Houston Rockets

Houston Rockets: Mit neuem System zum Titel?

Als die Houston Rockets kurz vor der Trade Deadline ihren letzten etatmäßigen Big in Clint Capela im Austausch für Robert Covington wegtradeten, waren die Kritiker Houstons unüberhörbar. Die Rockets würden den Basketball kaputt machen, hätten ohne Big keine Chance auf den Titel und sowieso spielen angeblich alle Teams inzwischen gleich. Insbesondere die letzte Aussage erschien neutralen Beobachtern immer besonders absurd. Nicht nur spielt definitiv kein anderes Team der Liga wie die Rockets, ihre defensive Strategie geht sogar vollkommen entgegengesetzt den Prinzipien, die in den letzten Jahren viele der erfolgreichsten Teams ausgezeichnet hat. Grund genug für einen Blick auf den neuen Ansatz der Rockets, was die aktuell laufende Serie gegen die Oklahoma City Thunder über die Playoff-Tauglichkeit des Systems aussagt und ob das Team sogar eine Gefahr für die LA-Teams im Westen darstellen kann.

Nicht zu stoppende Offense?

Zuallererst muss an dieser Stelle leider ausgeführt werden, dass die statistische Sample Size nach wie vor ungenügend ist, um wirklich aussagekräftig zu sein. Zwischen den 22 Regular Season und vier Playoff-Spielen seit dem Trade Capelas steht nicht nur die Unterbrechung der Liga und der Umzug nach Orlando. Viele der Spiele gegen Ende der Bubble hatten eher wenig indikativen Charakter und die beiden Stars der Rockets James Harden und Russell Westbrook haben kombiniert in diesen 26 Spielen zwölf Spiele pausieren müssen. Warum das für die Rockets für noch größerer Bedeutung ist als für andere Teams, wird im weiteren Verlauf noch diskutiert. Es ist lediglich wichtig zu betonen, wie imperfekt manche der Statistiken für die „neuen“ Rockets noch sind.

Der erste Eindruck, den das offensive System der Rockets vermittelt, ist stets der von unglaublichem Spacing. Im Five-Out System des Teams stehen alle Spieler hinter der Dreierlinie und müssen dort zumeist auch respektiert werden. Es stellt wohl für niemanden mehr eine Überraschung dar, dass die Rockets seit dem Capela-Trade die mit Abstand meisten Dreier aller Teams der Liga nehmen (51.2% ihrer Abschlüsse sind Dreier, Platz 2 dieser Kategorie im selben Zeitraum ist Dallas mit 42.6%). Das bedeutet auch eine deutliche Steigerung zu den 44.2% vor dem Trade. Trotz des verbesserten Spacings ist die Anzahl der Würfe direkt am Ring, die trotz allem immer noch das Ziel eines jeden Teams sind, von 36.8% auf 34.2% und damit unter den Ligadurchschnitt gesunken. Das mag ein zuerst überraschender Fakt sein, wird jedoch mehr als aufgewogen dadurch, dass sich die Quote der Rockets am Ring beachtlich verbessert hat auf 66.4%. Die Erklärung dafür ist relativ einfach: Durch das extreme Spacing der Rockets ist es den gegnerischen Teams nicht mehr möglich, rechtzeitig zu helfen, um einen einfachen Layup zu verhindern, wenn einer ihrer Spieler im 1-gegen-1 geschlagen wurde. Und kaum ein Spieler der Liga ist so gut darin, Vorteile gegen seinen direkten Gegenspieler zu kreieren wie James Harden.

Auch für Russell Westbrook gestaltet sich dieses neue System als äußerst vorteilhaft, da es viele seiner Schwächen ausgleicht, die zu Beginn der Saison noch das Spiel der Rockets gelähmt hatten und es ihm stattdessen erlaubt seine Stärken im Drive besser einzusetzen. Auffällig ist ebenfalls, dass die 3er-Quote der Rockets längst nicht so furchteinflößend ist wie ihr Ruf. Mit nur 34.6% getroffenen Dreiern hat das Team seit dem Capela-Trade die fünftschlechteste Quote der gesamten Liga. Das zeugt wieder einmal davon, dass das Volumen eines Spielers insbesondere der Regular Season viel wichtiger für seine Gravity ist als die oftmals an dieser Stelle zitierte Dreierquote. Die Anzahl der Dreier mag der offensichtlichste und am häufigsten diskutierte Aspekt der Offense von Houston sein, es ist bei weitem aber nicht der Einzige, der das Team speziell macht.

