Oklahoma City Thunder

Sam Prestis Teambuilding

Warum die Strategie der Thunder besser ist als ihr Ruf
© Michael Tipton, CC-BY-SA-2.0

Rückblende, ein Jahr in die Vergangenheit. Die Thunder haben gerade Kevin Durant und damit defacto die Hälfte ihres Teams verloren. General Manager Sam steht vor einem Scherbenhaufen, denn das bisherige Team war komplett auf die Koexistenz der beiden Superstars Durant und Russell Westbrook ausgerichtet. Dazu kommt, dass alle relevanten Free Agents schon woanders unterschrieben haben. Presti hat kaum Spielraum – nutzt diesen aber, um Alex Abrines aus Spanien zu verpflichten und Westbrook eine lukrative Vertragsverlängerung zu geben. 42 Triple-Doubles, ein Erstrundenaus und eine Transferperiode später stehen die Thunder mit der wohl besten Offseason der Liga da und mit Paul George ist wieder ein zweiter Star in der Stadt und auch sonst wurde das Team deutlich verstärkt. Nicht nur für die Mannschaft war dieser Sommer eine einzige Rehabilitierungsmaßnahme, sondern auch General Manager Presti konnte seinen zuletzt ramponierten Ruf deutlich aufbessern. Schon immer war seine Strategie, seine Trade-Entscheidungen, seine Attitüde hochumstritten gewesen. Mit den Ereignissen des Sommers 2016 hatten fast alle sie für untauglich erklärt. Doch im Sommer 2017 konnte Presti zeigen, dass sich seine kontinuierliche, vorausschauende Arbeit im Small-Market-Standort Oklahoma City trotzdem auszahlt.

Trauma Harden-Trade? 

Prestis Bilanz als Thunder-GM erscheint für den neutralen Beobachter wechselhaft: Drei erfolgreiche Drafts, NBA-Finals 2012, die Dynastie am Horizont, Harden-Trade. Presti wurde zerrissen für diesen Trade, allen voran von Bill Simmons. Die Wörter „Harden“, „Trade“ und „Presti“ werden wohl für immer verknüpft sein. In der Retrospektive sieht der Trade auch wahrlich nicht gut aus: während der damalige 6th-man Harden inzwischen zu den besten fünf Spielern der NBA gehört, bekamen die Thunder unterm Strich in Alex Abrines und Steven Adams nur zwei (gute) Rollenspieler. In derselben Retrospektive ist der Trade innerhalb des langfristigen Plans Prestis, der vollständig darauf ausgerichtet war, im Sommer 2016 das für Kevin Durant bestmögliche Team zu stellen, nur konsequent. Wir wissen nicht, warum Kevin Durant die Thunder letztlich verließ, doch sein Abgang ließ Presti und seinen langfristigen Plan zunächst richtig alt aussehen. Letztlich hat Prestis Arbeit trotz mancher Fehlentscheidung aber dafür gesorgt, dass die Thunder nicht wie andere Teams nach dem Abgang ihres Superstars über Jahre in die Lottery abgerutscht sind.

Fixpunkt Flexibilität

Doch der Reihe nach. Zwar soll es hier nicht um eine umfassende Historie der Transaktionen der Thunder gehen – das wäre dann doch etwas langweilig – aber ohne eine Einordnung der wichtigsten Entscheidungen Prestis ist seine Strategie schwer zu packen. Im Prinzip operiert Presti immer an drei Grundprinzipien entlang: (finanzielle) Flexibilität, Kontrolle und Augenmerk auf die langfristige sportliche Wettbewerbsfähigkeit des Teams. Erstmals wurde das beim angesprochenen Harden-Trade deutlich: Harden wollte keine vorzeitige Vertragsverlängerung. Damit war sein Vertrag für Presti trotz Restricted Free Agency nur noch schwer zu kontrollieren und gefährdete angesichts der für damalige Verhältnisse sehr hohen Gehaltsforderungen zudem die langfristige finanzielle Flexibilität des Teams. Gerade bei werdenden Restricted Free Agents ging Presti bisher fast immer nach dem Muster „vorzeitige Verlängerung oder Trade“ vor. Beispiele für beide Seiten finden sich genug: Russell Westbrook, Kevin Durant, Serge Ibaka, Steven Adams oder Victor Oladipo wurden verlängert, während Spieler wie Jeff Green und Reggie Jackson gehen mussten.

Ebenso tradedete Presti bisher eher selten für Spieler mit auslaufendem Vertrag, ohne vorher (wie zum Beispiel bei Kendrick Perkins), die Garantie einer Verlängerung zu haben. Ausnahmen stellen Taj Gibson und Enes Kanter da. Für ersteren wurde kaum ein nennenswerter Gegenwert abgegeben, der zweite im Sommer darauf via Restricted Free Agency verlängert.

Wichtigster Tag des Jahres: Draftday

Genauso verdient die Fixierung Prestis auf die Draft hohe Aufmerksamkeit. Zwar werden Draftpicks heutzutage von allen Teams mehr wertgeschätzt als noch vor Jahren, doch bei Presti geht diese Wertschätzung fast schon ins Absurde. Über Jahre wurden fast alle wichtigen Spieler von Presti selbst gedraftet oder am Drafttag ertraded: Durant, Green, Westbrook, Harden, Ibaka, Jackson, Adams. Das ist insofern logisch, als dass bis zu diesem Sommer die beste Free-Agent-Verpflichtung, die die Thunder in ihrer Franchise-Geschichte aufweisen konnten, Anthony Morrow war. Verhandlungen mit Spielern wir Pau Gasol scheiterten immer wieder. Daraus ergibt sich auch das oft kritisierte Zögern Prestis, Draftpicks oder auch allgemein junge Talente für fertige Spieler zu vertraden: denn damit nähme er sich die Flexibilität, diese Spieler langfristig zu halten. Ein gedrafteter Spieler bleibt dagegen aufgrund der Restricted Free Agency meistens mindestens 7 Jahre beim Team, sofern dieses das möchte. Insgesamt gab Presti dreimal einen eigenen, zukünftigen Draftpick ab und bekam dafür Dion Waiters, Enes Kanter und Jerami Grant. Alle drei Spieler fallen bzw. fielen damals eher unter die Kategorie „Projekt“ als „fertige Spieler“. Besonders die ersten beiden Entscheidungen haben jedoch dazu beigetragen, dass Prestis Ruf in letzter Zeit gelitten hat. Waiters konnte bei den Thunder nie eine effiziente Scoring-Option sein und verließ das Team nach eineinhalb Jahren, Enes Kanter ist in der Verteidigung weiter ein schwarzes Loch und wurde darüber hinaus auch noch mit einem monströsen Vertrag ausgestattet. Presti hält viel von jungen Spielern: ihre Verträge sind meistens im Vergleich spottbillig, sie können sich sportlich noch entwickeln und er ging in den Fällen Waiters und Kanter das Risiko ein und hoffte, dass sie ihre Schwächen beheben und sich zu guten NBA-(Rollen)spielern entwickeln würden. Der Lohn dafür blieb aus; insofern ist die geäußerte Kritik an dem Vorgehen berechtigt.

