3-on-1 Fastbreak, Boston Celtics, NBA, Philadelphia 76ers, Utah Jazz

Wer sind die Kandidaten für den Rookie of the Year?

Midseason-Award-Favoriten, Teil 1

Etwa die Hälfte der Regular Season in der NBA ist vorbei. Es zeichnet sich bereits recht deutlich ab, welche Teams schon für die Playoffs planen können, wo es vermutlich nur noch um Spielerentwicklung und Picks geht oder bei welchen Teams noch zwischen Platz 5 und 12 alles denkbar ist. Aber auch die Spieler können sich schon langsam Gedanken machen, wie es mit individuellen Auszeichnungen aussieht. Einige Veteranen suchen vielleicht schon nach Platz in ihrem gut gefüllten Trophäen-Schrank, andere können auf ihren ersten (Profi-)Award hoffen. Um letztere soll es heute gehen: Wer kann sich zum Rookie of the Year krönen? Nachdem im letzten Jahr unter anderem durch Verletzungen in Malcolm Brogdon überraschend ein Zweitrundenpick gewinnen konnte, sind dieses Jahr die Favoriten aus der frühen Lottery im Vorteil – oder?

Julian Lage: Wird Donovan Mitchell Rookie of the Year? Aller Wahrscheinlichkeit nach nicht. Sollte er es werden? Stand heute ebenfalls eher nicht. Nach einer halben Saison ist in dieser Hinsicht natürlich noch nicht das letzte Wort gesprochen, so dass er noch brauchbare Chancen auf die Auszeichnung hat. Schließlich führt er die Rookies schon in der für viele wichtigsten Statistik an – im Scoring. Mit derzeit 18,5 PPG liegt er recht klar vor Kyle Kuzma (17,1), Ben Simmons (16,9) und Lauri Markannen (14,9). Auch bei seinen Jazz nimmt er die Rolle als Topscorer ein – in Rodney Hood trifft nur ein weiterer Spieler mit ähnlichem Volumen (16,8), der Derrick Favors, der zur Zeit verletzte Rudy Gobert und Ricky Rubio stehen gerade im zweistelligen Bereich (12,5/11,6/11,3). Zudem stand Mitchell nur ziemlich genau ein Drittel seiner Minuten mit Hood auf dem Feld, so dass er meist die klare erste Option seines Teams darstellt. Das spiegelt sich in seiner Usage Rate wider, die meisten Konkurrenten um den Rookie of the Year-Award bleiben klar unter Mitchells 28,5% abgeschlossener Angriffe.

Dieser Aspekt stellt vermutlich das stärkste Argument für den Jazz-Rookie dar. Kein anderer Spieler hat eine solche Verantwortung bei einem Team mit Playoffambitionen: Dennis Smith J.R. nimmt zwar ähnlich viele Würfe, die Mavs dürfen aber kaum noch auf die Postseason hoffen. Jayson Tatum spielt dagegen bei einem Spitzenteam, so dass er von der Qualität im Roster profitiert – entsprechend sind deutlich mehr seiner Abschlüsse assisted. Simmons hält als Spielmacher den Ball ähnlich oft in der Hand, kann sich jedoch teilweise hinter die erste Option Joel Embiid zurücknehmen.

Aus der großen Rolle erwächst jedoch auch ein Problem für Mitchell, das für Rookies nicht untypisch ist: Er erzielt nur ein klar unterdurchschnittliches Offensivrating von 102. Die mangelnde Effizienz stellt den Wert seiner knapp 20 Punkte natürlich in Frage – nimmt er sich zu viele Abschlüsse, sollte er sich mit einer kleineren Rolle begnügen? Natürlich wäre eine höhere Trefferquote wünschenswert, den Jazz fehlen aber in der Offense schlicht die Alternativen. Hood und Rubio sind noch ineffizienter (ORtg von 100 bzw. 96), bessere Quoten weisen vor allem die relativ limitierten Rollenspieler wie Epke Udoh, Jonas Jerebko und Thabo Sefolosha auf. Auch die Big Men Favors und Gobert brauchen Unterstützung von den kleinen Positionen. Daher erfüllt Mitchell seine Rolle weitgehend, auch solange er unterdurchschnittlich effizient bleibt. Das bestätigt sein On/Off-Rating von +3,5, während andere Schlüsselspieler wie Joe Ingles, Rubio und Hood in dieser Statistik bis zu zweistellig im Minus stehen.

Donovan Mitchell ist somit kein Rookie of the Year-Kandidat wie Michael Carter-Williams, der bei einem schlechten Team ohne Rücksicht auf das Ergebnis Würfe erhielt. Er musste sich – gerade als relativ später (13.) Pick – seine Minuten und Spielanteile erst erkämpfen und konnte sich über die ersten Monate der Saison hinweg klar steigern. In einer Saison mit schwächerer Konkurrenz unter den Rookies hätte das für den Award reichen können – unter den derzeitigen Bedingungen müsste Mitchell vermutlich in den restlichen Saisonspielen zumindest eine durchschnittliche Effizienz erreichen, um verdienter Rookie of the Year zu werden.

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David Krout: Jayson Tatum hat mit seiner Produktivität und vor allem mit seiner Effizienz überrascht, welche wohl das wichtigste Argument für seine Rookie of the Year Kandidatur ist. Es geschieht nicht oft, dass ein Rookie einer der wichtigsten Spieler eines Teams ist, das derzeit einen 60 Siege Kurs ansteuert. Nun hat er natürlich auch das Glück, einem Team mit 3 Allstars beizutreten, was Top 5 Picks normalerweise nicht geboten wird.