Der zweite Aspekt hingegen erregt deutlich weniger Aufmerksamkeit, vielleicht auch deshalb, weil es sich eher um ein fehlendes Element handelt als etwas, das tatsächlich zu beobachten ist. Kein anderes Team der Liga verfügt über so wenig off-ball-Movement wie die Rockets. Auch wenn diese Eigenschaft die Teams aus Houston schon seit einigen Jahren auszeichnet, tritt sie durch das neue Offensivsystem noch deutlicher zu Tage. Diese Taktik spart den Rollenspielern nicht nur Kräfte, die sie am anderen Ende des Feldes einsetzen können, sie vereinfacht ihre Aufgaben darüber hinaus beträchtlich. Die Rollenspieler werden nie dazu genötigt, Vorteile zu generieren, sondern sie sollen sie lediglich verwerten. Ball Movement existiert fast ausschließlich nach Kick-out-Pässen, wenn die Defense bereits rotiert. Einzig die Portland Trail Blazers, die in einem recht ähnlichen System um Dame Lillard aufgebaut sind, spielen noch weniger Pässe pro Spiel als die Rockets. Das ermöglicht den Einsatz von Low-Usage-Spielern und puren Shootern wie Ben McLemore oder Danuel House, die mit schwierigen Entscheidungen vermutlich überfordert wären

Auch für die Starspieler hat dieser Ansatz durchaus Vorteile, obwohl sie zu einer größeren Creation-Rolle gezwungen werden. Durch das geringe Player-Movement ist zu jedem Zeitpunkt der Aktion klar, an welcher Stelle sich die Mitspieler befinden und die dementsprechenden Reads werden deutlich vereinfacht. Insgesamt können so die Turnover des Teams deutlich reduziert werden, solange das Team über die passenden High-Usage-Creator verfügt, die die initiale Aktion durchführen können. Da sich zwischen Westbrook und Harden drei der vier Saison mit der höchsten Usage aller Zeiten aufteilen, stellt das tatsächlich für die Rockets kein Problem dar, solange beide Spieler verfügbar sind und gestaggert werden können, sodass sich immer einer der beiden auf dem Feld befindet. Tatsächlich wird so sogar das Problem des „nur einen Balls“ gelöst, vor dem vor der Saison viele Experten in Bezug auf die beiden Stars gewarnt hatten. Hardens Usage (im 100. Percentile) und die von Westbrook (im 98. Percentile) bleiben unangetastet hoch.  Fällt jedoch einer der beiden Stars aus und es entstehen Minuten, in denen keiner der beiden auf dem Feld steht, wird dieses System schnell zu einem Problem. Weder Eric Gordon, der eine schwache Saison spielt, noch Austin Rivers verursachen gegnerischen Teams Angstausbrüche. Lineups der Rockets ohne Harden und Westbrook erzielen daher nur ein Offensivrating von 103.9 (9. Percentile).

Zum Problem kann dieses Konzept auch dann werden, wenn gegnerische Teams tatsächlich über individuelle Verteidiger verfügen, die Harden und Westbrook stoppen oder zu mindestens ihre Effektivität reduzieren können. Durch das vollkommene Fehlen eines kompetenten Screeners laufen die Angriffe daher oft auf ein Duell des besten Iso-Angreifer Houstons gegen den besten Iso-Verteidiger des gegnerischen Teams hinaus. Und auch wenn es nur wenige Spieler gibt, die Harden in diesem Aspekt auch annährend Paroli bieten können, wäre eine größere Variabilität der Offense sicherlich in manchen Situationen von Vorteil. Es hilft auch nur wenig, dass die Rockets seit der Umstellung des Systems die mit Abstand wenigsten Offensivrebounds der Liga (18.4%) holen, um sich zusätzliche Possessions zu sichern. Die Offense der Rockets ist daher schwer, aber nicht unmöglich zu stoppen und aufgrund der hohen Dreierrate mit einer enormen Varianz versehen. Trotzdem ist sie angetrieben von Harden und Westbrook sicherlich gut genug, um die Offense eines ernsthaften Contenders zu sein. Das größere Sorgenkind könnte hingegen die Defense werden.