Nicht alles ist Gold, was glänzt

An einer ähnlichen Stelle setzt auch ein weiterer berechtigter Kritikpunkt an Prestis Strategie an. Durch die ständige Verjüngung des Teams und die Fixierung auf Potential hatten die Stars vor allem in den Jahren nach 2013 kaum Unterstützung durch erfahrene Spieler, da wichtige Rollenspieler wie Thabo Sefolosha, Kevin Martin, Derek Fisher oder Kendrick Perkins abgegeben wurden. Ersetzt wurden sie anschließend durch Spieler, die ihre Rolle in der NBA erst noch finden mussten. Andre Roberson ist beispielsweise heute ein besserer Verteidiger als Sefolosha es jemals war, musste diese Entwicklung aber als integraler Teil eines Spitzenteams durchlaufen. Darüber hinaus wird oft die Kritik geäußert, dass Presti die Zeichen der Zeit nicht erkannt habe und immer noch zu wenig auf Shooting zu setzen. In der Tat ist eines der hauptsächlichen Merkmale, nach denen der GM seine Spieler auswählt, Athletik und weniger ein guter Wurf. Zwar wurden in der Vergangenheit immer mal wieder auch kleinere Lineups ausprobiert, aber Presti stellte eben nicht wirklich die dafür benötigten Spieler zur Verfügung. Beide Kritikpunkte sind also valide; während der erstere jedoch in der Small-Market-Strategie des GMs eingepreist ist und sich diese Nebenwirkungen unter den gegebenen Bedingungen kaum sinnvoll verhindern lassen, muss sich Presti für seinen Hang zu Spielern ohne Wurf als (große) Schwäche ankreiden lassen.

Wie passt der George-Trade da hinein?

Der Trade für Paul George mag in diesem Zusammenhang für viele überraschend gekommen sein. Denn er passt auf den ersten Blick so überhaupt nicht zum bisherigen Handeln der Franchise. George ist im nächsten Sommer wohl unrestriced Free Agent, Presti hat also keinerlei Kontrolle über seinen Verbleib. Gleichzeitig wurden mit Victor Oladipo und Domantas Sabonis junge Spieler mit durchaus noch vorhandenem Potential und langen Verträgen abgegeben. Dennoch ist George ein Star und sein Trade ist die logische Konsequenz aus der bisherigen Strategie. Statt dem bestmöglichen Team für Durant wird dieses jetzt Russell Westbrook zur Verfügung gestellt. Prestis Flexibilitäts-Doktrin macht es möglich, denn Presti hatte sich auf die Situation, für einen Star traden zu können, akribisch vorbereitet. Schon am Drafttag 2016 transferierte er Serge Ibaka für Victor Oladipo und Domantas Sabonis nach Orlando. Oladipo wurde dann im folgenden Oktober mit einem im Rückblick wohl zu hohen Vertrag ausgestattet. Das sorgte im Vorfeld der Free Agency für Kritik, aber nur deswegen konnte der Trade von eben jenen Oladipo und Sabonis gegen George unter den Regeln des CBA überhaupt zustande kommen. Hätte Presti den Shooting Guard Restricted Free Agent werden lassen, hätte er ihn in diesem Sommer nicht traden können. Somit bleibt auch der Preis überschaubar: mit Oladipo ein tendenziell überbezahlter Shooting-Guard, der bisher nicht wirklich ins Team passte und mit Sabonis ein junger Spieler mit Potential, aber auch einer enttäuschenden Rookie-Saison. Keine Draftpicks. Keine wirklich begehrten jungen Spieler. Oder wie Tim MacMahon es auf Twitter für den Fall eines Abgangs Georges im nächsten Sommer beschrieb:

Auch mit den weiteren Moves folgte Presti genau seinen Leitlinien. Er hatte Glück, dass der Markt im Gegensatz zum vergangenen Jahr ziemlich schnell ziemlich trocken war und konnte Andre Roberson im Vergleich zum Schnäppchenpreis halten (30 Millionen über drei Jahre), vermied mit der Verpflichtung des extrem gut passenden Patrick Pattersons für die Mini-MLE den Hardcap und konnte sich auch noch Raymond Felton zum Minimum sichern.

Das Risiko ist kalkulierbar, aber vorhanden 

Das einzige, was bisher nicht klappte, war die abermalige Verlängerung des Vertrages von Russell Westbrook. Für Presti wäre es ideal, wenn sein Superstar sich frühzeitig wirklich langfristig an die Franchise binden würde. Dann könnte er das Team um Westbrook ebenso langfristig nach den bekannten Mustern planen. So droht dank der Spieler-Optionen von Westbrook und George im nächsten Sommer die Wiederholung von 2016, diesmal jedoch in doppelter Ausführung. Im Anschluss daran müsste Presti dann wohl tatsächlich komplett neu aufbauen. Oder seinen Hut nehmen.

Der Trade für Paul George ist sowohl für die Thunder als auch für Sam Presti selbst also nicht ohne Risiko. Wenn George und Westbrook bleiben, hat sich jedoch exemplarisch gezeigt, dass auch eine vorsichtige, auf Entwicklung, Flexibilität und Potential setzende Strategie trotz Fehlern und Rückschlägen erfolgreich sein kann, gerade in einem kleinen Markt. Die sich aus seinem Handeln ergebenden Spielräume hat Presti in diesem Sommer genutzt, um alles auf eine Karte zu setzen, die Russell Westbrooks Team wieder zu einem Contender machen soll. Ob der Einsatz sich auszahlen wird, wird das folgende Jahr zeigen.  

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17 comments

  1. Avatar

    bartek

    Als sogenannter Hater von OKC, gestehe ich Presti diese Offseason sehr gute Arbeit zu. Ist allerdings die erste Offseason wo ich dies so tue.