Dennoch ist seine Entwicklung seit seiner College Saison bei den Duke Blue Devils beeindruckend und sollte man nicht ignorieren, dass die Rolle in der er gedeiht eine ist die man ihm als Prospect nicht zugemutet hätte. Im College zeigte er sich als Isolationscorer mit einer Tendenz zu ineffizienten Würfen und wenig Interesse zu verteidigen. Bei den Boston Celtics hat er sich aber als erfolgreicher Off-Ball Spieler gezeigt, der hauptsächlich davon profitiert, dass Kyrie Irving und Al Horford die Defense zwingen, auf sie zu reagieren.

Diese Dynamik hat dazu geführt, dass Jayson Tatum nur knapp 20% seiner Würfe aus der Mitteldistanz nimmt, aber hauptsächlich als Slasher oder Spot-up Shooter an der Dreierlinie agiert. Diese Änderung in seinem Spielstil erlaubt es ihm mit 62 TS% einer der effizienteren Spieler in der ganzen Liga zu sein.

Seine Defense ist eine weitere große Überraschung, er hat bereits einige gute Momente gegen elitäre Scorer wie Kemba Walker oder sogar James Harden gehabt. Die Celtics-Defense switched enorm viele Screens, wo Tatum seine Länge enorm gut nutzt. Er schafft es dadurch sowohl Distanzwürfe zu beeinflussen, als auch Guards, die an ihm vorbeikommen, wieder einzuholen und am Korb zu stoppen.

Die Kritik an seiner Kandidatur beruht darauf, dass er lediglich ein Rollenspieler für die Celtics ist, während andere Kandidaten ihr Team tragen müssen. Das ist zwar nicht unbedingt falsch, seine Usage von 17.8% und niedrige Zahl an Würfen (10.9 pro Spiel), schließen sogar daraufhin. Das ignoriert jedoch die Flexibilität die er Boston bietet.

Zudem ist seine Leistung in der Clutch eine der wichtigsten Zutaten für den Erfolg den sein Team bisher genießen konnte. In diesen Situationen hat Tatum 63.6% seiner Würfe getroffen, und hat mehr Versuche als jeder Mitspieler außer Kyrie Irving. Es sollte also klar sein, dass er in der ersten Saisonhälfte einer der wichtigsten Elemente dieses Boston Teams ist.

Trotz dieser Errungenschaften, die für einen Jugendlichen in der NBA fast unerhört sind, kommt seine Verantwortung der von Ben Simmons oder Donovan Mitchell in keiner Weise nahe. Wenn Tatum ein schlechtes Spiel spielt, haben die Celtics meist genug andere Waffen um das Spiel zu gewinnen. Diesen Luxus haben die Philadelphia 76ers und Utah Jazz einfach nicht. Im direkten Vergleich mit den beiden fällt es trotzdem auf, dass er bisher keine gravierenden Schwächen wie zum Beispiel Simmons‘ Mangel eines Jump Shots oder Mitchell’s teilweise fragwürdige Defense zu sein scheinen. Natürlich ist die höhere Teamqualität ein Faktor, der mögliche Schwächen besser deckt und womöglich vertuscht. Genauso wie sie vermutlich dafür verantwortlich ist, dass Tatum nicht nur ein bedeutend höheres ORtg sondern auch ein niedrigeres DRtg als die anderen beiden Rookies hat.

Es wird interessant zu sehen ob Tatum noch Grund gewinnen kann, denn Headcoach Brad Stevens hat in den letzten Wochen betont, dass er ihm eine größere Rolle zuweisen will und ihn auch öfter mit Bankeinheiten auf das Parkett gestellt. Dies könnte seine Statistiken zwar im Volumen stärken, würde aber vorrausichtlich negative Auswirkungen auf seine Effizienz haben.

Aufgrund dieser Faktoren ist es äußerst unwahrscheinlich, dass er in diesem Rennen eine Chance gegen die Rookies aus Utah und Philly hat, aber seine beeindruckende Evolution und steile Wachstumskurve als Spieler schließen es auch nicht komplett aus. Historisch gesehen wird bei diesem Award die Schwierigkeit ein essentieller Spieler auf einem erfolgreichen Team zu sein unterschätzt, und Tatums Konkurrenz ist einfach zu stark dafür, dass man mit einer Abweichung dieser Mentalität rechnen sollte.

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Philipp Rück: Diese Rookie-Klasse ist eine der stärksten in den vergangenen Jahren. Dies zeigt sich sowohl in der Breite der Klasse, wo man sogar bis tief in der ersten Runde starke Rollenspieler draften konnte (Josh Hart, Kyle Kuzma), sondern auch in der überraschend guten Spitze des Jahrgangs. Meine beiden Kollegen haben schon für Mitchell und Tatum argumentiert, die in den letzten Jahren mit dieser Leistung den Award wahrscheinlich immer gewonnen hätten. In diesem Jahr gibt es neben diesen beiden zukünftigen Stars aber einen noch besseren Rookie: Ben Simmons.

Wie man meinem Twitter-Account über den letzten Wochen entnehmen konnte, bin ich selbst Simmons´ größter Kritiker. Die Passivität im Dezember zog das ganze Team mit hinunter. Aber man sollte nicht vergessen, dass wir hier über einen Rookie reden. Er hat die Messlatte nach seinem fantastischen Saisonstart selbst so hoch gelegt, wodurch man manchmal den falschen Bewertungsmaßstab anlegt.

