Man kennt das ja aus der Fußball-Bundesliga: Wenn ein Klub schwierige Zeiten durchmacht und zu lange hinter den Erwartungen zurückbleibt, dann ist es meistens der Trainer, der gehen muss, auch wenn sich die Fans zuweilen wünschen, dass eher einzelne Spieler oder gleich der Vorstand ausgetauscht würden.
Die Entscheidung in Sacramento
Wie verhält sich das nun bei Paul Westphal, der dieser Tage von den Sacramento Kings entlassen wurde? Nüchtern betrachtet muss man sagen, dass es Westphal in zwei Jahren nicht gelungen ist, die Kings signifikant zu verbessern. Das lässt sich statistisch belegen, etwa anhand der Offensiv- und Defensivratings, aber es ist vor allem auch ein Eindruck, dessen man sich nicht erwehren konnte, wenn man Auftritte der Mannschaft in den letzten beiden Spielzeiten gesehen hat. Offensiv- und Defensivkonzepte, die greifen, die, wenn schon nicht sofort, dann wenigstens mittelfristig, Verbesserung versprachen, waren kaum zu erkennen.
Nun liegt die Schuld hieran sicher nicht nur bei Westphal, vielmehr muss auch die teils konfuse Tradepolitik von GM Geoff Petrie kritisch betrachtet werden. Aber letztlich ist es eben am Trainer, aus dem Spielermaterial das Beste zu machen. Niemand hat von Westphal erwartet, dass er die Kings in den letzten beiden Jahren in die Playoffs führt, aber eine Perspektive für die nahe Zukunft durfte man sich schon erhoffen, und die zu sehen, fällt schwer.
Cousins vs. Westphal?

Dazu kommt, dass auch die andere große Hoffnung der Franchise, Tyreke Evans, mit Westphals System (oder dem Mangel eines solchen) nicht zurecht kam und sich (für ihn eher untypisch) sogar zu öffentlichen Andeutungen in dieser Richtung hinreißen ließ.
Die Entscheidung, sich von Paul Westphal zu trennen, ist also durchaus nachvollziehbar. Aber der Zeitpunkt kann nur als äußerst ungeschickt bezeichnet werden, denn nicht nur DeMarcus Cousins dürfte diesen so interpretieren, dass er die Machtprobe mit seinem Trainer für sich entschieden hat. Ein guter “erzieherischer” Effekt sieht sicher anders aus, und auch potenzielle Interessenten für den Job als Coach der Sacramento Kings dürften es sich in Zukunft zwei Mal überlegen, ob sie wirklich zu einer Franchise wollen, deren Verantwortliche sich von einem jungen Spieler, der noch nichts erreicht hat in der Liga, auf der Nase herumtanzen lassen.




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