    Zitat:
    “Sam Presti wurde oft kritisiert, insbesondere, weil er auf Flexibilität und junge Spieler setzte. Doch diese Strategie ermöglichte es ihm, nach Durants Abgang in diesem Sommer wieder ein konkurrenzfähiges Team aufzustellen.

    Wie??? Oladipo viel zu viel zu zahlen war also eine geplante Strategie? Sowas kann nur von einem Fan kommen, der seinen GM für einen Messias hält. Selbst ich mache das nicht bei Danny Ainge, der mich immer wieder positiv überrascht.

    Der Deal ist aus Sicht von OKC absolut genial, ganz egal ob PG im Sommer “ablösefrei” zu den Lakers geht. Trotzdem hätte absolut NIEMAND gedacht, Indiana wäre so blöd diesen Deal zu machen. Jedes Kind was NBA Fan ist hätte diesen Deal auf der Konsole gemacht, absolutes JEDES. Sogar ein Oladipo Fan hätte sofort den Abzug gedrückt. Natürlich ist OKC hier der Gewinner und Presti hat alles richtig gemacht, doch ist hier eher der Fehler in Indiana zu suchen. Selbst ein Trade für Jordan Clarkson, Pick und X wäre für Indiana ein besserer Trade. Geht PG zu den Lakers, hat man erfolgreich salary dump betrieben.

    Wenn diese Strategie so geplant ist, wo sind dann die anderen Talente? Außer Westbrook(wo bleibt die Verlängerung von Mr.loyal), Roberson (super Deal) und Adams sehe ich da nichts brauchbares um oben mitzuspielen. Huestis? Abrines? Ferguson(ja, abwarten)? Die Deals für Kanter und Singler kann man inzwischen als schlecht bezeichnen. Leider findet sich hier kein dummer GM, der diese von Presti gemachten Deals aufnimmt.
    Grant, McDermott, Felton sind Spieler für die hintere Rotation, selbst für Brooklyn.

    Das Patterson Signing ist gut und passt eher zum Roster als Taj Gibson, allerdings muss man die Gesundheit abwarten.

    Dank der Verlängerung von Roberson und dem glücklichen Trade für PG, eine sehr gute Offseason. Nur die Waage hält sich nicht in der Bewertung. Würde Presti keinen Abnehmer für Oladipo gefunden haben, hätte man einen überbezahlten Rollenspieler und einen mittelmäßig talentierten Sabonis im Team. Dazu den überbezahlten Kanter und viele Roleplayer deren Upside, wie impact, überschaubar ist.
    Der Superstar hat weiterhin keine langfristige Verlängerung ala Harden unterschrieben und man hat kein Prospect im Team was dem Team zukünftigt einen Boost verschaffen könnte.

  2. Avatar

    STAT

    Ich bin kein OKC Hater, sehe es allerdings ziemlich ähnlich.
    Nachdem Harden Trade hat man sich Jahr für Jahr auf dem Papier verschlechtert. Wie man das aus einem Kern Westbrook, Harden, Durant und Ibaka so auf die Reihe bekommt ist schon eine Meisterleistung. :?

    Jedes Jahr wurde man von den Individualisten mehr und mehr abhängig was letztendlich auch zu Westbrook’s Saison verhalf. Das kann keine Strategie sein und schon gar keine Gute. Jetzt hat man aufgrund der Blödheit und Inkompetenz der Pacers nochmals den Hals aus der Schlinge gezogen…für ein Jahr.

    Damit George bleibt muss wohl ALLES perfekt laufen und selbst dann dürfte Oklahoma wohl die letzte Franchise gewesen sein an die George dachte als er noch in Indiana war. Man schlug zur richtigen Zeit zu. Top Deal! Gute Arbeit! Aber das kann kein Masterplan gewesen sein. Wenn’s scheiße läuft nimmt George Westbrook gleich mit nach L.A.

    “Der Trade für Paul George ist sowohl für die Thunder als auch für Sam Presti selbst also nicht ohne Risiko. Wenn George und Westbrook bleiben, hat sich jedoch exemplarisch gezeigt, dass auch eine vorsichtige, auf Entwicklung, Flexibilität und Potential setzende Strategie trotz Fehlern und Rückschlägen erfolgreich sein kann, gerade in einem kleinen Markt.”

    Vielleicht muss man in Oklahoma Verträge in dieser Höhe für Spieler wie Adams, Kanter und Dipo raushauen, ich weiß es nicht. Das ist aber weder flexibel noch strategisch langfristig geplant. Denn dann spekuliert man auf die Unfähigkeit der anderen Besitzer und Manager oder schätzt die Spieler falsch ein! (wäre mir bei Adams auch passiert, aber ich hätte ihm so viel trotzdem nie gezahlt.)
    Die Pacers sind genauso hoffnungslose Amateure wie die Bulls. Beide haben es verdient unten rum zu gurken und das ist der Hauptgrund für das ganze Szenario.

  3. Sebastian Hansen

    |Author

    Wie??? Oladipo viel zu viel zu zahlen war also eine geplante Strategie? Sowas kann nur von einem Fan kommen, der seinen GM für einen Messias hält. Selbst ich mache das nicht bei Danny Ainge, der mich immer wieder positiv überrascht.

    Das Halten von Oladipo zu den Preisen des vergangenen Herbstes (der damals durchaus angemessen war), ihn also zu “sichern” und damit flexibel zu bleiben, war in jedem Fall geplante Strategie. Man konnte Oladipo so traden und musste keine RFA fürchten, was oft zu Komplikationen führt. So was berechnet Presti natürlich mit ein.

    Und nur vorneweg: ich halte Presti auf keinen Fall für einen Messias. Seine Strategie hat teilweise Schwächen, manche seiner Aktionen haben sich im Nachhinein als nicht so schlau herausgestellt. Aber dieses ewige rumgetrete, dass er ja alles falsch macht, nervt. Macht er nämlich nicht und da ist durchaus ein langfristiger Plan dahinter.

    Außer Westbrook(wo bleibt die Verlängerung von Mr.loyal), Roberson (super Deal) und Adams sehe ich da nichts brauchbares um oben mitzuspielen.

    Abrines wird eine sehr gute Rolle spielen nächstes Jahr, da bin ich mir sicher. Einen Teil des angehäuften Talents hat man ja auch abgegeben, um George verpflichten zu können. Ist ja schon spaßig, erst jahrelang jammern, dass Presti nur Talent hortet und als er dann zwei der jungen Spieler abgibt, um einen Win-Now-Move zu machen, ist dann zu wenig weiteres Talent da…

    Patterson, Kanter (in der Offensive) und Felton sind ansonsten solide Rotationsspieler, was DMD, Ferguson und Grant bringen bleibt abzuwarten. Ich glaub auch, dass da noch der ein oder andere Trade folgen wird.