Simmons ist nicht der beste Spieler der Sixers und kann das Team (noch) nicht selbst tragen. Aber das muss ein Anwärter auf den ROY-Award auch nicht. Nichtsdestotrotz ist er der zweitbeste Spieler des nach Simple Rating Systems 4. besten Teams im Osten (10. ligaweit). Sein ORtg ist mit 103 zwar nur unterdurchschnittlich, aber dies ist für Rookies in großer offensiven Rolle auch zu erwarten (siehe Mitchell). Seine Usage Rate von 24 % wird aber nicht annähernd der Rolle gerecht, die er bei den Sixers wirklich inne hat, da er vergleichsweise wenig selbst abschließt. Wie wichtig er in der Offensive Philadelphias ist, kann man an drei anderen Kenngrößen abschätzen. Zum einen führt er die Liga in Touches pro Spiel an, d.h. kein Spieler berührt den Ball pro Spiel häufiger als der Australier. Selbst wenn man viele “leere” Ballberührungen, wie sie bei den Sixers offensiv schematisch oft vorkommen, abzieht, ist immer noch deutlich, dass Simmons den Ball so viel in den Händen hält wie etablierte Franchiseplayer der Liga (Westbrook, Harden und James folgen auf der Liste der meisten Touches). Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Time of Possession und den Drives pro Spiel. Er ist überall in der Spitzengruppe zu finden, was das Volumen angeht. All jenes deutet darauf hin, dass Simmons nicht nur deutlich mehr und öfter den Ball in der Hand hält als andere Rookiekonkurrenten, sondern auch auf ähnlichem Niveau wie Stars der NBA kreiert. Eine NBA-Offensive zu führen, d.h. für sich und andere effiziente Würfe zu kreieren, ist der schwierigste und gleichzeitig wertvollste Skill im Basketball. Diese primären Ballhandler, zu denen wie gezeigt auch Simmons zählt, treffen im Angriff ihres Teams fast jede Entscheidung, sind in nahezu jeden Angriff involviert. Diesen “Druck” haben Mitchell und Tatum nicht. Sie haben den “Luxus”, in manchen Possessions gar nichts am Ball machen zu müssen und keine Entscheidungen zu treffen.

Auch wenn man fairerweise sagen muss, dass Simmons´ Skillset für einen off-ball-Einsatz eher weniger zu gebrauchen wäre, so ist es doch generell im Basketball deutlich einfacher, effizient zu sein, wenn man in kleinerer Rolle auftritt.

Ja, Ben Simmons tritt offensiv nicht sonderlich effizient auf. Dennoch muss konstatiert werden, dass die Sixers-Offense unter seiner Führung deutlich verbessert ist. Philadelphia schloss die letzten vier Jahre jedes Mal mit Abstand mit der schlechtesten Offensive der NBA ab, dieses Jahr befindet man sich auf Platz 17. Seine große Rolle wurde schon erörtert; wichtig ist in diesem Zusammenhang auch der Mangel an weiterem Playmaking im Roster. Joel Embiid ist die einzig verlässliche Halbfeld-Option, die sich selbst einen Wurf kreieren kann. Ansonsten gibt es keinen Spieler, der Playmaking und Creation aufbietet. Umso bemerkenswerter ist die Leistung, die Simmons erbracht hat, um die Sixers offensiv zurück in den NBA-Durchschnitt zu führen.

Er hat nicht die Effizienz Jayson Tatums und nicht das Scoring-Output Donovan Mitchells. Er hat noch so viele Lücken im Spiel. Er wirft seine Freiwürfe mit der falschen Hand und trifft nur ein wenig mehr als die Hälfte. Er hat keinen Jumpshot, probiert und trifft keine Dreier. Und trotzdem ist er bereits jetzt ein überdurchschnittlicher Playmaker, Passer und Transition-Spieler. Als Rookie wohlgemerkt.

Seine Defensive soll nicht gänzlich unerwähnt bleiben. Simmons ist bereits heute ein guter Verteidiger, der besonders dann glänzen kann, wenn er seinen überragenden Basketballverstand nutzt, um das Spiel zu lesen. Er antizipiert früh, welche Rotation er machen muss, wo der Ball hinkommen wird und kennt (meistens) die Stärken des Gegners. Seine körperlichen Fähigkeiten (Schnellligkeit, Sprungkraft, Athletik) nutzt er sehr geschickt aus und bildet zusammen mit Covington ein starkes Flügelduo, das beliebig untereinander switchen kann (Sixers-Defense Platz 5). Stand jetzt ist er auch vielleicht der beste Defender des Jahrgangs, weswegen der Rookie des Jahres momentan nur an Ben Simmons gehen kann.

