Dallas Mavericks, NBA

Die kleine Lösung der Dallas Mavericks

Warum gute Verträge noch keine gute Offseason bedeuten müssen

Die Offseason 2019 war aus verschiedenen Gründen eine einschneidende für die Dallas Mavericks. Zum ersten Mal seit 21 Jahren werden sie im Oktober nicht mit Dirk Nowitzki in die Saison starten. Aber nachdem Nowitzkis Rolle in den letzten Jahren schon immer kleiner wurde, ist der sportliche Einfluss seines Karriereendes nicht so bedeutend – auch, weil der beziehungsweise die potentiellen Nachfolger als Franchise Player bereits bereitstehen. Nach seiner Rookie-of-the-Year-Saison wirkt Luka Doncic, als wäre er dieser Aufgabe gewachsen. Kristaps Porzingis konnte in New York schon eine Allstar-Nominierung erspielen, steht nach einer verletzungsbedingt verlorenen Saison und dem Trade aber vor einem Neustart. Mit ihm hängt auch der wichtigste Einschnitt für die Mavs zusammen: Er erhielt einen Maximum-Deal über gut 158 Millionen Dollar, der seinen bisherigen Rookie-Vertrag um ein vielfaches übersteigt. Das bedeutet, dass 2019 die vorerst letzte Offseason war, in der Dallas signifikant Cap Space zur Verfügung stand. Porzingis und auch Maxi Kleber und Dorian Finney-Smith hatten deutlich niedrigere Cap Holds als ihre zu erwartenden Verträge, die in den nächsten Jahren den Spielraum des Teams einschränken werden. Das erzeugte einen gewissen Druck: Eigentlich müssten jetzt die Weichen für die nächsten drei Jahre – bis zu Doncics Vertragsverlängerung – gestellt sein. Falls nicht überraschend noch ein größerer Trade passiert, scheint das nicht auf die eigentlich beabsichtigte Art und Weise passiert zu sein.

Noch im Juni hatten die Mavs den Eindruck gemacht, dass sie mal wieder auf der Jagd nach einem der besten verfügbaren Free Agents waren. Kemba Walker und Al Horford wurden in Gerüchten genannt, verschiedene andere wären angesichts von drei offenen Starter-Spots in Frage gekommen. Außer Doncic auf dem Flügel und Porzingis auf einer der großen Positionen standen im Mavs-Kader nur die überbezahlten Tim Hardaway Jr. und Courtney Lee aus dem Knicks-Trade und einige Backups wie Jalen Brunson. Mark Cuban hatte in den letzten Jahren immer – wenn auch weitgehend erfolglos – die große Lösung im Blick. Es sprach also vor der Offseason viel dafür, dass die Mavs sich nicht kleineren Verstärkungen zufrieden geben würden. Es kam völlig anders: Die Mavs entschieden sich sogar dagegen, als Team im Cap Space zu arbeiten. Stattdessen nutzten sie verschiedene Exceptions für die Verpflichtung der drei Neuzugänge und Bird Rights für die eigenen Free Agents – eine Entscheidung, die Jonthan Tjarks bei The Ringer ausdrücklich begrüßte.


Geht man einen Schritt zurück, wird deutlich, dass die Mavs seit dem Drafttag 2018 zwei bedeutende Trades getätigt hatten, die auf die aktuelle Offseason deutlichen Einfluss hatten: Um für Luca Doncic von Pick 5 auf Pick 3 zu kommen, erhielten die Hawks einen weiteren Erstrundenpick. Dieser war nur relativ schwach geschützt, so dass diese Saison der 10. Pick der Mavs nach Atlanta ging. Zahlreiche weitere Assets einschließlich vieler Millionen Cap Space gab Dallas im Februar für Porzingis an die Knicks ab. Damit reduzierte sich der Handlungsspielraum der Mavs im Großen und Ganzen auf Free Agents, da für Trades die Möglichkeiten fehlten. Auch der Draft war entsprechend ereignisarm: Nur Isaiah Roby ging mit Pick #45 an die Mavs. Mit ihm erhielten sie zwei weitere Zweitrundenpicks von den Pistons, wofür ihr eigener (#37 Deividas Sirvydis) nach Detroit geschickt wurde.

Am 1. Juli bestanden dadurch zwei Wege: Entweder könnten Cuban und Manager Donnie Nelson alle für die Franchise nicht mehr relevanten Free Agents renouncen, also auf die Bird-Rechte verzichten, um die Cap Holds aus den Büchern verschwinden zu lassen. Dank der vergleichsweise äußerst günstigen Cap Holds der interessantesten Spieler wie Porzingis und Kleber wäre so relativ viel Cap Space entstanden. Dazu trug auch der Abgang von Harrison Barnes bei, den die Mavs ebenfalls noch im Februar nach Sacramento geschickt hatten. Durch den Barnes-Trade war allerdings auch eine Trade Exception in Höhe von mehr als 21 Millionen Dollar entstanden, die bei Nutzung von Cap Space ebenfalls verfallen wäre. Diese Trade Exception eröffnete den zweiten Weg, für den sich die Mavs schließlich entschieden: Sie operierten als Team über dem Soft Cap, das lediglich Exceptions nutzen konnte. Das ist möglich, obwohl die Gehälter nicht dem Betrag von ca. 109 Millionen Dollar entsprechen, wenn stattdessen Cap Holds und Exceptions die Summe auffüllen.


Als die ersten Neuverpflichtungen bekannt wurden, war diese Entscheidung allerdings noch nicht klar: Seth Curry und Bojan Marjanovic einigten sich auf 4 Jahre, 32 Millionen beziehungsweise 2 Jahre, 7 Millionen mit den Mavs. Der Dallas-Rückkehrer Curry spielte letzte Saison in Portland eine gute Rolle (74 Spiele, 18,9 MPG und 45% 3P bei 3,4 3PA), nachdem er das Jahr zuvor bei den Mavs verletzungsbedingt ausgefallen war. Da er in seiner bisherigen Karriere immer nur relativ niedrige, kurzzeitige Verträge hatte, dürfte er an den garantierten vier Jahren besonderes Interesse gehabt haben. Obwohl er mit nur einem elitären NBA-Skill vergleichsweise limitiert ist, sollte er mit einem Deal auf Niveau der Midlevel-Exception nicht überbezahlt sein. Ähnliches gilt für den noch deutlich günstigeren Marjanovic, der als vierter Big nur begrenzt Minuten erhalten wird. In bestimmten Matchups kann er jedoch erheblichen Schaden anrichten. Daher ist seine Verpflichtung als interessanter Versuch anzusehen, dem Team ein höheres Ceiling zu verschaffen. Wichtig ist, dass sein Vertrag sich nur auf Höhe der Biannual Exception bewegt. Daher konnten er und Curry mit den beiden Ausnahmeregelungen für Teams unter der Luxussteuer verpflichtet werden. Dafür hatte Dallas gezielt die Unterschrift verzögert: Zwar wurden die Deals schon Anfang Juni vereinbart, aber erst nach den übrigen Ereignissen der Offseason offiziell gemacht.