    Die Deals für Kanter und Singler kann man inzwischen als schlecht bezeichnen.

    Der von Kanter in jedem Fall, der Trade für ihn war eine der schlechten Entscheidungen Prestis. Bei Singler ist es eher der blockierte Rosterspot denn das Gehalt. Ich glaub auch, dass man gerade Singler auch noch gut als Trade-Filler benutzen kann.

    Der Superstar hat weiterhin keine langfristige Verlängerung ala Harden unterschrieben und man hat kein Prospect im Team was dem Team zukünftigt einen Boost verschaffen könnte.

    Westbrooks fehlende Verlängerung ist ein Problem, ja. Aber ich glaube, Presti hat alles getan, um ihn zum Bleiben zu bewegen.
    Das andere sehe ich überhaupt nicht. Wo soll der denn herkommen? Von Draftplatz 23? Man hat das Team rund um Russ, mit George als Co-Star und einigen sehr brauchbaren Rollenspielern. Danach würden sich mindestens 20 andere Teams die Finger lecken.

    Nachdem Harden Trade hat man sich Jahr für Jahr auf dem Papier verschlechtert.

    Das stimmt erstens nicht (zum Beispiel im Sommer 2014 hat man sich nominell verbessert), zweitens vergisst du dabei die teaminterne Entwicklung, die integraler Teil von Prestis Strategie ist und die ich im Artikel ja auch angesprochen und problematisiert habe, und drittens: was will Presti denn machen, wenn er keine FAs dazu bewegen kann, zu unterschreiben? Gasol 2014 zum Beispiel war schon halb da und dann doch nicht.

    Jedes Jahr wurde man von den Individualisten mehr und mehr abhängig was letztendlich auch zu Westbrook’s Saison verhalf.

    Ein Teil dieses Punktes ist valide, nämlich fehlendes System. Ist aber eher ein Trainer-Problem. Für den anderen muss ich mal recherchieren, wie viele Iso-Plays es früher so gab…

    Vielleicht muss man in Oklahoma Verträge in dieser Höhe für Spieler wie Adams, Kanter und Dipo raushauen, ich weiß es nicht. Das ist aber weder flexibel noch strategisch langfristig geplant.

    Bei Dipo und Adams muss man. Bei Kanter hätte man nicht müssen, aber die Aktion können wir gerne mal in einem eigenen Thread (oder sogar Artikel) retrospektivisch beleuchten. Was aber gerade ersteres ist: strategisch langfristig geplant. Presti haut so Verträge ja mal nicht so eben aus jux und dollerei raus, sondern überlegt sich vorher, was er da macht. Hab ich im Artikel ja ausführlich beleuchtet. Und er ist damit auch flexibler, als wenn er die Leute in die RFA gehen lässt. Hoffe, das ist klar, warum.

  4. Patrick96

    Presti haut so Verträge ja mal nicht so eben aus jux und dollerei raus, sondern überlegt sich vorher, was er da macht. Hab ich im Artikel ja ausführlich beleuchtet. Und er ist damit auch flexibler, als wenn er die Leute in die RFA gehen lässt. Hoffe, das ist klar, warum.

    Da muss ich ein wenig widersprechen. Wo ist denn die Flexibilität, wenn ich nen Spieler überbezahle? Also retrospektiv, das Geld was er jetzt bekommt hätte man ihm ja in dieser Off Season niemals zahlen müssen. Klar kann man das nicht wissen, aber selbst wenn er 22/6/4 aufgelegt hätte glaube ich nicht, dass ihm ein Team mehr gezahlt hätte als es die Pacers das jetzt tun müssen. Und in der RFA hast du als Team immer noch die Möglichkeit ihn einfach gehen zu lassen und zu schauen was noch so geht mit dem offenen Salary. Das wollte man offenbar vermeiden, hat ihn massivst überbezahlt, da man sowohl ihn, als auch den Markt falsch evaluiert hat und wenn die Pacers nicht völlig bescheuert wären hätte man jetzt ein mieses Team, was vmtl um Platz 8-11 mitgespielt hätte.

  5. Sebastian Hansen

    |Author

    Und in der RFA hast du als Team immer noch die Möglichkeit ihn einfach gehen zu lassen und zu schauen was noch so geht mit dem offenen Salary.

    Was mit dem freien Salary gegangen wäre? Nichts, weil die Thunder mit der Verlängerungen von Adams so oder so über dem Capspace waren. Das war übrigens im letzten Herbst genau so vorhersehbar und wurde u.a. von mir auch geschrieben (https://go-to-guys.de/2016/11/03/die-vorzeitigen-vertragsverlaengerungen-bei-den-thunder/). Ansonsten ist es ganz einfach so: hätte er Oladipo nicht verlängert, hätte er ihn nicht gegen George traden können. Punkt. Insofern kann es sein, dass Dipo etwas überbezahlt wurde, aber das in Kauf genommen wurde, um ihn a. sicher zu haben und b. in Sachen Trades flexibel zu bleiben. Das halte ich für gerechtfertigt und die absolut richtige Entscheidung. Die Alternative wäre wahrscheinlich gewesen: gar keine Verlängerung. Presti hat sich zurecht dann fürs (leichte) Überbezahlen entschieden.

    und wenn die Pacers nicht völlig bescheuert wären hätte man jetzt ein mieses Team, was vmtl um Platz 8-11 mitgespielt hätte.

    Wenn man ihn nicht verlängert hätte, hätte es zwei Möglichkeiten gegeben:

    – man hält ihn für den selben Preis oder billiger: –> man hätte ein “mieses Team”
    – man verliert ihn ohne Ersatz und kann in der FA mangels Capspace auch keinen holen und den George-Trade hätte es auch nicht gegeben: –> man hätte ein noch mieseres Team

    –> alles richtig gemacht

  6. Coach K

    ich finde den Text ganz gut geschrieben, aber ich habe ein paar Kritikpunkte:

    Folgender Satz, wäre nur eingetroffen wenn Westbrook sich verletzt hätte:

    Letztlich hat Prestis Arbeit trotz mancher Fehlentscheidung aber dafür gesorgt, dass die Thunder nicht wie andere Teams nach dem Abgang ihres Superstars über Jahre in die Lottery abgerutscht sind.