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18 comments

  1. Avatar

    lemanu

    schöne wasserstandsmeldung :tup:
    bin auch eurer meinung dass simmons derzeit favorit ist, in der offentlichen wahrnehmung sowieso und vermutlich auch objektiv, zu special ist einfach das was er teilweise zeigt.
    er zeigt das potential ein superstar in dieser liga zu sein.

    ich will trotzdem mit euch diskutieren ;)
    und zwar das donovan mitchell, wenn primär die leistung diese saison zählt und nicht va das potential zumindest auf gleichauf mit simmons stehen müsste wenn nicht sogar vor ihm.

    wie du schreibst julian trägt er das team offensiv, er ist in der starting 5 und in crunch time die erste scoring option und anders als phillip rück schreibt eben auch großteils der primäre ballhandler und hat gerade nicht den “”Luxus”, in manchen Possessions gar nichts am Ball machen zu müssen und keine Entscheidungen zu treffen.” da hat simmons mit embiid sogar eher mehr einen co-star an den er deferieren kann.
    sicher spielt er auch mit rubio, aber wenn es in der crunchtime darauf ankommt wie zb im spiel gegen die cavs sitzt rubio oft genug auf der bank und mitchell trägt die verantwortung.

    und das, so muss man festhalten für einen rookie sehr effizient! ohne rubio und mit mitchell scoren die jazz 1,12 ppp deutlich besser als die 1,03 ppp andershabt (die 76ers sind mit /ohne simmons etwa gleich gut 1,08 vs 1,07)
    mitchell selbst zeigt sich selbst als alleiniger ballhandler auch dtl besser 1,10 ppp.

    julian du schreibst dass mitchell zumindest eine durchschnittliche effizienz erreichen muss.
    mir fehlt da der hinweis das der trend klar dorthin zeigt.
    mitchells splits über die saison ORtg/TS%
    oktober 77 / 41%
    november 101 / 52%
    dezember 108 / 61%
    (im januar bisher erst 4 spiele mit 103 ORtg)

    während der trend bei simmons bis januar eher in die entgegengesetzte richtung weißt. (ORtg oktober 112/ november 102/ dezember 97 )

    ein bisschen stellt sich auch die frage wie sehr ein spieler, der bereits ein volles jahr mit einer NBA frenchise verbracht noch ein kompletter rookie ist (ich würde sagrn immernoch 85,67% ;) )

    svhade dass ihr über kuzma nicht geschrieben habt, ihn hab ich von den top rookies am wenigsten gesehen bisher, da wurde mich eure meinung sehr interessieren.

  2. Julian Lage

    |Author

    Danke für die Rückmeldung – die positive Entwicklung von Mitchell hätte ich etwas deutlicher machen können, das stimmt. Ich hatte ja drin, dass er sich die Rolle im Gegensatz zu den anderen erst erkämpfen musste. Allerdings sind Leistungsschwankungen bei Rookies ja nicht überraschend, das sollte man dann meiner Meinung nach in beide Richtungen nicht überbewerten.

    Wenn du Simmons’ Extra-Jahr in der Liga ansprichst, solltest du außerdem auch nicht unter den Tisch fallen lassen, dass Mitchell zwei auf dem College verbracht hat und entsprechend nur ungefähr nen Monat jünger ist. Tatum andererseits ist mehr als ein Jahr jünger.

    Kuzma geht etwas zu unrecht in der ganzen Ball-Debatte unter, das sehe ich ähnlich. Aber bei drei Beiträgen mussten wir glaube ich genau die drei Kandidaten beleuchten, außerdem hat Kuzma den Vorteil, innerhalb des Teams und auch generell etwas mehr unter dem Radar zu schwimmen. Lakers sind jetzt aber auch nicht mein Nr 1-League-Pass-Team…

  3. kdurant35

    MMn sind die drei klar vorn. Kuzma würde ich eher ins zweite Glied zu den Verfolgern der drei stecken. Rein vom Verhältnis Pickposition und Output wäre er wohl vorn. Aber so seh ich ihn nicht ganz auf dem Niveau. Deshalb habt ich die richtige Wahl getroffen :tup:

    Das Simmons bereits ein Jahr im NBA-Umfeld war, seh ich ebenfalls als Vorteil. Aus meiner Sicht hat die Erfahrung gezeigt, dass ein Jahr im NBA Umfeld einem Jahr College vorzuziehen ist (aber natürlich kleine sample size). Bei der Award-Vergabe spielt das aber keine Rolle. Deshalb kann man das in dem Fall ausklammern.

    Persönlich seh ich Simmons derzeit vorn. Gerade der Start in die Saison war extrem stark. Aus meiner Sicht ist es aber eng genug, dass sich dies bis zum Saisonende noch ändern kann.
    Insgesamt aber einfach eine bisher überwiegend tolle Draftklasse. Bis mitte zweiter Runde haben mich bisher einige überzeugt. Langfristige Entwicklung wird sehr interessant.

  4. Dennis Spillmann

    Kuzma ist einfach ein sehr viel älterer, schlechterer Tatum: Er kann sich nichts kreieren, dribbelt deswegen nicht, verteidigt kaum. Dazu nimmt er einfach keine Dreier, wenn er nicht offen steht. Dafür sind 37% ordentlich, aber auch nichts, was einen umhaut.
    Er profitiert davon, dass die Lakers im Prinzip keinen guten Scorer haben und Ball den Ball loswerden will (aber bisher sehr schlecht für Kuzma kreiert: 8 Pässe pro Spiel, 1 Assist).
    Das sieht (bisher natürlich) nach einem Stretch-Back-Up aus, vielleicht so wie CJ Miles. Dazu ist für mich die Vier perspektivisch die wichtigste Position bzw. sie definiert, was ein Team ist oder sein kann. Von Kuzma habe ich bis auf assistiertes Scoring nichts gesehen. Das ist hoffentlich nicht im Kreis der besten Prospects eines Jahrgangs.