Aus dem eigenen Kader der Vorsaison einigen sich die Mavs dann relativ schnell mit Kristaps Porzingis, Maxi Kleber, Dorian Finney-Smith und Dwight Powell. Letzterer hatte eine Player-Option; er und die Mavs verhandelten wohl schon seit Saisonende über eine Verlängerung. Letztendlich bleibt er dem Team tatsächlich für drei weitere Jahre und 33 Millionen Dollar erhalten. Dieser Deal wurde von den genannten wohl am meisten kritisiert, da Powell ähnlich wie Curry nur einen wirklich guten Skill hat: Er ist ein elitärer Rim-Roller, dabei gehört er zu den besten Spielern der NBA. Er traf 79,7 % im Bereich 0-3 Fuß, was mit einem Wert von knapp 135 laut basketball-reference das historisch beste (!) Single-Season-ORtg erlaubte. Allerdings konnte er noch keinen zuverlässigen Distanzwurf entwickeln und ist defensiv durch seine Mobilität zwar brauchbar, aber kein hervorragender Beschützer der Zone. Der berechtigte Hauptkritikpunkt an Powells Vertrag ist allerdings, dass andere Bigs mit ähnlichem Skillset deutlich weniger verdienen werden: Enes Kanter erhielt nur die Room MLE in Höhe von knapp 5 Millionen Dollar, die jüngeren Kevon Looney und Willie Cauley-Stein verdienen bei den Warriors nicht mehr. Auch Kleber gehört zu dieser Gruppe, zudem konnte er in Sachen Rimprotection und Wurf in der letzten Saison vielversprechendere Ansätze zeigen. Klebers Vertrag (35,9/4) darf somit als deutlich besser gelten, trotzdem ist Powells kein Desaster: Die Mavs kennen und schätzen ihn augenscheinlich, er spielt seine Rolle wie gefordert und passt durch seine Variabilität hervorragend neben Porzingis. Dass man ihm lieber mindesten 5 Millionen Dollar pro Jahr weniger zahlen würde, lässt sich verkraften. Die Größenordnung ist überschaubar, und Spieler mit brauchbaren Skillsets sind immer weniger problematisch als solche, die sich als weitgehend unspielbar herausstellen.  


Die Hauptproblematik ist jedoch, dass sowohl Powell als auch Kleber stand heute eigentlich keine Starter-Qualität aufweisen. Somit hat man zwei der Qualität nach dritte Bigs langfristig gebunden, zusätzlich noch Boban im Kader und grundsätzlich die Option, mit nur einem Big zu spielen. Das wäre dann vermutlich Porzingis, etwa in scoringlastingen Closing-Lineups. Auch nach einer Saison ohne ein einziges Spiel erhielt er ohne größere Diskussionen einen 5-Jahres-Maximum-Vertrag. Das war nach dem Trade vom Februar zu erwarten, die Mavs hatten keine echten Alternativen. Deswegen müsste man die Kritik an dieser Entscheidung eigentlich auf den ursprünglichen Trade beziehen, nicht auf diese Offseason. Trotzdem lässt sich nicht abstreiten, dass der Vertrag angesichts der schweren Verletzung ein Risiko darstellt. So musste beispielsweise Joel Embiid akzeptieren, dass sein Vertrag bei weiteren Ausfällen nicht voll garantiert gewesen wäre – Porzingis kam ohne dieses Zugeständnis aus. Ob das ein echtes Problem für die Mavs wird, muss sich noch zeigen, und sicher kennt niemand sonst die medizinische Prognose für den neuen Star so gut wie seine Franchise. Der Entscheidung für den Vertrag gingen auch zumindest im offiziellen Free Agency-Fenster im Juli keine größeren Verhandlungen voraus, also scheinen die Mavs nicht mit Nachdruck auf Anpassungen bestanden zu haben.

Das frühe Datum der Einigung mit Porzingis bedeutete allerdings immerhin, dass sich die Mavs keine Sorgen über ein Offer Sheet eines anderen Teams machen mussten. Das erhöhte die Flexibilität für die restliche Offseason: Nach der Unterschrift bei einem anderen Team wären den Mavs nur zwei Tage zum Gleichziehen geblieben, der niedrige Cap Hold verfallen. So konnten sie problemlos mit Porzingis vereinbaren, dass er bis zur Unterschrift noch einige Tage warten würde. Das gilt ebenfalls für die anderen Restricted Free Agents Kleber und Finney-Smith. Für DFS scheint das ligaweite Interesse allerdings in Grenzen gehalten zu haben, trotz seines interessanten Skillsets mit hervorragender Defense auf mindestens drei Positionen und Ansätzen eines Distanzwurfs. Nach einem guten Start in die letzte Saison kühlte Finney-Smiths Präzision hinter der Dreipunktlinie jedoch wieder auf klar unterdurchschnittliche Werte ab. Nur so ist wohl sein Vertrag (12/3) zu erklären, der selbst dann gerechtfertigt wäre, wenn er nur eine kleine Rolle als Defensivspezialist erhielte. Mit seiner Verpflichtung hatte Dallas alle wichtigen Entscheidungen zu eigenen Free Agents getroffen, J.J. Bareas Verbleib für das Minimum war anscheinend trotz seiner schweren Verletzung nur eine Formsache.

Allerdings mussten die Mavs relativ schnell feststellen, dass ihnen sonst die interessanten Optionen fehlten. Die meisten Stars hatten sich schon am 1. Juli entschieden, viele weitere Starter ebenfalls spätestens zum Ende des Moratoriums. Mit einigen in Frage kommenden Spielern wie Patrick Beverley von den Clippers scheint es nicht einmal Gespräche gegeben zu haben. Danny Green entschied sich ebenfalls ziemlich schnell für LA, allerdings die Lakers, nachdem Kawhi Leonard als letzter bedeutender Free Agent beim Stadtrivalen unterschrieben hatte. Übrig blieben für die Mavs nur einige Restricted Free Agents, die immer einen Risikofaktor darstellen: Gibt man ein Angebot ab, kann das weiter Zeit kosten, falls die bisherige Franchise zum Ende der Frist gleichzieht. Diese Problematik umgingen die Mavs, allerdings um den Preis zweier Zweitrundenpicks, indem sie Delon Wright per Sign and Trade aus Memphis verpflichteten. Die Grizzlies hatten ihn im Marc-Gasol-Trade von den Raptors erhalten, wo er in knapp vier Jahren zwar vor allem defensiv ansprechende Leistungen zeigen konnte, aber mit Verletzungen, einer wechselhaften Rolle und einem inkonstanten Distanzwurf (Career 33,2 % bei nur 1,8 3PA/G) kämpfte. Gut 28 Millionen Dollar über 3 Jahre sind unter diesen Voraussetzungen akzeptabel, vor allem, weil zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses die echten Alternativen fehlten. Höchstens noch in Frage gekommen wäre Tyus Jones, der dann für ein ähnliches Gehalt nach Memphis ging. Dass man vorher z.B. Andre Iguodala oder Mo Harkless nicht mit den angebotenen Assets aufnahm, war wohl spätestens ab diesem Zeitpunkt als Fehler anzusehen – es gelang den Mavs schließlich nicht, einen Spieler mit signifikant größerem Impact zu verpflichten.