    Es gab vor der letzten Saison deutlich schlechtere Teams, besonders wenn du in deinen Reihen einen Top 10 Spieler hast.

    Zu dem Dipo Vertrag, schätze ich die Lage so ein:

    Wäre der Trade jetzt nicht verfolgt und Dipo hätte sich nicht weiter verbessert, dann wäre er klar überbezahlt gewesen. Besonders wenn Westbrook und Dipo nicht endlich gestaggert wurden wären.
    Mit dem Trade hat Presti alles richtig gemacht, ob er nur Glück hatte oder das richtige Näschen ist egal.
    Es gab jemand in der Liga (Pacers) der den Spieler mit dem Vertrag attraktiv gefunden hat.

  7. Sebastian Hansen

    |Author

    Folgender Satz, wäre nur eingetroffen wenn Westbrook sich verletzt hätte:

    Letztlich hat Prestis Arbeit trotz mancher Fehlentscheidung aber dafür gesorgt, dass die Thunder nicht wie andere Teams nach dem Abgang ihres Superstars über Jahre in die Lottery abgerutscht sind.

    Es gab vor der letzten Saison deutlich schlechtere Teams, besonders wenn du in deinen Reihen einen Top 10 Spieler hast.

    Damit hast du natürlich recht, aber ich sehe das noch umfassender: allein, dass er Westbrook hatte (weil er gut draften kann und, ja, auch ein bisschen Glück hatte) gehört dazu. Und auch, dass er noch mehr brauchbare Spieler als Russ hatte, sonst hätte der keine Verlängerung unterschrieben und wäre schon diesen Sommer weg gewesen. Aber vielleicht ist das missverständlich und nicht ausführlich genug formuliert.

    Ansonsten danke für das Lob!

  8. kdurant35

    Bei Oladipo liegt die Wahrheit mMn in der Mitte.

    Grundsätzlich ist es ganz klar Prestis Strategie FAs vorzeitig zu verlängern, um die Konditionen selbst zu bestimmen. Das hat die Vergangenheit eindeutig bewiesen. Trotzdem hat er ihn nicht nur etwas überbezahlt. Er hat sich da klar vertan. Wie sehr man ihm das anlasten kann ist eine andere Frage. Denn der Vertrag war zwar zum damaligen Zeitpunkt schon umstritten, wurde aber bei weitem nicht so negativ aufgefasst wie zuletzt. Die Capentwicklung 2016 zu 2017 spielt da sicher eine große Rolle (Roberson hat man ja auch mehr geboten als er jetzt bekam). Dazu kam die aus meiner Sicht enttäuschende Saison. Beides hat nicht unbedingt geholfen. Nach dem Indy Trade gab es ja auch vermehrt Anzeichen, dass OKC mit der Vertragshöhe unzufrieden war. Deshalb war die grundsätzliche Entscheidung mit ihm vorzeitig zu verlängern gut, die Höhe aber nicht. Der PG13 Trade verharmlost dies etwas.

    Bei der Flexibilität muss man etwas differenzieren. Ja, ab diesen Sommer ist eine vorzeitige Vertragsverlängerung meist vorteilhaft. Dafür war der Vertrag regeltechnisch bis zum 1.7.17 nur schwer zu traden. Hätte sich eine Trademöglichkeit im laufe der letzten Saison ergeben, hätte die Verlängerung solch einen Trade eventuell sogar verhindert.

  9. Avatar

    STAT

    Und nur vorneweg: ich halte Presti auf keinen Fall für einen Messias. Seine Strategie hat teilweise Schwächen, manche seiner Aktionen haben sich im Nachhinein als nicht so schlau herausgestellt. Aber dieses ewige rumgetrete, dass er ja alles falsch macht, nervt. Macht er nämlich nicht und da ist durchaus ein langfristiger Plan dahinter.

    Wer tritt denn bei go to guys seit Ewigkeiten auf Presti rum?
    Bartek’s Post ist sicher etwas provokant, aber ich begreife nicht warum du nun schon wieder so pauschalisierst? (wie damals bei der Westbrook Debatte) Natürlich schreibt der eine oder andere auch hier Forum mal Mist, ich vorne dabei! Aber außer Pillendreher, der OKC-Fan ist (!), ist mir bei go to guys noch niemand aufgefallen der jemals auf Presti unfair drauf gehauen hat. Sowohl im Pod als auch im Forum gehts hier doch zu 99% sachlich zu. Manchmal gibst du mir das Gefühl das sich die ganze Welt gegen die Thunder verschworden hat…habe ich das verpasst?

    Westbrooks fehlende Verlängerung ist ein Problem, ja. Aber ich glaube, Presti hat alles getan, um ihn zum Bleiben zu bewegen.
    Das andere sehe ich überhaupt nicht. Wo soll der denn herkommen? Von Draftplatz 23? Man hat das Team rund um Russ, mit George als Co-Star und einigen sehr brauchbaren Rollenspielern. Danach würden sich mindestens 20 andere Teams die Finger lecken.

    Klares Veto. Ja jedes Team will und benötigt Starpower. Ich weiß es mittlerweile zu gut. :(
    Würde ich als gebeutelter Suns-Fan tauschen wollen? Für ein Jahr George und Westbrook? Nö. Dann dümpel ich lieber noch ein paar Jahre unten rum. Die Situtation in die sich die Thunder katapultiert haben finde ich äußerst schwierig. Ich weiß nicht mal ob es gut für OKC ist wenn George und Westbrook zusammen harmonieren. Ich habe große Bedenken ob sie bleiben und dann fängst du wieder bei 0 an…und das bei so einer Ausgangssituation. Die Suns sind wenigstens nicht mehr bei 0. Der Trade für George ist super, aber letztendlich auch der letzte Hilfeschrei den letzten der 4 OKC-Jungs behalten zu können. Es kommt nicht von ungefähr das ausgerechnet Presti jetzt so ein Risiko eingeht.