  5. kdurant35

    Kuzma ist einfach ein sehr viel älterer, schlechterer Tatum: Er kann sich nichts kreieren, dribbelt deswegen nicht, verteidigt kaum. Dazu nimmt er einfach keine Dreier, wenn er nicht offen steht. Dafür sind 37% ordentlich, aber auch nichts, was einen umhaut.
    Er profitiert davon, dass die Lakers im Prinzip keinen guten Scorer haben und Ball den Ball loswerden will (aber bisher sehr schlecht für Kuzma kreiert: 8 Pässe pro Spiel, 1 Assist).
    Das sieht (bisher natürlich) nach einem Stretch-Back-Up aus, vielleicht so wie CJ Miles. Dazu ist für mich die Vier perspektivisch die wichtigste Position bzw. sie definiert, was ein Team ist oder sein kann. Von Kuzma habe ich bis auf assistiertes Scoring nichts gesehen. Das ist hoffentlich nicht im Kreis der besten Prospects eines Jahrgangs.

    Den Vergleich mit Tatum find ich doch sehr gewagt.

    Ansonsten geb ich dir recht. Gerade was die Perspektive angeht sind da viele Fragen offen. Sicher kann er ein guter Rollenspieler werden, mehr muss er mir erst beweisen.

    Trotzdem würde ich seine Rookiesaison als sehr stark ansehen. Auch wenn die D sicher eher schwach ist. Oft ist es ja rein bilanztechnisch eher schlecht, wenn Rookies zu viel kreieren. Da kommen meist zu viele Fehler raus.
    Betrachte ich daher NUR die Leistung in dieser Saison ist dies nicht unbedingt ein Nachteil.

    Aber langfristig gehe ich davon aus, dass er kein Top10 Spieler des Drafts sein wird.

  6. Dennis Spillmann

    Den Vergleich mit Tatum find ich doch sehr gewagt.

    Inwiefern? Beides Rollenspieler, die nicht dribblen. Kuzma WAY worse. Gehört für mich also gar nicht erst in die Diskussion.

  7. Julian Lage

    |Author

    Mit den Tatum/Miles-Vergleichen würde ich auch nicht mitgehen, die sind beide Wings, die auch 4 spielen können. Kuzma würde ich eher als Stretch Big verstehen. Ihm fehlt natürlich zu so jemandem wie Frye einiges an Länge, aber zumindest der Wurf ist bei hohem Volumen da. Damit kann man auf jeden Fall schon mal was anfangen, auch wenn es nicht unbedingt Star-Potential bedeutet.

    Die Defense halte ich bei Rookies für nicht so wichtig, viele müssen einfach erst noch rausfinden, wie das in der NBA geht. Solange jemandem nicht komplett die Tools (v.a. Geschwindigkeit oder Länge) fehlen, ist zumindest guter Durchschnitt immer drin. Stattdessen sehe ich lieber, dass ein wichtiger Skill klar auf NBA-Niveau ist, wie bei Kuzma das Scoring.

  8. Avatar

    lemanu

    Das sieht (bisher natürlich) nach einem Stretch-Back-Up aus, vielleicht so wie CJ Miles. Dazu ist für mich die Vier perspektivisch die wichtigste Position bzw. sie definiert, was ein Team ist oder sein kann. Von Kuzma habe ich bis auf assistiertes Scoring nichts gesehen. Das ist hoffentlich nicht im Kreis der besten Prospects eines Jahrgangs.

    hahah BURN!
    hälst aufjedenfall nicht viel von ihm was? hab wie gesagt nicht viel gesehen von ihm aber die zahlen sind schon nicht schlecht für einen rookie..
    in den highlight reels sieht man mmn schon scoring instinct / talent das ein ceiling über einem bank spieler andeutet.

    Allerdings sind Leistungsschwankungen bei Rookies ja nicht überraschend, das sollte man dann meiner Meinung nach in beide Richtungen nicht überbewerten.

    das stimmt schon nur den oktober muss man mmn rausrechnen aus der gesamt gleichung da ist mitchell einfach direkt reingeworfen worden und musste sich einfach erstma an den anderen speed gewöhnen.
    dazu muss man sagen dass man auch beim spielen fortschritte sieht. zb war er am college fast noch exklusiv ein two foot leaper nachdem er zu beginn gut abgeräumt wurde hat er sich ein paar neue moves angewöhnt.

  9. Poohdini

    Ich will hier niemanden angehen, aber ich halte das “Simmons hat schon ein Jahr NBA Erfahrung für ein fadenscheiniges und schwachsinniges Argument. Im Vergleich zum Rest der Klasse hat er quasi ein Jahr mehr, in dem er keine Spielpraxis hat, keine Reps hatte, keine Training hatte und keine Möglichkeit hatte, sich großartig individuell zu verbessern. Während andere gespielt haben (wenn auch nur am College), war Simmons verletzt.

    Dennis spricht es indirekt ja bei Mitchell an. Aber ich will das noch einmal betonen. Den einzigen Vorteil, den er hat, ist, dass er Teile des Playbooks kennt, Privatunterricht bei Brown bekam und ein Jahr länger im NBA Programm ist, was Ernährung, Schlaf etc angeht. Ich bezweife, dass das den Mangel an Spielpraxis wettmacht. Vielleicht ist Simmons einfach nur so gut.

    Zu Kuzma: Dass er wahrscheinlich nicht mehr als Rollenspieler/Starter sein wird, würde ich wahrscheinlich auch zu sehen. Aber umgekehrt hat er wahnsinnig großes Mismatch-Potential. Für Flügel ist er oft zu groß und genauso schnell, für Bigs ist er viel zu schnell. Er kann den Korb attackieren (nicht im Sinne eines Lead Guards oder so), kann werfen und hat unglaublichen Touch. Ich glaube er könnte einer dieser Premiumrollenspieler sein wie Klay Thompson etc.