Gegen den Strom

Während sich die Rockets offensiv entlang der Trends der gesamten NBA orientieren, spiegelt die defensive Shotselection eher das genaue Gegenteil der erfolgreichsten defensiven Teams der Liga dar. Egal ob mit dem eher konservativen Stil der Bucks oder dem aggressiven Stil der Raptors zielen diese Teams vor allem darauf ab, möglichst wenige erfolgreiche Abschlüsse nahe des Rings zuzulassen. Die neuen Rockets dagegen bewegen sich nicht nur unter den schlechtesten zehn Teams, was die die Verhinderung von Abschlüssen am Ring angeht, sondern auch was die Quote der Gegner bei solchen Abschlüssen betrifft. Das liegt in Teilen an der extrem hohen Rate von gegnerischen offensiven Rebounds (30.1%, Platz 30 unter allen Teams) und den daraus resultierenden Putbacks, aber ist nicht ausschließlich darauf zurückzuführen. Der Mangel eines klassischen Rimprotectors ist in vielen Szenen deutlich spürbar.

Trotz dieser Mängel stellen die Rockets seit dem Trade Clint Capelas im Rest der Regular Season eine Top 10-Defense. Eine zentrale Rolle bei diesem Erfolg spielt die „Switch-Everything“-Taktik, die die Rockets schon seit Jahren mehr und minder ausgeprägt praktizieren und nun zu einem neuen Extrem getrieben haben. Der große Vorteil dieses Systems ist, dass es die Schwächen der beiden Star-Guards Harden und Westbrook ideal verstecken kann. Keiner der beiden Spieler ist gut darin, sich durch Screens zu kämpfen. Insbesondere off-ball könnte es so in einer eher klassisch geprägten Defense zu vielen Zusammenbrüchen kommen. Indem man jede Screening-Aktion switcht werden diese Probleme behoben und darüber hinaus die defensive Kommunikation deutlich erleichtert.

Das Ergebnis ist oftmals, dass Houston gegnerischen Teams das eigene Iso-lastige Spiel aufzwingt. Gegen kein anderes Team der Liga machen Isolation-Plays einen so hohen Anteil der gegnerischen Offense aus wie gegen die Rockets. Mit 0.832 ppp sind sie zusätzlich auch das viertbeste Team, wenn es darum geht, dass der Gegner in diesen Plays nicht scort. Da sich gegnerische Teams ihr Matchup für das 1-gegen-1-Duell mehr oder weniger aussuchen können, wird so natürlich ein gewisse Menge an Belastung auf jeden einzelnen Spieler gelegt und körperlich schwache Spieler können nicht wirklich überleben in diesem System. Daryl Morey weiß das jedoch und so trifft diese Beschreibung auf fast keinen Spieler der Rockets zu. Überraschend häufig besteht die Antwort der gegnerischen Teams auf diese Strategie darin, die Guards der Rockets durch ihren größten Spieler im Post-up attackieren zu lassen. Post-ups sind allgemein nur für wenige Spieler der NBA ein effizientestes Play und alle Guards der Rockets, egal ob Harden, Westbrook oder Gordon, sind körperlich so stark, dass die Chancen, auf diese Weise dauerhaft effizient zu scoren, sehr gering sind. Gegen kein anderes Team der Liga posten gegnerische Teams so häufig auf und mit 0.837 ppp sind die Rockets unter den drei besten Teams in der Post-up-Defense. Dieser Zwang zu ineffizienten Plays ist in gewisser Weise eine ebenso starke Ausprägung von „Morey-Ball“ wie das offensive System der Rockets.

Es hilft dabei zusätzlich, dass die Rockets stets nach Möglichkeiten suchen, um Entry-Pässe des Gegners so schwer wie irgendwie möglich zu machen. Die Idee, den Ball einfach zum Big zu geben, der unter dem Korb das Missmatch hat, mag im ersten Moment leicht klingen, kann jedoch auch sehr schwer sein, weil viele Perimeter-Spieler diese Art des Playmaking schlichtweg nicht mehr gewohnt sind (wie Joel Embiid bei den Sixers dieses Jahr leidlich erfahren musste). Die Rockets „fronten“ den Big in vielen Situationen und die Mitspieler des aufgeposteten Spielers helfen sehr aggressiv dabei, die Passing Lane des angreifenden Teams zu blockieren.

Generell ist kein anderes Team der Liga derartig gut darin, die ungefährlichen Spieler des Gegners am Perimeter zu identifizieren und konsequent von ihnen weg zu helfen. Insbesondere Neu-Akquisition Robert Covington, aber auch PJ Tucker oder James Harden zeigen immer wieder viele gute Help-Rotationen, wenn sie sich sicher sein können, dass ihr Gegenspieler keine Gefahr darstellt. Völlige Non-Shooter der gegnerischen Teams werden auf diese Weise beinahe unspielbar, weil sie die Offense zu sehr einschränken. Die Rockets erzwingen durch diese konsequente Blockierung von Passing und Driving Lanes die drittmeisten Turnover des Gegners. Es erscheint definitiv sinnvoller die oben genannten Spieler, insbesondere Harden, direkt durch schnelle Guards per Drive attackieren zu lassen. Weder Covington noch Harden haben in dieser Form von on-ball Defense ihre Stärken und werden so als Help Defender ausgeschaltet.

