen. Aber welchen Einfluss haben Spieler überhaupt auf Trades und sitzen die Teams nicht sowieso am längeren Hebel?


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Jonathan Walker
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#2

Beitrag von Jonathan Walker » 08.11.2017, 22:03

Gute Übersicht, Seb :tup:

Inhaltlich ist mir ein kleiner Fehler aufgefallen:
Anders verhält es sich mit der Tradeforderung des Cavs-Spielmachers Kyrie Irving. Der erste Pick der Draft 2011 erklärte im Sommer, nicht mehr für die Cavaliers spielen zu wollen. Ein bevorzugtes Team nannte er zwar nicht.
Irving hatte wohl eine Liste mir präferierten Teams angegeben: Spurs, Knicks, Heat und Wolves (Quelle)

Eins hat der Artikel aber besonders schön deutlich gemacht:
Dennoch kann auch dort das Erzwingen eines Wechsels klappen, wie man am Beispiel Eric Bledsoe sieht. Es gilt: je mehr Ärger er macht, desto eher ist ein Team bereit, den Spieler abzugeben. Selbst wenn der Gegenwert gering ausfallen sollte.
Es kann eigentlich nicht angehen, dass ein Spieler einerseits für $70 Mio. über 5 Jahre bei einem Team unterschreibt, dann nach 3 Jahren aber bemerkt, dass es ihm doch nicht mehr gefällt und er öffentlich einen Trade fordert, der den Wert torpediert. Dafür wird er dann von der Liga mit einer Strafe von $10,000 belegt...
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Sebastian Hansen
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#3

Beitrag von Sebastian Hansen » 08.11.2017, 23:43

Mist, ich hatte das mit Irving so in Erinnerung, dass es zwar diese Liste gab, die aber nur aus Gerüchten kam und nicht von Irving selbst. Ist mir durchgerutscht, das zu verifizieren. Sorry.

Ich hab mich mit der Bewertung des Ganzen mal zurückgehalten und versucht, den Artikel neutral zu schreiben. Ich glaub für eine ausführliche Bewertung der Handlungen in der Liga anhand moralischer Maßstäbe bräuchte es einen extra Artikel. Aber im Grunde genommen geht das nicht, da hast du schon recht.
Die Mecs in 2014:
Guard: Lance Stephenson, Randy Foye
Guard: Dwyane Wade
Forward: Chandler Parsons, Mike Dunleavy
Forward: Josh McRoberts
Center: Dwight Howard, Spencer Hawes

kdurant35
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#4

Beitrag von kdurant35 » 09.11.2017, 09:33

Jonathan Walker hat geschrieben:
08.11.2017, 22:03
Gute Übersicht, Seb :tup:

Inhaltlich ist mir ein kleiner Fehler aufgefallen:
Anders verhält es sich mit der Tradeforderung des Cavs-Spielmachers Kyrie Irving. Der erste Pick der Draft 2011 erklärte im Sommer, nicht mehr für die Cavaliers spielen zu wollen. Ein bevorzugtes Team nannte er zwar nicht.
Irving hatte wohl eine Liste mir präferierten Teams angegeben: Spurs, Knicks, Heat und Wolves (Quelle)

Eins hat der Artikel aber besonders schön deutlich gemacht:
Dennoch kann auch dort das Erzwingen eines Wechsels klappen, wie man am Beispiel Eric Bledsoe sieht. Es gilt: je mehr Ärger er macht, desto eher ist ein Team bereit, den Spieler abzugeben. Selbst wenn der Gegenwert gering ausfallen sollte.
Es kann eigentlich nicht angehen, dass ein Spieler einerseits für $70 Mio. über 5 Jahre bei einem Team unterschreibt, dann nach 3 Jahren aber bemerkt, dass es ihm doch nicht mehr gefällt und er öffentlich einen Trade fordert, der den Wert torpediert. Dafür wird er dann von der Liga mit einer Strafe von $10,000 belegt...
Beim letzten Punkt stimme ich dir ja grundsätzlich zu. Finde diese Bewertung aber etwas zu einseitig. Bei Bledsoe kam die Situation aus dem etzten Jahr hinzu. Das kann auch nicht sein. Denn schlimmstenfalls mindert solch ein Aussetzten den Marktwert des Spielers, wenn er nächstes mal FA wird. Dann gibts auch andere Situationen, in denen sich Teams nicht OK verhalten. Hibbert wurde von den Pacers z.B. förmlich genötigt seine PO nicht zu ziehen, was mächtig Ärger im Umfeld mit sich brachte. Dann gibts ja auch immer wieder Gerüchte darum, dass Teams Spieler nicht starten lassen bzw. weniger einsetzten, um den Marktwert vor der rFA zu senken (auch wenn ich schwer beurteilen kann, was da dran ist).
Es gibt genug bsp, in denen klar wird, dass beide Seiten im eigenen Interesse handeln. Fairness hat da öfters nicht höchste Priorität.

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STAT
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#5

Beitrag von STAT » 09.11.2017, 10:04

Ich finde auch das sich beide Seiten nichts schenken. Die Franchise handelt in ihrem Interesse und der Spieler in seinem. Man kann zwar argumentieren das die Spieler wissen auf welches System sie sich einlassen, aber Teenager können sich z.B. trotzdem i.d.R. ihr Team nicht aussuchen.

Wenn sie sich ihren Traum vom NBA-Basketball erfüllen möchten, müssen sie sich dem System unterwerfen. Außerdem werden sie gegen ihren Willen von A nach B getradet. Im Fall von Bledsoe wurde er als bester Spieler des Teams einfach mal nach Hause geschickt. Da würde ich auch auf meinen Vertrag schei*en. Sorry für die Wortwahl, aber ist doch so. Über Moral braucht weder Sarver/McD noch Bledsoe großartig reden.

In Europa sind zwar Verträge auch nicht "viel wert", aber das amerikanische System hat auch seine großen Schattenseiten. Jeder Mensch ist für seine Taten zwar selbst verantwortlich, aber wir wissen auch nicht welche Faktoren da immer mit rein spielen. Das Umfeld weiß es doch immer besser und jeder quatscht einem rein. (Familie, Freunde, Agenten, etc.) Das beeinflusst sicherlich auch das Handeln einiger Diven.

Hinzu kommt das viele NBA-Profis einfach ein riesiges Ego haben. Die Franchises wissen das und hanbdeln trotzdem oft nicht richtig.
Gute Owner und GM's streicheln das Ego ihrer Zicken regelmäßig. Da prallen einfach zwei große Welten aufeinander und Bledsoe wird sich auch denken:

"Vor drei Jahren bei Vertragsabschluss habe ich nicht damit gerechnet in einem Tanking Team zu spielen, den schlechtesten Owner der Liga zu haben und dann auch noch heimgeschickt zu werden."

Das soll ihn nicht entschuldigen, aber das plus der Einfluss von Rich Paul und Co. sorgen halt dann für so eine Situation.
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#6

Beitrag von kdurant35 » 09.11.2017, 12:48

Plus das System der rFA.
Es ist ja nicht so, dass er sich seinen Vertrag selbst aussuchen konnte. Wenn er weg wollte, hätte er ein Team suchen müssen, dass ihn massiv überbezahlt. Und selbst das wäre ungewiss gewesen. Denn die alternative q.offer ist ein sehr gewagtes Spiel mit der Gesundheit.

Das gesamte System, in dem man jahrelang quasi keine freie Teamwahl hat, ist nunmal sehr anfällig für solche Dinge.

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