Die Problematik geht allerdings tiefer, da das Team so im Wesentlichen aus eindimensionalen Spielern besteht. Etwas vereinfacht: Curry kann werfen, Powell am Ring abschließen. Wright und Finney-Smith verteidigen gut, Marjanovic setzt voll auf seine Größe. Hardaway ist auf Scoring limitiert, bei Lee ist nicht sicher, dass er überhaupt noch auf NBA-Niveau spielen kann. Justin Jackson und Jalen Brunson konnten sich noch nicht zweifelsfrei auf diesem Level etablieren. Somit bleibt außer den beiden Stars allenfalls Kleber, der werfen, am Ring abschließen und verteidigen kann. Auch bei ihm ist allerdings noch nicht sicher, ob er diese Fähigkeiten auf Starter-Niveau zeigen wird. Diese Überlegung zeigt das Hauptproblem der Mavs auf: Sie haben diverse Spieler, die für die Roster Spots 5 bis 12 gut geeignet wären – aber niemanden, der überzeugend als dritt- oder viertbester Spieler eines Teams gelten kann. Die abgelaufene Offseason hat nichts dazu beigetragen, dieses Problem zu beheben, ganz im Gegenteil. Die vielen Verträge im Bereich von ca. 10 Millionen Dollar blockieren bis auf weiteres gemeinsam mit den von den Knicks aufgenommenen THJ und Lee den Cap Space. Auch in den folgenden Jahren wird es daher schwer sein, Spieler mit einem Vertrag höher als die MLE auszustatten, wie das Salary Chart zeigt.

Die Mavs müssen somit darauf hoffen, dass sich ihre Verpflichtungen der Offseason 2019 noch Starter-Niveau erreichen. Auf den ersten Blick erscheint das relativ unwahrscheinlich, da fast alle in Frage kommenden Spieler schon mindestens Mitte 20 sind. Allerdings entspricht für alle die NBA-Erfahrung nicht dem für das Alter üblichen Niveau. Durch eine längere College-Karriere, Saisons in anderen Ligen oder Verletzungsausfälle spielten Curry, Wright und Co. nur etwa halb so viele NBA-Minuten wie etwa der jüngere Nuggets-Starter Gary Harris, der selbst als verletzungsanfällig gilt.

Es wird oft diskutiert, in wie weit sich die NBA-Erfahrung ähnlich wie das Alter als Indikator für verbliebene Upside eignet. In der Regel sollten sehr junge Spieler das größere Entwicklungspotential aufweisen als solche, die erst mit Mitte 20 wirklich in der NBA ankommen. Aber letztere sind für ein Team wie die Mavs erreichbar, während andernfalls Draftpicks benötigt würden. Zudem haben wie beschrieben alle Verpflichtungen zumindest einen elitären NBA-Skill. Daher ist zumindest ein gewisses System hinter den Offseason-Verpflichtungen von Cuban und Nelson zu erkennen. In wie weit dieser Versuch glückt, müssen die nächsten Jahre zeigen.


Falls sich die Rollenspieler-Verpflichtungen nicht als überraschend gut herausstellen, fehlt den Mavs ganz offensichtlich Qualität abseits der beiden Stars – wenn nicht sogar Porzingis angesichts seiner Verletzungshistorie überbezahlt ist. Den Mavs haben keine Spieler, von denen man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit solide Starter-Qualität erwarten darf. Das ist der Kern des Problems. Tjarks argumentiert zwar, dass Stars neben Doncic und Porzingis möglicherweise zu früh gekommen wären. Aber zwischen Allstars wie Al Horford und Kemba Walker einerseits und den Mavs-Verpflichtungen andererseits liegen noch mindestens zwei Tiers an spielerischer Qualität.

Daher ist es nicht unbedingt hilfreich, dass die Mavs stattdessen zahlreiche Spieler auf Backup-Level verpflichtet haben. Kleber, Powell, Finney-Smith, Curry und Wright haben zwar zu im Vakuum teamfreundlichen Verträgen unterschrieben, in der Summe war das Vorgehen der Mavs aber riskant. Es besteht die nicht unrealistische Gefahr, dass man mit einem mittelmäßigen Supporting Cast in den nächsten Jahren nicht den Sprung in die Playoffs schafft. Gleichzeitig wird man ohne außergewöhnliches Glück zu gut für Top-Picks sein und hat sich den Cap Space für qualitativ hochwertigere Verpflichtungen verbaut. Wer in den nächsten fünf Jahren hochwertigen Playoff-Basketball in Dallas sehen möchte, muss nach dieser Offseason daher seine Erwartungen herunterschrauben.

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15 comments

  1. Smido83

    Sehr schöne Zusammenfassung. Vielen Dank dafür.
    Ich habe das Ganze noch vor einem Monat genau so gesehen. Über die letzten Wochen hat sich meine Meinung jedoch geändert. Denn man muss es einfach zugeben, Dallas scheint als FA Destinantion einfach nicht zu funktionieren. Ich verstehe zwar nicht wieso, spielerfreundlicher Besitzer, Steuervorteile in Texas, super Coach…, aber so ist es halt. Daher musste man jetzt endlich mal langfristige Entscheidungen treffen.

    Wie du ja auch schreibst ist keiner der Verträge wirklich schlecht. Alle Rollenspieler haben zumindest einen sehr starken NBA Skill, sind aber keine Stars. Ergo sind Sie allesamt auch keine negativen Assets für mich. Daher denke ich, das Dallas im neuen Jahr, oder spätestens im Sommer, sehr agressiv auf Trades gehen wird um vieleicht einen 3. Star, oder zumindest klare 3. Option zu bekommen. Vorausgesetzt keiner der Spieler (Kleber, Powell, DFS, Jackson, Curry, Wright, Brunson) macht in größerer Rolle nochmals einen Schritt nach vorne.

    Curry hat schon bewiesen, dass er auch sehr effiziente 10+ PPG auflegen kann. Nur hinter Lillard/McCollum waren halt einfach die Minuten nicht da. Neben Wright/Brunson sollte er wieder bei 20+ Minuten auslaufen. Jackson hatte auch sehr gute Ansätze nach dem Trade gezeigt. Sowohl offensiv als auch defensiv. Bei Kleber sehe ich noch Luft nach oben, genau wie bei Brunson. Auch Powell sehe ich in größerer Rolle nicht schlechter… Wright ist kein klassischer scoring PG. Er funktioniert als Ballverteiler und off Ball Scorer besser. Daher denke ich, dass er schon als 3&D PG gesehen werden kann. Denn in Toronto hatte er 35,3% aller seiner 3er getroffen. Wenn er sich da in kleinerer offensiver Rolle neben Doncic/Porzingis wieder einpegeln kann, dann ist er ein perfekter Komplementärspieler zu eben jenen beiden Stars.

