Draftprofile 2016

Taurean Prince

Baylor Bears

Datenblatt

Name: Taurean Prince

Position: Wing

[xrr rating=1/4]  (Rollenspieler)

College: Baylor Bears

College-Erfahrung: Senior

 

In der regulären Saison wussten die Baylor Bears mal wieder zu überzeugen. Dennoch war in der ersten Tournament-Runde gegen Yale Schluss. Topscorer des Teams aus Waco war dabei, wie bereits im Vorjahr, Taurean Prince. Dieser ist seit seinem Junior-Jahr auf dem Radar vieler Scouts aufgetaucht. Dabei ist es vor allem seine Defensive, die ihn für NBA-Teams interessant macht. Doch auch mit seinen 15,9 Punkten konnte der Wing auf sich aufmerksam machen. Auch außerhalb des Feldes schaffte er es zu einer echten Berühmtheit. So wurde er mit diesem Video zum Star in den sozialen Netzwerken: 

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Mit einer Größe von 6’8″ hat er eine gute Größe für einen Wing. Seine körperlichen Voraussetzungen können sich mit einer Spannweite von 6′ 11.5″ und 220 lbs durchaus sehen lassen. 

Offensive Rolle

Es handelt sich bei Prince um einen echten Shooter. Problematisch jedoch ist, dass es sich um einen Streaky Shooter handelt. So traf er in 10 von 32 Spielen gar keinen Dreier. Dennoch bleibt er variabel und kann auf verschiedene Arten seinen Wurf anbringen. Er schließt er gut aus dem Pull-Up ab und konnte dabei teilweise sogar schon NBA-Range unter Beweisstellen.

Er kann aber auch als Spot-Up-Shooter (1,06 PPP) eingesetzt werden:

 

Seine sinkenden Zahlen im Vergleich vom Vorjahr, lassen jedoch daran zweifeln, ob sein Shooting wirklich NBA-Niveau hat. Von guten 39,5 3P% im Vorjahr fielen die Werte in diesem Jahr auf lediglich 36 3P%. Rein optisch sieht sein Wurf zumindest gut aus. Und auch seine Freiwurfquote von 77,4% deuten zumindest darauf hin, dass sein Wurf “for real” ist. Seine Länge hilft dabei zusätzlich.  

Offensiv findet Taurean Prince seine Abschlüsse aber auch durch Drives. Gerade mit freiem Blick auf den Korb, lässt er sich schwer aufhalten:

Aber auch mit einem direkten Gegenspieler schafft es Prince, dank guter Fußarbeit, Abschlüsse zu kreieren. Kontakt absorbiert er dabei ebenfalls gut:

Gerade diese Fähigkeit, Kontakt zu absorbieren, sorgt dafür, dass er sehr viele Fouls provoziert. Dank seiner guten Freiwurfqoute profitiert seine Punkteausbeute sehr davon. Eine weitere Waffe in seinem Arsenal, das ihn im Drive unberechenbar macht, ist sein Floater. 

Phasenweise neigt er dabei allerdings auch dazu zu überdrehen. Seine Entscheidungen, wann er den Abschluss suchen soll und wann besser andere übernehmen, könnten besser sein.

Erwähnenswert bleibt dabei, dass er sogar in der Lage ist auch mit seiner Off-Hand abzuschließen. Prince ist also nicht nur auf eine Seite des Spielfeldes beschränkt. Er muss allerdings noch daran arbeiten Closeouts zu attackieren. Schafft er es in diesem Punkt im Profibereich effektiv zu sein, wäre sogar eine Rolle als vielseitiger Scorer drin.  