    Das stimmt erstens nicht (zum Beispiel im Sommer 2014 hat man sich nominell verbessert), zweitens vergisst du dabei die teaminterne Entwicklung, die integraler Teil von Prestis Strategie ist und die ich im Artikel ja auch angesprochen und problematisiert habe, und drittens: was will Presti denn machen, wenn er keine FAs dazu bewegen kann, zu unterschreiben? Gasol 2014 zum Beispiel war schon halb da und dann doch nicht.

    z.B. Kanter nicht holen, z.B. Singler einen 2 Jahres Vertrag geben, z.B. nicht nur nach eindimensionalen Spielern schauen, z.B. den Fokus auf Trades legen um Durant ein funktionales Team bieten zu können. Wenn kein FA kommen möchte dann wartet man halt ein paar Tage auf die Pacers, Bulls und Kings. Das George Szenario beweist es doch wieder. Mit Geduld eröffnen sich immer Möglichkeiten. Neben KD und Russ hätte es kein George gebraucht. Da tun es Spieler die deutlich schlechter sind. Es wird nur schwer wenn man Verträge wie Kanter oder Knight hat. Dann hast du echt die Arschkarte gezogen.

    Wenn man im Win Now Mode ist und zwei Superstars hat muss man doch alles dafür tun damit sie zufrieden sind, oder nicht? Ich sehe es nicht. Wenn sie dann trotzdem gehen…wenigstens hat man es versucht. Ich kann den Gedankengang nachvollziehen das man in einem Markt wie Oklahoma auf junge Spieler setzen möchte die man noch jahrelang an sich binden kann. Damit kann man halt auch die Superstars vergraulen…junge Spieler benötigen Zeit.

    Die teaminterne Entwicklung? Durant und Westbrook haben sich entwickelt und den gesamten Laden geschmissen. Wer hat sich denn noch besonders entwickelt? Sicher sind Leute wie Adams/Roberson, vielleicht auch Abrines zu gebrauchen, aber dann hört es halt schon so gut wie auf. Ich finde das zu wenig wenn man so viel Starpower um sich herum hat. Ich hoffe das ist nicht verwerflich.

    Ein Teil dieses Punktes ist valide, nämlich fehlendes System. Ist aber eher ein Trainer-Problem. Für den anderen muss ich mal recherchieren, wie viele Iso-Plays es früher so gab…

    Wer ist (mit)verantwortlich für den Coach der kein (?) System hat?

  10. kdurant35

    Das stimmt erstens nicht (zum Beispiel im Sommer 2014 hat man sich nominell verbessert), zweitens vergisst du dabei die teaminterne Entwicklung, die integraler Teil von Prestis Strategie ist und die ich im Artikel ja auch angesprochen und problematisiert habe, und drittens: was will Presti denn machen, wenn er keine FAs dazu bewegen kann, zu unterschreiben? Gasol 2014 zum Beispiel war schon halb da und dann doch nicht.

    z.B. Kanter nicht holen, z.B. Singler einen 2 Jahres Vertrag geben, z.B. nicht nur nach eindimensionalen Spielern schauen, z.B. den Fokus auf Trades legen um Durant ein funktionales Team bieten zu können. Wenn kein FA kommen möchte dann wartet man halt ein paar Tage auf die Pacers, Bulls und Kings. Das George Szenario beweist es doch wieder. Mit Geduld eröffnen sich immer Möglichkeiten. Neben KD und Russ hätte es kein George gebraucht. Da tun es Spieler die deutlich schlechter sind. Es wird nur schwer wenn man Verträge wie Kanter oder Knight hat. Dann hast du echt die Arschkarte gezogen.

    Wenn man im Win Now Mode ist und zwei Superstars hat muss man doch alles dafür tun damit sie zufrieden sind, oder nicht? Ich sehe es nicht. Wenn sie dann trotzdem gehen…wenigstens hat man es versucht. Ich kann den Gedankengang nachvollziehen das man in einem Markt wie Oklahoma auf junge Spieler setzen möchte die man noch jahrelang an sich binden kann. Damit kann man halt auch die Superstars vergraulen…junge Spieler benötigen Zeit.

    Die teaminterne Entwicklung? Durant und Westbrook haben sich entwickelt und den gesamten Laden geschmissen. Wer hat sich denn noch besonders entwickelt? Sicher sind Leute wie Adams/Roberson, vielleicht auch Abrines zu gebrauchen, aber dann hört es halt schon so gut wie auf. Ich finde das zu wenig wenn man so viel Starpower um sich herum hat. Ich hoffe das ist nicht verwerflich.

    Hier wiedersprichst du dir aber. Klar kann man Kanter und Singler kritisieren. Doch du schreibst selbst, dass man alles tun muss, damit die beiden Superstars zufrieden sind. Dann kann man doch nicht die eigenen FAs ohne Gegenwert ziehen lassen ohne Capspace für neue zu haben.
    Du darfst auch nicht vergessen, dass auch Geduld nicht geholfen hätte. OKC war in einer noch verzwickteren Lage als Boston beim Irving Trade. Selbst wenn man Talente, Picks etc opfern wollte, fehlten Spieler mit dem notwendigen Gehalt um einen Trade Captechnisch möglich zu machen. Die da in Frage kämen, wollte man ja behalten. Nachdem Perkins Vertrag zum letzt möglichen Zeitpunkt vor der FA getradet wurde, fehlte jeglicher hochdotierte Vertrag. Wie sollte man einen erfahrenen Spieler, den du ja forderst, da ertraden? Genau dazu braucht es Spieler mit den Gehältern der beiden (auch wenn etwas weniger sicher besser wäre). Und gerade bei Singler wurde damals die lange Vertragslaufzeit von vielen gelobt. Ähnlich wie bei Crowder sahen viele in ihm einen soliden Rollenspieler, der dank seiner schlechten Monate in OKC jetzt billig und lange gehalten werden konnte. Was den Ausgang der ganzen Situation angeht, braucht man nicht zu streiten. Im Nachhinein ist jeder schlauer. Kritisch muss eher hinterfragt werden, wer anstatt Kanter zur Deadline 2015 hätte geholt werden können. Doch deine “Verbesserungsvorschläge” sind so nicht möglich gewesen.