    Das Team ist in Dallas daher für mich mehr as die Summe aller Einzelteile. Carlisle beweist jedes Jahr aufs neue, dass er aus Spielern im Teamverbund mehr rausholen kann als es die einzelnen Scills vermuten lassen. Und jetzt hat er endlich mal über mehrere Jahre Planungssicherheit und muss nicht immer wieder neu die passenden Rotationen finden. Auch dass wird hier oft unterschätzt. Dallas ist die letzten jahre immer grauenhaft gestartet, weil Carlisle ein vollkommen neues Team hatte. Das einzige Fragezeichen bleibt für mich daher Porzingis. Kommt er wieder ans alte Niveau heran, dann sehe ich Dallas durch seine Tiefe in der Zukunft klar besser wie du. Eher auf dem Niveau von Dever. Denn ich denke, dass zumindest einer der Rollenspieler (Mein Tipp: Curry oder Jackson) noch einen klaren Schritt nach vorne macht. Dazu sehe ich die Big Rotation um Kleber/Powell/Porzingis auch als besser an. Gerade wenn man mit Boban jederzeit einen echten Brocken mit reinwerfen kann, der über die Physis kommt.

    Also WENN Porzingis der Alte wird, dann sehe ich Dallas schon in 2 Jahren auf einem Niveau mit den Nuggets. Und alles was man so liest scheint darauf hinzudeuten. Ob Jokic/Murray oder Porzingis/Doncic (nochmals: wenn gesund) in 2 Jahren die bessere 1/2 Combo sind, darüber lässt sich streiten. Ich habe da meine Meinung… ;) Und welcher Rollenspielerverbund besser sein wird ist genau so Ansichtssache. Denn braucht man wirklich eine klare 3. Option? Oder sind 4-5 Spieler (Millsap/Harris/Barton/Beasley/Morris vs. Powell/Curry/Hardaway/Jackson/Wright) die je nach Matchup/Tagesform auch für 20 PPG gut sind nicht auch genug?

    Nur die Zeit wird es zeigen. Ich zumindest sehe Dallas in 2 Jahren, mit gesundem Porzingis, wieder ums Heimrecht kämpfen.
    Entweder aufgrund der internen Entwicklung, oder durch Trades, z.B. zur nächsten Draft oder FA.

  2. Mabusian

    Sehr schön die Bedenken der Mavsfans zusammengefasst. Ich habe allerdings den Verdacht, dass die Mavs weniger auf einen Star per Free Agency schielen als auf einen Trade. Die Verträge von Brunson, DFS, Kleber und Co. sollten nämlich alle leicht tradebar sein, so dass man entweder den Platz bekommt oder hoffentlich auf ein paar Erstrundenpicks verzichten kann. Wer weiß denn, was passiert, wenn Giannis Ende nächster Saison sagt, er wird 2021 nicht verlängern?
    Aber wie schon mehrmals geschrieben, die Zukunft der Mavs hängt nicht an den Verträgen, die heutzutage in der NBA eh beliebig verschiebbar sind (, bis der Karren komplett feststeckt), sondern daran, ob KP verletzungsfrei bleibt und zu alter Stärke findet. Wenn ja, findet sich auch der Superstar, der zu den beiden kommen will.

  3. Poohdini

    Ich finde es immer wieder interessant, dass viele Mavs Fans das Schicksal davon abhängig machen, ob Porzingis gesundheitlich wieder der Alte wird oder nicht. Ich halte einen ACL grundsätzlich nicht für das größte Problem und traue es ihm nach der typischen Aufbauzeit von ca. 1 Jahr wieder zu.

    Problematisch halte ich eher den Umstand, dass das alte sportliche Niveau von Porzingis einfach überhaupt nicht reicht für die in den Kommentaren geposteten Ansprüche. Porzingis hat bislang noch viel zu wenig gezeigt, hat immer noch eindeutige Schwächen, deren Verbesserung kein Pappenstiel sind.

    Deshalb hängt das Mavs Schicksal eher von Doncic ab. Wenn er zum Superstar wird, dann wird es die Mavs weit bringen, da könnte die Deckelung durch Porzingis eher sogar zum Problem werden. Aber umgekehrt ist es auch richtig, dass man viel bessere Additionen als KP wohl kaum nach Dallas bekommt.

  4. Hans Reinhard

    Danke für die feine Zusammenfassung der Mavsoffseason und der im Vergleich zu der recht optimistischen Twarks-Einschätzung relativ skeptischen Saisonprognose -schön beides zu haben! Carlisle hin oder her, bevor etwas erreicht ist hat man schon guten Grund zu zweifeln ob das Saisonziel Playoffs mit nur 2 Spielern mit Starterqualität und einem halben Dutzend Rollenspielern, auch wenn sie gute Tools sein können, realistisch ist. Was mir auch gefällt, schließlich steht man ja vor einer Saison, daß sich diese Saisonprognose nur mit den Spielern die man in Dallas hat und nicht mit Spielern die man gern hätte oder meint haben zu sollen beschäftigt.

    Neben Carlisle geben mir 3 Umstände Hoffnung: daß man jetzt seit langer langer Zeit endlich ein auch in der Breite junges Team hat mit Spielern die langfristig verpflichtet sind. Finde es gar nicht verkehrt daß man versucht statt fertige Stars zu holen etwas eigenes zu entwickeln. Natürlich wird man mit aufgrund der verloren Picks und besser tradebaren Spielern auch manchen wieder abgeben, doch dies sollte jetzt kein Thema sein. Zum 2. gefällt mir, daß im neuen Spielerkader die Elemente Defense, Athletik und Länge viel stärker in Erscheinung treten. Ermutigend ist für mich auch die Arbeit unsere 2 Stars Luka und Porzingis im Kraftraum. Da mach ich mir wenig Sorgen um Porzingis Gesundheit und Leistungspotenzial und auch unser geniales Pummelchen Luka hat im Sommer 20 Pfund abgenommen.

  5. kdurant35

    Ich finde es immer wieder interessant, dass viele Mavs Fans das Schicksal davon abhängig machen, ob Porzingis gesundheitlich wieder der Alte wird oder nicht. Ich halte einen ACL grundsätzlich nicht für das größte Problem und traue es ihm nach der typischen Aufbauzeit von ca. 1 Jahr wieder zu.

    Problematisch halte ich eher den Umstand, dass das alte sportliche Niveau von Porzingis einfach überhaupt nicht reicht für die in den Kommentaren geposteten Ansprüche. Porzingis hat bislang noch viel zu wenig gezeigt, hat immer noch eindeutige Schwächen, deren Verbesserung kein Pappenstiel sind.