Transition Offense

Seine guten Drives sorgen dafür, dass Transition-Abschlüsse eine echte Stärke des Baylor-Flügel sind. Und auch hier schließt er mit guter Fußarbeit sicher ab:

Coast-to-Coast zu pushen ist kein Problem für den großen Flügel:

Immer wieder zeigt er auch, dass sein Passpiel mittlerweile solide ist. Die Räume die sich so gerade im Fastbreak ergeben, weiß er gut auszunutzen:

 

Playmaking

Im Gegensatz dazu tut er sich schwer für andere zu kreieren. Darunter fällt wieder die bereits angesprochene Problematik des Decisionmaking. Ebenfalls angedeutet wurde die Problematik, dass er nicht der beste Passer ist. Dies untermauert auch seine 15,8 TOV%. Ein noch größeres Problem entsteht daraus, dass er zusätzlich dazu über kein gutes Ballhandling verfügt: 

Allerdings zeigen sich diese Probleme auch bei eigenen Abschlüssen. Überhastete Abschlüsse kommen dabei immer wieder vor, da er die Shotclock nicht im Auge behält. Er schaltet in den Tunnel-Modus:

Sollte es zu keiner extremen Steigerung kommen, ist es wohl kaum zu erwarten, dass der Wing jemals als Ballhandler in Erscheinung treten sollte.  

Defense

In der Verteidigung verfügt Prince durch seine körperlichen Voraussetzungen über großes Potential. Dieses konnte er in Baylors-Zone jedoch nur selten zeigen. 

Seine Lane Agility, welche Aufschluss auf die laterale Schnelligkeit gibt, ist mit 10,96 Sekunden im oberen Bereich des Jahrgangs. Sie kann als Indiz für sein Potential gesehen werden.

Er zeigt zusätzlich schon jetzt gute Instinkte. In Verbindung mit seiner Länge ist Prince ein guter Offball-Verteidiger, der die Passwege zustellt.

Länge und Instinkt setzt er ebenfalls beim Shootblocking gut ein. Ein weiterer zusätzlicher Pluspunkt, ist zudem der Einsatz, den der Wing an den Tag legt:

Trotz dem bestehenden Potential, hat Prince noch einige Probleme in der Verteidigung. Gerade in der Zone der Bears schienen ihm die Zuständigkeiten nicht immer klar. Durch passives Verhalten und Beobachten des Ballhandlers kamen die Gegner zu leichten punkten:

Hier bleibt offen, ob dies sich durch eine klare Zuordnung beheben lässt.

Ähnliche Zuständigkeitsprobleme ergeben sich auch in der Transition Defense. Anstatt den Mann aufzunehmen, nimmt er bestenfalls halbherzig Position ein. Der Gegenspieler kann viel zu leicht passieren:

Ansonsten ist die Evaluierung der defensiven Leistungen stark durch das angesprochene Zonen-System erschwert. Er sollte wegen der mangelnden Mann-vs-Mann Erfahrung eine längere Anlaufzeit benötigen. Dass sich Taurean Prince zu einem guten NBA-Verteidiger entwickelt, ist dennoch möglich.

Statsvergleich innerhalb der Draftclass

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Spielervergleich

Offensiv sollte Taurean Prince schon jetzt eine gute Spot-Up-Option sein. Eine Rolle als “Small-Ball-Four” nach dem Vorbild Jeff Green, sollte dank seiner Größe und dem Stretching, dass er mitbringt, dann der Mindestanspruch sein. Wenn er zusätzlich defensiv alle PS auf die Straße bringen kann, ist eine deutlich größere Rolle drin. Er könnte dann eine 3&D Rolle wie Harrison Barnes spielen. Um offensiv ein größerer Faktor zu werden, mangelt es ihm an Spielmacher-Skills. Er wird Offensiv ein guter Rollenspieler sein, aber eben nicht viel mehr. Problematisch sollte das Ganze dann werden, wenn sich sein Wurf als zu streaky herausstellt und nicht regelmäßig fällt. Dann droht eine kurze NBA-Karriere. Je nach Entwicklung könnte diese als reiner Defensiv-Spezialist verlängert werden.  

Draftaussichten 

Taurean Prince könnte seine Lücke in der NBA gefunden haben. Defensivspezialisten mit Wurf sind gern gesehen. Dass er den Ball nicht in den Händen halten muss, um  gut abzuschließen, wird ihn noch begehrter machen. Dank kleiner Spitzengruppe im Draftjahrgang 2016 könnte er früh gezogen werden, aufgrund der Breite an potentiellen Rollenspieler, allerdings auch ziemlich tief abrutschen. Mitte bis Ende der ersten Runde sollte sein Name von NBA-Comissioner Silver genannt werden. 

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