Draftprofile 2019

Sekou Doumbouya

Limoges CSP

Datenblatt

Name: Sekou Doumbouya 

Geburtsdatum: 23. Dezember 2000

Größe: 6’9″

Gewicht: 230 lbs.

Spannweite: 6’11”

Position: Wing / Big

Team: Limoges CSP 

Überblick

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Stärken

Schwächen

+ Athletik 

+ körperliche Voraussetzungen

+ defensives Potenzial

– Reife / Konstanz

– Basketball-IQ / Decision Making

– Ballhandling

– Rolle in der NBA?

Scouting-Logbuch

Basisnotizen – 05.06.2019

Körperliche Voraussetzungen: 

+ gute Länge für seine Position

+ dazu sehr lange Arme, die ihm an beiden Enden des Feldes helfen 

– muss für die NBA noch an Muskelmasse dazugewinnen

 

Offense: 

+ starker Athlet, kann jederzeit einfach oberhalb des Ringniveaus abschließen

+ gute Schnelligkeit für seine Größe, gefährlicher Transitionspieler

+ vor allem auf Big Man-Positionen ein wandelndes Mismatch aufgrund seiner Kombination aus Größe, Schnelligkeit und Athletik 

+ kann mit einem schnellen ersten Schritt den Gegenspieler schlagen

+ solider Shotcreator für seine Größe

– extreme Probleme beim Ballhandling, wird gegen NBA-Defenses noch Probleme bekommen wenn er den Ball auf den Boden setzt

– noch kein guter Werfer, muss sich darin verbessern, um eine wichtige Rolle in der NBA übernehmen zu können

– teilweise sehr zweifelhafte Entscheidungsfindung, muss die richtige Mischung zwischen Pass und eigenem Abschluss finden

– allgemein nicht mit dem höchsten Basketball-IQ ausgestattet

 

Defense: 

+ hat das Potenzial mit seinen Tools ein hervorragender Verteidiger zu werden

+ kann mit seiner Athletik jederzeit Würfe blocken 

– nicht immer komplett “locked in”, sodass unnötige Fehler entstehen und keine Konstanz in seinen Leistungen erkennbar ist

– wird vor allem gegen große, kräftige NBA-Forwards unter dem Korb noch Probleme haben

 

Overall

Bei Sekou Doumbouyas NBA-Potenzial wird alles in seinem Kopf anfangen. Zuerst muss er noch weiter lernen, wie er seine unglaublich guten körperlichen Voraussetzungen auch gewinnbringend einsetzen kann. Zu häufig wirkt er noch sehr sehr roh und scheint gar nicht zu wissen, wie gut er sein könnte. Dies hängt natürlich auch mit seiner Einstellung zum Spiel zusammen, wo er es schaffen muss Unkonzentriertheiten abzulegen und zu 100 Prozent “locked in” zu sein. 

Vor allem am defensiven Ende des Feldes kann ihn das zu einem viel besseren Spieler machen. Offensiv hingegen wird es darauf ankommen, dass er seine Entscheidungsfindung verbessert und anfängt insgesamt intelligenteren Basketball zu spielen. Dies dürfte ihm vor allem am Anfang wegen seines Alters noch verziehen werden, doch es muss erkennbar sein, dass er auf diesem Gebiet Fortschritte macht. 

Mit diesen mentalen Fragezeichen und der Tatsache, dass er sich vom europäischen auf den amerikanischen Basketball umstellen muss, kann man erwarten, dass es bei Doumbouya eine Zeit dauern wird bis er sich in der NBA zurechtfindet. Trotzdem kann hier auch nochmals erwähnt werden, dass er am Draftabend gerade mal 18,5 Jahre alt sein wird und damit auch dieses Recht genießen sollte.

Das Team, das den Franzosen letztendlich im NBA Draft auswählt, bekommt somit ein Langzeitprojekt. Man kann Doumbouya keinesfalls mit Luka Doncic aus dem letzten Jahr vergleichen, der bereits jahrelang auf höchstem europäischen Niveau gespielt hat. Hier bekommt die Franchise einen interessanten Prospect mit unglaublichen Anlagen und Voraussetzungen. Es wird nun an den sportlichen Verantwortlichen und vor allem an Doumbouya selbst liegen diese bestmöglich auszuschöpfen und einen kompletten Basketballer aus ihm zu machen. Sollte dies über die kommenden Jahre funktionieren, bekommt die NBA einen weiteren höchst spannenden Import aus Europa. Körperlich erinnert er an Al-Farouq Aminu und sollte je nach Entwicklung seines Wurfes variabel als Combo-Forward einsetzbar sein. Bei traumhaften Fortschritten wäre wohl Pascal Siakam sein Best Case. Doumbouya bringt viele seiner Anlagen mit.