    Deshalb hängt das Mavs Schicksal eher von Doncic ab. Wenn er zum Superstar wird, dann wird es die Mavs weit bringen, da könnte die Deckelung durch Porzingis eher sogar zum Problem werden. Aber umgekehrt ist es auch richtig, dass man viel bessere Additionen als KP wohl kaum nach Dallas bekommt.

    Auch als nicht-Mavs Fan seh ich KP Gesundheit als ganz wichtig für deren Zukunft. Mir geht’s aber nicht nur um den ACL. Er war auch ansonsten häufiger angeschlagen. Dessen Gesundheit wurde auch davor schon skeptisch beobachtet.

    Das Doncic der größere Hoffnungsträger auf die Nummer1 Rolle im Team ist seh ich ebenfalls.
    Trotzdem hängt für mich die Zukunft der Mavs erheblich von KP ab. Denn ob man nach dessen Trade die Assets für eine zweiten Star hat bezweifle ich doch sehr.
    Gesund bin ich bei KP jedoch recht zuversichtlich, auch wenn ihm in NY die Konstanz noch fehlte. Die Playmakersituation war jedoch auch mies. Und das seh ich für einen Big als besonders problematisch. SOLLTE Doncic zu dem Spieler reifen, den viele in ihm sehen, wird er neben Luka ganz andere Möglichkeiten haben.

    Generell bin ich bei der Dallas Offseason zwiegespalten. Würde sie leicht negativ sehen, aber nicht mies.
    Das man sich die Tradeexception bewahrt hat, finde ich sehr positiv. Powell ist aus meiner Sicht einer der schlechtesten Verträge der Offseason – wie schon ausgeführt. Finney-Smith und Kleber gefallen mir recht gut. Mit Boban find ich die Big-Rotation etwas zu voll, aber nicht tragisch. Bei Wright und Curry bin ich noch unentschlossen. Letzterer gefällt mir auf dem Papier ganz gut. Er bekam ein Jahr zuvor aber nicht umsonst nur solch einen kleinen Vertrag. Gesundheitlich für mich kein sicheres Ding. Dazu ist Portland ebenfalls dafür bekannt der ein oder anderen Karriere einen kräftigen Aufschwung verpasst zu haben. Ich halte es für wahrscheinlicher, dass ein Spieler aus einem schlechteren Entwicklungsprogramm noch hohes Upside hat. Bei Wright ist der Schuss mMn schon ein großes Fragezeichen. Wäre trotzdem ein solider Backup und dann mit halbwegs fairem Gehalt. Hat aber auch zusätzlich Zweitrundenpicks gekostet.

    Tradetechnisch seh ich Dallas jetzt schon recht eingeschränkt. Daher sind Szenarien a la Giannis, Beal … Trades mMn vom Tisch (ohne Doncic und KP). Deshalb find ich es schon etwas kritisch, dass viele Rollenspieler recht lang gebunden sind. Wird nicht einfach die notwendige Verstärkung auf dem Flügel zu bekommen.

  6. Julian Lage

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    Danke für eure Kommentare, freut mich, dass der Artikel auf so ein Interesse stößt.

    Smido, dein Vergleich mit den Nuggets finde ich sehr gut geeignet, das Problem aufzuzeigen: Selbst wenn Doncic/KP in 2 Jahren besser sind als Murray Jokic, haben die Nuggets eben aktuell auch noch Harris und Millsap. Die sind um 2,3 Tiers besser als alle anderen Spieler im Mavs-Kader. Klar, Millsap wird älter, aber die Nuggets haben noch einige jüngere Spieler und jede Menge Picks für Trades.

    Wie gesagt kann ich eigentlich allen Mavs-Rollenspielern etwas abgewinnen. Aber mit eindimensionalen Spielern ist in den Playoffs kaum noch etwas zu holen, weil die Gegner für ihre Schwächen planen können. Sieht man ja jedes Jahr wieder. Da würde dann im Zweifel ein Powell, DFS oder Wright an der Dreierlinie stehen gelassen und stattdessen die Hilfe zu Doncic/KP geschickt. Unsichere 30-35% helfen da nicht, da müsste von allen dreien noch ein Schritt kommen. Curry wird defensiv vermutlich immer eine Schwachstelle bleiben.

    Wegen der Asset-Situation glaube ich auch nicht wirklich an einen Trade. Wenn die Mavs so auf den 3. Star hoffen, warum mussten sie dann Free Agents verpflichten statt Salary Dumps aufzunehmen für Picks?

    Phil, ich glaube, du unterschätzt KP etwas. Klar, seine letzte Saison für die Knicks war nicht so effizient, wie man es haben möchte, aber das Team war grauenvoll schlecht. Die meisten Minuten außer ihm hatten THJ, Lee und Kanter. Ohne größere neue Verletzungen sollte er in einem besseren Team und mit mehr Erfahrung die Effizienz hochbekommen, dann ist er mit seinem Skillset extrem wertvoll. Trotzdem ist natürlich Doncic der Spieler, auf den es eigentlich ankommt. Aber bei ihm sieht es einfach so aus, als könnte es fast nur nach oben gehen, während bei KP die Kombination aus Vertrag+Verletzungen riskanter ist.

  7. Smido83

    Powell ist aus meiner Sicht einer der schlechtesten Verträge der Offseason – wie schon ausgeführt.

    Terry Rozier 58/3 – Ricky Rubio 51/3 – Bobby Portis 31/2 – Jonas Valanciunas 45/3 – Harrison Barnes 85/4 – DeAndre Jordan 40/4 – Taj Gibson 18,5/2

    Ich verstehe echt nicht was du willst. Sorry, aber deine Abneigung ist nicht im geringsten nachvollziehbar für mich! Haters gonna hate – wie man ja immer so schön sagt. Er schadet der Defensive nicht (DefRtg immer zumindest im Teamschnitt) und wird mit steigender Rolle offensiv besser und besser (OffRtg: 2015/16 – 114, 2016/17 – 120, 2017/18 – 129, 2018/19 – 135)… und kommt gerade in seine Prime (gerade 28 geworden)! Keine Ahnung wieso das nicht 11 Mio im Jahr wert sein soll…

    Smido, dein Vergleich mit den Nuggets finde ich sehr gut geeignet, das Problem aufzuzeigen: Selbst wenn Doncic/KP in 2 Jahren besser sind als Murray Jokic, haben die Nuggets eben aktuell auch noch Harris und Millsap. Die sind um 2,3 Tiers besser als alle anderen Spieler im Mavs-Kader. Klar, Millsap wird älter, aber die Nuggets haben noch einige jüngere Spieler und jede Menge Picks für Trades.