  10. kdurant35

    Ich will hier niemanden angehen, aber ich halte das “Simmons hat schon ein Jahr NBA Erfahrung für ein fadenscheiniges und schwachsinniges Argument. Im Vergleich zum Rest der Klasse hat er quasi ein Jahr mehr, in dem er keine Spielpraxis hat, keine Reps hatte, keine Training hatte und keine Möglichkeit hatte, sich großartig individuell zu verbessern. Während andere gespielt haben (wenn auch nur am College), war Simmons verletzt.

    Da sind wir unterschiedlicher Meinnung. Ich würde das natürlich nicht mit einem Jahr spielen gleichsetzen.
    Aber das ist ja derzeit gerade die Problematik der Vollegeregelung. Zum einen wollen Teams größere Sample Size vor dem Draft. Zum anderen die Talente aber lieber heute als morgen ins NBA Programm holen. Das ist ja nicht grundlos so?
    Kann ein Spieler gar nicht am Spiel arbeiten sieht das womöglich anders aus. Da hab ich jetzt zu wenig Hintergrundinfos bei Simmons. Deshalb war meine Aussage eher allgemein und nicht speziell auf Simmons bezogen.
    Gab aber auch zahlreiche Spekulationen ob er vergangene Saison spielen könnte. Dazu auch darüber, dass er in dem Jahr mächtig Masse zugelegt hat. Sollte das stimmen, ist das ja kein verlorenes Jahr.

    Das soll aber auch keineswegs die Leistung von BS herabsetzten. Mit einem vollen Jahr NBA inkl. Spielpraxis wäre er wohl noch besser. Aber wenn man schon ein Jahr ausfällt, dann lieber im Umfeld eines NBA Teams als am College.

  11. Avatar

    Pillendreher

    Das sieht (bisher natürlich) nach einem Stretch-Back-Up aus, vielleicht so wie CJ Miles.

    Du bist wohl nicht informiert genug. Lakers RealGM lässt einen Folgendes wissen:

    I have no doubt we got a total steal, that he’s gonna be a stud.

    8-)

  12. Poohdini

    Ich will hier niemanden angehen, aber ich halte das “Simmons hat schon ein Jahr NBA Erfahrung für ein fadenscheiniges und schwachsinniges Argument. Im Vergleich zum Rest der Klasse hat er quasi ein Jahr mehr, in dem er keine Spielpraxis hat, keine Reps hatte, keine Training hatte und keine Möglichkeit hatte, sich großartig individuell zu verbessern. Während andere gespielt haben (wenn auch nur am College), war Simmons verletzt.

    Da sind wir unterschiedlicher Meinnung. Ich würde das natürlich nicht mit einem Jahr spielen gleichsetzen.
    Aber das ist ja derzeit gerade die Problematik der Vollegeregelung. Zum einen wollen Teams größere Sample Size vor dem Draft. Zum anderen die Talente aber lieber heute als morgen ins NBA Programm holen. Das ist ja nicht grundlos so?
    Kann ein Spieler gar nicht am Spiel arbeiten sieht das womöglich anders aus. Da hab ich jetzt zu wenig Hintergrundinfos bei Simmons. Deshalb war meine Aussage eher allgemein und nicht speziell auf Simmons bezogen.
    Gab aber auch zahlreiche Spekulationen ob er vergangene Saison spielen könnte. Dazu auch darüber, dass er in dem Jahr mächtig Masse zugelegt hat. Sollte das stimmen, ist das ja kein verlorenes Jahr.

    Das soll aber auch keineswegs die Leistung von BS herabsetzten. Mit einem vollen Jahr NBA inkl. Spielpraxis wäre er wohl noch besser. Aber wenn man schon ein Jahr ausfällt, dann lieber im Umfeld eines NBA Teams als am College.

    Natürlich wollen die NBA Teams die Jungs eher früher als später im NBA Programm haben. Das liegt aber daran, dass die Jungs dann richtig trainieren können und an den Dingen arbeiten können, die für die NBA Teams wichtig sind. Kein Schulunterricht, spielen und trainieren in NBA Offensiven und Defensiven.
    Simmons´ Fuß war nicht komplett verheilt, deshalb hat er nicht spielen können und logischerweise auch nicht trainiert. Wo hätte die Verbesserung herkommen sollen, die ihm einen Vorteil gegenüber den Draftees 2017 gegeben hätten?

    Wie gesagt, den Vorteil des NBA Conditioning-, Ernährungs- und Schlafprogramms wird durch die mangelnde Spielpraxis wohl wett gemacht.

  13. kdurant35

    Ich will hier niemanden angehen, aber ich halte das “Simmons hat schon ein Jahr NBA Erfahrung für ein fadenscheiniges und schwachsinniges Argument. Im Vergleich zum Rest der Klasse hat er quasi ein Jahr mehr, in dem er keine Spielpraxis hat, keine Reps hatte, keine Training hatte und keine Möglichkeit hatte, sich großartig individuell zu verbessern. Während andere gespielt haben (wenn auch nur am College), war Simmons verletzt.