 

Der Saisonstart – 06.11.2018

Der 18-Jährige Sekou Doumbouya gilt für die anstehende NBA Draft 2019 als das vielversprechendste europäische Talent. Der französische 2,05m Forward machte bereits bei der U18 Europameisterschaft 2016 auf sich aufmerksam und spielt in der Folge in der zweiten französischen Liga bei den Poitiers Basket 86. Zur Saison 2018/19 ist er nun zu Topklub Limoges CSP gewechselt und möchte auf größerer Bühne sein Können unter Beweis stellen. Denn neben der französischen Pro A spielt Limoges auch noch im Eurocup, dem zweithöchsten europäischen Wettbewerb. 

Der Saisonstart verlief für das Team allerdings alles andere als zufriedenstellend. Erreichte man in der letzten Spielzeit noch das Halbfinale, stehen nun nach sechs Ligapartien lediglich zwei Siege (92:85 gegen Antibes, 103:74 gegen Bourg) und damit  Rang 15 in der Tabelle zu Buche. Auch im Eurocup sprang nur beim Heimspiel gegen Zagreb ein Sieg heraus, die Partien gegen Krasnodar und Berlin wurden hingegen deutlich verloren. 

Somit ist es auch für Doumbouya bislang noch keine einfache Situation. Positiv ist immerhin, dass er das Vertrauen der Coaches bekommt und sich bis jetzt in jeder Partie beweisen durfte. So kommt er in beiden Wettbewerben auf mehr als 15 Minuten Einsatzzeit pro Spiel und nutzt diese bisher im Schnitt für 4,5 Punkte in der Pro A und 6,7 Zähler im Eurocup. 

Als sein “Breakout-Game” kann bisher das Spiel gegen ALBA Berlin bezeichnet werden. Dabei zeigte er zum Beginn der zweiten Halbzeit eine sehr aggressive Leistung und belohnte sich mit elf Punkte innerhalb von drei Minuten. Dort bekam man einen ersten Eindruck davon, welche Qualitäten der Franzose am offensiven Ende des Feldes mitbringt. 

Zum einen fiel in diesen Szenen sein Wurf aus der Distanz sehr gut. Grundsätzlich macht seine flüssige Wurfbewegung und der schnelle Release Hoffnung, dass Doumbouya eines Tages ein guter Werfer sein kann. Die Zahlen belegen dies bis hierhin allerdings noch nicht. In der frazösischen Liga hat er Stand jetzt nur einen einer zehn Dreipunktwürfe versenkt. Im europäischen Wettbewerb sieht die Quote etwas besser aus.  

Der zweite Aspekt seines Spiels, der hier gut sichtbar wird, ist sein explosiver Zug zum Korb. Dieser könnte in der Zukunft auch zu seiner zentralen Stärke werden, da seine Athletik und Beweglichkeit für seine Größe bereits jetzt sehr gut ist. Wichtig wird es nun für Doumbouya, dass er weiter an seinem Ballhandling und der schwächeren linken Hand arbeitet, um das Ganze auf NBA-Niveau zu hieven. 

Doch bei all den kritischen Bewertungen, die man wohl im Laufe der Saison noch an seinem Spiel vornehmen wird, sollte eine wichtige Sache nicht außer Acht gelassen werden. Doumbouya ist Ende Dezember des Jahres 2000 geboren und wird somit mit Abstand der jüngste Spieler der Draft 2019 sein, wenn er sich endgültig dazu entscheidet sich anzumelden. Diese Jugendlichkeit sieht man seinem Spiel und seinen Reaktionen auf dem Feld auch immer noch an und deshalb sollte es immer in die richtige Perspektive gerückt werden. 

Ein gutes Beispiel ist die folgende Szene aus dem Ligaspiel gegen JL Bourg. Doumbouya doppelt einen Gegenspieler und forciert den Pass. Vorher will er aber einen Schrittfehler gesehen haben und reklamiert das lautstark beim Referee. Als dieser nicht pfeift, springt er wild in den nächsten Gegenspieler, foult diesen, schlägt den Ball weg und kassiert das technische Foul. Hier wird er sicher bereits im Verlauf der aktuellen Saison lernen sich zu beherrschen, um nicht anschließend wieder auf die Bank zu müssen. 

Eine weitere lehrreiche Lektion dürfte die folgende Sequenz aus dem ALBA-Spiel gewesen sein. Nach einem Steal hat der 17-Jährige freie Bahn, verlegt aber den Layup und ärgert sich beim Zurücklaufen sichtlich darüber. Dies kann man sich auf diesem Nivea aber nicht erlauben, denn Berlin hat den Ball schon wieder vorne und Doumbouyas Gegenspieler verwandelt den offenen Dreipunkwurf. 

Video

Playlist

Twitter

@sekou_doums

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