Dieses System funktioniert auch tatsächlich nur, wenn die starken Help Defender allen voran Covington auf dem Feld sind. Sitzen sie auf der Bank und werden in der Second Unit durch Spieler wie Jeff Green ersetzt, zu deren Skillset Help-Defense nicht unbedingt zählt, fällt das defensive System schnell in sich zusammen. Ohne Covington auf dem Feld lassen die Rockets so unglaubliche 15.5 Punkte mehr pro 100 Possessions (100.Percentile) zu.

Die Rockets sind defensiv beinahe ebenso abhängig von ihren „Starspielern“ wie offensiv, auch wenn diese deutlich weniger Aufmerksamkeit bekommen. Durch die große Anzahl offensiver Rebounds und mangelnde klassische Rimprotection kann das defensive System des Teams schneller zusammenbrechen als viele der anderen Top-Teams. Und doch haben sie zumindest eine Möglichkeit gefunden, die die Schwächen ihrer Spieler verstecken und Stärken betonen kann. Ob dies in den Playoffs reicht, wenn gegnerische Teams mehr für diese Schwächen gameplanen können, ist jedoch noch eine offene Frage, die sich in den aktuell laufenden Duellen zeigen wird.

Das Matchup gegen OKC

Das Erstrunden-Duell gegen die Oklahoma City Thunder stellt für die Rockets eine auf viele Weisen interessanten Test dar. Die Thunder sind selbst eines der Teams der Liga, deren Offense am meisten auf Isolation (dritthöchste Frequenz der Liga) basiert und von relativ wenig offball-Movement geprägt ist. Einerseits müsste man meinen, dass die Thunder daher wissen, wie sie ein solches System schlagen können, andererseits stellt es sie jedoch eher vor viele Probleme. Große Teile des Isolation-Erfolg der Thunder basieren auf den Schnelligkeitsvorteilen ihrer drei Guards, von denen normalerweise immer mindestens einer ein Missmatch hat. Die Rockets mit ihrer Masse an Wings spielen jedoch keinen Spieler, der ein solches Missmatch darstellt.

Den Thunder mangelt es hingegen an dem einen wirklich elitären Isolation-Creator vom Format eines James Harden oder Kawhi Leonard. Chris Paul ist dafür mit fortgeschrittenem Alter nicht mehr explosiv genug und agiert schon immer lieber aus dem Pick&Roll. Shai Gilgeous-Alexander mangelt es nach wie vor an dem nötigen Pull-up-Shooting und Steven Adams ist keine echte Gefahr im Post. Zu Beginn der Serie war es so vor allem an Danilo Gallinari, Aktionen zu generieren, da er in der Lage ist, mit seiner Größe über viele Verteidiger der Rockets einen sauberen Jump-Shot anzubringen. Dass das als zentrales Element einer Offense jedoch zu wenig ist, haben auch die Thunder erkannt und zuletzt ihren Spielstil etwas umgestellt. Mehr aggressive Drives, in den Momenten, in denen der Switch erfolgt, geben den Guards der Thunder einen kleinen, aber entscheidenden Vorteil beim Zug zum Korb. Insbesondere Dennis Schröder kann so seinen Geschwindigkeitsvorteil immer wieder gekonnt nutzen.

Schnell verworfen haben die Thunder auch die Idee des  Post-ups gegen die Guards, die sie zu Beginn der Serie oft nur wenig erfolgreich versucht haben. So konnte sich die Offense der Thunder in den letzten Spielen auf einem deutlich höheren Niveau stabilisieren als zu Beginn der Serie. Trotz dieser Taktikumstellung ist es jedoch nach wie vor ein Problem, dass die Thunder in ihrer Rotation aufgrund von mangelnder Alternativen und bestimmten Umständen (dazu später mehr) beständig auf non-Shooter wie Luguentz Dort oder Terrance Ferguson setzen müssen. Stehen diese Spieler auf dem Feld, geben ihre Gegenspieler ihnen allen Raum der Welt und helfen stattdessen dabei, die Drives der Guards zu blockieren.