    Denver hat bis 2023 genau einen 1st Rounder mehr als Dallas, und 5 2nd Rounder weniger… “jede Menge Draft Picks” sehe ich da nicht.
    Ich sehe die Starter in 2 Jahren so:

    Brunson/Doncic/Jackson/Porzingis/Powell
    Wright/Curry/MLE 2020 Wing/DFS/Kleber

    Der älteste Spieler 2021/22 dieser Truppe ist dann (je nach MLE Wing) Curry mit genau 31! Curry kann dann von der Bank neben Wright/DFS/Kleber eine 6th Man Rolle wie früher Terry übernehmen und wird defensiv versteckt. Ich sehe vor allem bei Jackson und Brunson noch ne Menge Potenzial. Brunson ist ein Gewinner, seine Einstellung und sein Mindset finde ich fantastisch. Er macht kaum Fehler und hat auch keine echten Schwächen. Ich sehe in Ihm einen zukünftigen Leader, der sich für nichts zu schade ist. Jackson kann sich meiner Meinung nach zur 3. Option entwickeln (gute offensive und defensive Skills sind schon klar erkennbar).

    Tut er dies nicht und man landet vieleicht wieder nur in der Lottery um Pic 10-12, bekommt man vielleicht via Trade des Pics+Assets einen Starter mit 2way Stärken für den Flügel. Vieleicht will Boston Hayward loswerden? Oder Chicago Porter Jr., wenn dieser seine Option zieht? Oder man holt Barnes aus Sacramento zurück, falls diese auch keinen Schritt nach vorne machen? Ganz verrückt: Michael Porter Jr. wird ganz gesund und schlägt ein, vieleicht will dann einer der vielen Wings aus Denver weg? Oder Denver will Geld sparen, weil nächsten Sommer einige Spieler aus Denver FA sind (Millsap/Plumlee/Hernangomez/Beasley/Craig)…

    Man nutzt vielleicht auch nur die volle MLE im Sommer für Crowder, oder Gallinari, oder Morris… oder man macht nen Sighn&Trade mit noch besseren Spielern und packt noch Spieler X + 2020 Rookie mit drauf… oder man nutzt sogar schon die 20 Mio TPE Anfang 2020 wenn man bis dahin nicht auf klarem PO Kurs ist!

    So, oder so, oder so… Dallas hat alle Möglichkeiten. Interne Entwicklung von Wright/Brunson/Jackson/Curry/DFS/Kleber/Powell (2 die nen klaren Schritt machen reicht vollkommen), TPE zur Deadline, Trade zur Draft, volle MLE oder S&T im Sommer… wie immer wirds die Zukunft zeigen. Morgen reißt bei Jokic die Achillissehne, Jackson wird MIP und Curry 6th Man of the year und wir reden hier im nächsten Sommer über ganz andere Sachen. Ich blicke aufgrund der langfristigen tradebaren Verträge,der klaren Rollen im Team, der Eingespieltheit, sowie der 2 Stars die schon da sind eben sehr positiv in die Zukunft. Eine 500er Bilanz sollte jedoch klar möglich sein.

  8. kdurant35

    Powell ist aus meiner Sicht einer der schlechtesten Verträge der Offseason – wie schon ausgeführt.

    Terry Rozier 58/3 – Ricky Rubio 51/3 – Bobby Portis 31/2 – Jonas Valanciunas 45/3 – Harrison Barnes 85/4 – DeAndre Jordan 40/4 – Taj Gibson 18,5/2

    Ich verstehe echt nicht was du willst. Sorry, aber deine Abneigung ist nicht im geringsten nachvollziehbar für mich! Haters gonna hate – wie man ja immer so schön sagt. Er schadet der Defensive nicht (DefRtg immer zumindest im Teamschnitt) und wird mit steigender Rolle offensiv besser und besser (OffRtg: 2015/16 – 114, 2016/17 – 120, 2017/18 – 129, 2018/19 – 135)… und kommt gerade in seine Prime (gerade 28 geworden)! Keine Ahnung wieso das nicht 11 Mio im Jahr wert sein soll…

    Smido, dein Vergleich mit den Nuggets finde ich sehr gut geeignet, das Problem aufzuzeigen: Selbst wenn Doncic/KP in 2 Jahren besser sind als Murray Jokic, haben die Nuggets eben aktuell auch noch Harris und Millsap. Die sind um 2,3 Tiers besser als alle anderen Spieler im Mavs-Kader. Klar, Millsap wird älter, aber die Nuggets haben noch einige jüngere Spieler und jede Menge Picks für Trades.

    Denver hat bis 2023 genau einen 1st Rounder mehr als Dallas, und 5 2nd Rounder weniger… “jede Menge Draft Picks” sehe ich da nicht.
    Ich sehe die Starter in 2 Jahren so:

    Brunson/Doncic/Jackson/Porzingis/Powell
    Wright/Curry/MLE 2020 Wing/DFS/Kleber

    Der älteste Spieler 2021/22 dieser Truppe ist dann (je nach MLE Wing) Curry mit genau 31! Curry kann dann von der Bank neben Wright/DFS/Kleber eine 6th Man Rolle wie früher Terry übernehmen und wird defensiv versteckt. Ich sehe vor allem bei Jackson und Brunson noch ne Menge Potenzial. Brunson ist ein Gewinner, seine Einstellung und sein Mindset finde ich fantastisch. Er macht kaum Fehler und hat auch keine echten Schwächen. Ich sehe in Ihm einen zukünftigen Leader, der sich für nichts zu schade ist. Jackson kann sich meiner Meinung nach zur 3. Option entwickeln (gute offensive und defensive Skills sind schon klar erkennbar).

    Tut er dies nicht und man landet vieleicht wieder nur in der Lottery um Pic 10-12, bekommt man vielleicht via Trade des Pics+Assets einen Starter mit 2way Stärken für den Flügel. Vieleicht will Boston Hayward loswerden? Oder Chicago Porter Jr., wenn dieser seine Option zieht? Oder man holt Barnes aus Sacramento zurück, falls diese auch keinen Schritt nach vorne machen? Ganz verrückt: Michael Porter Jr. wird ganz gesund und schlägt ein, vieleicht will dann einer der vielen Wings aus Denver weg? Oder Denver will Geld sparen, weil nächsten Sommer einige Spieler aus Denver FA sind (Millsap/Plumlee/Hernangomez/Beasley/Craig)…

    Man nutzt vielleicht auch nur die volle MLE im Sommer für Crowder, oder Gallinari, oder Morris… oder man macht nen Sighn&Trade mit noch besseren Spielern und packt noch Spieler X + 2020 Rookie mit drauf… oder man nutzt sogar schon die 20 Mio TPE Anfang 2020 wenn man bis dahin nicht auf klarem PO Kurs ist!

    So, oder so, oder so… Dallas hat alle Möglichkeiten. Interne Entwicklung von Wright/Brunson/Jackson/Curry/DFS/Kleber/Powell (2 die nen klaren Schritt machen reicht vollkommen), TPE zur Deadline, Trade zur Draft, volle MLE oder S&T im Sommer… wie immer wirds die Zukunft zeigen. Morgen reißt bei Jokic die Achillissehne, Jackson wird MIP und Curry 6th Man of the year und wir reden hier im nächsten Sommer über ganz andere Sachen. Ich blicke aufgrund der langfristigen tradebaren Verträge,der klaren Rollen im Team, der Eingespieltheit, sowie der 2 Stars die schon da sind eben sehr positiv in die Zukunft. Eine 500er Bilanz sollte jedoch klar möglich sein.