    Da sind wir unterschiedlicher Meinnung. Ich würde das natürlich nicht mit einem Jahr spielen gleichsetzen.
    Aber das ist ja derzeit gerade die Problematik der Vollegeregelung. Zum einen wollen Teams größere Sample Size vor dem Draft. Zum anderen die Talente aber lieber heute als morgen ins NBA Programm holen. Das ist ja nicht grundlos so?
    Kann ein Spieler gar nicht am Spiel arbeiten sieht das womöglich anders aus. Da hab ich jetzt zu wenig Hintergrundinfos bei Simmons. Deshalb war meine Aussage eher allgemein und nicht speziell auf Simmons bezogen.
    Gab aber auch zahlreiche Spekulationen ob er vergangene Saison spielen könnte. Dazu auch darüber, dass er in dem Jahr mächtig Masse zugelegt hat. Sollte das stimmen, ist das ja kein verlorenes Jahr.

    Das soll aber auch keineswegs die Leistung von BS herabsetzten. Mit einem vollen Jahr NBA inkl. Spielpraxis wäre er wohl noch besser. Aber wenn man schon ein Jahr ausfällt, dann lieber im Umfeld eines NBA Teams als am College.

    Natürlich wollen die NBA Teams die Jungs eher früher als später im NBA Programm haben. Das liegt aber daran, dass die Jungs dann richtig trainieren können und an den Dingen arbeiten können, die für die NBA Teams wichtig sind. Kein Schulunterricht, spielen und trainieren in NBA Offensiven und Defensiven.
    Simmons´ Fuß war nicht komplett verheilt, deshalb hat er nicht spielen können und logischerweise auch nicht trainiert. Wo hätte die Verbesserung herkommen sollen, die ihm einen Vorteil gegenüber den Draftees 2017 gegeben hätten?

    Wie gesagt, den Vorteil des NBA Conditioning-, Ernährungs- und Schlafprogramms wird durch die mangelnde Spielpraxis wohl wett gemacht.

    Mir fehlt da das insiderwissen, wie Simmons trainieren konnte. Soweit ich mich erinnere gab es jedoch wenige Wochen nach der OP Meldungen, dass Ben Simmons wieder an sich arbeiten kann. Ob nur im Kraftraum oder was alles möglich war weiß ich jedoch nicht mehr.

    Edit: hab gerade kurz nachgeschaut
    – am 17.10 hieß es, das er wieder im Training sei (ohne genaue Erleuterung)
    – mitte Dezember Wurftraining ohne Boot
    – Januar wurde von workouts vor Spielen berichtet (noch ohne großen Kontakt)
    – kurz danach sprach Brown davon, dass er damit rechne, dass BS in kürze spielen werde (aber noch kein 5-5 Training)
    – im Februar dann die ernüchternde Nachkontrolle
    – im April dann freigegeben für 5-5 Training

    Ich bin da sicher nicht so tief drin wie du. Klingt für mich aber nicht, als könnte er ein Jahr nicht trainieren. Sehr wage ist wohl eher der Umfang des Trainings.

    Jenachdem wie umfangreich die Möglichkeiten waren, lässt sich durchaus darüber streiten, ob das jetzt besser oder schlechter ist wie ein Jahr College mit Spielpraxis (dafür meist gegen weit unterlegene Gegner).
    Die Beobachtungen die ich gamacht habe (z.B. Griffin, Embiid, Simmons und auch Noel) zeigten halt, dass die Rookies nach einem Jahr verletzungsbedingtem Ausfall besser eingeschlagen sind als ein Jahr zuvor erwartet. Auch die Rookie Wall ab Saisonmitte war dort kaum sichtbar. Aber wie bereits geschrieben handelt es sich hierbei natürlich um eine sehr kleine sample size.
    Dennoch gabs in den USA deshalb schon zahlreiche Diskussionen, ob diese Spieler nach einem Jahr NBA-Zugehörigkeit überhaupt noch als Rookies gewertet werden sollen.

  14. Poohdini

    Also du meinst, man wird als Basketball besser, wenn man in den Shootarounds ein bisschen anschwitzt? Sein kompletter Arbeitsplan wurde demnach aufgebaut, wie man ihn eben für eine Rehabilitierenden anpasst. Da mache ich wahrscheinlich mehr beim Unisport.
    Der Knochen wuchs eine Zeit lang so zusammen wie es erwartet war. D.h. aber nicht, dass er so war, dass man normal Basketball spielen kann. Irgendwann ist er dann nicht mehr weiter so gewachsen wie erwartet und Simmons wurde zurück gehalten.

    Nochmal, es geht darum: Training heiß nicht gleich Training. Man wird nur besser, wenn man intensiv arbeitet. Das konnte er nicht, weil sein Fuß nicht so weit war wie er sein musste. Man kann sich vllt nicht ständig an irgendwelchen Bezeichnungen aufhängen. Ja, er hat bisschen trainiert, aber nicht so, dass man dadurch besser wird.

    Er seit dem Sommer ist er im vollen Training.

    Noel war als Rookie ein Vollkatastrophe, konnte im Gegensatz zu Simmons aber bereits viel früher richtig trainieren. Da sehe ich nicht, inwiefern ihm das Jahr besser gemacht hat.
    Embiid und Simmons sind vllt einfach gut, weswegen sie gut einschlagen. Bei Griffin weiß ich zu wenig über den Ablauf. Aber aus 4 Einzelfällen direkt eine Kausalität machen, obwohl es zig andere Gründe geben kann, ist viel zu einfach.

