Set Play

Die Double Drag / Curry Decoy Action der Warriors

Set Play #6

Die Golden State Warriors sind unter Steve Kerr traditionell ein Team, welches sich durch gut ausgeführte Set Plays auszeichnet. Was passiert jedoch, wenn der Gegner Option A, B und C verteidigt? Am folgenden Beispiel aus der Playoff-Serie gegen die Clippers wird deutlich, wie flexibel und gut eingestellt die Jungs von Kerr sind.  

Früh in der Wurfuhr laufen die Warriors mit Curry eine Double-Drag Action. Es gibt zwei hohe Screens für Curry – gestellt von Looney und Draymond Green. In den Ecken befinden sich McKinney und Iguodala.  

Auf dem Papier sieht die Double-Drag Action wie folgt aus:

Genug der Theorie – wie sieht das Play auf dem Spielfeld aus?

Green blockt Currys Verteidiger, J. Green bleibt unter dem Screen und sinkt ab – auch weil Harrell etwas hedgt, um Curry in Folge des zweiten Screens aufzunehmen. 

Temple bleibt jeweils im Screen von Green und Looney hängen, Harrell nimmt nun Curry kurzzeitig auf, bis Temple recovert ist. J. Green bleibt auf einer Linie mit Harrell und etwas abgesunken zu seinem direkten Gegenspieler, um Curry keinen Platz für den Drive zu lassen.  

Green erhält in Folge im Handoff den Ball von Curry und wird komplett ignoriert. Temple ist noch etwas behind the play und JaMychal Green sorgt dafür, dass Curry die Situation nicht ausnutzen kann. Currys Gravity bindet, wie oftmals, zwei Gegenspieler. Dieser Fakt wird später noch sehr wichtig. 

Als Temple nun wieder in Position ist, rotiert JaMychal Green wieder zu seinem Gegenspieler zurück – alle Clippers verteidigen nun wieder ihren direkten Gegenspieler. Iguodala kommt hoch, um das Anspiel von Draymond Green zu bekommen.

Draymond stellt daraufhin einen Down-Screen für Steph. Temple bleibt abermals im Screen hängen, die Defense muss jetzt eine Entscheidung treffen. Gibt es den Switch zwischen JaMychal Green und Temple? Lassen sie Curry einfach den Pass bekommen top of the key? Temple ist zu weit zurückgefallen, um Curry noch effektiv beim Wurf zu stören. Sie entscheiden sich dafür Curry zu doppeln bzw. nicht zu switchen. 

Green cuttet draufhin völlig offen zum Korb. 

Harrell muss seinen Gegenspieler (Looney) verlassen um D. Greens Drive zu verhindern. Das kann Draymond Green dazu nutzen, um einen Alley Oop Pass auf Looney zu spielen. Easy Dunk! 

Was ist hier für die Clippers schief gelaufen? Das ursprüngliche Setplay wurde gut verteidigt und die möglichen anschließenden Ausstiege verhindert. Gegen eine derart eingespielte Offense passt letztendlich wirklich der Leitspruch „Defend the whole clock.“ Letztendlich kollabierte die Defense in dem Moment, als Temple und JaMychal Green nicht geswitcht haben. Dies ermöglichte Draymond Green den Drive und den Pass auf Looney.  

Curry, Green, Iguodala und Looney spielen schon eine Weile unter Steve Kerr. Mindestens drei dieser vier Akteure sind außerdem mit einem hohen Basketball IQ und guten Passfähigkeiten gesegnet und eignen sich ideal für diese read and react Aktionen nach „broken Setplays“. So fungierte Curry als Decoy und die ihm entgegengebrachte Aufmerksamkeit bescherte den Warriors mal wieder einen einfachen Abschluss.

Das Setplay als Video:

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