    Du kannst es ja gern als hate abtun. Ich habe jedoch nichts gegen Powell, mag nur seinen Vertrag nicht.
    Ins Detail bin ich ja schon zuvor gegangen. Die Mehrzahl der Big-Man Verträge hat meine Vorbehalte gegen eine zweistelliges Mio Gehalt von Powell bestätigt.
    Julian hat es mMn gut beschrieben. Bei vielen Mavs Verträgen muss man schauen, ob das gute Starter oder eher Bankspieler sind. Powell gehört da ganz klar dazu.
    Er verdient als Big jedoch mehr als die anderen Neuverpflichtungen. Viele Starter Bigs bekamen ca. die Hälfte. Selbst ein B.Lopez verdient über die nächsten 4 Jahre nur rund 9 Mio mehr.
    Dazu kommt für mich erschwerend hinzu, dass eine vorzeitige Verlängerung derzeit nicht notwendig war. Man hätte erst einmal ausprobieren können, wie die Bigs mit KP harmonieren und auf welcher Position der Lette langfristig spielen soll. Sieht man von den hochtalentierten/top-Spielern ab, dann SOLLTE eine vorzeitige Vertragsverlängerung einen Discout beinhalten, da das Team das Risiko einer schweren Verletzung etc. trägt. Deshalb wurde auch so viel über die Verlängerung von Jamal Murray debattiert. Bezieht man das bei Powell mit ein, gefällt mir der Vertrag noch weniger als die reinen 33/3.

    Viele der von dir aufgelisteten Verträge zähle ich ebenfalls hinzu. Rozier ist meine “Nummer 1”. Einjahresvertrag a la Portis und Gibson sind mMn allein aufgrund der Vertragskürze schon disqualifiziert. Mit solch einer Vertragskonstellation kann man wenig falsch machen.
    Bei den meisten der anderen Namen ist für mich der pure Vertrag ebenfalls nicht gut, die Umstände aber andere.
    Am deutlichsten wird dies bei DJ. Der Vertrag per se ist furchtbar. Doch wenn das die Förderung der beiden Starneuzugänge ist und KD dafür extra seinen Vertrag mit Bonusen anpasst sowie einem S&T zustimmt (was noch einen Pick brachte), dann find ich das im Gesamtkontext nicht mehr so schlimm. Gerade wenn man hinzunimmt, dass Brooklyn ihr Salary Fenster nun eh geschlossen hat und DJ als Capfiller in späteren Trades sogar recht nützlich sein könnte. Das – und nicht die reine Vertragshöhe – unterscheidet ihn von Powell.

    Du hast eine andere Meinung. Auch wenn ich sie nicht teile akzeptiere ich diese. Für mich bleibt es einer der schlechtesten Verträge der Offseason. Und ich behaupte einfach mal, dass dies begründet (ob richtig wird sich noch herrausstellen, dass will ich mir nicht anmaßen) und kein hate ist.

  9. Avatar

    STAT

    kdurant35 ist der beste und sachlichste User der mir je über den Weg gelaufen ist. Er arbeitet ausnahmslos mit Argumenten und beleuchtet oft verschiedene Blickwinkel. Besonders seine Objektivität ist herausragend und vorbildlich. Er ist immer tolerant und kennt sich im Basketball und CBA großartig aus.

    …und du redest von „Haters gonna hate“. Jetzt habe ich alles gesehen. :D

    —–

    @ Julian:
    toller Artikel. Ich drücke Dallas die Daumen. Ich bleib ja immer noch dabei. Wir sehen uns in den WCF 2022. :twisted: :mrgreen:

  10. Julian Lage

    |Author

    kdurant35 ist der beste und sachlichste User der mir je über den Weg gelaufen ist. Er arbeitet ausnahmslos mit Argumenten und beleuchtet oft verschiedene Blickwinkel. Besonders seine Objektivität ist herausragend und vorbildlich. Er ist immer tolerant und kennt sich im Basketball und CBA großartig aus.

    …und du redest von „Haters gonna hate“. Jetzt habe ich alles gesehen. :D

    —–

    @ Julian:
    toller Artikel. Ich drücke Dallas die Daumen. Ich bleib ja immer noch dabei. Wir sehen uns in den WCF 2022. :twisted: :mrgreen:

    Danke, STAT, auch für mich als Dauerpessimisten sind solche positiven Aussichten mal eine schöne Abwechslung :D Im 1. Punkt gebe ich dir auch absolut recht, gibt überhaupt keinen Grund, kdurant hier Unsachlichkeit vorzuwerfen.

    @Smido: Brunson, Jackson und Powell als Starter zu prognostizieren heißt entweder, dass die Mavs in diesem Zustand kein Playoffteam sind, oder dass alles perfekt gelaufen ist in der Spielerentwicklung. Letzteres kann ich nicht ganz glauben. Wenn, wie du sagst, zwei von den Mavs-Rollenspielern einen Schritt machen, dann ist man immer noch nicht auf dem Niveau der Nuggets. Gary Harris ist nicht nur einen Schritt von Curry oder Wright weg, sondern eher zwei bis drei.

    Was der große Unterschied bei den Picks ist zwischen Dallas und Denver: Die Nuggets können am 1. Juli 2020 quasi wieder alle ihre zukünftigen Firsts traden. Die Mavs müssen sich noch mit den ganzen Protections rumschlagen und können frühestens 2025 Picks abgeben.

  11. Avatar

    STAT

    Danke, STAT, auch für mich als Dauerpessimisten sind solche positiven Aussichten mal eine schöne Abwechslung :D Im 1. Punkt gebe ich dir auch absolut recht, gibt überhaupt keinen Grund, kdurant hier Unsachlichkeit vorzuwerfen.

    Wirst sehen, überhaupt kein Problem. Carlisle bleibt. Porz bleibt fit. Irgendwo bekommt man den dritten Anker her, weil er bei einem Team abfällt, ähnlich wie bei Porz. Luka dreht durch. Ein paar alte Vets kommen, um sich den Nachwuchsstars anzuschließen und Cuban zückt den Geldbeutel. Phoenix muss lediglich noch ca. drei „Unfall-Trades“ einbauen wie bei Oubre, inkl. gleichem Ergebnis und ungefähr 20 weitere Fragezeichen müssen positiv beantwortet werden. Alles total realistisch. 8-)

    Spaß beiseite:
    Bei beiden Teams lief vieles verkehrt und irgendwie klappt nichts so recht. Trotzdem sind beide Ausgangssituationen vielversprechend und ich finde es gibt noch keinen Grund pessimistisch zu sein. Allerdings gilt das mMn genauso für die andere Seite. Für den „Best Case“ muss bei beiden Mannschaften sehr viel richtig laufen, daher trete ich eher auf die Bremse und bin tendenziell bei dir. (allerdings verhalten optimistisch)

    Dallas könnte wesentlich schlechter dastehen, aber rosig ist es sicher nicht. Es gibt für mich noch zu viele Variablen, um die Mavs mit wirklich guten Westteams zu vergleichen. Natürlich ist es legitim, die Nuggets oder wen anders als Referenz zu nehmen, aber das geht mir in der Sache zu schnell. Am Ende kommt vielleicht noch raus, dass die Rollen für Kleber und Co. zu groß sind, weil der klare dritt – und viertbeste Spieler fehlt. Dann fliegt einem das komplett um die Ohren. Viele solide Rollenspieler können gut sein, aber wie bei Barnes lange gesehen, ohne passende Rolle wird es trotz gutem Coaching schwer.