  15. Julian Lage

    |Author

    Ich bin da irgendwo zwischen euren Positionen. Erst mal würde ich sagen, dass man das College-Coaching bzw. die Vorbereitung auf den Profibetrieb v.a. außerhalb der großen NBA-Schmieden auch nicht überschätzen sollte. Vor allem, wenn da irgendwelche komischen Zonen gespielt werden und die Gegner ein paar Jahre später Zahnärzte und Ingenieure sind statt Profis. Zu dem Punkt hätten vielleicht unsere College-Jungs mehr zu sagen.
    Außerdem spielt glaube ich auch die Anpassung an Profi-Leben und NBA-Gepflogenheiten eine Rolle. Selbst, wenn man nur mit dem Team mitreist, lernt man denke ich schon einiges in die Richtung. Das kann von Spieler zu Spieler unterschiedlich wichtig sein je nach Persönlichkeit, aber es schadet Simmons beispielsweise sicher nicht, schon ein Jahr mit den Leuten verbracht zu haben, die er jetzt anspielen soll.

    Trotzdem würde ich ein Jahr an einem guten College, dazu die ganzen Pre-Draft-Workouts etc. als wertvoller ansehen als ein Jahr, das man nur mit Reha, Krafttraining und gegnerlosen Drills verbracht hat. In der Simmons vs. Mitchell-Debatte spielt der Punkt aber denke ich kaum eine Rolle, wenn man Wert auf Alter und Erfahrung bei RoYs legt, muss Tatum den Award bekommen.

  16. Avatar

    lemanu

    simmons ist einfach schon ein jahr länger profisportler, dh selbst wenn er nicht spielpraxis sammeln konnte, professionelles training, physiotherapie, reha, ernährung, taktiktraining dabei sein und beim zusehen lernen nicht so viel wert wie spielen aber auch nicht zu unterschätzen.

    dennoch sollte das in der debatte eine untergeordnete rolle spielen. wenn es legitim ist einen 19 jährigen one and done mit einem 22 jährigen nach 3-4 jahren college zu vergleichen dann ist das auch ok.

    die frage ist für mich: zählt nur der positive impact für ein team hier und heute oder muss man “flashes of greatness” ein eigenes gewicht einräumen.
    mitchell ist stand heute mmn der der fertigere basketball spieler mit dem besseren impact wenn es nur darum geht spiele zu gewinnen, simmons aber hat ebenfalls schon einen guten impact, darüberhinaus aber scheint bei ihm ein potential durch ein level erreichen zu können, das mitchell wohl eher nicht erreichen wird ( top 10 player )

  17. kdurant35

    Also du meinst, man wird als Basketball besser, wenn man in den Shootarounds ein bisschen anschwitzt? Sein kompletter Arbeitsplan wurde demnach aufgebaut, wie man ihn eben für eine Rehabilitierenden anpasst. Da mache ich wahrscheinlich mehr beim Unisport.
    Der Knochen wuchs eine Zeit lang so zusammen wie es erwartet war. D.h. aber nicht, dass er so war, dass man normal Basketball spielen kann. Irgendwann ist er dann nicht mehr weiter so gewachsen wie erwartet und Simmons wurde zurück gehalten.

    Nochmal, es geht darum: Training heiß nicht gleich Training. Man wird nur besser, wenn man intensiv arbeitet. Das konnte er nicht, weil sein Fuß nicht so weit war wie er sein musste. Man kann sich vllt nicht ständig an irgendwelchen Bezeichnungen aufhängen. Ja, er hat bisschen trainiert, aber nicht so, dass man dadurch besser wird.

    Er seit dem Sommer ist er im vollen Training.

    Noel war als Rookie ein Vollkatastrophe, konnte im Gegensatz zu Simmons aber bereits viel früher richtig trainieren. Da sehe ich nicht, inwiefern ihm das Jahr besser gemacht hat.
    Embiid und Simmons sind vllt einfach gut, weswegen sie gut einschlagen. Bei Griffin weiß ich zu wenig über den Ablauf. Aber aus 4 Einzelfällen direkt eine Kausalität machen, obwohl es zig andere Gründe geben kann, ist viel zu einfach.

    Ich habe keine Kausalität daraus gemacht und mehrfach die kleine sample Size angesprochen.
    Und in meiner ersten Antwort auf deinen Post hab ich auch geschrieben, dass vor allem die zugelegt Masse hervorgehoben wurde. Und da haben wir schon viele Spieler gesehen, die dort im Gegensatz zum College unter den Fitichen der NBA Coaches mächtig zugelegt haben.

    Das ein eingeschränktes Training ohne Spiele nicht das bin Plus ultra ist, steht ja kaum zur Diskussion.

    Ich akzeptiere ja deine Meinung. Denn ich beziehe mich in diesem Fall ja auch kaum auf eigene Beobachtungen, sondern auf Stimmen die ich im NBA Umfeld gelesen und gehört habe. Denn was hinter den Kulissen passiert kann ich ansonsten ja nicht beurteilen. Und von Griffin/Simmons etc bekam ja sonst nichts zu sehen.
    Aber das als schwachsinnig zu bezeichnen kann ich nicht nachvollziehen.

    BS ist für mich natürlich trotzdem Rookie of the Year. Denn für mich gibt’s da eh keine gleiche Chance, da sich eh jeder anders entwickelt. Deshalb zählt am Ende nur die Leistung. Und da würde ich DERZEIT auch Simmons wählen.

  18. Poohdini

    Ich sagte doch nur, dass ich das Argument schwachsinnig finde, unabhängig von wem es kommt. Ich hab es auch dargelegt. Und später habe ich auch gesagt, dass die Vorteile, die man hat, durch die Verletzung aufgehoben werden.


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