  11. Avatar

    STAT

    Hier wiedersprichst du dir aber. Klar kann man Kanter und Singler kritisieren. Doch du schreibst selbst, dass man alles tun muss, damit die beiden Superstars zufrieden sind. Dann kann man doch nicht die eigenen FAs ohne Gegenwert ziehen lassen ohne Capspace für neue zu haben.
    Du darfst auch nicht vergessen, dass auch Geduld nicht geholfen hätte. OKC war in einer noch verzwickteren Lage als Boston beim Irving Trade. Selbst wenn man Talente, Picks etc opfern wollte, fehlten Spieler mit dem notwendigen Gehalt um einen Trade Captechnisch möglich zu machen. Die da in Frage kämen, wollte man ja behalten. Nachdem Perkins Vertrag zum letzt möglichen Zeitpunkt vor der FA getradet wurde, fehlte jeglicher hochdotierte Vertrag. Wie sollte man einen erfahrenen Spieler, den du ja forderst, da ertraden? Genau dazu braucht es Spieler mit den Gehältern der beiden (auch wenn etwas weniger sicher besser wäre). Und gerade bei Singler wurde damals die lange Vertragslaufzeit von vielen gelobt. Ähnlich wie bei Crowder sahen viele in ihm einen soliden Rollenspieler, der dank seiner schlechten Monate in OKC jetzt billig und lange gehalten werden konnte. Was den Ausgang der ganzen Situation angeht, braucht man nicht zu streiten. Im Nachhinein ist jeder schlauer. Kritisch muss eher hinterfragt werden, wer anstatt Kanter zur Deadline 2015 hätte geholt werden können. Doch deine “Verbesserungsvorschläge” sind so nicht möglich gewesen.

    Julian Lage hat es vor kurzem erst gesagt. Der Schlüssel ist auf einen Fehler nicht noch einen Fehler zu machen.

    Die Frage ist doch:
    Welcher Spieler wäre noch schlechter als Kanter gewesen? Mir fallen kaum welche ein. Kanter ist für mich die schlimmstmögliche Wahl und dieser Vertrag hinterher eine Katastrophe.

    Für mich wäre es schon eine Verbesserung gewesen den gleichen Kader gehabt zu haben und das ohne Kanter. Kanter ist so ein grauenvoller Spieler. Statt um KD und Russ ein Team zu bauen ist man gezwungen um Kanter zu bauen weil er als Big keinen Stuhl verteidigen kann. Die Fehlerkette beginnt schon viel früher und auf das wollte ich hinaus. Die Situation war ja nicht per Zufall verzwickt.

  12. kdurant35

    Aus heutiger Sicht geb ich dir ja vollkommen recht. Und die Situation was offensiv eindimensional Bigs betrifft hat sich in den vergangenen Jahren zugespitzt. Da liegt sicher ein großer Fehler. Da ist man aber in guter Gesellschaft. Selbst top Organisation wie SA haben dort ja die größte Angriffsfläche. Und der Trend hat ja mit Green auf C gerade erst wirklich begonnen.
    Kanter war ein C mit nur vier Jahren Ligaerfahrung. Und nach KDs und Ibakas Ausfall hat er offensiv mit RWES gut funktioniert. Da tue ich mich echt schwer ihn einfach ohne Gegenwert ziehen zu lassen. Potenzial besaß er ja. Viele Spieler (gerade Bigs) haben nach den Rookiedeals noch große Sprünge gemacht.

    Mich erinnert die Situation auch an die von TT in dem Jahr. Da hagelte es bei nahezu identischer Ausgangslage die gleiche Kritik. Ohne ihn wäre Cleveland nie Champ geworden. Ich tue mich schwer solche Dinge später nur nach dem Ausgang zu bewerten. Für mich waren beide Verlängerungen damals besser als die Spieler ohne Gegenwert zu verlieren. Nur weil eines desaströs und das andere triumphal endete ist Presti kein Depp und Griffin kein Genie (um es extrem auszudrücken)

  13. Avatar

    STAT

    Wir tun uns immer wieder schwer damit wie wir Defense und Offense bewerten. Was ist nun wichtiger? Für welchen Spieler auf welcher Position gilt was? Ich bin weiß Gott schon oft daneben gelegen, wirklich. Ich habe Spieler schon komplett falsch eingeschätzt. Bei Kanter war es aber imo so offensichtlich ins offene Messer zu laufen das ich nie verstehen werde wie man ihn überhaupt holen kann. Selbst für’s Minimum. (aus OKC-Sicht – einem Team das Contender sein will)

    Ich bewerte bei Bigs, vor allem bei den Centern, die Defense wahnsinnig hoch. Kanter war von Anfang an dazu bestimmt bei einem Contender zu scheitern.

    Die ganzen offensiven Center wie Brook Lopez oder Al Jefferson haben immer bei Teams gespielt die nichts gerissen haben. Wer Contender sein möchte holt so einen Spieler nicht. Was danach geschah war letztendlich das Resultat von verschiedenen Handlungssträngen die allesamt auch auf dem Deal mit Kanter beruhten. Sicher hinterher können wir leicht reden. Bei Kanter sehe ich es anders. Das war mit Ansage.

    Der Vertrag von TT ist auch schlecht, aber TT bringt zumindest etwas von dem mit was ich von einem Big erwarte. TT ist relativ mobil und bringt vollen Einsatz. Wenn ich Kanter in der Defense zuschaue schläft mir mein Gesicht ein und das war auch schon vor vier Jahren der Fall.

    Kanter ist ein guter Spieler – für ein Team das tankt oder gerade so um die Playoffs mitspielt. Presti ist sicher kein schlechter GM, aber ich fand die letzten Jahre allesamt nicht mehr berauschend.

  14. Sebastian Hansen

    |Author

    Ich glaub, ich schreib mal einen Artikel, wo ich am Fall Kanter beschreibe, wie sich das Matchen von RFA-Angeboten auswirken kann, dann können wir da gescheit drüber debattieren.

    Im Endeffekt hat Presti – wie ich ja geschrieben hab – den Trend zu Spielern mit Wurf und weg von den Bigs zu spät erkannt oder will sich nicht dran richten. Das seh ich im Übrigen als viel größeres Problem als das wir-haben-zu-viele-junge-Spieler-und-zu-wenig-vets. Die Kanter-Entscheidungen zeigen das sehr gut auf.

    Die Alternative wäre damals übrigens, glaubt man den damaligen Rumors, Brook Lopez gewesen. Ihr könnt jetzt selbst entscheiden, ob das besser gewesen wäre.

  15. Coach K

    Die Alternative wäre damals übrigens, glaubt man den damaligen Rumors, Brook Lopez gewesen. Ihr könnt jetzt selbst entscheiden, ob das besser gewesen wäre.

    Brook Lopez war damals schon besser in der Defense. Besonders jetzt verteidigt er den Ring für einen angeblichen reinen Offensivspieler gar nicht so schlecht. Offensiv sehe ich ihn auch nicht so sehr als Schwarzes Loch, er passt den Ball weiter und versucht im Rhythmus zu bleiben.
    Ich denke die Wahl wäre damals gar nicht so schlecht gewesen, aber im Nachhinein ist man immer schlauer.