    Zudem sind die Mavs eigentlich nur davon entfernt, dass Porz keine 65-100 Spiele im Jahr machen kann und der ganze Plan ist hinüber, unabhängig von seinen sportlichen Fragzeichen, die ebenfalls vorhanden sind.

    Diese Verletzungen betreffen alle Teams. Bei Porz ist es jedoch mit Ansage ein Risiko. Deshalb würde ich mit irgendwelchen großen Erwartungen erstmal die Füße stillhalten und schauen ob und wie (Star-Niveau?) Kristaps im Februar 2020 NBA-Basketball spielt. Beides ist nicht garantiert. An Luka glaube ich genauso wie an Booker, aber die müssen ebenfalls erstmal abliefern. Auch nicht garantiert.

  12. Poohdini

    Phil, ich glaube, du unterschätzt KP etwas. Klar, seine letzte Saison für die Knicks war nicht so effizient, wie man es haben möchte, aber das Team war grauenvoll schlecht. Die meisten Minuten außer ihm hatten THJ, Lee und Kanter. Ohne größere neue Verletzungen sollte er in einem besseren Team und mit mehr Erfahrung die Effizienz hochbekommen, dann ist er mit seinem Skillset extrem wertvoll. Trotzdem ist natürlich Doncic der Spieler, auf den es eigentlich ankommt. Aber bei ihm sieht es einfach so aus, als könnte es fast nur nach oben gehen, während bei KP die Kombination aus Vertrag+Verletzungen riskanter ist.

    Ich halte es für möglich, dass ich ihn unterschätze bzw. seine Schwächen für schlimmer halte als so manch anderer. Ich stimme zu, dass er bisher einen ziemlich schwachen Kader um sich hatte und gerade die Playmaker-Situation immer fürchterlich war.

    Trotzdem sind es ja seine on-ball Skills, die mir Sorgen machen: Kann er im Post für sich kreieren? Kann er da einigermaßen effizient sein? Kann er sich endlich mal als Passer und Playmaker verbessern, weil da war er bislang immer absolut grausam. In diesem Bereichen bin ich eher skeptisch. So ein Spieler kann dann wahrscheinlich nur eine schlechte 2. oder gute 3. Option sein. Das war auch der Grund, warum ich den KP Trade so riskant fand. Er deckelt das Potential um Doncic, von dem ich umgekehrt sehr, sehr viel halte. Ich weiß nicht, ob KP am Ende vielleicht nur als Floor Spacer und Shooter funktioniert.

    Deine Artikel, wie auch dieser, sind btw meine liebsten Dallas Artikel überhaupt. Da brauche ich auch keinen Tjarks.

  13. kdurant35

    Phil, ich glaube, du unterschätzt KP etwas. Klar, seine letzte Saison für die Knicks war nicht so effizient, wie man es haben möchte, aber das Team war grauenvoll schlecht. Die meisten Minuten außer ihm hatten THJ, Lee und Kanter. Ohne größere neue Verletzungen sollte er in einem besseren Team und mit mehr Erfahrung die Effizienz hochbekommen, dann ist er mit seinem Skillset extrem wertvoll. Trotzdem ist natürlich Doncic der Spieler, auf den es eigentlich ankommt. Aber bei ihm sieht es einfach so aus, als könnte es fast nur nach oben gehen, während bei KP die Kombination aus Vertrag+Verletzungen riskanter ist.

    Ich halte es für möglich, dass ich ihn unterschätze bzw. seine Schwächen für schlimmer halte als so manch anderer. Ich stimme zu, dass er bisher einen ziemlich schwachen Kader um sich hatte und gerade die Playmaker-Situation immer fürchterlich war.

    Trotzdem sind es ja seine on-ball Skills, die mir Sorgen machen: Kann er im Post für sich kreieren? Kann er da einigermaßen effizient sein? Kann er sich endlich mal als Passer und Playmaker verbessern, weil da war er bislang immer absolut grausam. In diesem Bereichen bin ich eher skeptisch. So ein Spieler kann dann wahrscheinlich nur eine schlechte 2. oder gute 3. Option sein. Das war auch der Grund, warum ich den KP Trade so riskant fand. Er deckelt das Potential um Doncic, von dem ich umgekehrt sehr, sehr viel halte. Ich weiß nicht, ob KP am Ende vielleicht nur als Floor Spacer und Shooter funktioniert.

    Deine Artikel, wie auch dieser, sind btw meine liebsten Dallas Artikel überhaupt. Da brauche ich auch keinen Tjarks.

    Wenn sich deine Befürchtung bewahrheitet, dann war es selbst ohne die Verletzungsrisiken ein riskanter Deal.
    Ich würde ihn persönlich eher als gute 2te Option einschätzen, der als nicht Ballhandler zu viel offensive Verantwortung übernehmen musste. Daher auch die teils sehr unterschiedlichen Leistungen in den verschiedenen Saisonverläufen.
    Erinnert mich teils an ADs frühen Jahre (ohne beide spielerisch gleichzusetzten). Im Jahr 3 war der mit einem funktionierendem Team MVP-Kandidat, während ein Jahr später der Abfall zusammen mit dem Team kam. Verpasste ja sogar die Rose-Rule Qualifikation und baute auch in Sachen Effizienz gewaltig ab. Und ein Zusammenhang zwischen Team- und individueller Leistung ist bei ihm klar erkennbar. Wobei natürlich immer schwer zu sagen ist, inwiefern das Team ihn oder seine “schwache” Leistung das Team runter zieht.
    Nur schwer zu sagen, ob wir bei KP nach dem langen Ausfall schon dieses Jahr mehr Klarheit bekommen.

  14. Julian Lage

    |Author

    Ich würde dir da nicht widersprechen, aber sehe das Problem als nicht so groß. KP braucht nicht ein so guter Creator für sich und andere zu sein wie z.B. Jokic, Embiid, Davis und Towns. Die Offense kann Doncic gestalten, v.a. mit KP im Two Man Game. Dafür hat er ziemlich sicher den Wurf und auch die Gravity als Roll Man, wenn er nur konstant auf sein Knicks-Level zurückkommt und sein Spiel etwas an Doncic anpasst. Ich sehe nicht wirklich die Gefahr, dass die Mavs wegen KPs fehlender Creation offensiv zu limitiert sind.


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