Obwohl die Thunder die richtigen taktischen Mittel gefunden haben, scheint ihr Personal nicht auszureichen, um diese wirklich gekonnt zu nutzen. Es stellt jedoch sicher eine Blaupause dar für viele Teams, denen die Rockets noch begegnen könnten im Laufe dieser Playoffs.

Auf der anderen Seite des Feldes steht insbesondere das Duell zwischen James Harden und Lugentz Dort im Blickpunkt. So problematisch der Einsatz des Rookies am offensiven Ende auch ist, desto wichtiger ist er als primärer Verteidiger des Superstars der Rockets. Mit seiner körperlichen Kraft in Kombination mit schnellen Füßen stellt er Harden vor eine große Herausforderung in der Isolation. Harden kann ihn weder körperlich übermannen, wie er es mit allen anderen Verteidigern tut, die die Thunder gegen ihn probiert haben, noch ist er schnell genug, um an ihm vorbeizuziehen. Dort zwingt den Bart so zu vielen Stepback-Dreiern und ist dabei vorsichtig genug, um ihn nicht zu foulen und so einfache Punkte wegzuschenken. Die Reaktion der Rockets besteht darin, deutlich mehr Screens für Harden zu stellen, insbesondere wenn Dort sein Verteidiger ist, um diesen von Harden zu lösen. Das gestaltet sich jedoch als schwierig, da die Rockets über keinen einzigen überdurchschnittlichen Screener mehr verfügen und es für Dort ein Leichtes ist, sich um Screens eines Robert Covington oder Ben McLemore zu kämpfen.

Das mangelnde Movement der restlichen Rockets hilft so nicht dabei, an anderen Orten auf dem Feld Vorteile zu generieren und die Offense der Rockets gerät des Öfteren ins Stocken. Dieses Problem wird natürlich deutlich verstärkt durch die Abwesenheit Russell Westbrooks, der die ersten vier Spiele mit einer Verletzung zum Zuschauen gezwungen war. In den Minuten ohne Harden wurde dieser Umstand durch gute Leistungen von Gordon, Rivers und Jeff Green besser kaschiert als zu erwarten war. Eine zusätzliche offensive Waffe als Entlastung und andere Option wäre für die Rockets aber unglaublich wichtig spätestens in den folgenden Runden, sollte man sich gegen die Thunder durchsetzen können.

Der weitere Ausblick

Mit ihrer offensiven und defensiven Spielweise zwingen die Rockets gegnerischen Teams oft das eigene Spiel auf. Durch die schiere Menge an genommenen Dreiern gleicht der Ausgang dieses Kampfes oftmals einem hochvarianten Glücksspiel, favorisiert am Ende jedoch häufig die Rockets. In gewisser Weise ist das Team jedoch durch die Trades während der Saison äußerst eindimensional geworden. Schlägt sie jemand in ihrem eigenen Spiel, weil das gegnerische Team einen hochwertigen Isolation-Angreifer und gute Verteidiger gegen Harden hat, wird es schwierig für die Rockets, diesen Gegner mit Alternativen zu bezwingen. Eine mögliche Serie gegen die Clippers in den Conference Finals, die genau diese Attribute mitbringen, scheint daher eher aussichtslos.

Bis dahin gestaltet sich der Weg der Rockets jedoch äußerst interessant. Trotz des aktuellen Gleichstandes dürfte OKC kaum in der Lage sein, die Rockets aus dem Turnier zu werfen, insbesondere falls Russell Westbrook tatsächlich ab Spiel 5 wieder effektiv in das Geschehen eingreifen kann. Danach warten in den LA Lakers das wohl spannendste Matchup für das Team aus Texas. Es scheint nur schwer vorstellbar, dass die Lakers in einer Serie gegen die Rockets dauerhaft mit mehreren Bigs auf dem Feld agieren können, wie sie es gewohnt sind. Natürlich können die Lakers auf kleinere Lineups mit Anthony Davis als einzigem Big umstellen, die Tiefe an Perimeter-Optionen und guten Verteidigern gegen Harden des Teams aus LA hält sich jedoch sehr in Grenzen. Die Lakers verfügen über mehr individuelle Qualität und High-End-Talent als die Rockets, aber reicht das, um sie in ihrem eigenen Spiel zu schlagen? Oder können sie die Rockets gar derart mit ihrer Größe dominieren, dass das gar keine Rolle spielt? Es werden jedenfalls interessante Wochen, die uns sicherlich mehr Anhaltspunkte geben werden, ob das neue System der Rockets tatsächlich ein Schritt auf dem Weg zum Titel sein kann.

 

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