  16. Avatar

    bartek

    Und nur vorneweg: ich halte Presti auf keinen Fall für einen Messias. Seine Strategie hat teilweise Schwächen, manche seiner Aktionen haben sich im Nachhinein als nicht so schlau herausgestellt. Aber dieses ewige rumgetrete, dass er ja alles falsch macht, nervt. Macht er nämlich nicht und da ist durchaus ein langfristiger Plan dahinter.

    Wer tritt denn bei go to guys seit Ewigkeiten auf Presti rum?
    Bartek’s Post ist sicher etwas provokant, aber ich begreife nicht warum du nun schon wieder so pauschalisierst? (wie damals bei der Westbrook Debatte) Natürlich schreibt der eine oder andere auch hier Forum mal Mist, ich vorne dabei! Aber außer Pillendreher, der OKC-Fan ist (!), ist mir bei go to guys noch niemand aufgefallen der jemals auf Presti unfair drauf gehauen hat. Sowohl im Pod als auch im Forum gehts hier doch zu 99% sachlich zu. Manchmal gibst du mir das Gefühl das sich die ganze Welt gegen die Thunder verschworden hat…habe ich das verpasst?

    Nochmal eine Rechtfertigung von meiner Seite, die mir den Titel als berühmtester “OKC hater” im deutschsprachigen eingebracht hat. Sorry für das jahrelange penetrieren.

    Damals im Spofo und im live Chat von Spofo habe ich es nicht ertragen, wie OKC Fans pro Presti argumentiert haben, die Iso offense verteidigt haben, die bösen Rollenspieler im Team waren an jeder Niederlage schuld, Brooks ist ein Genie, Kevin Martin Trade war gut, Perkins halten war richtig usw.
    Brooks hat sich inzwischen in Washington bewiesen und spielt dort mehr teamorientierten Basketball. Durant kann mehr als Iso. Reggie Jackson war in seinem ersten halben Jahr in DET “gut”. Es fällt nur auf, wenn gemachte Fehler nicht zugegeben werden, bzw. verharmlost, verschwiegen oder kleingeredet werden.

    Pillendreher und Fabian (Irenicus?) sind mir da besonders aufgefallen. Pille ist jetzt zum Glück auch kritischer um Presti und die Entwicklung seiner Franchise. Damals sah das aber ganz anders aus. Reggie Jackson war an Niederlagen schuld und nicht Westbrook, der wieder 8 Ballverluste hatte und unter 40% warf. Es lag auch nie an der guten Leistung vom Gegner. Das halten von Perkins machte mehr Sinn, als das halten von Harden. Könnte ich munter weiterführen diese Liste an Beispielen, aber ich will nicht triggern.

    Jedenfalls habe ich damals immer das Gefühl gehabt, alle sind Schuld, nur die Säulen der Franchise nicht. Bei anderen Vereinen dagegen wurde von Inkompetenz gesprochen. Man sieht es jetzt wieder an den Bulls und Pacers, damals den Kings und Nets. Man hat GM´s schnell einen Stempel aufgedrückt, welcher nicht geändert werden kann. Kevin Pritchard z.B. hielt ich damals in Portland für einen fähigen Mann, war er da jetzt aber für einen Deal in Indiana machte :stupid: Ich kann also meine Meinung ändern und eine Fehleinschätzung eingestehen. Selbe mit dem Irving Trade und Ainge. Auf den ersten Augenblick hat man den Trade klar verloren, habe ich auch direkt in unserem Slack Chat gepostet :roll: Einen Tag später, sah ich den Trade aber positiver entgegen, er war richtig für Boston, trotzdem ein hoher Preis und die Cavs haben gut abgeräumt (das Nachverhandeln war dagegen lächerlich von den Cavs).

    Bei Kritik und Lob für einen GM oder Spieler muss sich einfach die Waage halten. Ich verstehe, dass Fans die ihre Franchise verteidigen wollen und den Job ihres Gm´s als “geplante Strategie” verkaufen wollen, aber diese Wortwahl impiliziert, dass nur wenige Gm´s so handeln, dabei tun es doch einfach alle! Es ist ihr Job :twisted:
    Abschließend will ich deutlich machen, ich will keinen Beef mit bestimmten Franchiseanhängern, aber Lobeshymnen für mittelmäßige Arbeit sind einfach …. :roll: . Als NY Anhänger hab ich mein Vertrauen in Jax auch in der zweiten Saison verloren und da gibt es kein verteidigen seiner Arbeit :mrgreen: Selbe mit Olshey in Portland. Der hat eine Offseason komplett verkackt. Presti hat ebenfalls 2-3 Offseasons versäumt. Da jetzt Free Agents die Schuld zu geben ist auch falsch. Ein guter GM muss einen anderen Weg finden, dann kann man ihn auch in den Himmel loben, wie ich es bei Ainge tue. Die halbe Welt ihn aber kritisiert, weil er die Luxusprobleme nicht in ein Deluxesuperteam umwandelt. Bei ihm war es aber wirklich Strategie und er verfolgt diese weiter, wie man mit den Irving Trade sah. Hätte Presti annährend sowas gebastelt, ich hätte auch ihn dafür bewundert, tut er aber nicht.

  17. kdurant35

    Die Alternative wäre damals übrigens, glaubt man den damaligen Rumors, Brook Lopez gewesen. Ihr könnt jetzt selbst entscheiden, ob das besser gewesen wäre.

    Brook Lopez war damals schon besser in der Defense. Besonders jetzt verteidigt er den Ring für einen angeblichen reinen Offensivspieler gar nicht so schlecht. Offensiv sehe ich ihn auch nicht so sehr als Schwarzes Loch, er passt den Ball weiter und versucht im Rhythmus zu bleiben.
    Ich denke die Wahl wäre damals gar nicht so schlecht gewesen, aber im Nachhinein ist man immer schlauer.

    Soweit ich mich erinnere, war Lopez auch erste Wahl. Das Problem war sein Vertrag. Er konnte 4 Monate später aussteigen. Berichten zufolge hätte OKC Lopez geholt, wenn er seine PO fürs nächste Jahr gezogen hätte. So bestand die Gefahr das er als uFA gleich wieder geht. Gerade mit der damaligen Unsicherheit was KDs und Ibakas Verletzung anging war das problematisch. Denn wenige Tage später war die Titelchanche mit dessen Ausfällen ja rum. Dann hätte ein mögliches rental keinen Sinn mehr gemacht.


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